/ | Im Field Kit steckt viel Potenzial drin

Field Recordings sind eine Art „Muss“ für den Sample-Nutzer. Der klassische Gang zum Schrottplatz wurde nicht nur von Depeche Mode, Peter Gabriel und Co. gemacht. Es ist bis heute eine Suche nach dem eigenen Sound, nun kann man es auch selbst bauen. Kickstarter macht’s möglich.

Eigentlich gibt es nicht mal eine richtige Bezeichnung für dieses Gerät. Es ist kein Synthesizer, enthält aber Teile eines solchen. Es ist kein Amp oder Pre-Amp, dennoch ist ein Vorverstärker verbaut. Es enthält sogar ein Radio und dennoch baut man es nicht direkt ins Auto ein. Es geht um Geräusche, Aufnahmen und Versuche, die etwas mehr als nur ein Mikrofon benötigen. Das Gerät ist eine Art Schweizer Supermesser mit eingebautem McGyver-Gen, um verschiedene „Sound-Beeinflusser“ immer dabei zu haben.

Es besteht aus einem spannungsgesteuerten Radio, das die Sender ferngesteuert durchlaufen kann, einem einfachen LFO, vier Eingängen für Signale, einem Preamp und einem Mixer mit vier Fadern. Außerdem ist angedacht, kleine Elektromotoren oder Stoß-Vorrichtungen zu steuern, die Material mit aufgeklebten oder angebrachten Kontaktmikrofonen anregt (siehe unten verlinktes Video). Als Beispiel sind Murmeln und Kügelchen in einer Schachtel zu sehen, die von jenem „Stoßgenerator“ angeschoben werden, der wiederum von einem LFO und Gleichstromumsetzer angesteuert wird. Das spart weitere Geräte. Ein Envelope Follower erlaubt, die Mikrofonsignale wieder in Steuersignale zu verwandeln. Damit lassen sich wiederum Synthesizer steuern. So gesehen ist Field Kit eine durchdachte Interface-Box für Motoren, Sensoren und Mikrofone.

Die natürlichen Freunde des Field Kits sind Kontaktmikrofone, Motoren und Störsignale. Echte Feinde kennt das Gerät im Gegenzug aber auch nicht, denn McGyver kann alles! Außerdem wurde das Gerät über Kickstarter bereits durchfinanziert. Die Preise liegen zwischen 200 und 260 Euro für das Field Kit und eine Art Zusatzpaket, das Motoren, Mikrofone und Anstoßgeräte enthält. Etwas günstiger wird’s als Bausatz für 160 Euro. Günstig genug, um es als Weihnachtsgeschenk für den ambitionierten Nerdpartner zu bedenken.

Koma Field Kit

Wer so etwas live sehen möchte, hatte und wird wieder Gelegenheit auf Festivals wie dem Shiny Toys in Mülheim (Ruhr) haben. Ausnahmsweise darf ich auch meine eigene Teilnahme bei deren kleinem Ableger am 17.12. hinweisen, da dieses Gerät fast wie dafür gemacht zu sein scheint. Stichworte wie Musique Concrète, Loops und Looper und ähnliches lasse ich hier mal offen für das eigene Google-Vergnügen, es ist ja bald Weihnachten.

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