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Harrison Mixbus 7 DAW Editor

Mixbus 7 Editor  ·  Quelle: Screenshot Claudius

Ich bin großer Fan der DAW Mixbus. Es ist eine DAW mit einem etwas anderen Ansatz: Die Bedienung soll an die Harrison-Konsolen erinnern. Harrison Mixbus 7 bringt ein neues Feature für alle mit, die damit aufnehmen.

Analoge DAW

Wer die DAW noch nicht kennt, kann sich entweder unsere Artikel dazu ansehen oder ich erkläre es kurz und knapp. Mixbus wird von Harrison parallel und simultan mit der Open Source DAW Ardour entwickelt. Die Besonderheit sind einerseits die namensgebenden „Mixbusse“, 8 an der Zahl, die als feste Busse vordefiniert sind, jeweils Tape Saturation, 3-Band-EQ und drei Kompressoren mitbringen – und andererseits hat jeder Track einen eigenen Channelstrip mit 3-Band-EQ, High-Pass, drei Kompressoren und einfach zu verwaltenden Sends auf die Mixbusse.

Damit soll nicht nur das Feeling von analogen Konsolen zum Recording und Mixing nachempfunden werden, sondern auch der „analoge“ Sound. Einen A/B-Vergleich hatte ich nie, aber das was Mixbus abliefert, ist mir mein Geld allemal wert und es ist für klassische Recording- und Mixing-Projekte seit V5 meine Haupt-DAW.

Harrison Mixbus 7 DAW Mixer

Mixbus 7 Mixer – bedient sich und klingt „analog“

Harrison Mixbus 7

Das neue Major-Update hatte mich etwas überrascht, schließlich ist Mixbus 6 erst im August 2020 erschienen. Andererseits gibt es Mixbus 32C 7 schon ein paar Tage, daher ist es nur konsequent, wenn Harrison auch die „kleine“ Version von Mixbus ohne spezifische 32C-EQ-Emulation nun auch nachgeschoben wird.

Die echten Updates neben den üblichen Bugfixes lassen sich an einer Hand abzählen. Daher musst du abwägen, ob sich das Update lohnt. Die größte Besonderheit ist ein neues Fenster, das Recording Window. Dabei handelt es sich neben bekannten Editor und Mixer um die dritte Ansicht, die ähnlich wie im Editor aussieht, aber extrem reduziert und auf Features von Recording fokussiert ist. Konkret sind das: Gruppen, Rec-Arm, Input, Playlist, Name, Input Monitoring, Disk Monitoring, Meterd, Zeitbalken ohne Waveform. Also im Prinzip eine etwas klassischere vertikale und übersichtlichere Version der Meterbridge, die wir schon seit Jahren kennen.

Harrison Mixbus 7 DAW Recording Window Meterbridge

Recording Window + Meterbridge (rechts unten)

Die Installer für macOS und Windows sind nun signiert und verursachen keine Sicherheitsmeldungen mehr bei der Installation, die Mac-Version kann jetzt u. a. mit Waves V12 Plug-ins umgehen und die ASIO-Anbindung für Windows wurde aktualisiert und soll weniger CPU verbrauchen und die Buffersize minimieren.

Abgesehen vom Recording Window konnte ich in einer ersten Test-Mix-Session bei mir mehr Stabilität feststellen. Einige Linux-Plug-ins (LV2) hatten mir immer Probleme gemacht, die laufen anscheinend nun einwandfrei. Das Geruckel im Mixer, wenn man die Mixbusse verschiebt, ist immer noch da. Vertikales Scrollen ruckelt aber nicht mehr im Mixer. Sonst geht auch alles sehr flüssig von der Hand und alle Meter „LEDs“ sind flüssig. Für mich hat sich das Update gelohnt.

Preis und Marktstart

Wer Besitzer von Mixbus 6 ist, kann das Update auf Mixbus 7 für 19 USD erwerben. Regulär kostet es 69 USD – immer noch sehr fair. Plug-ins außer den Kanalzügen gibt es aber nicht dazu. Die 32C-Version mit (laut Mixbus) super-authentischer Emulation der Mischpulteigenheiten kostet saftige 356 Euro. Wer den EQ nicht braucht, ist mit der „kleinen“ Version bestens bedient.

Mehr Infos

Video (Mixbus 32C 7)

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