NRSynth Quatuor: Moderne Reinkarnation des Oberheim Four Voice
Wiedergeburt des analogen Klassikers mit vielen modernen Extras
Der spektakuläre NRSynth Quatuor ist kein Klon des Oberheim Four Voice, er ist noch viel mehr! Vier SEM-Nachbauten mit vielen Extras bilden die Basis für einen umwerfenden Sound.
NRSynth Quatuor
Im letzten Jahr hatte der französische Entwickler den Solo präsentiert – einen Nachbau des Oberheim SEM mit einigen modernen Ergänzungen. Da lag es nahe, es wie Tom Oberheim zu machen und mehrere Exemplare zu einem polyphonen Synthesizer zusammenzufügen. Auf dem diesjährigen SynthFest France konnte man nun das Ergebnis bewundern: Mit vier Solo-Modulen ist der NRSynth Quatuor so etwas wie eine Wiedergeburt des Oberheim Four Voice – allerdings mit vielen neuen Features und in einem Gehäuse, das eher an den Sequential Circuits Prophet-5 erinnert. Und erst der Sound!
Der in Handarbeit gefertigte Synthesizer ist ein Mix aus analogem Purismus und modernen Elementen. So gibt es keine Presets, aber die einzelnen Solo-Module und damit Stimmen lassen sich separat über MIDI ansteuern. Somit kann der NRSynth auf Wunsch auch vier unabhängige monophone Sounds erzeugen. Für jedes Modul steht ein eigener Ausgang zur Verfügung; zusätzlich gibt es einen Master-Ausgang mit Stereo-Panning. Da jedes Modul zusätzlich über separate, Eurorack-kompatible Patch-Buchsen verfügt, versteht sich der Quatuor auch bestens mit der modularen Welt.

Jede Stimme besteht aus zwei diskret aufgebauten VCOs mit Sägezahn- und Pulsschwingungen, PWM und Hard Sync, dem berühmten 2-Pol-Filter mit Tiefpass-, Hochpass-, Bandpass- und Bandsperrenmodi sowie einem analogen VCA. Hinzu kommt ein LFO mit einer Dreieckschwingung.
Da er auf den Solo-Modulen basiert, enthält der Quatuor zusätzlich natürlich auch die Ergänzungen, die den Solo vom Original-SEM unterscheiden. So bietet jede Stimme einen zusätzlichen Suboszillator mit Pulsschwingung eine Oktave unter dem VCO, einen analogen Rauschgenerator für weißes Rauschen, zwei vom Sequential Pro-One inspirierte Hüllkurvengeneratoren und einen digitalen LFO mit acht Schwingungsformen. Das ist eine Menge Stoff für mächtige Analogsounds!

In der globalen Sektion auf der linken Seite kann man das Tuning und die Cutoff-Frequenz für alle Module gemeinsam regeln. Auch gibt es hier einen weiteren LFO sowie einen digitalen Sequencer und Arpeggiator. Die Tastatur mit fünf Oktaven, Velocity und Aftertouch stammt von Fatar. Eingebaut ist das alles in ein handgefertigtes Holzgehäuse, das vom Design her eher an Sequential Circuits als an Oberheim erinnert.
Ein phänomenaler Synthesizer – sowohl optisch als auch klanglich! Ich bin sicher nicht der Einzige, der bei den Demo-Sounds in den Videos Gänsehaut bekommt.
Preis und Verfügbarkeit
Derzeit ist der NRSynth Quatuor noch ein Prototyp, der noch nicht final abgestimmt ist. Jedoch fehlt nach Aussage des Herstellers nicht mehr viel. Laut der Website kannst du den Synthesizer ab Mai 2026 vorbestellen.
Da jedes Exemplar in Handarbeit hergestellt wird, wird das Ganze natürlich kein Schnäppchen – sofern du überhaupt ein Exemplar ergattern kannst. Berichten zufolge verfügt der Hersteller derzeit über genügend Teile für vier Exemplare; der Quatuor wird also eine ziemlich exklusive Angelegenheit. Der Preis wurde noch nicht offiziell bekanntgegeben, dürfte aber bei etwa 5.000,- € liegen.

