von Marcus Schmahl | Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten
Ist Twitch die neue Einnahmequelle für Musiker und Live Performer? Ja!

Ist Twitch die neue Einnahmequelle für Musiker und Live Performer? Ja!  ·  Quelle: Lena Balk / Unsplash / Gearnews, Marcus

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Twitch ist eigentlich bekannt als Streaming-Plattform für Gamer. Das ist auch immer noch so. In den letzten Monaten haben aber auch vermehrt Musiker, Live-Acts und DJs (neben Grafikern und Podcastern) diese Plattform ausprobiert. Und das mit Erfolg. Die Community wächst. In einem Selbstversuch habe ich im März 2021 als absoluter Twitch-Neuling einen eigenen Kanal mit nur wenigen Klicks aufgesetzt. Und dieser läuft und läuft und läuft. Aber was ist mit der Vergütung? Das System funktioniert mehr als gut! Manche Kanalbetreiber sprechen sogar von einem Einkommen, das sie vor dem Streaming nicht annähernd durch Musik verdient haben. Wow!

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Twitch hilft Musikern, näher am Publikum zu sein

Man munkelt, dass Twitch Musikern mehr als Zehnfache an Einnahmen beschert, als Spotify, Apple Music und Co. generiert. Unglaublich? Aber wahr. Das Konzept ist eigentlich sehr einfach. Ein Twitch-Kanal kreieren ist kostenlos und schnell angelegt. Das Streamen ist heutzutage ebenso easy zu bewältigen. Die meisten Rechner besitzen eine Webcam oder ihr nutzt eben euer Smartphone als Kameraersatz. Wie das Ganze technisch und mit der Software OBS funktioniert, haben wir euch hier schon vorgestellt.

Jetzt benötigt ihr natürlich interessanten Content, um Zuschauer zu ziehen. Bei Musikern ist das eigentlich recht einfach. Ich selbst zeige unter anderem, wie ich in meinem Studio Musik produziere, stelle Instrumente vor oder lege als DJ vor der Kamera auf. Sehr schön ist die Möglichkeit, über Kommunikations-Apps (Google Meet, Skype oder ähnliche) Gäste in die Sendung zu holen. Darüber hinaus spielt die Community (also die Zuschauer der Show) eine große Rolle im Stream. Diese können nämlich live Fragen zum Thema stellen, die ich live und über mein Mikrofon beantworte. Interaktion wird hier groß geschrieben.

Der Zuschauer ist so mitten im Schaffensprozess gefangen. Er sitzt quasi mitten im Studio, ist dem Musiker und Produzenten sehr nah. Das ist sicher auch eine tolle Sache, um eine Fanbase aufzubauen und auch als Künstler näher an der eigenen Community zu sein. Feedback, Kritik, aber auch Lob kommt direkt und ohne Umwege. Das ist wirklich sehr interessant. Es entstehen so direkte Verbindungen zu anderen Musikern, die man in der Sendung teilhaben lässt, und dem Publikum. Das ist definitiv TV 2.0!

Wie jetzt? Geld verdienen mit Twitch?

Und da wären wir auch schon beim Thema. Lohnt sich das Streamen überhaupt? Voraussetzung zum Geld verdienen durch Twitch ist der Affiliate-Status des Kanalinhabers. Zuschauer können diesen Kanal bei Gefallen abonnieren. Das kostet pro Monat knappe 5 Euro und schaltet einige vom Streamer bereitgestellte Funktionen frei. Darüber hinaus können die Teilnehmer Bits (das virtuelle Geld von Twitch) zahlen – das ist sozusagen ein Trinkgeld an den Streamenden (Vorsicht: Alle gezahlten Einnahmen über Twitch selbst fließen zu 50 Prozent an Twitch). Über weitere Donations (Spenden) erhält der Betreiber der Sendung nochmals Geld (meist direkt über Paypal). Und ich muss sagen, dass das Konzept tatsächlich funktioniert. Sogar auf meinem noch kleinen Kanal.

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Natürlich spielt auch der Bekanntheitsgrad des Artists und die Social-Media-Reichweite eine große Rolle, die die Höhe der Zuschauerzahlen mitbestimmt. Aber auch ein Durchhaltevermögen, regelmäßiges (langes) Streamen von interessanten Themen bringt viele Follower. Und die zahlen Geld ein. Darüber hinaus kann der Streamer über Sponsoring (Werbung in der Sendung) und Affiliate-Programme Geld einnehmen. Aber hier muss man aufpassen, denn so kann man auch schnell Zuschauer vergraulen (siehe TV-Programm).

Manche bekannte Artists verdienen mittlerweile 10-20.000 Euro pro Monat über ihre Twitch-Kanäle (siehe Artikel bei Twitch’s Rockonomics). Dagegen sind Einnahmen durch Musik-Streaming-Dienste (Spotify, Apple Music, Tidal, Deezer etc.) verschwindend gering. Ich denke auch, dass das Streamen nach „Corona“ nicht verschwinden wird. Im Gegenteil. Das Angebot wird im Herbst/Winter nochmals größer werden. Ich kann als Musiker und Journalist sagen, dass ich meinen Kanal definitiv weiter ausbauen werde. Und das trotz hohem Zeitaufwand. Nach drei Monaten Aufbau trägt sich der Kanal fast von selbst (oder besser gesagt durch meine Community).

Daten

Die Teilnahme als Twitch-Konsument, aber auch -Streamer ist absolut kostenlos. Mehr hierzu findet ihr auf der Website des Anbieters. Eine Smartphone- und Tablet-App ist ebenso verfügbar.

Mehr Infos über Twitch

Videos von Twitch

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6 Antworten zu “Ist Twitch die neue Einnahmequelle für Musiker und Live Performer? Ja!”

    donnie sagt:
    0

    Schei** auf die vergütung! ein hartz4 empfänger hat davon eh nichts. wenn einem musiker etwas wichtig sein sollte, dann das seine, oder ihre musik gehört wird. nichts ist schlimmer als sinnlosigkeit.

    Karbunkel Joe sagt:
    0

    Dann biste halt primär Influencer statt „Musiker und Live Performer“…

    Sonja Dammriss sagt:
    0

    Wieviel Zeit wendest du denn für deinen Channel auf und wie hoch sind die Nettoeinnahmen? So könnte man sich auch was darunter vorstellen.

    Markus sagt:
    0

    die Verlinkung ist falsch….Absicht?

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