Geschätzte Lesezeit: 8 Minuten
Besten Combo Amps Verstärker EGitarre Einsteiger 2

 ·  Quelle: Gearnews / Harley Benton

Du legst gerade mit dem Gitarrespielen los und hast schon deine erste E-Gitarre ausgewählt. Perfekt. Nun brauchst du aber noch einen Verstärker. Wir zeigen dir die 5 besten Amps, mit denen du loslegen kannst und worauf du beim Kauf achten solltest.

ANZEIGE
ANZEIGE

Dein erster Verstärker

Ich war damals wie verzaubert, als ich meine erste, eigene E-Gitarre in der Hand hielt. Eine Ibanez RG GIO* „Strat“ – recht brauchbar und mit kleinem Amp im Lieferumfang. Zum Anfangen sehr gut, aber für mehr als daheim etwas üben hat der Brüllwürfel nicht ausgereicht. Gegen ein Schlagzeug hat er aber ziemlich abgestunken. Und die Suche nach einem lauteren Modell ging los.

Damit du nicht die gleichen Fehlkäufe wie ich damals begehen musst und am Ende sogar damit Geld sparen kannst, haben wir für dich unsere Favoriten zusammen getragen. Wichtig ist die Wahl der Technik – wobei du eigentlich heutzutage keine wirklich schlechte Wahl mehr treffen kannst. Alles ist so ausgereift, dass alles irgendwie gut klingen kann.

Transistor vs. Röhre vs. Modelling

Drei  Technologien beherrschen den Markt. Röhrenverstärker mit „klingenden Glühbirnen“ in Vor- und Endstufe, Transistorverstärker, die statt Röhren mit Transistoren zum Klangformen arbeiten und letztendlich Modelling-Amps, die als neuste Vertreter mit Computer bzw. DSP-Technik Amps nachbilden – und in den höheren Preislagen bei längst Profibands Einzug gehalten haben. Für uns Grund genug, auch diese Technik mit zu nennen.

Combo oder Topteil plus Box

Du hast die Wahl: Entweder spielst du einen Combo-Verstärker, in dem Eletronik und Box in einem Kasten verbaut sind, oder du kaufst es als Topteil mit der „Elektronik“ und einer externen Box. Bei Variante 2 bist du flexibler bei der Wahl der Einzelteile, letztendlich aber meist etwas teurer und du musst die Varianten im besten Fall durchtesten, ob es passt. Variante 1 ist oft kompakter, aber auch schwerer, als zwei Einzelteile.

Variante 3 ist ein Modelling-Amp – die gibt es auch als Combos und Topteile, oder aber noch gängiger als Floorboard. Das sieht dann aus wie ein Multieffektgerät, nur mit Amp und Boxenemulation hinten dran. Das kannst du dann direkt an eine aktive Monitorbox, PA oder einen Computer über ein Interface schließen.

Disclaimer: Wir haben uns bewusst gegen ganz billige Verstärker entschieden, sondern Verstärker, die etwas teurer und länger bzw. flexibler nutzbar sind. Wir wollen aber immer noch in dem Bereich bleiben, der als „Budget“ betitelt werden könnte, damit der Einstieg kein zu großes Loch in den Geldbeutel reißt. Für den Anfang haben wir uns zudem auf Combos beschränkt, da diese vom Hersteller aufeinander abgestimmt sind und experimentelle Käufe überflüssig machen. Für Anfänger also unserer Meinung die bessere Wahl.

Blackstar Artist Series Tubes Röhren

Röhrenglühen sieht immer gemütlich aus

Die besten Röhren-Amps für Einsteiger

Kurzinfo: Röhrenverstärkern wird nachgesagt, dass sie harmonischer und damit wohlklingender verzerren. Je nach Bauart und Leistung sind sie schwerer als die Kontrahenten und es stehen je nach Spielzeit regelmäßige Röhrenwechsel beim Fachmann an.

Harley Benton Tube15 Celestion

Der Verstärker hat zwar „nur“ 15 Watt, ist aber wohl einer der günstigsten Röhrenamps, die mit Features von Preisklassen weiter oben ausgestattet ist. Sowohl in der Vor- und Endstufe arbeiten Röhren und ein 12“ Celestion Seventy Speaker sorgt dafür, dass es auch laut wird. Du bekommst eine vollwertige EQ-Sektion, einen separaten Gain-Regler und einen eingbauten Attenuator. Dieser drosselt die Leistung von 15 auf 1 Watt und du kannst auch auf moderaten Lautstärken die viel geliebte Röhrensättigung abrufen.

Wenn du nicht gerade in einer Super-Duper-Hardrock-Metal-Band spielst und dein Drummer volle Möhre reindrischt (und ihr bei Gigs eine PA habt), dann ist der Harley Benton Tube15 Celestion* in der Preislage fast alternativlos. Ein eingebauter Reverb ist auch gleich drin.

Aber Achtung: Hier steckt nur ein Kanal drin. Möchtest du mehr als einen Sound, dann brauchst du noch Effektpedale – zum Beispiel ein Overdrive oder Booster.

Marshall Origin 5C Combo

Mit Marshall holst du dir einen Klassiker ins Haus. Die Origin-Serie ist etwas günstiger, deswegen aber nicht schlechter – eigentlich wollten wir erst den DSL1CR* empfehlen, der der wäre erfahrungsgemäß zu leise für Bands. In der Kategorie und Preislage trifft also der Origin 5C Combo* unsere Anforderungen besser.

Du hast weniger Möglichkeiten zur Klangformung als beim obigen Harley Benton, aber das muss nicht schlecht sein. Volume, 3-Band-EQ und Tilt – und optional mit Push/Pull-Poti für Boost, um mehr Zerre rauszuholen. Über einen Kippschalter kannst du ihn trotz 5 Watt Ausgangsleistung auf Schlafzimmerlautstärke fahren, ohne zu viele Nachbarn zu stören. Mit dem 8“ Celestion 8-15 Speaker bist du nicht ganz so flexibel und ich würde ihm weniger Bässe attestieren, auch ist die Lautstärke nur für ruhigere Bands ausreichend. Dafür dann aber mit authentischem Marshall-Sound.

Auch hier: Es steckt nur ein Kanal drin. Für mehr als einen Sound pro Song brauchst du Effektpedale.

Bugera V55 Infinium

Reine Watt sind nicht alle, aber der Bugera V55 Infinum bietet in der Preislklasse mehr als alle anderen, mir bekannte. Und das Wichtigste: der Sound stimmt auch. 55 Watt, 2 Kanäle (Clean und Verzerrt), 1×12“ Speaker, 3-Band-EQ, Gain und Volume und Master sind getrennt regelbar und für mumpfige E-Gitarren gibt es einen zusätzlichen Bright-Eingang. Über den beigelegten Fußschalter kannst du den Kanal und den eingebauten Reverb direkt von deiner Bühnenposition umschalten.

Die besten Transistor-Amps für Einsteiger

Kurzinfo: Transistoren haben einen schlechteren Ruf, dabei sind die Amps vor allem in den in dieser Gattung höheren Preisklassen seit Jahren bei etliche Alben und Gigs für de guten Ton verantwortlich, etwa der Roland Jazz Chorus. Aber auch für noch weniger Geld bekommt man solide Amps als Basis für den eigenen Sound. Vor allem sind sie meist preiswerter als Röhrenamps und idR. leichter.

Fender Champion 100

Falls du einen Verstärker brauchst, der wirklich viel Power hat – sei es, weil du keine PA hast oder einfach, weil du Potenzial nach oben haben möchtest – dann ist der Fender Champion 100 vielelicht genau das Richtige für dich. 100 Watt und 2×12“ Speaker bieten genug Power für eigentlich alle Bereiche. Nachteil: Durch die offene Bauweise schiebt er im Bassbereich nicht so sehr. Bei Bedarf einfach hinten nah an einer Wand positionieren.

Du bekommst außerdem zwei Kanäle mit eigenen EQ, Lautstärkereglern und mehreren digitalen Effekten. Kanal 2 ist zusätzlich noch mit einem Gain-Regler für die Verzerrung ausgestattet. Das kann per Fußschalter oder am Amp alles eingestellt werden und du kannst auch über Kopfhörer üben. Außerdem kannst du über den FX Loop bei Bedarf auch eigene Effekte einschleifen. Laut genug für Bandproben gegen lauter Drummer ist der Fender Champion 100* allemal.

Orange Crush 35 RT

Kleiner und günstiger wird es mit dem Orange Crush 35 RT*. Auch hier steckt keine einzige Röhre drin und trotzdem kann der Combo super klingen. 35 Watt, 1×10“ Lautsprecher, zwei Kanäle (Clean und Dirty) und ein eingebauter Tuner sind ein sehr solider Start. Außerdem gibt es die charakteristischen Regler, die sich auch bei teureren Orange-Amps finden. Optional kannst du auch hier über Kopfhörer üben oder über den AUX-In zu deinen Songs vom Handy üben.

Die besten Modeling-Amps für Einsteiger

Kurzinfo: Die Technik ist soweit: Modeling von Kemper, Line6, Headrush und Co. ersetzt bei Profis mittlerweile die Amps. Auf kleinem Raum gibt es gefühlt unendliche Sounds für kleines Geld, denn statt „Bauteilmix = Sound“ wird hier via DSP (digitaler Signalverarbeitung) aka. Computer der Klang kreiert. Das hält die Kosten niedrig und bei neueren Amps die Klangqualität oben.

Blackstar ID:Core 100

Mit dem Blackstar ID:Core 100* bekommst du 1×100 Watt (Mono) oder 2×50 Watt (Stereo) zum schmalen Kurs. Du kannst zwischen 6 Voicings (Amptypen) wählen, 12 Effekte nutzen und die Kombinationen auf 36 Speicherplätzen ablegen. Außerdem kannst du zwischen 3 Kanälen mit eigenen Sounds umschalten – flexibler für einen Song ist wohl kein Amp in dieser Liste. Stereo ist sicherlich nicht all zu üblich unter Gitarristen, es ist aber ein Feature, dass man irgendwann nicht mehr missen möchte, wenn man es mal lieb gewonnen hat.

Boss Katana 50 MK II

BOSS kennen die meisten sicherlich eher von ihren bekannten und nahezu unzerstörbaren Effektpedalen. Aber der japanische Hersteller baut auch Verstärker. Die Katana-Serie ist schlicht gehalten, darin steckt aber eine hauseigene Modelling-Engine.

Mit dem Katana 50 MK II* kannst du mit 50 Watt an eine 12“ Speaker nicht viel falsch machen und hast einen Amp an deiner Seite, den du lange spielen kannst. Du kannst zwischen 5 Amps und 5 Effekten (3 simultan) wählen. Außerdem kannst du die Ausgangsleistung von 50 auf 25 und 0,5 Watt drosseln. Dann klappts auch mit den Nachbarn.

Deine Wahl und Meinung?

Konnten wir dir etwas unter die Arme greifen und ein paar Tipps für die Wahl des ersten, großen Amps geben? Welches Modell wird es bei dir? Und welche Technik?

Bei Fragen helfen wir dir gern in den Kommentaren weiter. (Individuelle Beratung zum richtigen Modell gibt es aber nur beim Händler oder in Foren.)

Bekommst du nicht genug von Toplisten? Hier findest du alle!

Hinweis: Dieser Artikel enthält Werbelinks mit * gekennzeichnet, die uns bei der Finanzierung unserer Seite helfen. Keine Sorge: Der Preis für euch bleibt immer gleich! Wenn ihr etwas über diese Links kauft, erhalten wir eine kleine Provision. Danke für eure Unterstützung!

ANZEIGE
ANZEIGE

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.