Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten
Low Budget Tipps für Laptop DJs Teaser

Low Budget Tipps für Laptop DJs  ·  Quelle: Shutterstock / hurricanehank

Wer mit dem Laptop und einer DJ-Software auflegen, vorhören und mixen möchte, benötigt entweder einen zur Software kompatiblen DJ-Controller, eine Mehrkanal-Soundkarte und/oder einen Mixer mit integriertem Audiointerface.

Sämtliche Produktgruppen sind in verschiedenen Ausprägungen und Preisklassen am Markt vorhanden, da ist natürlich auch etwas für Einsteiger dabei, Kopfhörer mal vorausgesetzt. Aber auch dafür muss man keine Unsummen ausgeben. Schaut mal die Fun Generation Modelle bei Thomann an: Ein Zwanni reicht fürs Erste.

Klar, dass sich mancher Newbie oder Hobby-DJ kein großes Loch ins gebeutelte Portemonnaie reißen möchte und am Anfang eher nach dem kleinen Besteck Ausschau hält, als eines der Flaggschiffe der Top-Brands zu kaufen. Ebenso klar: Komfort kostet Kohle. Und das beginnt gleich mit dem Mixer.

Mischpult und Audiointerface

Auch wenn es heutzutage bereits DJ-Mischpulte gibt, die an der 100 Euro Grenze schrammeln und ein preiswertes DJ-Interface auch schon für diesen Preis zu haben ist: In Personalunion kostet das gleich mehr und das liegt nicht zuletzt daran, dass auch die Software-Hersteller ihr eigenes Eisen im Feuer haben. Die Spanne der „DVS“-Mixer reicht von 300 bis 3000 Euro. Was also tun? Vielleicht zu einem klassischen Mischpult greifen und die Line-Inputs mit einem Audiointerface verbinden?

Billiglösung

Djoclate von Pepperdecks, Mini-Mixer für 2 Zuspieler

Wir benötigen zwei Fader zum Mixen, zwei Eingänge für die Signalzuspielung, einen Ausgang für die Desktop-Boxen vom Rechner oder sonstigen Verstärker, für knapp 40 Euro in Form des „Pepperdecks djoclate“ zu haben.

Fehlen noch die Player oder besser gesagt der mit einer DJ-Software ausgerüstete Laptop, der seinen Hauptausgang als Signalpfad zur Verfügung stellt. Dazu kaufen wir uns beim Online-Store noch einen USB-Stick respektive „Preview-Stick“ für 10 Bucks dazu.

Preview-Stick am USB-Port

Preview-Stick am USB-Port

Je nachdem, ob die Software mehrere Audio-Geräte erlaubt oder nicht,  kann das das Ganze via „ASIO4ALL“ unter Windows bzw. im „Audio-MIDI-Panel“ des Macs (neues Audiogerät/Aggreagat) eingerichtet werden. Eine Freeware wie Mixxx dazu, und los geht´s mit dem „Auflegen“.

Wer das Mischpult weglassen möchte, schiebt Fader und dreht Knöpfe im GUI der Software und hat gerade mal einen Zehner ausgegeben. Fertig ist die Billo-Lösung für die Geburtstagsparty, passende MP3s auf dem Rechner vorausgesetzt.

Etwas komfortabler bitteschön

Das lässt sich für rund 150 Euro bei Numark bewerkstelligen, wenn man zum Audio IO2 greift und dazu den M2-Mischer wählt. Dann noch eine kostenlose Software wie Mixxx und wenn man nicht den Griff zu Tastatur und Maus scheut, um Tracks einzustarten und zu synchronisieren, lässt sich auf einen MIDI-Controller verzichten.

Hercules DJControl Compact

Hercules DJControl Compact

Ansonsten kann man sich mit einem Hercules Control Compact behelfen, der eine solide Qualität und ein gutes Preis-Leistung-Verhältnis mitbringt. 60 Tacken sind dafür fällig, macht in der Summe aber bereits 210 Euro und sprengt das vorgegebene Budget. Dafür habt ihr dann aber Controller, Mischpult und Soundkarte. Und ein wenig Kabelwirrwarr obendrein.

Also doch zu einem DJ-Controller greifen?

Nicht unbedingt. American DJ hat ein Mischpult im Programm, das für rund 250 Euro 4 Clubmixer-Kanäle nebst USB-Einspeisung an zwei dieser Kanäle anbietet und dazu einen Stapel MIDI-Bedienelemente, um Tracks auszuwählen, einzustarten und zu synchronisieren. Schnittstellen für externe Zuspieler sind auch dabei, falls die mal gebraucht werden („kannste mal was von meinem Handy spielen“) und es lässt sich obendrein ein dynamisches Mikrofon anschließen, das man bei Thomann auch schon für unter 20 Euro bekommen kann.

Aber mal Hand aufs Herz: Wer keine Ambitionen hat, mittelfristig mit CD-Playern und Turntables zu arbeiten, greift besser zum

DJ-Controller

Hier gibt es einen gewaltigen Spielraum zwischen Profimodellen wie dem Pioneer DDJ-RZ für 3000 Euro oder Einsteigertools für ’nen Fuffi. Und sein wir mal ehrlich. Wer kein Turntablist ist oder sich selbst zunächst nicht in den EDM-Arenen der Welt, sondern erstmal im Freundeskreis oder generell im Dienstleistungssektor sieht, der kann auf Plattenspieler und 2000-Euro-CDJs verzichten.

Sicher, der Schritt ins semiprofessionelle Lager fordert irgendwann aus diversen Aspekten (Plattenwünsche, USB-Sticks, PA, Kabelstrecken etc.) amtliche Hardware ein, aber bis es soweit ist, hier was zum Üben zum Taschengeldpreis:

In der Preisklasse unter 100 Euro

… bieten sich Hercules DJ Control Instinct S und dessen Pad-Variante P8 an. Beide verfügen über einen Master- und Kopfhörerausgang und haben die DJ-Software DJUICED 40 dabei. Alles an Bord.

Hercules DJControl Instinct P8

Besonders kompakt ist hingegen Numarks DJ2GO2 für 65 Euro. Das Produkt ist Controller und Interface in Personalunion und hat das Format eines aufgepumpten Schokoriegels bei 400 Gramm Gewicht.

Er setzt auf Miniklinken-Ein- und Ausgänge und vereint Mixer, EQs und Performance-Buttons nebst zweier Jogdials auf schmalstem Raum – inklusive Serato Intro DJ-Programm. Nix für dicke Pranken allerdings, das ist klar.

Sein größerer Kollege Partymix bringt für 99 Euro gleich noch eine integrierte Lightshow mit. Auch er kommt mit einer Software (Virtual DJ LE) im Schlepptau, lässt sich bequem in den Rucksack stecken und wiegt weniger als eine Tüte Milch. Disco2Go.

Numark Party Mix Controller mit RGB Lightshow

Numark Party Mix Controller mit RGB Lightshow

Doch machen wir uns nichts vor

So richtig komfortabel wir das Controllern erst zwischen 200 und 400 Euro, dann kommen Native Instruments, Denon, Pioneer, Roland und Co mit ihren Gerätschaften und/oder Softwares ins Spiel.  Das ist schon ein anderes Kaliber.

Und was ist mit Mukke?

Die kauft der digitale DJ in spe entweder im Online-MP3-Shop oder er konvertiert seine CD-Sammlung. Oder er setzt auf Streaming, besonders wenn er noch nicht über eine riesige Musiksammlung verfügt. Der Nachteil: Alle „Streamer“ schließen kommerzielle Nutzung aus, die DJ-Software muss das unterstützen, ja, und Kohle kostet es natürlich auch noch: so rund 10 Euro im Monat. Weitere Infos zum Thema gibt es auch in diesem Artikel.

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
  Subscribe  
Benachrichtige mich zu: