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Turntable-Tipps für Einsteiger und Profis

Turntable-Tipps für Einsteiger und Profis  ·  Quelle: gearnews

Vinyl ist wieder angesagt. Nur gibt es bei weitem nicht mehr so viele Plattenläden wie in den goldenen Zeiten vor und zur der Jahrtausendwende. Man kann heutzutage, gerade als Techno-Electro-House oder Funk-Soul-Hip-Hop DJ, die traditionell der Turntable-Fraktion zugerechnet werden dürfen, abseits der Metropolen nicht mal eben zum Vinyl-Shop „um die Ecke gehen“, um sich mit den neuesten Tracks einzudecken.

Aber es gibt ja auch noch Discogs und einen Batzen Online-Shops wie Juno, hhv, hardwax, Green Hell und Vinyl 45 etc., wo man 12- und 7-Inches erwerben kann. Wenn es einem beim Auflegen heutzutage primär um das klassische Handling geht oder man sein „Schwarzes Gold“ mit der MP3-Sammlung auf dem Notebook kombinieren möchte, kann man seine digitalen Tracks auch via DVS-System abfeuern und kauft sich zwei Control-Vinyls nebst passenden Interface. Und natürlich die Turntables, derer wir euch in diesem Artikel einige Modelle für Einsteiger und Profis vorstellen wollen. Fangen wir gleich mal mit zwei preiswerten Einsteiger-Tools an.

Bling-Bling: Reloop RP-7000 GLD

Wer auf Design und das gewisse etwas steht: Ab Mitte November bringt Reloop eine limitierte, goldfarbene Edition des DJ-Turntables RP-7000 MK2 in den Handel. Gerade rechtzeitig, für einen Platz unterm Weihnachtsbaum. Die GLD-Edition wird in einer Stückzahl von 1500 Einheiten ausgeliefert, soll 599,- kosten und kommt mit farblich angepassten Bedienelementen, Tonarm und Plattenteller, vergoldetem Headshell und exklusiver Slipmat im Paket. Die Geräte verfügen über eine Plakette mit Gravur und individueller Gerätekennung. Das macht jeden RP-7000 MK2 GLD quasi zu einem Unikat. Sollte der GLD vergriffen oder lieber etwas Silbernes gewünscht sein, greift einfach zum Standardmodell. Weitere Infos und Techspecs finden sich in diesem Beitrag.

Reloop RP-7000 GLD (Bild: Reloop)

Preiswert: American Audio TTD 2400 und TTD 2400 USB

American Audios TTD-2400 ist einer der günstigsten Plattenspieler am Markt. Für 129 € bekommt ihr einen Allrounder mit stattlichen viereinhalb Kilo Gewicht, der auf vibrationsdämpfenden Gummifüßen steht. Der direktangetriebene Turntable hat ein Drehmoment on 1kg/cm und kann mit Geschwindigkeiten von 33 und 45 RPM arbeiten. Der Pitch-Bereich beträgt 10 % in beide Richtungen, bietet also genug Spielraum zum Beatmatchen. Zum Lieferumfang gehören neben dem Kabelsatz, einer Slipmat und dem Adapter für Single-Schallplatten auch ein Headshell mit Tonabnehmersystem von Audio-Technica. Weitere Ausstattungsmerkmale: Start/Stopp-Button, Quarz Lock, Antiskating und eine Strobe-Platter im Technics-Look.

Wer noch 20 € drauflegt, bekommt mit dem TTD 2400 USB ein Modell, das einen integrierten AD/Wandler gleich mitbringt. Dieser Plattenspieler erlaubt euch, das Signal des Tonabnehmersystems mit dem Laptop aufzuzeichnen und so eure Vinyl-Sammlung zu digitalisieren. Der Turntable bietet zudem Line und Phono als Ausgangsignal. Mann kann ihn also auch abseits des DJ-Setups, zum Beispiel im Wohn- oder Musikzimmer am Verstärker anschließen, der nur mit Line/Aux-Inputs ausgerüstet ist. Die passende Abdeckhaube gibt´s ebenfalls für gut 20 €.

American Audio TTD 2400 USB (Bild: Thomann)

MIDI-fiziert: Reloop RP8000 Straight

Für aktuell 599,- Euro Verkaufspreis legt der Reloop-Turntable legt ein paar Besonderheiten an den Tag, die man von den klassisch designten Turntables so nicht kennt. Abgesehen von den technischen Kennzahlen hat er einen umschaltbaren Phono/LineOoutput, eine USB-Schnittstelle und einen Link-Port zur Vernetzung mehrerer RP8000 anzubieten. Als Profi-Tool ist er robust designt, wiegt fast 10 kg.

Doch das ist noch nicht alles, was den RP8000 so speziell macht. Er funktioniert nämlich plug´n´play mit Serato DJ und bringt 12 Trigger-Pads sowie einen Browser-Encoder mit, um Softwarefunktionen abzurufen und Musik zu laden. Mit den Pads lassen sich unter anderem Cues, Loops, Samples und der Slicer ansteuern. Dafür sind an der Außenseite vier Direktwahltasten angebracht, die entsprechend ihrer Funktion in einer anderen Farbe leuchten. Das ist besonders im Dunkeln von Vorteil. Am Gerät können Drehmoment (1600 bis 4500 g/cm) und Start/Stoppzeit (- 6 Sek.) reguliert werden, es sind zwei Start-Stopp-Tasten für die Battle-Position vorhanden und es gibt eine LCD-Anzeige für den Pitch. Der Performance-Plus-Player.

Reloop RP-8000 Straight

Reloop RP-8000 Straight Turntable (Bild: Reloop)

Durchdesignt: Denon DJ VL12

Flaches Gehäuse, anthrazitfarbene, gebürstete Metalloberfläche, ein LED-Ring am Platter, der in diversen Farben illuminieren kann: Der Denon DJ VL12 macht schon vom optischen Aspekt her klar, dass er mit dem Oldschool-Technics-Look nichts zu tun haben möchte.

Auch technisch heißt die Devise klotzen statt kleckern, und das ist gut so, denn der Turntable fokussiert professionelle Club-DJs. Er verfügt über einen quarzgesteuerten Direktantrieb mit isoliertem Motordesign für besten Rauschabstand. Beim Drehmoment nennt der Hersteller satte 5 kg/cm (zum Vergleich: der Club-Klassiker Sl1210 MK2 kommt auf 1,5 kg). Der VL12 läuft mit 33 oder 45 RPM, der Pitch-Control reicht von ±8% über ±16% bis hin zu ±50%.  Der S-förmige Tonarm verfügt über eine spezielle Halterung, namentlich „Lock&Rest“. Schön auch, dass in Battle-Position keine Kabel stören, denn die gehen dann nach hinten ab. Vorn finden sich Regler für den Antrieb, die LED-Farben und die Helligkeit des Rings. Spacig. Und nicht zu vergessen ist der VL12  – Kostenpunkt 589 Euro (11.2018) – eine interessante Ergänzung zum Rest der Denon Prime Flotte, also dem Mediaplayer SC5000 und dem Mischpult X1800.

Denon DJ VL12 Prime

Denon DJ VL12 Prime (Bild: Denon DJ)

Klassisch: Pioneer PLX-500 und PLX-1000

Pioneer haben nach dem Technics-Aus im Jahr 2010 nicht lange gefackelt und den bereits kurz nach Release landläufig als legitimen Nachfolger des SL1210 titulierten PLX-1000 ins Rennen um den Platz im DJ-Studio, der DJ-Booth und Bühnen geschickt. Ein gelungener Schachzug, zumal man nun alles bei Pioneer aus einer Hand bekommt. Club-Standard CDJs, DJM-Mixer und eben nun auch PLX-Turnies.

13 kg Lebendgewicht, klassischer Look, vergoldete Cinch-Buchsen für das abnehmbare Kabel, eine solide Bauweise, gute Vibrationsdämpfung, dazu ein S-förmiger, gegen Vibrationen mit Gummi isolierter Tonarm, Antiskating von 1-6, und ein PitchBbereich von ±8 %, ±16 % und ±50 % mit Tempo-Reset-Taste. Das sind einige Merkmale, die diesen Turntable (729,- Euro) kennzeichnen. Das Statement von DJ QBert „ich fühle mich zuhause“ sagt alles. Etwas weniger anspruchsvoll und „Club-like“ und daher auch nur halb so teuer gibt sich der PLX-500 für 349 Euro. Hier ist eine USB-Schnittstelle mit an Bord, um Platten via rekordbox zu digitalisieren.

Pioneer DJPLX 500 Turntable Plattenspieler

Pioneer PLX-500 (Bild: Pioneer DJ)

 

Teuer: Technics SL1210 GR

Natürlich darf auch Technics in dieser Auflistung nicht fehlen, da sie sich nach der „Wiederbelebung“ der 1200-Serie (Modelle G, GAE, teils limitiert) zum „Schnapperkurs“ von 3500 Euro im September 2016 (zugegebenermaßen mit völlig neuem, modernen Innenleben und Komponenten) letztlich im Sommer 2017 doch dazu entschlossen haben, wieder einen offiziellen DJ-Turntable anzubieten. Der kostet 1499 Euro – immer noch ein wahrlich stolzer Preis – und muss dementsprechend einige Abstriche zum GR hinnehmen. Welche das genau sind, erfahrt ihr hier.

Technics SL-120GR

Technics SL-120GR (Bild: Technics)

Wie stehts bei euch?

Laufen die MK2s noch zuverlässig, nutzt ihr Konkurrenzprodukte und wenn ja, welche oder habt ihr euch mittlerweile mit USB-Sticks und/oder DJ-Controllern eingedeckt?

Herstellerlinks:

American Audio

Denon DJ

Reloop

Pioneer DJ

Technics

Diese verrückten DIY-Turntables solltet ihr auch gesehen haben, nicht zu vergessen die abgefahrensten Schallplatten der Welt.

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Gast

Mein direkt angetriebener Siemens RW300 geht noch gut.
Verwende den aber nicht als DJ, nur zum Plattenhören.


Gast

Hier den RP-7000 MK2 nicht aufzuführen als wahrscheinlich inzwischen sogar am meisten verbreitete Technics Alternative ist sagen wir mal „naja“ und bringt einen Infosuchenden Neuling um eine wichtige Info auf der Suche nach dem richtigen Player.