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Brainworx BX Mastering Studio

Brainworx BX Mastering Studio  ·  Quelle: Brainworx

Brainworx hat ein neues heißes Eisen im Feuer. Hinter BX Mastering Studio stecken gleich zwei Produkte, die „Mastering für alle“ ermöglichen sollen. Da ist zunächst die Website mastering.studio, die Online-Mastering in drei verschiedenen Stilen anbietet und aktuell pro Titel abrechnet. Die zweite Lösung ist eine App für den Rechner, die sich BX Style Creator nennt und euch für eine monatliche Gebühr beliebig viele Tracks nach eigenen Stilvorgaben mastern lässt. Wird Brainworx damit den Bereich Mastering noch weiter aufmischen?

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Brainworx BX Mastering Studio

Das Ziel des Mastering ist klar: Songs und Tracks sollen runder und lauter klingen, auf möglichst vielen Systemen gut klingen, vernünftig ausbalanciert sein und den musikalischen Stil unterstreichen. Das ist gerade am Anfang keine leichte Aufgabe, denn alleine schon der Mix verlangt ja bereits einiges ab. Die Lösung: Profis erledigen mit ihrem geschulten Gehör, den richtigen Tools und der nötigen Erfahrung für den Feinschliff. Selbstverständlich lassen sich diese die Arbeit bezahlen.

Online-Mastering hat in den letzten Jahren eine kleine Revolution ausgelöst, denn plötzlich war es für alle Musikschaffenden recht einfach, die eigene Musik für einen schmalen Betrag aufzupolieren. Nach Landr, MasteringBOX, CloudBounce und weiteren Services sprangen auch Anbieter wie BandLab oder sogar SoundCloud auf den Zug. Automatisiertes Mastering ist gefragt, jetzt will auch Brainworx mitmischen.

mastering.studio

Der deutsche Hersteller geht das Thema mit BX Mastering Studio an und setzt dabei auf zwei Ideen. Die Website mastering.studio bietet einen Service für Online-Mastering, bei dem ihr aktuell pro Titel bezahlt. Im Augenblick liegt der Preis dafür bei 10 US-Dollar, regulär soll dieser 17,99 US-Dollar betragen. Das fertige HD Master bekommt ihr in einer Auflösung von 24 Bit und 96 kHz.

Mit den drei Stilen Miami, LA und London verpasst ihr dem Master einen zum Genre passenden Feinschliff. Miami soll sich für elektronische Musik und Pop eignen, LA verpasst dem Bass etwas mehr Punch und orientiert sich an Hip-Hop oder Rock. London geht es etwas klassischer und natürlicher an und will „organische“ Sounds von Alternative bis Jazz bedienen.

Das Mastering basiert auf Algorithmen, die von verschiedenen Engineers bei der Arbeit an einer großen Zahl von Projekten zusammengestellt wurden. Firmenchef Dirk Ulrich legt Wert darauf, dass hier nicht eine „KI“ die Entscheidungen trifft, sondern Algorithmen, die auf menschlicher Erfahrung basieren. Das Wort „künstliche Intelligenz“ scheint in Bezug auf Mastering sehr kritisch aufgenommen zu werden. Die Website geht sogar noch einen Schritt weiter und ermöglicht über VIP Engineers den Kontakt zu Profis wie Zino Mikorey, Fragancia Abreu, Howie Weinberg oder Mazen Murad. Brainworx macht damit deutlich, dass computergestütztes Mastering noch nicht die ultimative Lösung darstellt.

Eine weitere Option hört sich interessant an. CD Remaster will nämlich Tracks „reparieren“, die durch Master in Zeiten des „Loudness War“ entstanden sind. Dabei soll speziell die Dynamik neu bearbeitet werden. Viele denken da jetzt vielleicht sofort an Death Magnetic, aber es gibt da aber leider noch so einige weitere Alben, die ein Remaster vertragen könnten.

Im Hintergrund sämtlicher Prozesse werkeln natürlich die Codes von Brainworx, immerhin hat der Hersteller ja bereits einen ganzen Haufen von Plug-ins herausgebracht, die sich besonders für Mastering eignen. Und die kommen mit Sicherheit auch in der Desktop-App zum Einsatz.

Brainworx BX Style Creator

Brainworx BX Style Creator

BX Style Creator

Bis jetzt läuft diese Software nur auf macOS, eine Version für Windows soll aber nachgereicht werden. Die Standalone-App befindet sich aktuell noch in der 0.8.7 Version, die V1.0 erscheint 2022. Ihr könnt den BX Style Creator aber bereits jetzt benutzen. Tatsächlich rechnet der Hersteller schon dafür ab, 19,99 US-Dollar bezahlt ihr monatlich (regulär: 24,99 US-Dollar). Im Gegenzug könnt ihr beliebig viele Tracks mastern, laut Hersteller braucht das Tool nur einige Sekunden pro Titel. Batch-Processing für Mastering sozusagen, Brainworx nennt das Ganze übrigens kurz CGM (steht Computer Guided Mastering).

Ursprünglich sollte die App nur für die interne Entwicklung der Mastering-Stile des Online-Services benutzt werden. Jetzt könnt ihr damit quasi euren eigenen „Style“ erstellen. Beim Blick auf das Interface entdeckt ihr unter anderem Parameter wie Comp Input, Bass Shift, Presence Shift, Regler für Stereobreite, einen Mono-Maker (für den Bassbereich), De-Esser, XL Saturation oder Einstellungen für den Limiter. In der derzeitigen Version ist die App in drei Sektionen aufgeteilt, Stile lassen sich laden und wieder als neues Preset speichern.

Der Style Creator macht den Eindruck, dass ihr hier schon wissen solltet, was ihr tut. Und tatsächlich hat Dirk Ulrich auch ein zukünftiges Szenario im Kopf, bei dem Mastering-Engineers dieses Tool benutzen, um für Newcomer und Leuten mit schmalem Budget schnell gemachte, günstige und trotzdem überzeugende Master anbieten zu können.

Wie ihr jetzt schon seht, wird Brainworx mit dem BX Mastering Studio für Aufsehen und auch einige Diskussionen sorgen. Es bleibt spannend.

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Eine Antwort zu “Brainworx BX Mastering Studio: Online- und Desktop-Mastering neu gedacht”

  1. Georg Mustermann sagt:

    Das ist dann wohl das erste Plugin Alliance Produkt, das es nur noch im Abo gibt.

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