Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten
Top 5 Digitale Synthesizer 2020

Top 5 Digitale Synthesizer 2020  ·  Quelle: Gearnews

Wir machen alle „paar Jahre“ eine Zusammenstellung digitaler Synthesizer und stellen sie auf. 

Dabei ist berücksichtigt, dass ihre Klangerzeugung hauptsächlich digital ist und bestenfalls analoge Filter zum Einsatz kommen. Digitale müssen oder können durch klangliche Innovationen punkten oder sind Dauerbrenner wie etwa der Microkorg, die einfach gut gelungen sind oder sogar der Access Virus TI2, der eigentlich eine sehr alte Generation von Synthesizer und dennoch immer noch lieferbar ist.

1. ASM Hydrasynth

Dieser Synthesizer ist anders, auch wenn er bekannte Syntheseprinzipien verwendet, so kombiniert er sie neu und sagt – Hallo, ich bin digital. Anstatt mit inzwischen allgegenwärtigen Wavetables mit festen Tables zu kommen und eben doch nie einen Editor zu liefern hat man bei ASM einfach eine massive Menge an Waves als Brückenpunkte für eigene Wavetables aufgestellt. Diese werden in eigenen Reaktorkammern mit FM und anderen Mitteln noch einmal aufgewertet. Das alles ist frisch und anders und auch klanglich mutig und souverän. Es gibt Lieferschwierigkeiten und immer noch gibt es Leute, die ihn haben wollen. Mehr Hydrasynth..

ASM Hydrasynth: Synthesizer mit massiven Modulationsmöglichkeiten

ASM Hydrasynth: Synthesizer mit massiven Modulationsmöglichkeiten

2. Arturia Microfreak

Dieser Synthesizer hat fast den Startschuss geliefert für neue digitale Synthesizer mit eher ungewöhnlichen Klangmodellen, bei denen FM und Physical Modeling mit einer sehr sehr gut bedienbaren Live-Modmatrix kombiniert werden. Das alles gepaart mit einem Buchla-ähnlichen Gedankenkostüm, welches Loophüllkurven und LFOs flexibel nutzen lässt. Die Maschine ist vierstimmig paraphon – was wohl dem analogen Filter geschuldet ist. Vielleicht wäre eine echte Vierstimmigkeit mit digitalem Filter noch besser – aber für „unter 300 Euro“ ist das ein ziemlich vielseitiger und innovativer Synthesizer. Arturias letzter Supercoup – günstig und innovativ zugleich zu sein hat geklappt. Die Optik mit dem bedruckten Frontteil ist etwas gewagt aber der Synth ist es eben auch. Mutig – das verdient Respekt. Als kleiner böser Tränentropfen gilt dem von Mutable übernommenen Algorithmus, da hätte man besser mit umgehen können. Mehr Microfreak.

Arturia Microfreak

Arturia Microfreak

3. Korg Minilogue XD

Korgs Minilogue XD ist eigentlich eher analog und hat einen großen Vorteil, nämlich den digitalen Oszillator für den es inzwischen eine große Anzahl von Oszillatormodellen gibt und der sich dadurch von Analogen abheben kann. Sequential versucht dasselbe gerade mit dem Pro 3, der aber unter „analog“ geführt werden wird. Er versteckt seine digitalen Seiten aber mehr und wir haben keine hybride Liste – dabei werden die Gemischten-Synthese-Modelle immer mehr. Daher steht hier ein bisschen auch stellvertretend der Pro 3 mit an dieser Stelle. Da er noch nicht zu kaufen ist, nehmen wir den XD: mehr dazu.

Korg Minilogue xd

Korg Minilogue xd

4. UDO Super 6

Dieser Synthesizer ist sehr stark vom Roland Jupiter 6 inspiriert (optisch und strukturell) und hat seinen Platz deshalb hier verdient, weil er eine neue Engine hat, eine sehr gute und intuitive Oberfläche und auch ein bisschen „neue Schule“ ist auch drin. Ein renovierter Jupiter 6 ohne Roland-Sound aber mit ähnlicher Idee und einem sehr interessanten Ansatz beim Thema Stereo-Filter / Sound-Engine und Wavetables ist das Ergebnis. Das alles ist eher traditionell und bietet an, was man heute mache kann. Er ist auf jeden Fall etwas für Bühne und Performance – trotz der Größe und leicht zu bedienen. Er ist vielleicht keine Revolution aber er ist ein sehr gutes Instrument. Mehr Super 6.

UDO Super 6

UDO Super 6

5. Waldorf Quantum 2.0

Der Quantum hat analoge Filter, sie sind offensichtlich das am wenigsten wichtige Element, denn seine Vorteile liegen alle auf der digitalen Ebene und passen in die Kategorie Innovationen am besten. Er wagt ein 6-Operatoren System, was mehr als nur FM erlaubt, Wavetables und ähnliches sind ebenfalls dort integriert. Dort ist viel mehr möglich als bei einem DX7 und nimmt vorweg, was ein Korg Opsix können könnte. Außerdem hat er neben dem noch weitere Modelle, darunter hochwertiges Granularsampling. Er bietet eine Macropage für Kernel-Synthese und sehr sehr viele Modulationsquellen in Menge und Möglichkeiten (6 LFOs, 6 Hüllkurven). Die Granular-Engine ist die zur Zeit beste in Hardware und viele Alternativen gibt es nicht – nur denTasty Chips GR-1, der aber seinen Platz in den Top 2017 bereits hatte.

Wir wünschen uns zusätzlich einen günstigeren Quantum mit mehr Stimmen. Er könnte dafür komplett digital und ohne analoge Filter sein und dafür günstiger und leichter, aber mit der gleichen Bedienung oder besser und „zum Mitnehmen“ (leicht und kleiner). Die Zeiten kleiner Angebote ist jetzt, aber Quantum ist wie er ist super. Das Teil hat nebenbei eine komplette Wavetable-Abteilung, Subtraktiv-Standards und Partikel-Synthese. Er ist bis auf additive Modelle so etwas wie die Sammlung der wichtigsten digitalen Syntheseverfahren und hat jeweils 3 davon als eigenen Oszillatorblock. Das heißt – fett geht auch und wie – Inkl Supersaw und ähnliches. Flexibel ist er auf jeden Fall.

Waldorf Quantum

Waldorf Quantum

Extraplätze:  Korg Wavestate und Roland Jupiter Xm

Es gibt durchaus noch 1-2 Synths, die in die Lobes-Reihe passen würden:

Da wäre vor allem der Korg Wavestate für seine beknopfte Variante der Wavestation in der zweiten Generation und benötigt aber viel Aufmerksamkeit, wenn man mit Wavesequenzen arbeiten möchte. Er könnte auch der beste „Rom-Röchel-Sound-Synthesizer“ werden, den es derzeit zu kaufen gibt. Mehr Wavestate…

Eigentlich könnte auch der Roland Jupiter Xm hier Platz haben, der allerdings gegenüber dem System 8 klanglich und in Synthese abgeben muss, dafür aber mehr Stimmen und noch mehr Vielfalt bei den Synth-Modellen gewinnt. Man verzichtet auf ein paar Modelle, erwartet ein paar neue aber bricht auch mit der System – Reihe, was etwas schade ist. So etwas wie die FM-taugliche Basisengine mit verschiedenen Filtern verzichtet man zugunsten einer Sample-4-Fach-Layer Engine. Dafür gibt es ein bisschen Multitimbralität und ist damit ein bisschen mehr Workstation und Live-Synth als andere, weil die meisten kaum mehr als 2 verschiedene Sounds erzeugen können. Nur klingen tut es „leider“ sagenhaft gut und hat einen unverschämt guten Formfaktor für heutige Bühnen, nämlich klein und kompakt wie ein Microkorg und ist dazu multitimbral wie eine kleine Workstation für ganze Songs. Das verdient eine Anerkennung. Mehr Jupiter Xm.

Korg Wavestate - kommt die Wavestation zurück?

Korg Wavestate – kommt die Wavestation zurück?

 

Roland JUPITER Xm

Roland JUPITER Xm

></p><footer class=

von moogulator

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.