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Die abgefahrensten DJ-Controller aller Zeiten

Die abgefahrensten DJ-Controller aller Zeiten  ·  Quelle: youtube/naonext

Der Markt für DJ-Gear ist im Grunde eher konservativ ausgerichtet. Absatz machen traditionell Laufwerke und Mixer, nicht zu vergessen seit einigen Jahren auch DJ-Controller, nur selten erblicken Konzepte abseits des Erprobten und Bewährten das Licht der Welt. Hier einige der abgefahrensten DJ-Controller der letzten Jahre:

Numark Orbit

Da wäre zum Beispiel Numarks Wireless-MIDI-Controller Orbit zu nennen. Das Teil konnte man sich einfach ums Handgelenk binden und dann die DJ-Software oder das Instruments via Funk triggern. Für die Stromversorgung zeichnete sich ein Akku verantwortlich, der mit einer Ladung (via USB) gut 8 Std auskam. Zum Produkt lieferte Numark einen umfangreichen MIDI-Editor mit aus, sogar eine eigene DJ Software hatte das Gerät im Schlepptau, diese fiel allerdings ziemlich rudimentär aus.

Ein echter Hingucker ist der Orbit auf jeden Fall, besonders mit knallbunter RGB-Beleuchtung. Insgesamt 16 Performance-Pads, einige Schalter und zwei Schultertasten in bester Videogames-Controller-Manier sowie ein Jogwheel teilen sich den Arbeitsraum auf dem 317 g leichten MIDI-Kommandanten. On-Top hat Numark noch einen Neigungssensor verbaut, der X/Y-Koordinaten übermittelt. Funktioniert selbstredend auch im Band-Kontext

Wacom Nextbeat

ist eine Symbiose aus DJ-Workstation und abnehmbarem Funk-Controller. Das Gerät beherrscht die automatische Temposynchronisation und ist mit einem Farbbildschirm ausgerüstet, der die Wellenformen der Tracks anzeigt. Die tragbare Einheit ist mit diversen Knobs, Tasten und Touch-Feldern zum Beatmatchen und Mixen bestückt, sie dient außerdem dazu, Klanganpassungen vorzunehmen oder einen der 6 integrierten Effekte abzufeuern. Einfach vom Hauptgerät abdocken und die Luftgitarre schwingen. Außerdem an Bord: eine Sampler-Funktion. Musikdateien (WAV, AIFF, MP3 und AAC) gelangen via Compact Flash Karte (!) in den Nextbeat oder können über den USB-Port vom Computer auf die CF befördert werden.

An der Front residieren die obligatorische Kopfhörerbuchse und ein Mikrofoneingang, An der Rückseite haben der Master-Out (Cinch) S/PDIF- und eine USB-Buchse Platz gefunden, die leider nur zum Befüllen der Flashcard genutzt werden kein. Außerdem sind zwei Direktausgabe-Kanäle in Cinch zugegen, sodass die Decks auch an einen externen Mixer weitergeleitet werden können. Alles in allem kein schlechtes Konzept in 2009, allerdings waren die Ladezeiten ziemlich lang, es gab keinen Playlist-Support, die ermittelten Analysewerte waren nach jedem Neustart des Geräts verloren. Und erstaunlicherweise war an der mobilen Einheit kein Kopfhöreranschluss vorhanden

Source Audio Hothand USB

Etwas unscheinbarer, aber nicht weniger abgefahren: der Source Audio Hothand USB, ein Set aus Funk-Receiver und Transmitter, der wie ein Ring am Finger getragen wird. Der Wireless-Controller sendet mittels integriertem Bewegungssensor Positionsdaten (X, Y, Z) an den Empfänger, der wiederum MIDI-Befehle an die Computersoftware übermittelt. Damit lassen sich Fader- und Drehregler-Bewegungen steuern oder Schalter mit Min-Max-Wert-Angabe im mitgelieferten, Editor programmieren, sogar bis zu 128 Presets auf dem Stick speichern. Bis zu 4 dieser Ringe können in Verbindung mit einem Empfänger treten. Reicht für Arme und Füße, wenn man so will. Ein interessantes Steuerkonzept mit hohem Spaßfaktor.

Beamz

Der Beamz Controller erblickte um 2009 das Licht der Welt, mir kam er das erste Mal auf der Musikmesse 2010 unter die Finger. Dort wurde er als das ideale Tool für die DJ-Performance und für den innovationsfreudigen Musiker präsentiert.

Brachte das erste Modell noch 6 Laser mit, aber hatte weder MIDI noch Bluetooth an Bord, war das Nachfolgemodell mit 4 Lasern dann mit einer Mapping-Funktion ausgestattet. Die jüngste Generation kann sogar Bluetooth und Standard-MIDI.

Naonext Crystalball

Wenn man den Naonext Crystal Ball zur Performance einsetzt, erinnert dies ein wenig an das Beschwören einer Kristallkugel. Zwar bietet das Gerät zur Steuerung von Live-Clips oder Traktor-Samples, Decks und Co eine Tastenmatrix aus 4 x 6 Trigger-Pads, zu denen sich vier Bank-Switches und drei Funktionstasten gesellen.  Der Clou sind allerdings die Infrarotsensoren, fünf an der Zahl, die Handbewegungen auf einer Entfernung 10-20 cm erkennen. Die Ausgabe der Steuerbefehle erfolgt via USB oder MIDI-DIN-Buchse. On-top lässt sich ein Footswitch andocken. Mitgeliefert wird eine Editor-Software, die das Anpassen von Parametern und den Transfer der Mappings zwischen „Crystalkugel“ und Rechner übernimmt. Naonext Kontrollkugel kann 24 Mappings mit jeweils 5 Parameter-Presets im Flash-ROM speichern und mittels Tastenkombi abrufen.

Übrigens: Möchte man das Teil bei der Performance nicht auf dem Tisch verstecken, sondern publikumswirksam on stage auf einem Ständer präsentieren und wie ein Derwisch drumherum fuhrwerken: An der Rückseite befindet sich praktischerweise ein Schraubgewinde. Klar, dass dann auch ein schräges Video her muss.

Falls ihr meint, hier fehlen noch einige eigentümliche Gerätschaften wie diese 400 Tasten-Konstruktion, nutzt gern die Kommentarfunktion. DJ-Controller für Sparfüchse findet ihr hier.

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Dean Freud

Wie wärs mit dem Casio XW-DJ1, Leap Motion, Monster GO-DJ Portable oder der DJ Mouse von DJ-Tech (wer auf diese Idee gekommen ist, hatte durchaus Humor). Gab aber auch Konzepte, die eigentlich von der Idee her sehr wegweisend oder der Zeit voraus waren: Stanton SCS.4DJ, Novation Twitch, EKS Otus und so weiter … :)