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Welche Software bietet Streaming Music für DJs

Welche Software bietet Streaming Music für DJs  ·  Quelle: Shutterstock / Von: hurricanehank

Ach, wie haben es angehende DJs heute doch gut: Sie müssen in Zeiten von Streaming nicht erstmal einen Batzen Geld in die Hand nehmen, um sich mit einer fetten Bestandsbibliothek an Musikstücken auf CD, Vinyl oder Festplatte einzudecken und dazu regelmäßig noch viel Geld für neue Tracks ausgeben. Sie benötigen mitunter auch keine teuren Turntables oder CD-Laufwerke und Mixer. Um erstmal loszulegen, reicht ja vielleicht schon ein kleiner Controller. Andersherum können mitunter auch digital auflegende DJs, die bereits über Equipment verfügen, die Vorteile der Streaming -Anbieter nutzen, denn nahezu jede DJ-Software kann damit dienen und es gibt sogar schon WiFi-fähige Hardware.

KI, Empfehlungen, Charts und Community

Man muss sich zum Beispiel nicht zwangsläufig durch endlos viele Tracks durchhören, denn dank KI und Empfehlungen, ja nicht zuletzt auch in manchen musikalischen Gefilden essentiellen Top 50 Rankings oder auch DJ Charts/Playlisten lässt sich schnell erkennen, worauf die Party-People wohl gerade abfahren könnten (Ausnahmen bestätigen die Regel). Auch Tipps von Freunden und kuratierte Listen helfen, ohne immensen Zeitaufwand passende neue Tracks kennenzulernen. Wenn ich überlege, wie viel Zeit man als DJ in der Vinyl/CD-Ära damit verbracht hat, sich im „Plattenladen“ durch Schallplatten, CDs und Pre-Selections zu hören oder sich akribisch durch Bemusterungen zu wühlen…

Track-Selektion via Rechner, Streaming und Community scheint da echt komfortabel, wenngleich mit weniger Face-to-face Smalltalk verbunden. Der Output an Tracks hat außerdem nochmal kräftig zugenommen, denn Tracks produzieren ist von technischer Seite her mit leistungsfähigen Rechner, DAW und Plugins heutzutage kein finanzieller Kraftakt mehr.

Und man darf natürlich nicht vergessen: Zu Vinyl (und CD-Zeiten) kostete den DJ jeder Track extra, egal ob er am Ende auf dem Tanzflur funktioniert, wie schnell sich das Publikum (und man selbst daran sattgehört hat) etc.

Kostenfaktor Streaming

Im Streaming Zeitalter können DJs hunderte Playlisten mit tausenden Tracks befüllen, ohne dass es sie auch nur einen schnöden Extra-Cent kostet. Vor dem Hintergrund, dass ein quartalsmäßiger Einkauf von rund 50 Tracks (bspw. Traxsource/Beatport) so um die 150 Euro verschlingen kann (MP3 nicht WAV wohlgemerkt) , dann hat man die Jahreskosten eines 12-monatigen Streamings bereits im März gedeckelt, denn die meisten Abos kosten knapp 10 Euro. Etwas teurer wird es, wenn man die Musik offline speichern möchte, dazu später eine Übersicht.

Aber es gibt ja nicht nur die elektronische DJ-Fraktion, die durchaus auch Wert darauf legt, dass nicht jeder gespielte Track ein Toplisten-Kracher ist, viel mehr macht Streaming noch bei mobilen Dienstleistern Sinn, denn wenn ihr auf einer Hochzeit theoretisch fast das komplette musikalische Wunschprogramm abdecken könnt, oder beispielsweise auf einem Firmen-Event, einem Jubiläum, oder ganz simpel im Freundeskreis, auf einer Studenten-, Sylvester- oder Abiparty spielt, dann werdet ihr nicht selten ebenfalls mit Plattenwünschen unterschiedlichster Kategorien konfrontiert und hier ist Streaming euer „Schweizer Taschenmesser“ für alle Fälle.

Musikalisches Wunschkonzert

Punk Rock aus den 80´s – kein Ding. 90er Techno Classic oder was von Guetta? Satter Rock´n´Roll – aber klar. Reggae, Rap, Funk, Disco – logo. Den Top 1 Track der Charts aus Venezuela, wo ein entfernter Verwandter des Trauzeugen herkommt? Yes. Ihr könnt das ganze selbstredend auch mit eurem lokal verfügbaren Tracks auf dem Stick kombinieren, und besser als ein Smartphone andocken ist die Möglichkeit allemal, schließlich könnt ihr mit den Streaming Tracks weitgehend arbeiten, wie mit einem normalen Titel. Und wer bereits ein kostenpflichtiges Angebot nutzt, der kann quasi ohne weitere kosten seine Musik im DJ-Programm nutzen. Dieses muss natürlich separat erworben werden.

Bestehende Playlisten verwenden, beim Wechsel einfach exportieren

Gute Nachrichten: Man kann seine Playlisten, die man bereits am Smartphone seit Jahren pflegt und hegt, auch zum Auflegen nutzen, sofern der Anbieter mit einer DJ-Software kooperiert. Und sollte der eigene Provider nicht innerhalb einer DJ-Software zur Verfügung stehen (Apple, Spotify), gibt es einige Tools, die einem beim Umzug helfen, wie mooval, soundiiz und tunemymusic.

Monatliche Preise für Streaming Services (Stand 08/2020)

  • Tidal (9,99 € / 19,99 € für Hi-Fi)
  • Deezer (9,99 € / 14,99 € für Hi-Fi)
  • Soundcloud go +(9,99 €)
  • Beatport Link (14,99 $ / 29,99 $ – 50 offline Tracks / 49,99 $ – 100 offline Tracks )
  • Beatsource Link (9,99 $ / 19,99 $ – 50 offline Tracks / 29,99 $ – 100 offline Tracks )
  • iDJPool (je nach Genre ab 15 $ / 50 für den Gesamtkatalog)
  • Digitrax (Karaoke – 19,99 $)
  • VJpro (49,99 $)
  • Qobuz (19,99 € für Hi-Fi / 29,99 € für Studio)

Und wer bleibt auf der Strecke?

Der Musiker wird hier oft genannt, denn die Vergütung seitens der Streaming-Provider betrachten nicht nur viele kleinere Künstler als einen Witz, aber das ist ein anderes Thema, zu dem sich viele Beiträge im Netz finden und das hier nicht weiter vertieft werden soll.

RIAA Streaming Vinyl Statistik 2019/2020

 

Welche Hardware möchte man nutzen?

Zunächst scheint die Frage ganz einfach beantwortbar: Den Rechner! Nur welchen „Rechner“ nutzt man denn?

Gerade wenn man als DJ neu einsteigen möchte, liegt es durchaus nahe, dass man nicht gleich einen Haufen Kohle investieren möchte, sondern mitunter erst einmal auf vorhandenes setzt. Und das muss heutzutage nicht zwangsläufig ein Laptop sein, es kann durchaus auch mit dem Tablet gemixt werden. Auch gibt es mit der Denon D Prime Serie Hardware mit integriertem Wi-Fi. Hier möchte ich den Fokus allerdings auf das Laptop und DJ-Software liegen.

PC oder Mac?

Das spielt im Grunde nicht so eine große Rolle, auflegen geht mit beiden Systemen, es kann durchaus mit einem gebrauchten Second-Hand Schnäppchen-Laptop gearbeitet werden. Die meisten DJ-Programme sind ohnehin für beide Plattformen verfügbar.

Bei den gängigen Setups mit Laptop liegen DJ-Controller weit vorn. Es ist allerdings auch möglich, mit Turntables als DVS-Controller für die DJ-Software zu arbeiten, wobei die Tracks mittels Timecode-Medien gesteuert werden. Letztlich kann auch ein Mediaplayer als HID/MIDI-Controller für die DJ-Software zum Einsatz kommen. Und wer erst einmal nur mit der Maus hantieren möchte, dem reicht ein Mehrkanal-Audiointerface.

Welche Programme nutzen denn überhaupt Streaming-Anbieter

Die gute Nachricht: Fast alle bekannten DJ-Programme bieten Streaming-Support an, welcher Anbieter unterstützt wird, ändert sich mit aller Regelmäßigkeit: So strich Pulselocker seinerzeit die Segel, was das temporäre „Streaming-Aus“ für Serato und rekordbox bedeutete. Allerdings kaufte Beatport das System und die haben nun mit Beatsource und Beatport Link eigene Kataloge, die zudem mit Offline-Speicherung locken, was einen nach Anzahl der möglichen Tracks im „Locker“ zwischen 30 und 45 Dollar pro Monat kostet.

Wegbereiter Spotify hingegen kündigte unlängst seinen Rückzug aus der DJ-Branche an, was zu einem veränderten Portfolio innerhalb von Algoriddim Djay führte, die nun mit Tidal und weiteren Services zusammenarbeiten . Die kommerzielle Nutzung schließen leider fast alle Anbieter innerhalb ihrer AGBs aus. Tracks können zeitweilig auch schon mal „nicht mehr verfügbar“ sein, direktes Mix-Recording innerhalb der Software ist aktuell nicht möglich.

Nachstehend nun die Auflistung (Stand August 2020), welche DJ-Software mit welchem Streaming Dienst kooperiert.

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