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Sequencer Konzept - welcher passt

Sequencer Konzept - welcher passt  ·  Quelle: Moogulator

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Sequencer-Konzepte: Welche gibt es eigentlich? Welcher Typ passt zu deinen Ideen? Besonders Einsteiger werden oft mit diversen grundsätzlichen Typen überladen. Hier kommt eine kleine Übersicht darüber, was es gab und was es heute gibt. Dies ist ein Versuch, die wichtigsten Sequencer-Konzepte einzuordnen, damit du das für dich passende Prinzip finden kannst. Vielleicht sind es ja auch zwei oder drei? Dabei geht es nicht so sehr um die Firmen, sondern um das „Wie“.

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Welcher Sequencer passt zu dir?

Inzwischen gibt es eine große Auswahl an Sequencern. Sie dienen dazu, Noten, Controllerdaten oder Musikparameter zu wiederholen. Im Extremfall reicht das sogar noch weiter, denn im Extremfall muss sich keine Note wirklich wiederholen. Heute gibt es zunehmend „normale“ Sequencer, die eigene Folgen und Rhythmen erzeugen können. Sie werden generativ genannt.

Viele neue Konzepte tragen Teile generativer Ideen in sich. Dennoch braucht nicht jeder alles. Wichtig ist für dich eher, ob du lieber einspielen oder programmieren möchtest. Oder möchtest du die Notenfolge spielen, aber nicht fest im Timing festlegen? Gelegentlich ist ein stumpfes, einfaches Konzept besser. Auch in der Software-Welt gibt es unterschiedliche Sequencer. Hier geht es allerdings erst einmal nur um Hardware. Eine DAW, also ein Software-Sequencer mit Audio, kann vieles auffangen. Dennoch ermöglicht anfassbare Hardware mehr spontane Performance.

Das Wichtige dabei ist die Arbeitsweise bei der Eingabe und Verarbeitung von Sequenzen. Audio lasse ich bei dieser Auflistung komplett außen vor. Es geht nur um MIDI und/oder analoge Steuerspannung und natürlich USB-MIDI, das vielfältig im Rechner nutzbar ist, auch in einer DAW.
Nur das erste, sehr alte Konzept wurde für und mit analoger Steuerspannung entwickelt…

Klassische Step-Sequencer

Viel Spaß bereiten klassische Step-Sequencer, die in den Sechzigern und Siebzigern „neu“ waren. Dabei gibt es eine Reihe von zwei bis vier Potis mit acht bis 16 Spalten. Ein Taktgeber fährt durch die Potis und nutzt deren eingestellten Wert. Analoger geht es kaum. Modernere Varianten können bei exakten Tonwerten einrasten (Quantizer). Damit lassen sich transponierte kurze Sequenzen bauen. Die Schritte erlauben Überspringen oder Gruppieren für eine wechselnde Sequenz, die jedoch nicht länger als die Anzahl der Spalten sein kann. Diese Länge wird in Steps angegeben.

Durch Rückwärts-Abspielen lassen sich solche Sequenzen „verlängern“ oder durch Sprünge interessanter gestalten, die man per Kabel patchen kann. Du kannst die Werte nur über die Potis ändern. Die Transposition addiert lediglich die anliegende Spannung eines Keyboards. Damit lassen sich Sequenzen über eine Tastatur oder einen anderen Sequencer steuern. Das ist für repetitive Sequenzen das richtige Werkzeug. Die Länge kann oft durch Patchen spontan geändert werden. Techno, EBM, Pop: Es gibt sehr viele Anwendungen.

Sehr typische Vertreter wären der Moog 960 oder der ARP 1601 Sequencer. Natürlich gibt es entsprechende Clones von vielen Firmen, oft auch mit Erweiterungen. Der Moog besitzt keinen Quantizer, der ARP Sequencer schon. Korgs günstiger SQ-1 folgt einer ähnlichen Idee.

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Analoge Speicher für Synth Dotcom 960 Sequential Controller
Analoge Speicher für Synths – Dotcom 960 Sequential Controller · Quelle: Moogulator

Klassische elektronische Musik lebt von genau diesen Elementen. Die meisten Step-Sequencer arbeiten mit analoger Steuerspannung und Gate-Signalen zum Starten der Hüllkurven. MIDI-Varianten sind seltener. Es existieren auch Versuche, das Konzept in die Neuzeit zu übertragen. Noch spannender ist eine Modulation von Synthesizerparametern, nicht nur von Tonhöhen.

Ein sehr gutes Beispiel für Modulations-Sequencing ist The Human LeaguesThe World Before Last“.

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Modernere Angebote gibt es ebenfalls, etwa den Manikin Schrittmacher oder den NoNo Major Tom. Beide versuchen sehr unterschiedlich, das Thema neu zu interpretieren. Und sie besitzen Speicher. Du kannst aber nichts einspielen oder in Echtzeit aufnehmen. Dafür machen Springen, Stummschalten und Modulieren unfassbar viel Spaß. Angebote dazu gibt es massig. Es gibt auch 2D-Step-Sequencer wie den Make Noise Rene für interessante Variationen durch Sprünge in einem Feld von Steps.

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Klassischer Digital-Step-Sequencer

Die frühesten Digital-Sequencer besaßen nur wenige Notenspeicher. Sie wurden schrittweise über die Tastatur programmiert. Die Steps sind alle gleich lang. Die Notenlängen sind meist Sechzehntelnoten, und die Zeitbasis lässt sich nicht immer einstellen. Bei neueren Konzepten ist das allerdings häufiger möglich. Durch Pausen lassen sich schnell Bassläufe erstellen.

Das kann dann so klingen…

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Solche Sequencer gab es separat, aber auch eingebaut in Synthesizer wie den Sequential Pro One oder den Roland SH-101. Geräte wie die Roland CSQ-Serie arbeiten ebenfalls so. Diesen Typ gibt es heute selten einzeln zu kaufen, sondern eher eingebaut in Synthesizer. Meist lassen sie auch Transposition zu. Davon sind Popsongs der Siebziger und noch mehr der Achtziger geprägt. Es gab in dieser Zeit auch andere Varianten, darunter erste Echtzeit-Konzepte. Diese Methode hat sich jedoch bewährt.

Hier der Workflow mit dieser Art Sequencer. So entstand auch das obige Stück…

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Das Konzept der Step-Eingabe ist in heutigen Synthesizern am häufigsten zu finden, beispielsweise in der Novation Bass Station 2 oder im Moog Muse und Messenger. Vereinzelt gibt es auch erweiterte Varianten mit Lauflicht-Tastern, besonders in den letzten Jahren. Ein Beispiel ist das Roland System-8, das inzwischen als moderner Klassiker gelten darf.

Sogar die eine oder andere Groovebox, etwa die Roland MC-707, besitzt einen solchen SH-Modus, um Sequenzen in diesem Stil einzutippen. Leider gibt es dafür keine offizielle Bezeichnung. Auch der Microbrute nutzt ein solches Prinzip. Eintippen von Noten ist deshalb meine Wortwahl, weil die Noteneingabe faktisch zeitunabhängig gespielt wird, egal wie lang die Pausen sind. Das ist enorm einsteigerfreundlich.

Das ist eine schnelle Methode, um sehr schnell prägnante Sequenzen zu erstellen. Unter anderem ALM bietet ein passendes Modul an, das nach diesem Prinzip arbeitet. Es bietet sogar mehr als nur eine Spur oder Sequenz, was leider eher selten ist. Manche Konzepte sind auch polyphon, was ebenfalls nicht selbstverständlich ist.

busy circuits-asq1
busy circuits-asq1 sequencer · Quelle: busy circuits

303-Sonderformat

Die Roland TB-303 ist artverwandt mit frühen Digital-Sequencern. Dort gibt es ein etwas unorthodoxes System, Noten und deren Timing einzugeben. Das wird nämlich nacheinander erledigt. Clones haben oft alternative Eingabemethoden entwickelt, sogar Roland selbst bietet das an. Das ist deutlich weniger intuitiv und wirkt eher etwas akademisch. Dennoch besitzt das System viele Fans, nicht nur weil man nach dem Entfernen der Batterien interessante Melodien erzeugen kann. Damals wollte die Zielgruppe das nicht. Heute ist ein andersartiger Workflow ebenfalls eine Methode, Sequenzen zu erzeugen.

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Roland TB-03
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Eine Legende wie die TR-808: TB 303
Eine Legende wie die TR-808: TB 303 · Quelle: Roland

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Echtzeitaufnahmen mit Digital-Sequencer

Viele aktuelle Sequencer besitzen eine Echtzeitaufnahme, darunter faktisch alle Grooveboxen. Das Prinzip ist für „Player“ sehr natürlich: Record drücken, Spur scharf schalten und MIDI-Daten einspielen. Faktisch alle Geräte erlauben auch Quantisierung, also das Schieben der Noten in ein Raster, etwa auf Sechzehntelnoten. Die obigen Methoden sowie Lauflicht-Konzepte besitzen ein festes Raster, sodass die Noten nie falsch liegen. Hier dagegen geht es um Echtzeit-Einspielung mit wählbarer Korrektur.

Das Arbeiten ist für alle, die eine Klaviatur spielen können, sehr direkt und einfach. Wichtig ist hier, dass die Anzahl der Noten ausreicht, damit die Sequenz nicht schon nach zwei bis acht Takten endet. Ein sehr beliebter Sequencer dieser Art war der Alesis MMT-8. Heute gibt es den Retro Kits RK-008. Er sieht aus wie ein Taschenrechner und arbeitet auch so direkt. Nicht zu verwechseln mit einer Teenage Engineering Groovebox.

retrokits-rk008
retro kits-rk008 · Quelle: retrokits

Auch der MidiTraC arbeitet ähnlich und lässt sich sehr schnell pro Spur transponieren. Gegenüber den obigen Konzepten boten diese Sequencer auch Song-Modi an, wie schon der alte Roland CSQ Sequencer. Dort werden einzelne Abschnitte aneinandergereiht. Diese Muster werden dann, wie bei vielen heutigen Pattern-Sequencern, mit einer Wiederholanzahl versehen und stehen in einer Liste, die abgearbeitet wird. Manche Sequencer erlauben, über diese Patterns im Song-Modus weitere Noten oder Controller aufzunehmen.

Tonale Musik, also Pop im weitesten Sinne, lässt sich mit diesem Konzept schnell zusammenspielen.

Lauflicht-Sequencer

Die Lauflicht-Methode stammt aus der Welt der Drummachines. Die Roland CR-78 und TR-808 waren sehr bekannte Vertreter dieser Methode. Man kann faktisch kaum schneller einen Beat bauen als mit dem Step-Lauflicht-Prinzip, da jedes Instrument einfach ein Muster aus Sechzehnteln erhält, die gespielt werden. Deshalb ist es bei sehr vielen Geräten vorhanden. Lauflicht-Sequencer haben meist ein Längenlimit von üblicherweise 16 bis 128 Steps.

Es ist heute das verbreitetste Konkurrenzsystem zu Echtzeit-Angeboten. Alternativ dazu gibt es auch Matrix-Sequencer, siehe unten.

Elektron Tonverk Review: Granular-Power und Sequencer-Magie in einer Box - Angecheckt!
Elektron Tonverk Review: Granular-Power und Sequencer-Magie in einer Box – Angecheckt! · Quelle: Elektron

Inzwischen gibt es viele darüber hinausgehende Angebote. Bei schnelleren Notenfolgen lässt sich auch ein schnelleres Raster wählen. Steps müssen längst nicht mehr fest im Raster liegen, sondern können verschoben werden. Die Begriffe dazu sind „Nudge“ oder „Microtiming“. Dann läuft allerdings auch die Zeit doppelt so schnell. Dadurch werden doppelt so viele Steps benötigt.

Lange waren vier Takte, also 64 Steps, das Maß der unausgesprochenen Norm. Inzwischen wurde oft auf 128 Steps erweitert. Ebenso sind schon immer Triolen über eine passende Skalierung des Rasters möglich. Das ist extrem simpel und effektiv. Heute gibt es meist auch schnelle Wiederholungen innerhalb eines Steps, die sehr schnelle Folgen auslösen können, und zwar innerhalb des Rasters. Das nennt sich Ratchet, Roll oder Repeat. Die Hersteller verwenden dafür keine einheitliche Bezeichnung. Bei Roland und Erica heißt es Substeps. Für moderne Beats ist das etwas, das du beachten solltest.

Für Melodien gibt es meist monophone Eingaben. Mal erfolgt das per Knopf, eher wie bei Step-Sequencern früherer Zeit, mal per Taster. Letzteres ist die dominante Form der Eingabe. Manche Geräte haben eine kleine Tastatur oder eine Umschaltung eingebaut, mit der sich Tonhöhen eintasten lassen.

Manchmal muss man Noten vorwählen, etwa per Knopf oder Taster. Die danach gesetzte Note erhält dann diesen Wert und den vorgewählten Anschlagdynamik-Wert. Einige Sequencer erlauben die Eingabe von Akkorden pro Step. Das sind wirklich fantastische und empfehlenswerte Optionen, die man aber bewusst suchen muss. Meist hält man den Step-Taster fest und spielt den Akkord oder umgekehrt.
Schneller kann man beispielsweise Elektro– oder House-Chords kaum setzen. Diese Konzepte sind vergleichsweise neu. Roland hat diese Idee bereits mit der erwähnten MC-707/101 umgesetzt. Auch Roland-Synthesizer wie der JD-Xi oder das System-8 nutzen dieses Prinzip.

Auch Abletons Push 3 oder die Novation Circuit Tracks sind damit ausgestattet. Die Umsetzung ist immer leicht unterschiedlich.

Suche dir die Variante, die dir am meisten zusagt. Probiere sie aus und schau dir Videos dazu an.

Roland MC707 Angecheckt
Roland MC707 Angecheckt · Quelle: Sequencer.de

Nicht alle Lauflicht-Sequencer erlauben Polyphonie oder lange Sequenzen. Deshalb solltest du für deine Musik genau darauf achten. Die magische Grenze liegt oft bei acht Takten (Elektron, Roland, Oxi), manche bieten auch 16 Takte (Squarp Hapax, Sequentix Circlone). Natürlich kann man mehrere Patterns aneinandersetzen (Chaining). Auch hier empfiehlt sich ein Check, wie dieses Chaining funktioniert. Oft sind bei Sequencern gerade diese Bedienschritte entscheidend dafür, ob sie sehr gut oder unpraktisch wirken. Es muss also in Fragmenten gedacht werden. Der große Vorteil liegt darin, dass die Kontrolle für Livesets bei diesem Konzept sehr hoch ist. Man kann auch leicht einzelne Noten löschen oder neu setzen.

Achtung: Einige dieser Angebote sind Drummachines. Achte genau darauf, was du brauchst, etwa Polyphonie oder Spuren für Melodien.

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Matrix-Sequencer

Gegenüber den Lauflicht-Sequencern verfolgen Angebote wie Hapax, Deluge, Reliq oder Oxi One Mk.2 einen sehr ähnlichen Ansatz. Sie zeigen jedoch die Tonhöhe und teilweise auch die Länge über ein Raster aus LED-Pads an. Damit ähnelt das der Pianorollen-Darstellung in der DAW. Innerhalb einer Spur bleibt die Notenhöhe gleich, darunter liegt sie niedriger. Damit können auch mehrere Drumspuren abgebildet werden.

OXI ONE MKII
OXI ONE MKII · Quelle: OXI Instruments

Der Nachteil solcher Matrix-Anzeigen liegt darin, dass sie oft nicht genug Reihen besitzen, um zwölf Töne der Tonleiter gleichzeitig anzeigen zu können. Man muss daher scrollen, um die Noten zu finden. Ausnahmen sind der SEQ12 und der Reliq. Sie besitzen zwölf beziehungsweise 16 Reihen. Dadurch wird die Navigation etwas aufwendiger. Der Vorteil liegt in einer genauen Edit-Situation. Akkorde mit weit auseinanderliegenden Tönen benötigen jedoch etwas mehr Geduld bei der Navigation.

Die Art der Anzeige solcher Fälle ist unterschiedlich. Einige Sequencer zeigen farblich an: „Da ist noch eine Note.“ Andere besitzen ein Display. Die meisten zeigen es gar nicht an, man muss also einfach dorthin finden. Für Live-Anwendungen ist man mit einer Spur-Anzeige etwas weniger komplex unterwegs, erhält aber eine gute Clip-Auswahl-Anzeige im Ableton-Live-Stil. Beide Systeme haben damit ihre Vorteile. Ein weiterer Vorteil ist das Einzeichnen von Controller-Verläufen.

Reliq Matrix
Reliq Matrix · Quelle: Reliq

Sehr viele neue Konzepte basieren auf diesem System. Fast alle Sequencer dieses Typs existieren erst seit der letzten Dekade. Die Eingabe beim Einspielen erfolgt oft versetzt und „iso-linear“. Der Oxi bietet tatsächlich eine etwas klaviaturnähere Eingabe.

Alle Matrix-Sequencer verzichten auf dynamische Pads. Wer so etwas sucht, muss eher in der nächsten Kategorie suchen oder Ausnahmen finden, etwa den Analog Rytm, der allerdings Lauflicht besitzt und keine Matrix.

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Echtzeitaufnahme II: Mit Pads – Die MPCs

Längere Zeit waren Grooveboxen und einige Drummachines mit einem der oben beschriebenen Echtzeit-Konzepte ausgestattet. Das Löschen von Noten erfolgt meist durch erneutes Spielen an der entsprechenden Stelle. Sehr beliebt war und ist das Konzept, über dynamische Pads Melodien und Beats einzuspielen. Die MPC-Reihe von Akai ist dafür geradezu prototypisch und war bis vor Kurzem genau darauf optimiert. Die Werbung legte die Nutzung von MPCs meist der Hip-Hop-Szene nahe. Das kann irritieren, da MPCs keine Genre-Blockade besitzen. Man sieht sie immer häufiger bei Elektro-Acts aller Stile von EBM bis Synthwave. Viele davon sind jüngere Musiker.

AKAI MPC One G2
AKAI MPC One G2 · Quelle: AKAI Professional

Die größeren MPCs besitzen inzwischen seit der letzten Generation Pads mit Sensoren für Ecken und Lauflicht. Dazu kommen auch Clips, wie man sie aus Ableton Live oder Bitwig kennt. Solche Konzepte finden sich allerdings auch in der MC-707, im Deluge und in anderen Grooveboxen. Die MPCs sind immer weiter gewachsen und erweitert worden. Sie stellen aber durchaus eine eigene Kategorie dar. Heute bieten sie deutlich mehr DAW-Funktionen, begannen aber als Drummachine (MPC-60).

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Das Konzept nutzt durchaus einige Menüseiten, wird aber ständig erweitert und aufgewertet. Heute ist die MPC ein All-in-one-Alleskönner. Den ursprünglichen MPC-Sequencer gab es mit dem ASQ-10 auch als eigenständiges Gerät. Viele Konzepte basieren bis heute auf MPC-artigen Ideen, etwa die NI Maschine.

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Mischformen

Immer mehr Sequencer sind Mischformen der obigen Prinzipien. Selten ist ein Sequencer oder eine Groovebox heute nur mit einem dieser Systeme ausgestattet. Dennoch fehlt oft etwas oder es ist anders umgesetzt. Daher musst du dir immer genau ansehen, welchen Aspekt du dringend brauchst und was bei anderen Geräten das kleinere Übel ist. Perfekt gibt es nicht. Gerade ältere MPCs und die neuen kleinen MPC One G2 und Key 37 haben ein anderes Prinzip für Step-Sequencing als die großen Modelle. Auch die Eingaben für Töne in Grooveboxen sind unterschiedlich.

So ist Elektrons Tonverk ganz anders angelegt als Rytm, Digitone 2 oder Digitakt 2. Das betrifft insbesondere die Art, wie einzelne Spuren transponiert und verkoppelt werden können, um en bloc zu transponieren. Das allein wäre ein eigener längerer Beitrag. Ähnlich ist es bei reinen Sequencern wie Oxi, Hapax und Reliq. Es gibt durchaus weitere Ideen, die davon abweichen.

Diese zu beschreiben, würde genug Platz für einen zweiten oder dritten Teil bieten.

Generative Sequencer

Wenn etwas absolut Konjunktur hat, dann sind es generative Sequencer. Als puristisches Konzept nutzen sie keine Patterns, sondern Anweisungen, nach denen sie Melodien und Rhythmen erzeugen können. Manches dient auch der superschnellen Erzeugung bestimmter Muster, gerade für Techno. Dabei hat sich der Euklid-Algorithmus in fast allen aktuellen Geräten durchgesetzt. Ein sehr moderner generativer Sequencer ist der Torso T-1. Er hat sogar echte Patterns mit Steps hinzugewonnen, sodass nicht alles generativ sein muss.

Es gibt einige modulare Lösungen wie Vermonas Melodicer, und viele der oben genannten Sequencer bieten Teile oder ganze Sammlungen generativer Konzepte. Auch für Fills und Variationen entstehen immer mehr Ideen. Die bekanntesten dürften die Conditional Trigger von Elektron sein. Auch der Oxi One hat einige Mutationsmethoden und Progressionen, die bereits in Richtung Anweisung gehen und unterschiedliche Bezeichnungen tragen. Man muss hier genau hinsehen und hier und da ein Tutorial ansehen, um die richtigen Funktionen zu finden. Das gilt auch für den Deluge sowie den Hapax, der solche Funktionen in den MIDI-Effekten bereithält.

Die Tiefe dieser Erfindungs-Ideen kann von Zufall, wie bei der Synthi-Muse, bis zu ausgefuchsten Anweisungen reichen. Frühere Ideen wie Korg Karma in Korgs Kronos und davor Karma gehören ebenfalls in diese Richtung.

Der T-1 Sequencer in weiß
Der T-1 Sequencer in weiß – leider ausverkauft – aber hübsch · Quelle: Torso Electronics
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