von Lasse Eilers | Geschätzte Lesezeit: 8 Minuten
Die besten polyphonen Analogsynthesizer 2023

Die besten polyphonen Analogsynthesizer 2023  ·  Quelle: Oberheim

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Welches ist der beste polyphone Analogsynthesizer 2023? Große, mehrstimmige Synthesizer mit rein analoger Klangerzeugung gehören heute wie vor 40 Jahren zum Edelsten (und Teuersten), was man sich ins Studio holen kann. Dementsprechend sind sie Gegenstand der Träume vieler Synthesizer-Fans. Hier sind die besten analogen Polysynths.

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Bei aller Begeisterung für die eindrucksvollen, rein analogen und entsprechend kostspieligen Boliden soll natürlich nicht unerwähnt bleiben, dass es inzwischen viele interessante und vielseitige Alternativen gibt. Vor allem die modernen Hybridsynthesizer à la Novation Peak/Summit, UDO Super 6/Super Gemini oder Waldorf Quantum, die digitale Oszillatoren mit analogen Filtern verknüpfen, spielen klanglich in einer ähnlichen Liga und bieten oft mehr Flexibilität als rein analog aufgebaute Synthesizer.

Bei der unvergleichlichen Cremigkeit von 12 oder 16 gleichzeitig klingenden analogen Oszillatoren bekommen viele Synthesizer-Liebhaber aber immer noch feuchte Hände und weiche Knie. Und deshalb haben polyphone Analogsynthesizer auch nach wie vor ihre Berechtigung – auch wenn sie in der Regel deutlich teurer sind als digitale oder hybride Alternativen. In diesem Artikel stellen wir die Crème de la Crème der analogen Polysynths im Jahr 2023 vor.

Was ist ein polyphoner Analogsynthesizer?

Ein polyphoner Analogsynthesizer ist ein mehrstimmiger Synthesizer, bei dem der komplette Audio-Signalweg von den Oszillatoren über das Filter und den VCA bis zu den Ausgängen analog ist. Diese Elemente müssen also für jede Stimme einzeln als physische Bauteile auf der Platine vorhanden sein. Deshalb sind polyphone Analogsynthesizer vergleichsweise aufwendig und teuer – vor allem, wenn es sechs, acht oder noch mehr Stimmen sein sollen.

Fast alle modernen, analogen Polysynths arbeiten zusätzlich mit digitalen Elementen. Eine digitale Steuerung der analogen Schaltkreise per Mikroprozessor – eine Technik, die 1978 von Dave Smith beim Sequential Circuits Prophet-5 erstmals angewendet wurde – ermöglicht das Speichern von Sounds und die Steuerung per MIDI. Auch Modulatoren wie Hüllkurven und LFOs sind aus Gründen der Flexibilität, Präzision und Kostenersparnis oft digital ausgeführt, ebenso wie die integrierten Sequencer und Effekte. Solange die „klingenden“ Elemente wie Oszillatoren, Filter und VCAs analog sind, spricht man aber trotzdem von einem analogen Synthesizer.

Nicht berücksichtigt haben wir neben den erwähnten Hybridsynthesizern mit digitalen Oszillatoren auch paraphone Synthesizer wie den Poly D oder MonoPoly. Bei diesen Instrumenten sind Teile der Klangerzeugung nicht für jede Stimme einzeln vorhanden, weshalb sie keine echte Mehrstimmigkeit bieten.

Die besten polyphonen Analogsynthesizer

Oberheim OB-X8: Drei analoge Legenden in einem Synthesizer

Oberheim OB-X8 – einer der besten Synthesizer 2022

OB-X8: Drei legendäre Polysynths in einem · Quelle: Oberheim

Seit seinem Erscheinen im Jahr 2022 ist der Oberheim OB-X8 für viele Synthesizer-Fans das Objekt der Begierde schlechthin. Und das aus gutem Grund! Der polyphone Analogsynthesizer wurde von Tom Oberheim gemeinsam mit Dave Smith und Marcus Ryle entwickelt. Somit ist er der rechtmäßige Nachfolger der legendären Oberheim-Polysynths OB-8, OB-X und OB-Xa aus den 1980ern, die unzähligen Hits ihren unvergleichlichen Schmelz verliehen. Statt einfach einen der Klassiker neu aufzulegen, ließ Oberheim es sich nicht nehmen, gleich alle drei in einem Instrument zu vereinen und um moderne Features zu ergänzen. Neben den Filtern aller drei Vorbilder bildet der OB-X8 beispielsweise auch die unterschiedlichen Hüllkurvencharakteristiken authentisch ab.

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Die diskret aufgebauten Oszillatoren und SEM-Filter machen den OB-X8 zum mit Abstand teuersten Synthesizer auf dieser Liste. Aber dafür wird man mit einem unvergleichlichen Sound belohnt, der in meinen Augen die vollkommene analoge Glückseligkeit ist. Und auch auf moderne Annehmlichkeiten muss man nicht verzichten. Der OB-X8 ist in Split- und Layer-Kombinationen bitimbral spielbar. Außerdem verfügt er über 600 Speicherplätze und lässt sich über ein OLED-Display bequem bedienen.

Auf der diesjährigen Superbooth ließ Oberheim auf die Tastaturvariante ein Desktop-Modul folgen. Das sind sehr gute Nachrichten für alle, die im Studio keinen Platz für den auch von den Abmessungen her imposanten OB-X8 haben. Angenehmer Nebeneffekt: Der OB-X8 Desktop ist deutlich günstiger als die Version mit 61 Tasten.

Den Oberheim OB-X8 und OB-X8 Desktop bekommt ihr bei Thomann*.

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Oberheim OB-X8
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Oberheim OB-X8 Desktop
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Sequential Trigon-6: Drei VCOs pro Stimme

Sequential Trigon-6

Sequential Trigon-6 · Quelle: Sequential

Der sechsstimmige Sequential Trigon-6 ist der letzte Synthesizer, an dessen Entwicklung Dave Smith vor seinem plötzlichen Tod im Jahr 2022 persönlich beteiligt war. Er gehört zu den wenigen polyphonen Analogsynthesizern, die mit drei vollwertigen Oszillatoren pro Stimme aufwarten können. Zusammen mit Features wie gleichzeitig anwählbaren Schwingungsformen, PWM pro Oszillator und Hard Sync prädestiniert ihn das für besonders üppige Sounds.

Dass Oszillator 3 über die vom Prophet bekannte Polymod-Sektion auch als Modulationsquelle genutzt werden kann, macht den Trigon-6 umso flexibler. Das Ladder-Filter ist eine Weiterentwicklung des Tiefpassfilters aus dem Pro 3. Darüber hinaus hat Sequential viele der Funktionen integriert, die schon den Prophet-6 und OB-6 zu Hits machten, wie den polyphonen Step-Sequencer und die beiden digitalen Effektblöcke. Ein Vintage-Regler wie bei der Neuauflage des Prophet-5 sorgt bei Bedarf für charmante analoge Ungenauigkeiten.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Synthesizern von Sequential gibt es den Trigon-6 bisher leider nicht als Desktop-Modul. Die Tastaturversion bekommt ihr bei Thomann*.

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Arturia PolyBrute: Expressives Morphing

Polybrute Noir Polyphoner Analogsynthesizer

Polybrute Noir · Quelle: Arturia

Dass man den Namen Arturia einmal in einem Atemzug mit Oberheim und Sequential nennen würde, hätte sich bis vor einiger Zeit auch noch niemand vorstellen können. Aber der französische Hersteller schickt mit dem PolyBrute einen der leistungsstärksten polyphonen Analogsynthesizer ins Rennen, die es derzeit gibt. Zugleich ist der PolyBrute die Krönung einer Entwicklung, die 2012 mit dem eigenwilligen MiniBrute begann.

Eines der wichtigsten Alleinstellungsmerkmale des Arturia PolyBrute ist seine Morph-Funktion. In jedem Preset lassen sich zwei unterschiedliche Einstellungen aller Parameter speichern, zwischen denen man stufenlos variieren kann. Auch zwischen verschiedenen Sounds kann der PolyBrute stufenlos morphen. Zusammen mit expressiven Spielhilfen wie dem Ribbon, dem innovativen Morphée-3D-Controller und der Tastatur mit Aftertouch ergibt das einen Synthesizer, bei dem die ausdrucksstarke Echtzeit-Steuerung an erster Stelle steht. Zudem hat der PolyBrute die Button-Matrix des MatrixBrute geerbt. Sie bietet einen intuitiven Zugriff auf die üppige Modulationsmatrix und den polyphonen Step-Sequencer. Auch deshalb gehört er zweifellos auf die Liste der besten polyphonen Analogsynthesizer 2023.

Den Arturia PolyBrute gibt es in einer normalen Version und in der schicken Noir-Variante. Beide bekommt ihr bei Thomann*

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Arturia PolyBrute
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Arturia PolyBrute Noir
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Sequential Take 5: Kompakter Polysynth (nicht nur) für Einsteiger

Sequential Take 5

Sequential Take 5 · Quelle: Sequential

Beim fünfstimmigen Take 5 hat Sequential etwas andere Prioritäten gesetzt als beim bereits erwähnten Trigon-6. Das Hauptaugenmerk liegt bei diesem polyphonen Analogsynthesizer einerseits auf Kompaktheit und andererseits auf einer intuitiven, Performance-tauglichen Bedienung. Das soll Einsteigern das Erstellen eigener Sounds erleichtern.

Das heißt aber nicht, dass die Klangerzeugung des Take 5 nicht leistungsfähig wäre. Für den für Sequential-Verhältnisse günstigen Synthesizer hat der Hersteller tief in den firmeneigenen Baukasten gegriffen und pro Stimme zwei VCOs mit variablen Schwingungsformen, einen Suboszillator und das Tiefpassfilter aus dem Prophet-5 hervorgeholt. Hinzu kommen Extras wie FM, ein Vintage-Regler für analoge Verstimmungen, eine umfangreiche Effektsektion und natürlich der polyphone Step-Sequencer, der zu einem Markenzeichen der modernen Sequential-Synthesizer geworden ist. Die ungewöhnliche und etwas einschränkende Tastaturgröße von 44 Tasten umschifft der Take 5 elegant. Im Low-Split-Modus kann man die Tastatur auf zwei getrennte Zonen mit demselben Sound aufteilen. Trotz des geringen Tastaturumfangs kann man also problemlos einen tiefen Basston mit hohen Akkorden kombinieren.

Der Sequential Take 5 ist durch und durch als Performance-Synthesizer konzipiert. Deshalb gibt es ihn derzeit nur mit Tastatur – natürlich bei Thomann*.

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Behringer DeepMind: Der bessere Juno?

Behringer DeepMind 12 Polyphoner Analogsynthesizer

Behringer DeepMind 12 · Quelle: Behringer

Auch sieben Jahre nach seinem Erscheinen gehört der Behringer DeepMind in meinen Augen noch auf die Liste der besten polyphonen Analogsynthesizer. Denn er bietet etwas, womit nur wenige seiner Konkurrenten aufwarten können: Echte, polyphone Analogsynthese zu einem unschlagbar günstigen Preis. Für weniger Geld kommt man wohl nirgendwo in den Genuss einer vollanalogen, polyphonen Klangerzeugung mit mehr als vier Stimmen. Hervorragend klingen tut er obendrein.

Die Klangerzeugung des DeepMind ist bekanntlich an den Roland Juno angelehnt. Dennoch ist er viel mehr als eine 1:1-Kopie. Behringer hat dem DeepMind als Extras unter anderem mehr Hüllkurven und LFOs, eine Modulationsmatrix, eine umfangreiche Effektsektion, einen Modulations-Sequencer und sogar WLAN und die Möglichkeit zur Steuerung per App spendiert. Und das ist ein weiterer Grund dafür, weshalb der erste Synthesizer von Behringer auch mein bisheriger Lieblingssynthesizer des Herstellers bleibt. Bei ihm hat man das Gefühl, die Entwickler hätten sich wirklich Gedanken gemacht, wie man das Konzept des Vorbilds weiterdenken und verbessern könnte, statt es einfach nur abzukupfern. Und deshalb setze ich auch viele Jahre später lieber den DeepMind auf diese Liste als den gerade erschienenen Pro 800.

Den Behringer DeepMind gibt es als Tastaturvariante mit sechs oder zwölf Stimmen und als zwölfstimmiges Desktop-Modul. Alle Varianten sind bei Thomann* erhältlich.

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Behringer DeepMind 12D
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Videos über polyphone Analogsynthesizer

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