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Soundcloud - Klappe, die Zweite!

Soundcloud - Das Soundcloud Abo-Modell kommt!  ·  Quelle: http://www.soundcloud.com

Erst vor Kurzem berichteten wir über die im Netz kursierenden Pressemeldungen: Soundcloud ist wohl knapp bei Kasse. Jetzt kommt der nächste Schlag, denn jeder User wird ab Sommer eine Lizenz zum Hören benötigen! Ein neues Abo-Modell scheint beschlossen zu sein. Ist das nun gut oder schlecht für die über 75 Millionen Nutzer? Die sind zum größten Teil Musiker und verdienen damit Geld…

Die neue Ausrichtung der Firma Soundcloud ist nicht mehr das, für was sie einmal stand: Freie Musikpräsentations-Plattform für Musiker. Soundcloud startete wirklich sehr gut in den ersten Jahren. Die Firma etablierte sich rasend schnell am Markt. Vorwiegend wurde (und wird immer noch) von den Nutzern der kostenlose Account genutzt, der allerdings über die Jahre immer mehr an Funktionalität verlor. Schuld sind vor allem die hohen Kosten wegen Urheberrechtsverletzungen wie illegalen Uploads, illegaler Like-, Kommentar- und Fan-Käufe. Eine Spielwiese für „Faker“ – und das wirkliche Geld verdienen hierbei leider nur die Anbieter solcher marktzerstörenden Dienstleistungen.

Bisher konnte man ohne Abo Soundclouds riesige von Usern über die Jahre hochgeladene Musikbibliothek erforschen. Im Zusammenspiel mit Universal Music (und zukünftig auch mit Sony Music) wird hier nun der Riegel vorgeschoben: Wer Musik genießen möchte, hat dafür zu zahlen! Einfaches Konzept. Eigentlich ist das ja auch im Sinne der Künstler, die durch diesen Deal dann hoffentlich vergütet werden. Auf der anderen Seite benutzen die meisten Musiker Soundcloud, um sich im Netz zu präsentieren. Quasi als musikalische Visitenkarte. Andere nutzen das Portal für Kollaborationen. Das alles würde in Zukunft nicht mehr ohne monatliche Gebühren funktionieren. Ist das der Todesstoß für Soundcloud wie wir es kennen?

(Quelle: Digitalmusicnews.com)

Ich nutze Soundcloud immer noch sehr gern, da es momentan keine wirklichen Alternativen gibt, Zuhörer zu erreichen. Meine Seiten sind mittlerweile sehr gut aufgebaut und ich würde eine Menge Fans durch einen Wechsel verlieren. Leider finde ich das Abo-Modell für die breite Masse nicht sehr spannend und denke, dass es eher nicht genutzt werden wird – es gibt zu viele recht gute professionelle Anbieter. Es sei denn, Soundcloud lässt sich mit den neuen Partnern noch etwas einfallen. Auf der anderen Seite finde ich als Musiker ein Vorgehen gegen Urheberrechtsverletzungen unumgänglich und eine faire Lizenzausschüttung bei Plays meiner Songs auch nicht verkehrt! Könnte Werbung zwischen den Liedern die Lösung sein, wie wir es von (der kostenlosen Version von) Spotify kennen?

Welche Alternativen nutzt ihr schon? Wohin werdet ihr auswandern? Oder unterstützt ihr das kommende Abo-System von Soundcloud & Co.? Wir freuen uns auf eure Kommentare!

Übrigens: Apple Music macht sich gerade bereit für einen Streamingservice nicht lizensierter Musik und will ein besseres und sichereres  Vergütungssystem für Künstler der Musikbranche etablieren. Ob Apple die nun durch Soundclouds Änderungen entstehende Lücke schließen können wird, bleibt offen. Ich bin gespannt!

6 Antworten zu “Soundcloud – Neues Abo-Modell kommt … bald!”

  1. Migido Music sagt:

    Puh…wenn jeder der nur Hören möchte zahlen muss, fallen massig Plays vor allem für die unbekannten Künstler weg. Damit wird Soundcloud uninteressant für sehr viele Künstler und ich weiß auch nicht, ob ich dann noch bereit wäre meinen Premiumaccount weiter zu beazhlen. Ich würde höchstwahrscheinlich nach Alternativen schauen, aber wie du schon sagtest, welche ernsthaften Alternativen gibt es? Und der Punkt mit dem was man sich schon auf Soundcloud aufgebaut hat…ich fänds traurig, wenn Soundcloud wirklich diesen Weg geht…

  2. Movie Iga sagt:

    Überall taucht nur noch das Schlagwort „Abo“ auf. Selbst bei Rasierklingen, Washmittel, einfach alles. Soundcloud hab ich immer als „Austausch- und Präsentierplattform“ verstanden und genutzt. Auch bei Youtube gibt’s fast nichts mehr ohne Werbung. Das nervt! :-(
    Ich bin Musiker und hab nichts dagegen, für meine Musik bezahlt zu werden, aber ich möchte auch meine Demos und Showreels präsentieren können, ohne Interessenten mit Werbung zu nerven, oder zur Kassen zu bitten…
    Ich werde von Soundcloud weggehen und auf der eigenen Website weitermachen…

    • gearnews sagt:

      Für „Rockmusik“ hat sich mittlerweile Bandcamp etabliert. Das lässt sich auch problemlos auf Facebook einbinden. Und es kostet den Hörer nichts.

      //Claudius

  3. Heiner Jürs sagt:

    Schwieriges Gebiet: Wir Musiker wollen einerseits für unsere Arbeit bezahlt werden. Andererseits ist es für neue unbekannte Bands etc. fast unmöglich, eine Fanbase aufzubauen, wenn die potenziellen Fans bezahlen müssen, um einen Song zu hören.
    Interessant ist ja, dass mit Apple einer der Hauptakteure bei der Zerstörung der traditionellen Musikindustrie (iTunes, iPod) sich jetzt für „und will ein besseres und sichereres Vergütungssystem für Künstler der Musikbranche“ einsetzen will.
    Das riecht so, als wären nach den Berufsmusikern nun auch die Semiprofis dran, von Apple an die Leine genommen zu werden.
    Vielleicht müssen Musiker anfangen, eine eigene genossenschaftliche Organisation aufzubauen, die dann z.B. eine soundcloud-ähnliche Struktur aufbaut und im Sinne der Musiker betreibt …

    • gearnews sagt:

      In der Tat schwierig. Ich würde behaupten, dass Apple dem Musikmarkt erst wieder Schwung gegeben hat. Die Raubkopierer waren vor iTunes immer mehr auf dewm Vormarsch und immer weniger haben CDs gekauft, sondern lieber alles über die damals einschlägigen Seiten geladen. Durch iTunes ist es für Hunz und Kunz erst wieder einfach und preiswert geworden, Lieder zu kaufen. Klick, 99 cent / Song und Download gab es davor nicht. Ob die Umsetzung nun gut oder schlecht war, kann ich nicht sagen, aber definitiv eine riesige Treppenstufe auf dem Weg ins digitale Zeitalter.

      // Claudius

      • Heiner Jürs sagt:

        Ja, irgendwas neues wird entstehen – denn Semi-Pros und Hobbyisten werden wohl kaum den Aufwand für eine eigene Website (samt Streaming-Volumen) auf sich nehmen wollen. Dafür wird doch eher eine hochverfügbare IT benötigt.
        Was Apple betrifft: Es sind damals viele Dinge parallel passiert, die ich auch nicht mehr ganz auseinander bekomme, was wofür der Auslöser gewesen sein mag. Zumindest ist die musikalische Qualität der Major-Veröffentlichungen in den 90ern dramatisch abwärts gegangen. Das mag den Verfall ausgelöst und erst im Zusammenwirken mit der digitalen Revolution so deutlich beschleunigt haben.

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