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Angecheckt: Ashun Sound Machines Hydrasynth Desktop

Angecheckt: Ashun Sound Machines Hydrasynth Desktop  ·  Quelle: Gearnews, Marcus

Es gab in letzter Zeit kaum einen anderen neuen Synthesizer, auf den ich mich mehr gefreut hatte als auf diesen: Ashun Sound Machines Hydrasynth. Die Presse und auch die ersten User lobten den auf Wavetable basierten Klangerzeuger in den Himmel. Und genau das macht schon der Empfang des Pakets sowie die Auspackzeremonie noch spannender. Zusammenfassend muss ich vorab sagen, dass sich das Warten auf den Synthesizer in der Desktop-Version mehr als gelohnt hat.

Hydrasynth Desktop Synthesizer in meinem Studio

Endlich ist er angekommen. Denn das gute Stück ist in Zeiten der Coronakrise recht rar geworden. Lieferzeiten verzögern sich. Meist kann man den Synthesizer garnicht erst bestellen. Ich habe mir die Desktop-Variante gegönnt. Ein Leichtgewicht mit 440 x 223 x 70 mm (B x L x H) Größe und 3,6 kg. Aber trotzdem sehr solide verbaut. Auch die Regler machen einen sehr robusten Eindruck. Dazu sind sie mit dem üblichen Widerstand sehr leichtgängig.

Auch die 24 druckempfindlichen Trigger-Pads aus Silikon zum Einspielen der Noten und Akkorde fühlen sich sehr gut an unter meinen Fingern. Angeschaltet springt mir erst mal das üppige Farbenspiel der LEDs ins Auge. Das ist vielleicht ein wenig zu gut gemeint. Aber es lässt sich im System-Menü deaktivieren oder reduzieren (dimmen). Sehr schön ist die mitgelieferte Software, die ihr euch auch immer auf der Website des Herstellers in der neuesten Version herunterladen könnt. Und genau das mache ich auch. Denn hier finde ich kostenlose Soundbänke sowie Updates!

Angecheckt: Ashun Sound Machines Hydrasynth Desktop

Angecheckt: die Triggerpads und das Farbenspiel

Darüber hinaus liegt dem Software-Paket eine Preset-Verwaltung für Mac OSX und Windows bei. Das ist nicht selbstverständlich und wird meist bei vielen anderen modernen Synthesizern vermisst. Hier könnt ihr per Drag-and-drop Sounds hin- und herschieben, neue Presets und Bänke im- oder eben exportieren. Ok, grafisch ist es kein Wunderwerk, aber es funktioniert wie erwartet. Vielleicht sollte der Entwickler diese Software erweitern und sogar als Plug-in anbieten. Ich würde sicherlich nicht nein sagen, einen Controller für alle Parameter in meiner DAW zu besitzen.

Nach einer Woche mit dem Synthesizer sind schon zwei neue Updates mit etlichen interessanten neuen Features eingetrudelt. Das Gute: Eure Sounds und Presets funktionieren nach dem Update genau so weiter, aber ihr könnt eben neue Funktionen addieren. Sehr schön! Neu ist zum Beispiel der von einigen als negativen Punkt angebrachte fehlende „warme“ Klang. Hierfür gibt es jetzt den Warm Mode. Und der bringt die fehlende Wärme, aber auch mehr Bass! Ihr seht, der Hersteller hört auf die Anwender und versucht schnellstmöglich zu verbessern. Sehr gut!

Jetzt zur Bedienung. Hier schlägt das Herz eines jeden Sounddesigners höher. Denn so schnell, wie mit diesem Synthesizer, bin ich selten zum Ziel gekommen. Die Menüführung ist grandios. Man fliegt förmlich durch die vielen Klangparameter und die Modulationsmatrix. Und genau die lässt sich über acht Regler und Taster frei belegen. Die nächste Live-Performance kann kommen! Sogar die fehlende Klaviatur stört mich persönlich überhaupt nicht. Als eingefleischter Ableton Push 2 Benutzer finde ich die Trigger-Pads sogar mehr als praktisch.

Angecheckt: Ashun Sound Machines Hydrasynth Desktop

Angecheckt: robuste Regler und solide verbaut

Soundtechnisch muss man sich natürlich im Klaren sein, dass es sich hier nicht um einen vollanalogen Klangerzeuger handelt. Wavetables machen hier die Musik. Aber das hat natürlich auch Vorteile. Denn ihr seid nicht an feste Schwingungsformen gebunden. Ihr könnt sogar eigene kreieren. Und das bedeutet eben (fast) unendlich viele Möglichkeiten. Ein Durchsteppen durch die vielen mitgelieferten Presets zeigt die vielen Optionen und Qualitäten.

Eine Sache fehlt mir ein wenig. Nach dem Neustart des Gerätes startet es immer wieder beim ersten Preset. Ich würde mir wünschen, dass der Klangerzeuger den letzten Stand aufruft. Alles kann man nicht haben. Fazit: von mir eine absolute Kaufempfehlung! Schon beim Lesen sollte euch aufgefallen sein, dass ich ein großer Fan dieser kleinen Kiste geworden bin. Gerade die Desktop-Version mit einem Preis von unter 900 Euro passt nicht nur Budget-technisch in jedes Homestudio. Ich bin schon auf die nächsten Updates gespannt. Was meint ihr dazu? Schreibt es uns doch in die Kommentare.

Wer mehr erfahren möchte (also einen Test auf Herz und Nieren), der kann hier bei unseren Kollegen von bonedo.de weiterlesen.

Preise und weitere Spezifikationen

Ashun Sound Machines Hydrasynth Desktop erhaltet ihr hier bei Thomann.de (Affiliate) zu einem Preis von 899 Euro.

Wer lieber die Keyboard-Version kaufen möchte, bekommt diese ebenso hier bei Thomann.de zum Preis von 1399 Euro. Im Vergleich zum Expander verfügt sie eine anschlagdynamische Klaviatur mit 49 Tasten und Aftertouch. Dazu kommt ein Ribbon-Controller über vier Oktaven, Pitchbend- und Modulationsrad sowie sechs weitere Drehregler.

In beiden Paketen ist ein Netzteil enthalten.

Mehr Infos

Weitere interessante Produkte unserer „Angecheckt“-Reihe findet ihr hier. Ihr habt Vorschläge? Dann her damit!

Video

Eine Antwort zu “Angecheckt: Ashun Sound Machines Hydrasynth Desktop”

  1. Axibis sagt:

    Herzlichen Glückwunsch.
    Jedesmal mit Patch Nr. 1 anfangen stört. Wieviel Speicher hat der Synthesizer?

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