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Top15 Hardware / Synthesizers Sales Charts

Top15 Hardware / Synthesizers Sales Charts  ·  Quelle: GN

Jedes Jahr sammeln wir die Verkaufscharts von Thomann ein und listen sie auf. Sie zeigen die Verkäufe für das Jahr 2020 in zwei interessanten Listen. Die erste sind ausschließlich Neuzugänge, die zweite sind alle verfügbaren Geräte insgesamt. Diese Synthesizer-Listen beinhalten alles, was unter Hardware läuft, also auch Drum Machines und Groove Boxen. Daran lässt sich auch messen, welche Bedeutung sie haben.

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Eine winzige Anekdote dazu: Ursprünglich waren auch eine Drummachine als Pedal und ein Effekt/Loop-Board mit in dieser Liste enthalten. Ich weise vielleicht darauf hin, dass Kategorien innerhalb Thomanns System möglicherweise abnorm sein könnten.

Die aktuelle Top 15 der Software-Produkte findest du hier. Die Listen des Jahres 2019 findest du hier.

Top 15 Synthesizer Hardware – 2020 Neuzugänge

Nicht überrascht hat uns die Menge der Behringer-Geräte. Denn Behringer war stets in aller Munde und auch nicht selten Thema in sämtlichen Foren und Blogs. Ganz vorne mit großem Abstand ist der 303-Clone TD-3 in diversen Ausführungen und wird gefolgt vom Poly D, dem Minimoog-Clone. Während die TD-3 keine Überraschung ist, kann sich der Poly D einer Menge stiller Käufer sicher sein. Denn über ihn wird bei Weitem nicht so viel im Netz gesprochen wie über die TD-3 bei und um den Veröffentlichungszeitpunkt herum.

Überraschend ist das sehr gute Abschneiden der MPC One. Akai hatte zuletzt nicht ganz so viel Glück, scheint aber  mit dem Format doch wieder besser den Nerv der Nutzer getroffen zu haben. Allerdings würde die Force und bisherige Modelle in der unteren Liste auftauchen. Das sagt uns, dass die anderen Geräte noch keine Mitnahmeeffekte spürten. Insbesondere die Force hat einen „Push“ durch das 3.05 und 3.06 Update mit dem Arranger-Mode und Drumsynth erfahren.

Die traditionelle Firma Moog kann sich erstaunlich gut mit dem Matriarch behaupten und das Subharmonicon hatte in der Szene zumindest für ein paar Wellen sorgen können. Ersterer ist allerdings auch sehr musikerfreundlich aufgebaut und bietet den Stereo-Trend gleich mit an. Eigentlich ist Moogs Geheimnis, dass sie weniger klassische Geräte bauen, als zu vermuten ist. Analoge Welten ins Jetzt bringen mit interessanten Ideen ohne die Tradition zu treten, ist ihnen offensichtlich gelungen, und das sogar mit vergleichsweise hohen Preisen. Der DFAM und das Subharmonicon sind sehr gute Beispiele dafür.

Elektron ist es mit FM-Synthese durchaus gelungen zu punkten, mit dem Digitone, aber noch mehr mit dem Digitakt, der faktisch eine digitale Antwort mit günstigerem Preis auf den Analog Rytm darstellt.

Wenn es eine Art NewcomerPreis gäbe, ginge er vermutlich an ASM für den Hydrasynth und dessen gelungene Oberfläche. Er hat mit seinem polyphonen Aftertouch und dem Anderssein durchaus Aufsehen erregt, und ASM ist der einzige „nicht so bekannte“ Hersteller in diesem Jahr. Für Roland klappte es mit der TR-8S und Roland wird vermutlich nächstes Jahr mit der TR-8S und den MCs punkten können, da sie zumindest zeigten, dass sie ihre Produkte pflegen und mit Updates versorgn. Korg hat mit dem Minilogue XD und seinem digitalen Oszillator, der per Community mit neuen Modellen wie z. B. dem 4-Operatoren FM-Synth von Tim Showbridge versorgt werden kann. Für 2021 könnte der Opsix Aufsehen erregen, wenn die Leute ihre Angst vor FM ablegen sollten.

Der Microfreak ist noch immer weit oben und das zu Recht. Das Signal für einen Polyfreak wäre damit gesetzt. Ein Synthesizer mit einer andersartigen digitalen Klangerzeugung kam inmitten vieler analoger gut an und kostete nur sehr wenig. Das ist ein klassischer Arturia, denn sie haben stets bei Einführung den Preis neu definiert. Überraschend in beiden Kategorien zu finden: der OP-1! Siehe Dauer-Liste unten.

1. Behringer TD-3

2. Behringer Poly D

3. AKAI Professional MPC One

4. Elektron Digitakt

5. Korg Minilogue XD

6. Behringer Crave

7. Behringer RD-8

8. Behringer NEUTRON

9. Moog Matriarch

10. Roland TR-8S

11. Teenage Engineering OP-1

12. Moog Subsequent 37

13. Moog DFAM

14. Arturia MicroFreak

15. Moog Subharmonicon

16. Behringer DeepMind 12, Elektron Digitone, ASM Hydrasynth Keyboard

Top 15 – Die Ewigen-Liste 2020

Erstaunlich ist das Abschneiden des Teenage Engineering OP-1 in beiden Listen, dessen Preis nicht gerade klein ist. Es spricht sehr stark für einen großen Kult-Faktor und das scheint den Käufern doch einiges wert zu sein.

Eine noch größere Überraschung ist der sehr betagte Virus TI2, dessen 80-stimmige Klang-Engine noch in die Neunziger gehört. Er ist einer der wenigen Synthesizer, die noch immer einen vollständigen 16-fachen Multimode anbieten. Vielleicht ist es genau dieser Multimode, der ihn heute noch so beliebt macht. Auch das kann ein Signal an andere aktuelle Hersteller sein, wenigstens acht oder mehr Multimode-Slots anzubieten. Es wird sicher keinen TI3 geben, da die Entwicklung auf alten DSPs schon länger nicht mehr weitergeführt wird.

Richtig verdienstvoll ist das Abschneiden des digitalen Microkorg, denn den hat mehr oder weniger jeder zu Hause und es scheint keine Sättigung zu geben. Außerdem sind die großen Versionen schon lange nicht mehr zu kaufen (Radias, MS-2000). Es würde sich sogar ein Update des Editors für aktuelle Betriebssysteme lohnen. Der Erfolg liegt klar in den richtigen Eckdaten, denn alles greift ordentlich zu, hält jeder PA stand und funktioniert einfach gut. Und das alles ohne analoge Technik. Er ist neben dem Virus ein echter Dauerbrenner und darf sich ohne jede Übertreibung Klassiker nennen.

Klassiker sind auch die bodenständigen Angebote von Sequential. Dort regiert der Prophet 6 noch vor dem günstigsten Poly-Analogen, dem Rev2 in seiner einfachen Ausführung mit 8 Stimmen. Auch das deckt sich mit vielen Erfahrungen in der Echtwelt, denn über die beiden wird auch gesprochen.

Die meisten Geräte der Dauer-Liste überraschen nicht so sehr, denn das sind auch die Synthesizer, über die durchaus auch gesprochen wird. Etwas aus dem Rahmen fällt sicher der Kronos, denn ausgerechnet in der 88-Tasten-Version ist er Vertreter der eher klassischen Klientel, die einfach Standardsounds braucht und nutzt und mit dem Nautilus eine leicht günstigere Variante anbeigestellt bekommt. Nicht enthalten sind die früheren Klassiker wie Nord Elektro oder Nord Lead. Korgs Angebot ist allerdings auch flexibler.

1. Korg microKORG

2. Elektron Digitakt

Nicht die Model-Angebote, die günstiger sind, sondern die „halben“ Geräte der Digi*-Serie werden sehr gerne gekauft.
Link siehe oben.

3. Moog Subsequent 37

Moogs Klassiker ist in der Dauerliste und weiterer Betrachtung sogar über eine langere Zeit erfolgreich.
Link siehe oben.

4. Behringer DeepMind 12

5. Sequential Prophet 6

6. Sequential Prophet REV2-8

7. Teenage Engineering OP-1

Sogar über lange Zeit gesehen ist der OP-1 erfolgreich, was bei dem Preis wirklich eine sehr respektable Leistung ist.
Link siehe oben.

8. Access Virus TI2 Desktop

9. Moog Mother-32

10. Sequential OB-6

11. Korg Kronos 88

12. Behringer NEUTRON

Der kleine und eigene Synthesizer von Behringer ist eine kleiner Dauertipp ohne geheim zu sein, denn er ist günstig und hat alles an Bord, was zum modularen Einstieg gebraucht wird.
Link siehe oben.

13. Elektron Digitone

14. Behringer Model D

15. Korg Minilogue

16. Elektron Octatrack MKII, Behringer Poly D, Roland TR-8S

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9 Antworten zu “Hardware Synthesizer Top 15 des Jahres 2020 bei Thomann”

  1. Raydel Castro sagt:

    Hatte echt vor den Hydrasynth zu ‚wollen‘. Aber ich kann mir nicht helfen: er klingt einfach ‚bland‘ (btw wie der Kyra). Leider konnte ich ihn dieses Jahr noch nicht/nicht mehr live testen, daher nur Endruck via YT. Allerdings hatten mich Micromonsta (2), Argon8 / Cobalt8, und einige andere über dieses Format durchaus, zumindest audiotechnisch, überzeugen können.
    Würde mir ja bald einen TSynth bauen, allerdings ist der schon das 2te Mal dieses Quartal ausverkauft. Und Aufschlag für bekackte Reseller, die mittlerweile abgreifen und dann trotz der eh schon hohen Versandkosten aus KR hierzulande NOCHMAL teuerer sind, OHNE Display (Coq au lo-res *hust*), lege ich nicht.

  2. Harry sagt:

    Bei der Qualität heutiger VSTis lohnt sich eigentlich nur noch die Anschaffung hochwertiger Analog-Synths. VA oder Sample-basiert? Reine Platzverschwendung …

    • moogulator sagt:

      Das ist tatsächlich eine schwere Frage. Aber es gibt eher individuell pro Instrument diese Frage – ist das inspirierend? Ist es gut? Klingt das? Und da landet schonmal eins im Studio, weil es schnell und direkt ist oder weil es unfassbar gut klingt oder ähnliches, gar nicht so viel anders als Soft,

      • Raydel Castro sagt:

        …in 20J. stöpsel ich mein Equipment nach wie vor via Analog zusammen, und es „tut“. Keine VM, keine Treiber, keine Formatkonflikte, keine App-Container nötig. Strom wirds wohl immer geben, und Adapter sind schnell fabriziert.
        Wertverlust* ist iwann am Ende der U-Kurve auch vorbei, keine schlechte Investition. Wer nimmt Dir eine Lizenz ab, wenns überhaupt noch geht – siehe Wolke und Co.?
        Das mit dem Platz kann man def gelten lassen, ist mir aber rille.
        * JD990 im Bestzustand (Achtung, Sample-basiert :) für 630 in 2018, nun verlangen einige bereits 1k. Die Preise für R8-PCM-Karten sind in den letzten 12 Monaten durch die Decke; hab gestern eine SN-R8-10 für lau bzw. die R8 dazu für lau bekommen, js nachdem wie man es sieht, plus 2 weitere Karten. Ersparnis: ca. 190€ zu anderen Angeboten. Man kann von ca. 30% Wertsteigerung meines Fuhrparks während den vergangenen 2,5J. ausgehen. Recht angenehmer Nebeneffekt…

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