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7 Tipps gegen kreative Blockaden

7 Tipps gegen kreative Blockaden  ·  Quelle: Gearnews

Wer kennt das nicht: Man möchte einen Song schreiben oder einen Track produzieren, aber man landet immer wieder bei denselben drei Akkorden oder demselben Beat. Frustriert legt man irgendwann die Gitarre zur Seite oder klappt den Laptop zu. Fast jeder, der kreativ ist, macht früher oder später mit kreativen Blockaden Bekanntschaft. Aber es gibt ein paar Tricks, wie man sich daraus befreien kann. Hier kommen 7 Tipps, wie du jede kreative Blockade besiegen kannst.

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Wer gern kreativ ist, erlebt Blockaden oft wie eine Demütigung: „Aber ich kann das doch eigentlich!“ Wenn einem einfach nichts einfallen will, sucht man oft den Fehler bei sich selbst und zweifelt an seinem Können. Der wichtigste Tipp gegen kreative Blockaden ist daher, sich klarzumachen, dass das völlig normal ist und dass man nicht den Anspruch an sich selbst haben sollte, pausenlos kreativ zu sein. Wer verbissen nach der nächsten Idee sucht, findet sie oft erst Recht nicht. Trotzdem kann man der Kreativität auf die Sprünge helfen. Hier sind unsere Tipps.

Reduziere dein Equipment

Sich selbst einzuschränken, ist ein bekannter und oft erfolgreicher Weg aus der kreativen Misere. Wer sich auf wenige Instrumente, Effekte oder Plug-ins beschränkt, zwingt sich selbst, sich mit den Möglichkeiten jedes einzelnen Geräts oder Instruments intensiv zu beschäftigen. Frische Ideen kommen dann oft ganz von allein.

Ganz besonders gilt das für die Arbeit mit einer DAW. Mit ihren unendlichen Möglichkeiten verleitet die Software dazu, sich in Details zu verlieren, statt die Kreativität fließen zu lassen. Wenn auf die erste Idee sofort die Frage folgt, welche von 10.000 Bassdrums denn die richtige ist, ist der kreative Augenblick schneller wieder vorbei, als man auf Record drücken kann. Wer unter dem Plug-in Acquisition Syndrome (PAS) leidet, verbringt unter Umständen mehr Zeit mit der Suche nach dem passenden Sound oder Effekt, als mit dem Musikmachen.

Auch deshalb sind sogenannte DAWless-Setups zunehmend beliebt. Mit Hardware zu arbeiten, wird von vielen als inspirierender und kreativer empfunden. Mein Kollege Dirk hat eine ganze Serie dazu geschrieben – schau doch mal rein!

Aber auch Gitarristen, Bassisten, Drummer und alle anderen Musiker machen manchmal den Fehler, mehr Equipment anzuhäufen, als gut tut. Dann kann es richtig befreiend wirken, einen Schnitt zu machen und sich von nicht benutzten Sachen zu trennen. Hier ist ein Erfahrungsbericht.

Zum Festhalten von Ideen ohne Computer bietet sich ein Standalone-Mehrspur-Recorder an. Ich selbst erinnere mich gern an meine ersten Gehversuche mit einem Kassetten-Vierspurgerät in den frühen 90ern. Die Möglichkeiten waren extrem eingeschränkt, aber gefühlt war ich später nie wieder so kreativ wie damals. Das heutige Gegenstück sind digitale Recorder, die meist auf SD-Karte aufzeichnen. Es gibt sie in mobilen Varianten, die sich auch als Field-Recorder eignen, und etwas größer mit integriertem Mischpult. Hier ein paar Tipps:

Wer Beats oder elektronische Musik produziert, kann eine Groovebox nutzen, um komplette Arrangements ohne DAW zu erstellen. Die Auswahl ist vielfältig. Manche legen den Schwerpunkt eher auf Sampling, andere auf die integrierten Drum- und Synthesizer-Sounds.

Mehr Tipps zu Grooveboxen findet ihr hier.

Auch ein Looper kann eine inspirierende Aufnahmelösung sein. Hier ist alles immer im Fluss und auf den Moment bezogen und man läuft keine Gefahr, sich in unnötigen Details zu verlieren.

Geh raus

Es klingt banal, kann aber sehr wirksam sein. Wenn dir die Decke im Studio oder Proberaum auf den Kopf fällt, ist es Zeit für einen Tapetenwechsel. Nicht umsonst ziehen sich Bands gern aufs Land zurück, um Songs zu schreiben oder ein neues Album aufzunehmen. Geh raus, beobachte deine Umwelt, lass dich inspirieren. Schau Filme, geh ins Theater, lern neue Leute kennen. Verlass deine Komfortzone und trau dich auch mal an Sachen heran, die dir etwas unheimlich sind. Nur wer sich selbst und seine Umwelt bewusst wahrnimmt, kann kreativ sein.

Vielleicht willst du auch Geräusche aus deiner Umgebung aufnehmen, um sie in deinen Songs zu verarbeiten. Oder du möchtest dich mit deiner Gitarre in den Park, auf einen Berg oder auf eine Eisscholle setzen und deine Songideen direkt dort festhalten. Dann brauchst du einen Field-Recorder. Die gibt es in verschiedenen Ausführungen, vom einfachen „Diktiergerät“ bis hin zum voll ausgestatteten Mehrspur-Recorder.

Mehr zum Thema mobile Recorder erfährst du hier.

Kollaboriere mit anderen

Mit anderen zusammen Musik zu machen, kann der Kreativität einen echten Schub geben. Im Zusammenspiel mit anderen entdeckst du vielleicht Fähigkeiten, von denen du gar nichts wusstest, und lernst neue Musik, neue Techniken und neue Charaktere kennen. Probiere ruhig auch einmal Stile oder Bands aus, die nicht deinem persönlichen Musikgeschmack entsprechen. Den eigenen Horizont zu erweitern ist eines der besten Mittel gegen kreativen Stillstand!

Früher hängte man einen Zettel ans schwarze Brett an der Schule oder Uni, um neue Mitspieler zu finden. Heute läuft das meistens über Gruppen auf Social-Media-Plattformen wie Facebook. Bestimmt gibt es eine Musikergruppe für deine Stadt oder deine Gegend.

Aber du musst nicht unbedingt mit deinen Kollaborationspartnern in einer Stadt wohnen. Online-Systeme zur Zusammenarbeit haben in der Corona-Pandemie einen großen Schub bekommen. Das geht von einfachen Plattformen zum Austausch von Audiodateien wie Bounce Boss bis hin zu Live-Tools mit direkter Integration in die DAW, wie zum Beispiel Steinberg VST Connect. Weitere Beispiele für Tools zur Zusammenarbeit per Internet sind Soundwhale, Mixed In Key Satellite, Endlesss Studio und Soundation Collab Live. Eine Übersicht mit noch mehr Tipps findest du hier.

Probiere ein anderes Instrument aus

Das Stichwort „Horizont erweitern“ hatten wir ja gerade schon einmal. Die ultimative Horizonterweiterung für Musiker ist es, ein ganz neues Instrument auszuprobieren. Vielleicht bist du eigentlich Gitarrist, aber in Wirklichkeit ist an dir ein Pianist verloren gegangen. Oder du spielst Keyboard, aber dein wahrer Bestimmungsort ist am Schlagzeug. Manchmal muss man es einfach ausprobieren und entdeckt Talente, von denen man nie geträumt hätte. Auch, wenn du Beats am Rechner produzierst, kann es eine tolle Sache sein, mit „echten“ Instrumenten zu experimentieren.

Wenn man in ein anderes Instrument „hineinschnuppern“ möchte, empfiehlt sich die Anschaffung eines Einsteigerinstruments, das aber natürlich schon eine gewisse Qualität aufweisen sollte. Hier sind ein paar Beispiele für Gitarren, Bässe und Synthesizer, die sich für „Quereinsteiger“ eignen:

Für Produzenten kann es ein echter Augenöffner sein, mal eine andere DAW auszuprobieren. Jede Software hat ihre speziellen Stärken und der Workflow einer anderen DAW kann einen auf neue Ideen bringen. Natürlich ist immer eine gewisse Lernkurve damit verbunden, aber es lohnt sich, auch mal über den Tellerrand hinaus zu schauen.

Produziere ein Sample-Pack oder eine Sound-Bank

Egal, welches Instrument du spielst: Das Erstellen eines eigenen Sample-Packs kann sehr inspirierend sein. Nimm ein paar Sounds und Loops auf, bearbeite sie ggf. mit Effekten und experimentiere dann mit deinen eigenen Samples. Das Ergebnis geht vielleicht stilistisch in eine andere Richtung, als du es gewohnt bist, aber du wirst auf neue Ideen kommen.

Ob du mit Hardware oder Software arbeitest, spielt dabei keine Rolle. Eine Übersicht aktueller Hardware-Sampler findest du hier. Einige Beispiele:

Analysiere deine Vorbilder

Den eigenen Idolen auf die Finger zu schauen, ist eine großartige Möglichkeit, um auf neue Ideen zu kommen. Hör dein Lieblings-Gitarrensolo heraus, finde heraus, welche Akkordfolge dein Lieblingssong hat oder bau die Sounds und Beats deiner Vorbilder nach. Das kann ein echter Augenöffner sein. Außerdem nimmst du dir damit den Druck, sofort selbst kreativ zu sein – du spielst ja erstmal nur nach. Die neuen Ideen kommen dann meist ganz von allein.

Um Songs und Akkorde leichter heraushören zu können, kann man sein Gehör trainieren, zum Beispiel mit einer passenden Software.

Nimm Unterricht

Wenn man sich weiterentwickelt, kommt man auch schnell auf neue Ideen. Unterricht zu nehmen kann sehr hilfreich dabei sein, eine kreative Blockade zu überwinden. Wenn man neue Dinge lernt, erweitert man sozusagen seinen „Werkzeugkasten“ und damit die Möglichkeiten, kreativ zu werden. Und ein guter Lehrer kann versteckte Talente entdecken und ein großartiger Motivator sein.

Wenn du keine Zeit oder nicht das Budget für regelmäßige Unterrichtsstunden hast, kannst eines der zahlreichen Online-Angebote ausprobieren, die es inzwischen für viele Instrumente gibt. Die können einen Lehrer zwar nicht ersetzen, helfen aber dabei, auf neue Gedanken zu kommen und sich neue Interessen zu erschließen.

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Eine Antwort zu “7 Tipps, wie du jede kreative Blockade überwindest”

  1. TBS sagt:

    Dann ist doch eher hier die Frage, die Kontrolle zu haben sich zu minimieren, also dann nutze ich nur einen Vsti Synth und dann werde ich sehen, was ich daraus machen kann.

    Was man mit der Hardware machen kann, kann ich doch auch mit der Software machen.

    Da brauche ich für nicht nochmal Hardware zu kaufen. Ist aber nur meine Meinung dazu, soll jeder so machen wie er will.

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