Geschätzte Lesezeit: 6 Minuten
6 coole DJ-Apps für iOS und Android

6 coole DJ-Apps für iOS und Android  ·  Quelle: gearnews

Irgendwann kommen die meisten Tablet-DJs an den Punkt, wo es etwas mehr sein soll als das, was die kostenlosen DJ-Apps anzubieten haben. Man hat keine Lust mehr, mit dem Mono-Split-Kabel zu arbeiten, es stören einen Werbung und Aufforderungen, In-App-Purchases vorzunehmen und nicht zuletzt locken auch die vielen Zusatz-Features wie Controller-Unterstützung, Effekte, Sampler et cetera.

Was die Auswahl der Apps der DJ-Gear-Hersteller angeht, hat Android im DJ-Bereich – anders als bei den Apps für Musiker –  im Angebot ganz gut aufgeholt. Die nachstehenden Programme sind für beide Welten verfügbar.

Cross DJ Pro

Cross DJ Pro

Cross DJ Pro

Cross DJ Pro stammt von der französischen Firma Mixvibes, einigen Lesern sicher noch bekannt als eine der ersten Firmen, die ein „erschwingliches“ DVS-System auf den Markt brachten, lange bevor Scratch Live zu Serato wurde und Pioneer mit rekordbox dj antrat. Cross DJ Pro bietet alle mixrelevanten Features auf dem Hauptbildschirm, der mit zwei Decks und Waveform-Anzeige, Tempo, Volume und EQ-Fadern aufwartet. Sonderfunktionen wie der (quantisierbare) Sample-Player oder das FX-Bataillon poppen als überlagernde Fenster auf dem Main-Screen auf. Hier kann man auf mehr als ein Dutzend FX und Mixvibes Sample-Packs zugreifen, eigene Samples aufnehmen, Cues und Loops setzen et cetera.

Cross DJ Pro

Cross DJ Pro

Außerdem bringt das Programm einen MP4/OGG-Recorder zum Aufzeichnen eurer Mixsessions mit, die auf Soundcloud und Mixcloud geteilt werden können. Es besitzt eine History-Liste und eine Automix-Funktion, Auto-Gain, einen Master-Limiter, Waveform-Zoom und sowie einen Beatgrid-Editor. Da kann also nicht viel schiefgehen, selbst wenn man noch unerfahren ist. Dank Ableton Link läuft die App im Gleichschritt mit Remixlive, der Sample-Station aus gleichem Hause. Letztlich darf auch die Unterstützung kompatibler Audiointerfaces und die einhergehende Ausgabemöglichkeit für externe Mischpulte nicht fehlen. Cross DJ Pro hat auch ein Singleplayer-Layout (hochkant).

Preise: Android: 4,99 €/ iOS: 5,49 €

Edjing pro

Edjing Pro

Edjing Pro

Edjing ist mit seinen DJ-Apps seit geraumer Zeit auf der Android-Plattform zugegen. Aktuell gibt es mit den Editionen „London“, „Mix“ und „Pro LE“ drei kostenlose Varianten, die mit diversen IAP um den Click auf das Kaufen-Symbol buhlen. Dann doch gleich lieber zur Pro-Version greifen, die mit 4,99 Euro zu Buche schlägt. Edjing Pro wartet mit einer guten Musikverwaltung nebst Sortierfunktionen auf, es gibt einen Automixer sowie eine kleine Auswahl an Effekten, dazu Autoloops, Hotcues und einen Freezer (Slicer).

Gemixt wird auf zwei Decks, wahlweise in „Vinyl“ oder Waveform-Ansicht und zwar mit den Tracks, die auf eurem Tablet gespeichert sind oder mit live gestreamtem Material. Hier dürft ihr aus dem Fundus von Soundcloud und Deezer schöpfen, benötigt aber im letzten Fall ein Premium Plus Abo für 9,99 € für im Monat.

Der Hersteller hat zudem noch ein besonderes Gadget im Portfolio, namentlich Mixfader. Dieser Bluetooth-Crossfader nimmt Verbindung mit dem Tablet auf und erlaubt euch, zwischen den Decks zu überzublenden oder zu scratchen. Allerdings unterstützt Edjing keine weiteren Controller oder externe Audiointerfaces, sodass es in puncto Vorhören beim Mono-Split-Kabel (weitere Tools für iPad DJs findet ihr in diesem Artikel) bleibt.

Preise: Android: 4,99 €/ iOS: 9,99 €

Algoriddim Djay 2

Algoriddim Djay 2

Algoriddim Djay 2

… bietet nicht nur Decks & Mixing, sondern auch Unterstützung für DJ-Controller – was Android angeht Reloops Mixon, Mixpad, Mixtour, Beatpad und den Pioneer WeGo4. Unter iOS gibt’s noch eine handvoll Controller mehr, hauptsächlich, weil man dort gut 1,5 Jahre eher mit dem Programm am Start war.

Algoriddim Djay 2

Algoriddim Djay 2

Bei dem sehr schön anzusehenden GUI darf man zwischen Turntable und Waveform-View auswählen. Es gibt einen editierbaren Sampler, Loops und diverse FX-Typen. Dazu gesellt sich ein Slicer mit Slip-Funktion und natürlich die obligatorischen Mix-Tools wie Play, Cue, Sync, Pitch- und Crossfader (mit Autoblenden), EQs und Autogain. Mixing the easy way. Weitere Effekt-Packs können optional dazu gekauft werden.

Wer möchte, kann das Tablet auch hochkant im Single-Deck-View nutzen. Ein besonderes Alleinstellungsmerkmal: Djay 2 setzt beim Streaming auf eine Kooperation mit Spotify. Das macht die Angelegenheit gleich noch spannender, zumal es auch noch ein Empfehlungssystem gibt, das euch zum laufenden Titel die passenden Nachfolger vorschlägt. Allerdings ist auch hier die Audiointerface-Unterstützung zur separaten Ausgabe der Decks an einen Mixer nicht gegeben. Unter iOS gibt es bereits einen Nachfolger, namentlich DJAY PRO, der mit vier Decks und mehr Funktionen aufwartet.

Preise: Android: 4,99/iPad: 5,49 €/iPhone: 2,29 €

Pioneer DJ WeDJ

Pioneer WeDJ

Pioneer WeDJ

Das jüngste Mitglied unserer Liste der Android und iOS DJ-Apps ist Pioneer WeDJ, ebenfalls eine Dual-Deck Lösung mit Overlap-Panels, die Zugriff auf den Mixer, Hotcues, Loops und den Sampler sowie Combo-FX und Pad-FX geben. Sowohl Combo-FX als auch Pad-FX dürfen frei belegt werden. Hier finden sich die Pioneer-typischen Effekte, die man auch von den Controllern, Mixern und der Software kennt: also Color-, Beat- und Release-FX. Zwei Panels können zeitgleich pro Deck genutzt werden.

Pioneer WeDJ

Pioneer WeDJ

Die App wartet unter anderem mit einer Transportsektion, Pitch, Pitch-Bends, Sync, Slicer und Keylock auf. Es gibt horizontale und vertikalen Wellenformen in auswählbaren Farben, Tag- und Sortierfunktionen sowie eine Wellenvorschau im Browser, Recording und sogar eine Analyse-Funktion für den Datenbestand „in einer Rutsche“.

Im Optionsmenü lassen sich diverse Funktionen wie Autogain, Crossfader Curve, Quantisierung, Tablet oder Smartphone-Layout anpassen. Das GUI ist kontraststark, sieht klasse aus und ist gut zugänglich gestaltet, wie ich finde. Ein Streaming-Dienst ist hier leider nicht an Bord und die Hardware-Unterstützung seitens WeDJ beschränkt sich auf Pioneers-WeGo.

Preise: Android: 1,79 €/iPad 5,49 €/iPhone: 1,09 €

Hier noch was aus der Sparte Remote-Controls

Richtig gelesen. Die nachfolgenden beiden Apps sind nicht dazu gedacht, Musik vom Tablet zu mixen, sondern sie dienen als WLAN-Fernsteuerung für das Computerprogramm. Das spart quasi einen DJ-Controller ein und wenn man am PC oder MAC ein Mehrkanal-Audiointerface angeschlossen hat (oder einen Billo-Controller mit wenig Bedienelementen), kann man hier gleich einen Haufen mehr Funktionen abfeuern.

Imaginando TKFX

Imaginando TKFX

TKFX

Imaginando TKFX muss über In-App-Purchase erweitert werden, kostet im Vollausbau rund 10 € und hat sich, wie der Name schon sagt, der Steuerung von Native Instruments Traktor verschrieben. Das Programm beeindruckt mit einem tollen Design und bietet auf unterschiedlichen Seiten eine Vielzahl von Steueroptionen für Loops, Hotcues, FX und Co. Die Effektparameter werden über große X/Y-Pads bedient, ebenso vorhanden sind virtuelle Jogwheels mit Transport und Sync-Funktion und ein Track-Browser. Preiswerter als mit TKFX kann man sein Traktor kaum „controllern“

Android, iPad, iPhone: etwa 10 €

Virtual DJ Remote

Virtual DJ Remote

Virtual DJ Remote

Die Fernbedienung für Virtual DJ kostet knapp 10 € und ist in weiten Teilen der Software-Oberfläche nachempfunden (quasi ein VDJ in klein) und einem Haufen Pages für Mixer, Decks (auch in der Einzelansicht verfügbar) und Kreativ-Funktionen. Dazu gesellen sich Sampler, Effekte, Loops und Hotcues. Es gibt rotierende Vinyls und Wellenformansichten, einen Browser und sogar eine Suchfunktion via Tablet, mit der man nach den Titeln auf dem Rechner fahnden kann. Sehr komfortabel und seinen Preis ist VDJ Remote allemal wert.

Android, iPad, iPhone: etwa 10 €

Und die anderen?

Klare Sache, es gibt noch einen Haufen andere Apps für DJs, die echt klasse sind, beispielsweise der Effektor Pioneer RMX-1000 oder Traktor DJ, um nur mal zwei zu nennen, doch meistens sind die dann ausschließlich für eine der beiden Plattformen erhältlich, in diesem Fall wäre das iOS. Das behandeln wir dann einem gesonderten Artikel.

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
  Subscribe  
Benachrichtige mich zu: