von Julian Schmauch | Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten
Videostreaming Marcus Schmahl

Videostreaming Marcus Schmahl  ·  Quelle:

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Beim Videostreaming für Musiker gibt es verschiedene Szenarien: ein Konzert aus dem Wohnzimmer, eine Produktion in der DAW (a.k.a. Workshop), ein DJ Set mit Club-Equipment oder einem DJ-Controller. In der ersten Folge unserer neuen Reihe „Videostreaming Setup“ stellen wir euch das Setup von Marcus Schmahl vor. Marcus ist nicht nur erfolgreicher Musikproduzent, DJ und Tutor im Bereich „Electronic Music Production„, sondern auch unser GEARNEWS-Chefredakteur

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Was zeigt Marcus in seinen Streams?

Auf seinem Twitch-Kanal zeigt Marcus unter anderem Produktions-Sessions, in denen er in einer DAW (meistens Ableton Live, manchmal Bitwig Studio) neue Plug-ins bespricht, Musik produziert, Remixe erstellt oder einen Workshop abhält. Der Bildschirm ist dreigeteilt: Hauptsächlich ist die DAW zu sehen, daneben das Chat-Fenster und dann Marcus selbst. Außerdem testet er auch neues Studio-Gear live, wie die gerade erschienenen Drum-Machine Behringer RD-9. Immer ist die Interaktion mit den Zuschauern im Chat von Twitch ein wichtiger Bestandteil. Marcus geht hier auf Fragen der Community ein, gibt Tipps und zeigt Insights aus seiner Arbeit im Tonstudio.

Darüber hinaus spielt er DJ Sets in seiner „DJ Mix“-Serie. Auch hier ist der Chat eingeblendet, Marcus geht auf Fragen der Zuschauer zur Musik ein oder man „redet“ über dies und das. Das ist auch ein wichtiger Punkt einer Twitch-Sendung. Seine Sets spielt er auf zwei Denon SC 6000 Prime DJ Playern und einem Pioneer DJ 900 Nexus Mixer vor einer Greenscreen. Dort werden über Streamlabs OBS selbsterstellte Videosequenzen als Hintergrund eingeblendet. Das erzeugt den Look der Sendung. Außerdem gibt es mit „Late Night Talk“ eine Interview-Show mit Gästen auf seinem Twitch-Kanal. Hier sind prominente DJs, Musikproduzenten, interessante Leute aus dem Musikbusiness und der Musikindustrie als Gäste zugeschaltet. Unter anderem waren Robert Babicz, Mark Reeve, Dr. Motte, Albird (seeqnc.com), DJ Taucher und Timo Maas via „Google Meet“ zu eingeladen.

Wie ist das Videostreaming Setup von Marcus aufgebaut?

Bei Marcus gibt es zwei Setups aus seinen zwei Studioräumen. Das eine ist für seine Produktionssessions, das andere für die DJ Sets. Im Produktionsstudio (sein Tonstudio), in dem der Hintergrund aus unzähligen Synthesizern und Drum-Machines besteht, ist ein Blackmagic Design Atem Mini Pro die Schaltzentrale. An dem Videomischer steckt als Hauptkamera eine Sony Alpha 7 III mit Canon-Objektiv für die Personenaufnahmen und eine alte Full-HD Video-Cam Panasonic. Diese filmt den Studiotisch und die genutzten Musikinstrumente oder Effekte. Das wichtige Licht für die Ausleuchtung des Raums liefern zwei Elgato Key Lights, die am Studiotisch befestigt sind. Für spezielle und punktuelle Beleuchtungen setzt Marcus zwei akkubetriebene LED Videoleuchten von K&F ein.

Auch das iPhone 11 Pro ist mit der „Elgato EpocCam“-App als mobile Kameraquelle eingebunden. Die verschiedenen Kameras und alle anderen Bildquellen verwaltet Marcus über ein Stream Deck von Elgato. Als Mikrofon dient das Rode Wireless GO II mit angeschlossenem Rode Lavalier GO und dem passenden Rode Headset. Außerdem laufen die Audiosignale in einem Flow 8 von Behringer zusammen. Hier werden alle Audioquellen gemischt und per USB an den Streaming-Rechner (Apple MacBook Pro 13″ M1) geschickt. Sehr cool ist die Möglichkeit, auch Audiosignale des Rechners, wie zum Beispiel aus Google Meet, auf den kleinen Mixer zu routen. Auf dem MacBook Pro läuft Streamlabs OBS, mit dem das aufbereitete Video an Twitch gesendet wird.

Der DAW-Rechner, ein Apple iMac, sendet den Bildschirminhalt via NDI-Treiber (NDI Tools) fast latenzfrei über das Netzwerk an das MacBook Pro. So wird die Performance des Studiorechners nicht durch die CPU-Belastung der Streaming-Software gestört und die Zuschauer können live die DAW oder andere Rechnerinhalte in einer sehr guten Qualität mitverfolgen.

Studio II: DJ Sets und Interviews

Mein Videostreaming Setup

Interview von Marcus Schmahl mit Timo Maas

Im zweiten Studio streamt Marcus mit demselben Streaming-Setup (MacBook Pro, Atem Mini Pro, Flow 8 Mixer, Stream Deck), das mobil per „Drag-and-drop“ von dem einen in den anderen Raum wandert. Die Main-Cam (ebenso die Sony Alpha 7 III) erhält hier ein Neewer-Ringlicht zur Ausleuchtung des Gesichts und Körpers. Dazu stehen vier weitere LED-Lichter von Neewer als Lichtquellen bereit, die eigentlich nur die Greenscreen ausleuchten. Eine Logitech Brio Webcam, die von der Decke auf den DJ-Tisch gerichtet ist, zeigt die beiden Player und den Mixer aus der Vogelperspektive. Die große Greenscreen hinter dem „DJ“ besteht aus einem grünen Tuch, das über die Wand gespannt ist. Das sogenannte „Chroma Keying“, also das Entfernen des grünen Hintergrundes, erledigt Streaming OBS automatisch mit einem Klick. Und das wirklich gut.

Auch bei zugeschalteten Gästen werden die verschiedenen Bildebenen direkt aus der Software verwaltet. Da der Videomischer Atem Mini Pro nur ein einziges Bild-in-Bild erlaubt, werden die verschiedenen Bildquellen der Kameras direkt in Streamlabs OBS eingesetzt und auf dem Bildschirm verteilt. Bei den DJ Sets und den Talks kommt ebenso das Headset und das Wireless Go II von Rode als Mikrofon zum Einsatz. Um keine Rückkopplungen zu erzeugen und den Sound „im Auge“ zu behalten, arbeitet Marcus mit Kopfhörern.

Videostreaming Marcus Schmahl

Greenscreen-Studio und Twitch DJ Booth

Gestreamt wird in Full HD (1920 x 1080 Bildpunkten) einer Bitrate von 5000 kb/s und 25 Frames pro Sekunde. Das ist natürlich abhängig von der Internetverbindung, die das Ganze stemmen muss. Gerne könnt ihr mal in seine Sendungen reinschauen und auch Fragen zum Thema Streaming oder Musik stellen, die Marcus auf jeden Fall live beantworten wird.

So funktioniert Twitch für Streamer

Ganz wichtig: Twitch löscht alle Videos nach 14 Tagen! Wer im Twitch-Partner-Programm ist, hat immerhin 60 Tage, bis die Aufzeichnungen der Streams entfernt werden. Schaut also immer, dass ihr eure Videos zusätzlich abspeichert und vielleicht sogar zusätzlich nach der Live-Sendung auf YouTube hochladet.  Das Potential, auf Twitch als Musiker, Produzent oder DJ mit eigenem Kanal eine Community aufzubauen und sogar Geld zu verdienen, ist dennoch groß. Mit dem Twitch-Affiliate-Programm gibt es eine Möglichkeit, bespielsweise kostenpflichtige Kanal-Abos für besondere Streams oder Chat-Funktionen für die Abonnenten zu erstellen.

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Bildquellen:
  • Bei den Objektiven für die Sony Alpha 7 III gibt es große Auswahl.: Sony
  • Rode GO II: Rode
  • In der Mitte ist das Stream Deck zu sehen.: Gearnews
  • Interview von Marcus Schmahl mit Timo Maas: Marcus Schmahl, Twitch
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