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Top5 Oszillator Module Eurorack

Top5 Oszillator Module Eurorack  ·  Quelle: GN

Bei Modulen kann man sehr viele Richtungen einnehmen. Auch wenn man sich die aktuellen Oszillator-Angebote ansieht, gibt es ganz sicher mehrere klare Trends wie etwa viel mehr Granular-Sampling, viel digitalen Einsatz und die Thematik von West-vs.-Ostküsten-Philosophie hat sich längst verinnerlicht. Man versucht abgefahrenere Synthese oder schlicht andere als „Standard VCOs“ anzubieten.

Wonach haben wir gesucht?

Damit verwandelt sich das Modularsystem nicht nur kategorisch anders, sondern erlaubt auch Alternativen zu Kompaktsynthesizern selbst zu bauen, die nie angeboten wurden oder werden. Deshalb ist eine Alternative zu etwas wie dem Arturia Microfreak, aber mit besseren Filtern oder ähnlichem (mehr Hüllkurven, LFOs oder mit anderen Features oder z B. mit 3 Oszillatoren). Das ist die große Stärke, und oft reicht da ein komplexes Oszillatormodul schon aus. Wir haben also mal gesucht und eher nach diesem „Anders-sein“-Aspekt geschaut. Wenn etwas gut klingt in klassischem Sinne ist das heute sicherlich dennoch auch nicht gerade schlechter geworden.

Diese klassisch-konservativen Module sind in dieser Liste nicht so stark berücksichtigt. Dem werden wir noch eine eigene Kategorie widmen. Wir sind uns bewusst, dass diese Art Module selten „günstig“ sind und somit eher bei 350 Euro starten. Wir planen auch eine weitere einfache Top-Liste, in der die klassisch-analogen und günstigeren Module auftauchen können.

Mutable Instruments Elements vs. Plaits

Dieses Modul ist ein Phänomen. Es bietet die mehr als die klassischen Synthesemethoden. Der Grund, warum man es kauft, sind die vielen Oszillatormodelle, die nicht „normal“ sind. Dabei geht es um komplexe Obertöne, die mit wenigen Parametern zu durchfahren sind und damit etwas, was ganz allgemein ein Trend bei digitalen Synthesizern ist. Zumindest wenn man innovativ sein möchte. Das Modul gibt es schon länger. Plaits ist ein wenig mehr auf Percussion ausgerichtet, bietet aber eine ähnliche Denkweise (ältere Version: Braids, welches es auch als Simulation bereits gibt). Hier gibt es FM, Physical Modeling / Modale Synthese, Phase Distortion, Karplus Strong und einige mehr.

Mein erster Kauf für irgendein Modulsystem wäre definitiv immer ein Mutable Instruments Elements, (Sicherlich neben einem bis 100 VCAs, einem Mehrfach-LFO und einer bis drei Hüllkurven als Kombimodul) – damit wäre das Minimalmodularsystem schon fertig. Es eignet sich auch als eine Art Erweiterung auf der effektivsten Ebene sämtlicher Semi-Modularen vom System 1m bis hin zu den Dreadbox und Pittsburgh-Angeboten. Elements kostet aktuell 467 Euro und ist jeden verfluchten Cent wert, gibt es aber auch „kostenlos“ in der MiRack App als Software-Emulation.

Mathias Kettner Droid System vs. Schlappi Engineering Three Body

Mathias Kettner droid

Das Droid-System aus Steuermodulen ist meiner Ansicht nach der Prototyp einer neuen Generation von vielleicht noch kommenden Wechselbalg-Modulen, die man frei definieren kann. Einige setzen auf Wechsel-Frontpanel, andere auf eine Art Minicomputer wie Monome Norns. Einige dieser Module sind selbst kleine Rechner (wie die meisten übrigens) oder aber eine Steuereinheit für oder in Zusammenarbeit mit Software wie VCV Rack. Diese Lösung ist autark und als User hat man einfach nur Module, die man per Skriptanweisung als Text so einrichtet, wie man sie braucht.

Ich will einen LFO und zwei Hüllkurven und einen Quantizer bitte und davon möchte ich das Tempo des Oszillators oder LFOs bitte auf einen Knopf und die Intensität auf den anderen gelegt haben und so weiter. Das macht das System und wird nicht sonderlich billig sein. Aber es wird mit dem flexiblen und modularen Steuerkonzept eines der flexibelsten sein, die sogar das Multitalent Disting von Expert Sleepers als das Ding mit noch mehr Scheren und Korkenziehern als Schweizer Taschenmesser überholen dürfte. Nun ist natürlich wahr, dass dieses Modul eher Hilfsmodule und Modulation bietet und nur in Teilen ein Oszillator ist. Die Eingabemodule bestehen aus 2 Potis und 8 Tastern (nicht im Bild). Aktuell werden Beta-Test-Systeme verteilt, das System ist aber bereits einsatzbereit. Die Kosten werden die 1.000 Euro überschreiten, dennoch eine Vielzahl von Modulen sparen.

 

Schlappi Three Body

HAAALT! Dies ist eigentlich kein Oszillator-System, sondern ein „Alles“-System und uns Wert hier aufzutauchen. Deshalb entschädigen wir dich auch direkt mit einem echten Oszillator: Schlappi Engineering Three Body  Wie der Name bereits andeutet, handelt es sich um einen dreifachen Oszillator. Er ist zu FM und AM in der Lage und schafft das in exponentiell wie linear zusammen mit Phasenmodulation und Crossmodulation anzubieten. Schlappi-Module sind immer etwas anders, so auch hier. Es ist zwar auch zu Lo-Fi-Sounds in der Lage, es kann aber auch anders. Und es bietet vielfältige Kontrolle, was an den vielen Anschlüssen und Wellenformausgängen zu erkennen ist. Und ja, der Entwickler heißt wirklich Eric Schlappi.

Er ist noch nicht lieferbar, genau wie der Droid. Daher wird hier noch kein konkreter Preis gelistet, er soll Ende des Jahres verzögert auf den Markt kommen. Covid hat leider den Plan durcheinander geschmissen.

 

Frap Tools Brenso

Frap Tools - Brenso

FM gibt es in vielen Varianten. So beispielsweise von Industrial Music Electronics (Harvestman) und den vielen Buchla-nahen Doppel-Oszillatoren und sie alle bieten Thru-Zero FM an, also die steuerbare Frequenzmodulation, die wir haben wollen. Dazu kommen Folding und weiteren Variationen bieten dagegen Frap Tools aus Italien an. Mit ihren auch sonst sehr aufwendigen Modulangeboten sehr viel anbieten. Diese Oszillatoren sind analog und laufen mit Dreieck-Basiswellenform. Natürlich ist Sinus hier der Standard. Der Brenso kann auch als LFO dienen und es gibt interne Modulationsbusse um Ringmodulation und Amplituden-Modulation (AM) und den internen VCA zu verwenden. Außerdem gibt es noch Sync zwischen den Oszillatoren. Brenso ist wirklich weit mehr als nur „ein Oszillator“ bzw. Dual-Oszillator. 587 Euro kostet Brenso aktuell hier.

Erica Synths Röhren Fusion VCO V2

Erica Fusion VCO2 V2

Erica Fusion VCO2 V2

Lange nachdenken musste man. Röhren? Im Jahr 2020? Wieso ist das sinnvoll? Nun: Diese VCOs haben so einen Schub und Druck, wie ich sie jedenfalls woanders nicht all zu oft vernehmen durfte. Es gab einige Ansätze mit Röhren, die aber nur auf verschiedenste Weise Möööp von sich geben und eigentlich mehr ein Spaß für Ingenieure sind, aber dem Klang nichts hinzufügen außer Zeug, was lustig ist aber ich in keinem einzigen Stück einsetzen würde. Nicht so ist das bei diesem neueren VCO2 aus Erica Synths Röhrenserie. Das ist nicht nur für Industrial oder EBM, härteren Techno und ähnliches spannend, sondern für jeden Stil, weil man von weich bis hart alles machen kann und das auch einfach überzeugend und druckvoll klingt. Es braucht massiv Strom, aber es lohnt sich dafür das dicke Netzteil mit einzubauen. Dieser VCO V2 ist für 350 Euro zu haben.

4MS Stereo Triggered Sampler

4ms Triggered Sampler

Sampling mit granularer Technik ist mal komplex und mal schwer zu bedienen, mal nerdig und mal ziemlich eckig. Aber 4MS haben es geschafft, schon 2017 ein Modul zu bringen, ohne Display eine gute Oberfläche zu finden und das Sampling „analog“ zu machen. Es speichert Samples auf (SD)-Card und hat damit eigentlich alles, was es braucht, um in einem Sample stehen zu bleiben, ohne Fancy-Bling-Bling und funktional top. So ein Sample darf bis zu 4 GB lang sein und eine Menge von 600 Stück sollte wohl jeden Bedarf befriedigen können. Bis 96 kHz handelt es sich auch nicht gerade um ein LoFi-Tool sondern um solide Oszillatoren-Hardware. 437,68 Euro bei Schneidersladen kostet der Spaß.

 

Hinweis: Ja, es ist richtig, keiner der Module ist wirklich „billig“, aber ihr Geld wert. Wir überlegen uns deshalb noch eine zweite Liste zu machen, die günstigere Module bis maximal 295 Euro listet. Stay tuned.

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