von Moogulator | Geschätzte Lesezeit: 13 Minuten
Glitch IDM Britzelpop Braindance Warp - Welche Synthesizer und Sequencer?

Glitch IDM Britzelpop Braindance Warp - Welche Synthesizer und Sequencer?  ·  Quelle: Sequencer.de

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Eigentlich gibt es unendlich viele Begriffe für Stile, in denen Störungen und vertrackte Rhythmen vorkommen. Clicks’n’Cuts aus den 2000ern, die Musik von Raster-Noton und allen ihren Acts, Planet µ, Warp und Co. mit Acts von Autechre über Jan Jelinek, bis hin zu den Mille Plateau Releases, besitzen oft noch eigene Begriffe wie Brain Dance, Glitch oder einfach Electro oder Abstract Beats oder allgemeiner IDM und „intelligente“ Stile mit Feingespür für ungewöhnliche Sounds. Wie auch immer wir es nennen, wie macht man so etwas mit Hardware? Oder welche Hardware ist dafür überhaupt geeignet?

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Verschiedene Acts, verschiedener Glitch

Die meisten Acts haben zunächst einmal eine ungewöhnliche Herangehensweise an das Erstellen der Grooves und Beats. Einige arbeiten nach wie vor mit Herdware und auch wenn „KI“ noch kein Thema ist, gibt es eine Reihe generativer Ansätze, die die berühmten „verlorenen Melodien“ der früheren Autechre und Aphex Twin Tracks bedeuten. Außerdem ist für Rhythmen und alles was irgendwie „Beats“ genannt werden kann (seien es Klicks und Sounds, die weit weg von „Drums“ sind) eine Idee nicht unbeliebt, nämlich nicht zu sehr gleichförmige Rhythmusfolgen zu erstellen, die sich stark variieren, nicht langweilen oder sogar im Extremfall gar keine Wiederholungen enthalten. Wichtig ist daher Dynamik, Unvorhergesehenes, Abstraktes, etwas an Mathebuchromantik und natürlich weniger gewöhnliche Kuschelklänge. Aber suche nicht nach so etwas als Samplepack! Suche in der Natur!

Organischer Glitch?

Auch wenn IDM speziell oder etwa Plaid sogar akustisch anmutende Klänge für organische Elemente einsetzt. Es ist anhand von Acts wie Battles durchaus möglich „akustische“ und „Glitch“-Effekte zu kombinieren oder sie sogar „echt“ einzuspielen (z.B. einen E-Bass). Bei Acts wie Boards of Canada sind es ja sogar total klassische analoge Synthesizer wie der SH-101, der eine schöne Melodie mit einem Beat spielt („Roygbiv„). Du kannst mit solchen organischen Sounds durchaus sogar noch mehr erreichen, als mit reiner kompletter Maschinensound-Ästhetik, wenn du Lust hast.

Da die Stile insgesamt innerhalb dieser Spielrichtung noch sehr vielfältig ist, suche ich eine Reihe passender Synths heraus, die dazu passen, jedoch nicht die einzig Möglichen sind. Autechres frühe Phase ist sicher viel analoger als die Mittlere und Spätere, in der Klänge zwischen Elektron Monomachine und Clavia G2-Ästhetik aufweisen. Später waren sie voll mit spannenden Sample-Fetzen aus Fieldrecordings oder Geräuschen und noch später bestanden sie aus generierten Elementen aus dem Rechner. Die eher akademischer wirkenden Sounds von Raster Noton hingegen sind total puristisch und seltener Samples.

Von Atom™ bis Oval geht es da eher um Bandpassfilter, Noises und andere „Computer-Sounds“, die eher und radikaler auf das Wesentliche zurück gehen. Hier lohnt sich ein Blick auf Hainbachs Youtube-Kanal und das WDR Studio für Elektronische Musik und deren Arbeitsweisen. Clicks and Cuts verwendet sogar eher die berühmten „Fehler“ von (Abspiel-)Maschinen. Diese kann man mit Granulareffekten, Samples und schrägen Geräten ersetzen, sie dürfen auch halb kaputt sein. Flexible und synthesestarke Synthesizer können das auch. Die unerwarteten „Störungen“ kann man aber auch mittels sich gegenseitig modulierende LFOs in Audio und anderen Tempi bringen, sanfte und verschiedene Modulation auf Tonhöhen können ebenso helfen.

Andere Wege, anderer Glitch

Diese lassen sich natürlich normal einspielen, aber auch mit Step-Eingabe vorgeben. Wichtig sind hier eher längere Patterns und vielleicht auch Variationsoptionen. Die heute üblicheren Ideen sind Conditional Trigger und „Probabilty„. Für eine Performance ist eine schnelle Änderung der musikalischen Daten ganz klar das Lauflichtsystem. Auch die „Tracker“ bieten teilweise eine interessant Möglichkeit, Klänge schnell aus einem Loop zu nehmen oder zu löschen, um ihn vielleicht etwas später wieder hinzuzuschalten.

Man darf offen für neue Entwicklungen sein, neue Sequencerkonzepte, wie der Torso T-1 oder der Squarp Hapax, aber auch Module wie Vermonas Melodicer. Nicht immer perfekt sind klar für bestimmte Stile gemachte Generatoren. Außerdem sind unkonventionelle Denkmethoden immer richtig. Ein Buchla Sequencer hat zum Beispiel bis zu 5 Steps, schon um die Idee alles durch 8 zu teilen oder in Vierteln zu denken, solltest du versuchen zu unterbinden. Takte müssen keineswegs 4/4 sein und dürfen auch anders betonen oder sogar im Timing „humpeln“. Generativ muss aber nicht unbedingt sein, es kann sogar hinderlich sein, wenn es zu „zufällig“ erscheint. Denn das sollte Musik nicht und besonders die gesuchten Stile nicht.

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Squarp Instruments Hapax
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Ob man sich hier der afrikanischen oder indischen Zählweise bedient oder einfach wunderbar als Diletant „versucht mal anders zu beginnen“. Es ist alles mehr als erlaubt. Ein Drummer beschwerte sich, als ich in meiner Anfangszeit mit einer Snare einen Beat begann. Diese Funktionen von Drumsounds können zwar genutzt werden, sind aber nur als funktionelle Idee zu verstehen. Ein längerer schnarrender aber tiefer Sound oder das knarren eines Klicksounds am Telefon kann natürlich „eine Bassdrum“ sein. So lassen sich „Hihats“ schnell mittels Hochpassfilter aufbauen, auch wenn sie eigentlich rasselnde Metallgeschepperklänge sind.

Hardware vs. Software

Um es auch klar gesagt zu haben: Dieser Artikel versucht alles mit Hardware zu lösen, wie die bisherige Serie über EBM und Industrial. Selbstredend kann man hier sicherlich mit Software gut arbeiten. Viele der hier genannten Acts sind besonders bekannt für ihre Laptop-Performances. Deshalb ist es dennoch eine Herausforderung etwas Neues zu erstellen.

Acts wie Autechre haben schon auf dem Atari mit „M“ experimentiert und natürlich auch mit Max/MSP und anderen computerbasierten Engines, wie Norns, oder vielleicht auch Droid vom „Mann mit der Maschine“. Acts, die mit modularen Lösungen arbeiten, wie Russell Haswell, bearbeiten den Sound permanent. Es gibt auch eine große Anzahl von neuen Matrix-Sequencern wie Make Noise Rene, verschaltete LFOs und spezielles, wie Stolperbeats. Dasselbe gilt für Modular-Software. Ich nutze eine iOS App namens MiRack, die VCV-Rack entspringt. Auf ihr lassen sich ganze Kaskaden von Sequencern und Generatoren aufbauen. Früher war der Nord Modular G2 eine Quelle solcher Lösungen als „Hardware“. Das ich hier Reaktor von NI erwähnen kann, ist Ehrensache. Ganz sicher ist das einer der coolsten Erfindungen seiner Zeit gewesen. Ein Jammer, dass es das nie ins iPad geschafft hat.

Methoden und Hardware II

Für das Herumfahren in Samples gibt es inzwischen sogar eigene Software-Tools wie die Angebote von Glitchmachines, Ableton und Robert Henkes Granular-Sampler und sogar Altschulen-Sampler wie die Ensoniq ASR10 / EPS16+ Serien konnten massiv gute Modulationsmöglichkeiten innerhalb des Samples erlauben. Dazu hatten sie tolle Effekte, die zudem auch Reduktion bei der Berechnung anboten und damit automatisch wieder „Artefakte“ in Zusammenspiel mit Prosoniq und Waveboy Effekt-Zulieferern erzeugen. Das kann zum Teil ein Hardware-Synthesizer wie der Sequential Prophet X. Es gibt auch Module, die so etwas herstellen können. Wegen der krassen Artefakte ist ein Roland V-Synth in allen 3 Versionen eine interessante Arbeitsbasis. Man bekommt ihn heute recht günstig gebraucht nachgeschmissen.

Glitch Klangerzeuger

Unbedingt ist ein Sampler mit einem guten Sequencer eine gute Idee. Man braucht keine langen Samples, keine Multisamples, aber eine gute Klang-Engine oder/und bewegliche Parameter, wie etwa das Verschieben von Start/Endpunkten sowie Loop-Positionen, die man modulieren kann. Granularsynthese hilft massiv bei diesem Job. Modulation mittels S&H auf die Abspielposition und ähnliches wird helfen interessante Loops herzustellen, die sogar mit einfachen Jazz-Loops und Maschinengeräuschen klappen. Ein Slicer kann zudem helfen sie umzuarrangieren.

Granular

Deshalb sind Synthesizer Maschinen, wie der Waldorf Iridium, Quantum und der Tasty Chips GR-1 sehr gute Klangerzeuger. Eine günstige Alternative kann der kleine 1010Music Lemondrop sein. Die Fähigkeiten der Ensoniq-Sampler besitzen heute fast keine Geräte, nicht einmal Software – warum auch immer. Aber mit sehr sehr kurzen Microloops, die sich bewegen, kann man aus jedem Soft/Hardware-Sampler supereinfach passende Sounds synthetisieren. Je kleiner und feiner das möglich ist, desto spannender wird das Ergebnis. Notfalls tut es auch Wavetable-Müll mit schnellen Sprüngen, der dann schnell „Lofi“ klingt. Selbst sehr kurze Sample-Fetzen sind jedoch meist bessere Quellen. Wavetable-Müll ist übrigens nicht nett gemeint, es ist wirklich schlechter aber nutzbar. Sampling und Resampling kann auch in Grooveboxen und Samplern genutzt werden.

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Waldorf Iridium
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Waldorf Iridium Keyboard
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1010music nanobox lemondrop
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Sequential Prophet X
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Es gibt hervorragende iOS Apps wie Tardigrain (schön), Quanta (vielseitig) oder iDensity (und andere vom gleichen Hersteller, vielschichtig) oder auch SyloSynth (simpel), die man per MIDI ansteuern kann oder per Hand einspielen erlauben.

Sampling und Granular und Sequencer in einem?

Der offensichtliche Halbkönig für alle ist somit Elektrons Octatrack. Wer nicht so viel Geld erübrigen kann, kann sich heute mit dem Digitakt weiterhelfen. Das liegt auf jeden Fall an den variablen Triggeroptionen, nicht so sehr an den nur 4 taktigen Maximallängen. Das ist nämlich nicht so gut. Erstaunlich effizient ist die alte Electribe SX, da sie die Substep/Roll-Funktion besitzt, mit dem Startknopf Samples an anderer Position abspielen kann. Sie bietet dazu viele „oldschoolige“ Effekte an, die auch ein bisschen scheppern. Außerdem besitzen die Sequencer 8 Takte. So übrigens auch Rolands MC-707, die auch Scatter-Effekte zum Selbstbauen bereit hält. Aber selbst die neuere Serie der Electribes sind inzwischen verkauft oder nur noch in Restmengen lieferbar. Auch ältere Effektgeräte aus den 90ern können die Ästhetik aufhellen.

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Elektron Octatrack MKII Black
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Glitcht es nicht etwas günstiger?

Damit du nicht verzweifelst – es gibt auch nicht so teure Alternativen. Manchmal reichen auch Slicer, Geräte mit Effekten und ähnliches. Autechre selbst haben viele ihrer Sets mit einer normalen MPC und Monomachine produziert. Ein Novation Circuit Rhythm kann auch Slices, ebenso die Akai MPC Serien. Der Circuit ist sogar in der Lage recht flexibel mit den Mono-Samplern umzugehen. Deshalb ist er eine Empfehlung für alle, die eine günstige Basis suchen. Monophonie ist dabei kein großes Problem, da die meisten Tracks in dieser Art eher nicht für das Gerüst wild polyphon sein müssen. Ein oder zwei nette Synths können das dann liefern. Die MPCs sind beim Sequencing etwas zu konventionell, deshalb würde ich hier tatsächlich den Circuit als günstige Beat-Basis empfehlen. Der Slicer der MPC kann allerdings mehr und der Speicher ist auch größer.

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Novation Circuit Rhythm
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Synthesizer Glitch

Bis hier habe ich dir sehr sample-lastige Synthesizer präsentiert. Es gibt viele Ansätze mit reiner Synthese die gewünschten Ziele zu erreichen. In der Synthese sind nicht nur sehr starke Synthesemodelle geeignet, aber Texturen mit Überraschung zu generieren bedeutet am Ende doch eher nicht zu simple Synths einzusetzen. Dennoch gibt es hier keine generelle Regel, denn ein MS-20 oder der oben erwähnte SH-101 (oder SH-01A) funktionieren ebenso. Auch aus sehr unterschiedlichen Gründen. So kann ein sehr konventioneller Synth wie ein Jupiter-X nach eigener Erfahrung für die organischen Stile erstaunlich passend klingen.

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Roland Jupiter-Xm
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Roland SH-01A grey
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Behringer K-2
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Aber die ungewöhnlichen Synths bedeuten nicht unbedingt erkennbare Standard-Resonanz-Klänge zu verwenden, sondern vielleicht einfache Sounds aus einem opsix, der auch eher die „Mathe-Ästhetik“ bekräftigen könnte, und einige der deutschen Glitch-Schmieden gut unterstützt. Der warme Sound ist eher bei Boards of Canada zu hören. Effekte sind unfassbar wichtig in diesem Genre. Sehr gute Erfahrung hatte ich mit einem kleinen Effektmodul von Erica Synths. Dort habe ich einfach einen LFO über die Effekttypen laufen lassen, bzw. einen Sequencer mit langsamem Tempo. Hier reichen oftmals 8-16 Steps. Aber die kreativen Synthesizer wie Minifreak, ModWave und Co. sind sicher keine schlechte Wahl. Es gibt zu viele Ideen, in denen ganz normale Prophet-5-Synths sehr gut funktionieren. Ich selbst habe auch IDM Demos auf einem Prophet-5 ähnlichen Synth herstellen können.

Deshalb sind diese nicht sehr genretypisch, sondern hängen von deiner angepeilten Zielidee innerhalb der Genres ab. Es gibt nämlich auch sehr „romantisch“ wirkende Elemente in einigen Stilen. Damit meine ich natürlich nicht Autechre. Bei den Synths ist ein sehr laborhaftes Modularsystem oder ein computerbasiertes Tool viel besser, wenn du in die „deutsche“ Richtung der Raster Noton-Acts gehst. Da riecht es sehr schnell nach Modularität, neutraler Modularität. Keine „Moogs“ und Emulationen. Ringmodulatorspektren, Rauschen, Filter ohne Rauschen, Impulsgeber, digitale Verknüpfungen und Mehrkanalklang, Purismus, reine Berechnungen und keine Wavetables und halb durchgerechneten Elemente.

Die anderen Glitch’er

Frank Bretschneider, Atom™, Carsten Nikolai, Lippok, Alva Noto, Vladislav Delay: Bei Pansonic, Pole, SND wird es „klickender“. Da sind Synths mit knackigen Hüllkurven und vielen Optionen im Oszillator gut. Erstaunlich snappy sind Microkorg XL (Radias), Clavia Synths, der wunderbare Delta Cep A und Accelerator von Radikal oder der legendäre Cwejman S1. Sorge für schnelle VCAs und Hüllkurven, dann bist du richtig. Ich mag die Hüllkurven der alten Roland-Synths (100m und SH-2). Sehr fix ist auch der Jupiter-4 und andere. Aber manchmal macht es Sinn diese Transienten mit Plugins oder durch Fehler zu verstärken. Sie sind also nur ein Ansatz von vielen. Mehr dazu bei größerem Interesse. Es handelt sich um einer der offensten und elektronischsten Experimentierfelder. Ich will dir nicht irgendwas empfehlen, denn so „klar“ ist es hier nicht.

Synths die sich selbst „glitchy“ nennen, sind oft ziemlich fiese Quietsch-Maschinen. Das ist nicht immer das Richtige, auch wenn man danach sucht aus ähnlichen Gründen wie dass man in einem Musikstil nicht 100x den Stilnamen nennt und die Innovation nicht durch Fertig-Bausätze erzeugen sollte. Es gibt einige wenige nützliche Tools, dennoch Vorsicht vor Collections und Angeboten, die direkt mit einem Genre wie Glitch, Britzel oder so etwas werben und das was man erwarte nicht halten.
Für coole darke Drones ist eine Lyra 8 von Soma sicher richtig genial, aber auch speziell. Britzelplatinen und 8-Bit Noises sind aber oft einfach zu wenig, es muss eher auf hohem Level glitchen. Dann klingt das Ergebnis besser. Das ist zumindest meine Ansicht. Pole basierte seine ersten Alben auf einem kaputten Waldorf D-Pole Filter. Ein Korg Z1 oder Prophecy (Software ist ebenfalls da und polyphon) liefert da auch sehr gute Ergebnisse, die sie viele der Sounds in dem Genre abdecken können.

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Britzelpop Beispiel Glitch

Man sollte nicht etwas behaupten und dann nicht liefern. Glaubt mir nichts. Daher hier ein paar Beispiele von mir als Moogulator. Da sicher hier nicht nur freundliche Kommentare vorkommen, versuche ich es dennoch. Bitte dies nur als Angebot sehen, was mit sehr reduziertem und normalem Equipment möglich ist. Und außerdem – diese Genrebegriffe sind relativ seltsam entstanden? Musik bewegt sich ständig und in diesem Feld ist es daher auch eher wenig sinnvoll zu versuchen es für immer in Stein zu hauen. Sample-CDs für diesen Stil zu liefern wäre die Idee „Elektronische Band“ in ein Baukastensystem zu überführen. Das geht mit bestimmten Phasen der Bands zum Teil schon.

Wie auch immer hier eigene Beispiele – um zu zeigen, wie so etwas funktionieren könnte.

Superminimal Glitch: Ich kann sagen, dass man mit einer einzigen Stimme bereits etwas tun kann, hier mit einem untypischen Gear: ein Moog Modular (Module kopiert). Trick: Sequencer hat 10 Steps, handgemacht. Vorgabe: keine Polyphonie erlaubt, nur eine Stimme muss alles machen:

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oder etwas, das mit viel Electribe gemacht ist. Sampling ist alles.

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Ein Prophet 5 in Form des Creamware Prophet Synths ist hier die einzige Basis. Es geht auch mit Klassikern. Beats: Electribe MX.

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Dark Drone-artig, besteht aus einem handgespielten Roland JP-08, also einem kleinen Jupiter-8 – sonst nichts. Keine Beats.

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Danke für alles und lesen bis hier her. Dieser Artikel ist ebenso wie die anderen Genre-Artikel persönlich und habe deshalb Moogulator Musik-Stücke eingesetzt, weil es von Herzen kommt. Auch hier könnte ein Artikel folgen, der einzelne Sounds „erklärt“ als Workshop – so Interesse besteht.

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6 Antworten zu “Hardware für verrückte Beats in Glitch, Britzelpop, IDM, Braindance, „Warp“”

    Moogulator sagt:
    1

    Diese Stile sind eine kleine Mischung aus einigen kreativen Klanglaboren die eigentlich noch keine Oberbezeichnung haben. Deshalb gibt es jetzt mal eine Zusammenstellung oder ein Versuch – mit Gender und Co hat das nichts zu tun. Bezeichnungen sollen ja nur helfen Musik zu finden. Ansonsten würde alles nur noch Musik oder bestenfalls Musik mit elektronischem Hintergrund genannt – kein Unterschied zwischen abstrakteren, tieferen oder tanzbaren Varianten? Da geht schon viel – ich bin kein Genreexperte – deshalb gibt es hier einen Versuch von Genres und Beispielen: https://www.sequencer.de/synthesizer/forums/styles-genres.93/ Erfunden sind die nicht – und es kann sein, dass sie verschwinden sobald es sie gibt. Orbital ist toll, klingt aber total anders als AFX, Autechre oder Frank Bretschneider oder auch Oval. Und deshalb darf das alles so heißen wie die Hörer oder / und Die Musiker das nennen – man muss eh genug „kämpfen“ damit es diese Musik gibt und um sie zu finden. Bei EDM beschwert sich keiner, dass es das gibt. Es ist aber für die Hörer sinnvoll. Übrigens kann Glitch, Braindance (AFX) oder Britzelpop (!) zB tanzbar sein aber muss es nicht, es kann auch total für das Hirn sein oder was auch immer man sagen kann. Kopfkinomusik? Musik mit Ereignissen? Natürlich ist der Begriff variabel und wird wie Sprache immer verändert weiter leben. Da sind nicht die letzten Acts, aber bitte bitte nicht mit gendern vergleichen. Dort versucht man übrigens wohl auch eher nicht das zu benennen sondern Leute zu inkludieren – bei meinem Artikel darf man auch exkludieren – zB wenn man das nicht cool findet. Oder was sucht – zB „Schnittstelle“ von Uwe „Atom™“ Schmidt ist so ein Ding – das ist eigentlich Jazz, aber elektronisch aber doch mit Britzel aber kein Pop, auch nicht wirklich IDM aber schon Glitch ;) Harhar, viel – aber du weisst jetzt mit welchen Synths man beginnen könnte. Liebe glitchige Grüße

    randomhippie sagt:
    1

    Erst einmal vielen Dank für diesen kleinen Aufsatz über einen der spannensten Bereiche in der elektronischen Musik. Auch wenn die Thomann Werbeblöcke nerven (muss wohl sein)… klasse gemacht, Mic. Was man evtl. nicht aus den Augen verlieren sollte und im Artikel für meinen Geschmack etwas zu kurz kommt: Ikonen wie Aphex Twin, Autechre, Squarepusher & Co. haben in Ihren Anfangszeiten diesen crazy Shit noch wirklich mit „der Hand gedrechselt“, alles selbst gesliced, re-pitched, gelooped usw. … heute drückt man ein Knöppken und hat instant IDM (ich übertreibe jetzt bewusst!). Will sagen: Die Damen & Herren mussten früher kreativer (innovativer) sein und haben dafür einfach die HW oder SW genutzt, die halt gerade zur Verfügung stand (auch abhängig vom Budget).

    Mal schauen, was wir aus den Möglichkeiten im Hier & Jetzt machen… evtl. ist eine Rückbesinnung aufs „Handgemachte“ dabei gar nicht so blöde – sensibilisiert die eigene Kreativität im Rahmen der zur Verfügung stehenden Möglichkeiten enorm. Moogulator macht das ja mit seinem musikalischen Ansatz extrem gut vor.

      Moogulator sagt:
      1

      Das stimmt, denn die Werbung ist quasi der Nebenfaktor um die Page zu finanzieren. Auch um irgendeinen Ansatz zu zeigen, der zu dem Gear von heute passt. In 5-10 Jahren könnte ich das nochmal machen und es werden andere Geräte sein und das wäre eh nicht alles. Es ist ja meist der etwas andere Umgang damit. Ja, wenn eine Technik mal Stilmittel wurde, wird sie auch schnell mal übertrieben. Ich gebe zu, dass auch ich dem unterlegen war und sein kann. Das wird auch hier und da überlagert durch andere solche Ideen. Solange die Stilmittel und Ideen den musikalischen Teil nicht überwiegen und nur technische Borg-Anbauten sind um ihrer selbst willen. Ich bin sicher, dass es auch einige Menschen gibt die gerade in diesem Genre irgendwann auf Alben stoßen, die „etwas zu viel“ sein können. Ich selbst mag zu viel Zufall nicht oder zu viel von etwas was irgendein Act eben mal stilprägend genutzt hat. Das gilt sicher auch für andere Stile und die Namen und Werte werden eh rotieren und anders heißen – aber in diesem Genre ist es vielleicht sogar eine gewisse Gefahr, so man das so nennen kann.

    JANHRDMN sagt:
    1

    hardware die man hier noch nennen sollte ist der Polyend Tracker, nicht zuletzt wegen des Tracker Systems. Auch alle weiteren Möglichkeiten der Workstation sind enorm dazu geeignet!

    Tai sagt:
    0

    Gefällt mir sehr gut, Mik. Besonders das erste Beispiel sagt mir zu. Und das letzte, obwohl das mMn. nur bedingt zum Thema passt. Wo ich dir nicht ganz folgen kann, ist die Beschränkung auf Hardware, oder soll das eine kreative Begrenzung sein? Ich würde das zu allererst mit dem Rechner machen, QuickSampler, oder irgend was in der Art. Da sehe ich die Möglichkeiten auch deutlich weiter. Günstiger sowieso. 😇

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