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NAMM 2020: Best of Synthesizer

Die Synthesizer-Highlights von der NAMM 2020  ·  Quelle: Sequential / Gearnews

Die NAMM 2020 liegt hinter uns – was war das für eine Show! Gerade bei den Synthesizern gab es viele Neuheiten zu bestaunen. Wir waren in Anaheim vor Ort und konnten einige davon bereits antesten. Hier haben wir für euch fünf Synthesizer Highlights von der NAMM 2020 zusammengestellt – und eine Enttäuschung.

Korg Wavestate

Seit Jahren wurde gemunkelt, dass Korg die Wavestation neu auflegen könnte. Jetzt ist es soweit, und zum Glück ist Korg einen Schritt weiter gegangen und hat mit dem Wavestate einen Wavesequencing-Synthesizer für die heutige Zeit präsentiert. Mit vier Wavesequencing-Lanes, MS20- und Polysix-Filtermodellen, 1000 Wavesequences (darunter die der Wavestation), bis zu 1000 Modulationszielen, vielen Echtzeitreglern und einer umfangreichen Effektsektion ist der Wavestate mein persönliches Synthesizer-Highlight der NAMM 2020. 

Korg Wavestate

Korg Wavestate

Sequential Pro 3

Auch bei Sequential ging es in diesem Jahr um Wavetables. Der Pro 3 ist ein monophoner bzw. 3-stimmig paraphoner Synthesizer mit zwei analogen VCOs und einem digitalen Wavetable-Oszillator. Dazu gibt es umschaltbare Filtermodelle und sehr flexible Modulationen. Und die eigenwillige Kombination funktioniert – der Pro 3 hat eine beeindruckend große Klangpalette zu bieten. Den Synthesizer gibt es in einer Special Edition mit Holzseitenteilen und Minimoog-Klappgehäuse und in einer einfacher gestalteten Standardversion.

Sequential-pro 3

Sequential Pro 3

Nord Wave 2

Mit dem Nord Wave 2 brachte Clavia den Nachfolger des Nord Wave Performance Synthesizers mit zur NAMM. Und es ist ein großes Update geworden. Der Nord Wave 2 kombiniert Samples, virtuell-analoge Synthese, FM und – wie sollte es anders sein – Wavetables. Neben der Nord Sample Library 3.0 lassen sich auch eigene Samples laden. Bis zu vier Layers können übereinander geschichtet werden. Wie immer hat der Hersteller viel Wert auf Echtzeitkontrolle und Livetauglichkeit gelegt. Der Nord Wave 2 ist ein sehr flexibler und edel klingender Synthesizer geworden, dem der Klangvorrat nicht so schnell ausgeht.

Nord Wave 2

Nord Wave 2

Sonicware Liven 8bit Warps

Am Stand von Sonicware stand der Liven 8bit Warps zum Antesten bereit. Und die kleine Kiste ist mehr als nur ein Chiptune-Synth. Mit vier Synth-Engines (Warp, Attack, Morph, FM) könnt ihr den editierbaren 8-Bit-Schwingungsformen zu Leibe rücken. Dazu gibt es ein Multimode-Filter, LFO und Hüllkurve sowie eine handvoll Effekte. Das Ganze lässt sich in fünf Voice-Modi spielen und mit einem Stepsequencer mit Parameterautomation zum Leben erwecken. Neben Retro-Chiptune-Sounds hat der Liven 8bit Warps auch jede Menge charakterstarke Sounds für EDM und Electronica zu bieten. Die Finanzierung über Kickstarter steht mittlerweile, sodass die Produktion demnächst anlaufen dürfte.

Sonicware Liven 8bit Warps

Sonicware Liven 8bit Warps

Korg ARP 2600 FS

Wohl kaum ein Synthesizer wurde im Vorfeld der NAMM 2020 so gespannt erwartet wie Korgs Neuauflage des semi-modularen ARP 2600. Und der ARP 2600 FS ist in der Tat ein imposantes Instrument geworden. Mit allen Features des großen Vorbilds sowie einem zusätzlichen Arpeggiator und MIDI/USB hat Korg den 2600 in die Neuzeit geholt. Der limitierte ARP 2600 FS war in kürzester Zeit ausverkauft, trotz des stolzen Preises von rund 4000 Euro. Wer zu kurz gekommen ist, dem bleibt der Behringer 2600, der gegen Ende der NAMM ebenfalls angekündigt wurde. Und vielleicht bringt ja auch Korg noch einen ARP 2600 mini.

 

Korg ARP 2600 FS

Korg ARP 2600 FS

Muss das sein? Behringer RD-6

Behringer ließ sich nicht auf der NAMM blicken, nahm die Messe aber zum Anlass, aus „Banaheim“ diverse Neuheiten zu präsentieren bzw. anzukündigen. Neben Moog- und Roland-Modulen und dem 2600 gehörte dazu auch eine Drummachine, aber leider nicht der sehnsüchtig erwartete 909-Klon. Die RD-6 ist eine Kopie der Roland TR-606 und wie das Vorbild als Sidekick zur TD-3 gedacht. Immerhin hat Behringer Einzelausgänge und USB/MIDI eingebaut und der Drummachine einen Clap-Sound und Distortion spendiert. Das größte Manko der 606 hat aber auch die RD-6: Die Sounds sind unveränderlich und lassen sich noch nicht mal stimmen. Da kann die RD-6 noch so analog sein – wenn man nicht an den Sounds schrauben kann, wird es leider schnell langweilig. Für mich die unnötigste Neuvorstellung dieser NAMM. Hier geht’s trotzdem zum Artikel.

 

Behringer RD-6

Behringer RD-6

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