von Dirk | Geschätzte Lesezeit: 9 Minuten
System-500: Fünf Racks und Module für 500 Series Lunchbox

System-500: Fünf Racks und Module für 500 Series Lunchbox  ·  Quelle: Heritage Audio

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Was für Synthesizer-Nerds das Eurorack ist, dürfte im Recording-Bereich die API Lunchbox sein. 500-Series, 500er Serie, System-500 – egal bei welchem Namen ihr das „Kind“ nennt, das Prinzip bleibt gleich. Module in diesem Format lassen sich in kompakter Form in ein Rack-Hehäuse bauen und so zu einem ganz persönlichen Channelstrip oder Effekt-Rack zusammenstellen. Die Auswahl ist groß und deckt von Preamps über Equalizer und Kompressoren das ganze Spektrum an Studiotools bis hin zu Effekten ab. Falls ihr euch noch nicht groß mit dieser Welt beschäftigt habt, wollen wir euch mal einen kleinen Einblick geben und euch ein paar interessante Sachen als Inspiration zeigen. Dazu gehören ein paar Gehäuse und natürlich ebenso ein paar Module.

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System-500: Fünf Racks und Module für 500-Series Lunchbox

Die System-500-Serie ist aus mehreren Gründen populär. Einmal spielt die kompakte Größe eine Rolle. Wenn ihr zum Beispiel schon immer einen Preamp von Neve haben wolltet, müsst ihr euch nicht gleich eine ganze Konsole des Herstellers oder sonst übliches 19-Zoll-Gerät holen, sondern ein kleines Modul. Das erledigt die gleiche Aufgabe, bietet denselben Sound und ist im Vergleich sogar günstiger bei der Anschaffung. Und ihr könnt diesen Preamp dann mit Modulen anderer Hersteller kombinieren, also einem beliebigen Kompressor, Equalizer, Delay oder was auch immer es da sonst noch so gibt.

Das mit dem „günstiger in der Anschaffung“ ist allerdings so eine Sache. Für ein einzelnes Modul stimmt das vielleicht nicht ganz. Denn ein Gehäuse ist Voraussetzung. Und das kostet durchaus ein paar Euro. In so ein Rack passen dann auch ein paar weitere Komponenten. Wie viele hineingehen, richtet sich nach der Größe des Gehäuses und den vorhandenen Slots. Wenn ihr aber erst einmal so ein Gehäuse besitzt, relativiert sich das mit dem Preis wieder – besonders bei der Anschaffung von mehreren Modulen. Und wie ihr jetzt sehen werdet, gibt es auch günstige Gehäuse für den Einstieg.

Bei den Modulen – die auch gerne Kassette gennant werden – gibt es eine riesige Auswahl. Das macht Empfehlungen nicht gerade einfach. Was ihr da braucht, hängt stark von dem Einsatzzweck ab und welches Gear ihr sonst besitzt. Wenn ihr schon einen oder mehrere gute Preamps habt oder diese für euch gar nicht so wichtig sind, kommt möglicherweise ein schöner EQ oder Kompressor in Frage. Vielleicht soll es ja lieber ein Effekt wie Delay oder Reverb sein? So richtigen Mist gibt es in der Stystem-500-Welt eigentlich nicht, deshalb hängt auch viel von eurem Geschmack, euren Ansprüchen und (wie so oft) dem Geldbeutel ab. Hier wollen wir fünf Kassetten vorstellen, die nicht nur als Empfehlung sondern auch als Inspirationsquelle dienen sollen.

Wenn ihr tiefer in die Welt des System-500 eintauchen wollt, findet ihr bei Bonedo viele Tests und ebenso eine kleine Einführung.

Midas Legend L6

Midas Legend L6

Midas Legend L6

Einen günstigeren Einstieg in die Welt der System-500-Komponenten gibt es wohl nicht. Für aktuell nicht mal 170 Euro bekommt ihr ein Rack mit sechs Slots, auf der Rückseite gibt es für jeden Slot Ein- und Ausgänge mit XLR sowie Aux In/Outs (ebenfalls mit XLR). Über Link-Switches lässt sich der Signalweg ohne Kabel bestimmen. Die Compressor Bus Link Switches ermöglichen schnelles Sidechaining mit Stereo-Signalen. Die Verarbeitung überzeugt, das für die meisten Module ausreichende Low Noise Netzteil ist einigen Beschreibungen nach allerdings nicht ganz so leise, wie es sein sollte. Für aktuell etwas über 200 Euro bekommt ihr das Midas Legend L10* mit zehn Slots. Mit Rack-Ohren macht ihr das Gehäuse übrigens für 19-Zoll-Racks fit.

Midas Legend L6 bei Thomann*

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Fredenstein Bento 2

Fredenstein Bento 2

Fredenstein Bento 2

Das im 19-Zoll-Format steckende Fredenstein Bento 2 ist ebenfalls relativ günstig. Das Rack bietet lediglich zwei Slots, die hier horizontal „gekippt“ werden. Das ist vielleicht etwas ungewöhnlich, bringt aber den Vorteil, dass ihr zwei Module in nur einer Höheneinheit (HE) ins Rack bekommt. Das kann für zwei Preamps schon absolut ausreichen. Für jeden Slot bekommt ihr Ein- und Ausgänge sowohl mit XLR- als auch Klinkenbuchsen. Das Routing stellt ihr über kleine Switches an der Rückseite ein, genauso wie die Link-Funktion.

Fredenstein Bento 2 bei Thomann*

Heritage Audio OST-4 V2

Heritage Audio OST-4 V2

Heritage Audio OST-4 V2

Vier Slots für unter 400 Euro bekommt ihr mit dem OST-4 V2 von Heritage Audio. Die One Slot Technologie erlaubt eine Leistungsregulierung für jeden einzelnen Einschub. Jeder Slot wird dadurch isoliert und jedes Modul hat quasi eine eigene Stromversorgung (mit 400 mA). Die Ein- und Ausgänge liegen als XLR-Buchsen vor, über Buttons aktiviert ihr den Link mit dem danebenliegenden Slot.

Heritage Audio OST-4 V2 bei Thomann*

Lindell Audio 510 Power MKII

Lindell Audio 510 Power MKII

Lindell Audio 510 Power MKII

Bei dieser Lunchbox mit externem Netzteil findet ihr zehn Slots, die jeweils bis zu 500 mA Last verarbeiten und damit auch für die „hungrigsten“ Module genug Reserven bieten. Die XLR-Anschlüsse sind goldbeschichtet, zusätzlich gibt es D-Sub-Ein- und Ausgänge. Der Feed-Schalter leitet den Ausgang eines Slots an den danebenliegenden Einschub weiter. Das solide Aluminium-Gehäuse könnt ihr mit Rack-Ohren versehen und so in 19-Zoll-Racks unterbringen. Wenn euch sechs Einschübe reichen, solltet ihr euch das etwas günstigere 506 Power MKII* mal anschauen. Und lasst euch von den Namen bei unserem Partner Thomann nicht irritieren, da heißen die beiden 510 MKII Lunchbox und 506 MKII Lunchbox.

Lindell Audio 510 Power MKII bei Thomann*

Rupert Neve Designs R6

Rupert Neve Designs R6

Rupert Neve Designs R6

Das schlicht R6 genannte Gehäuse von Rupert Neve Designs macht vieles sehr richtig. Das fängt bei den Anschlüssen für Ein- und Ausgänge an, die neben XLR und Klinke auch D-Sub anbieten. Das Rack besitzt sechs Einschübe, verfügt aber über acht Kanäle. Kanal 7 und 8 bieten mit ihrer Thru-Funktion die Möglichkeit, zwischen XLR, Klinke und D-Sub zu „übersetzten“. So lässt sich R6 problemlos in die verschiedensten Setups einbinden. Die Link-Funktion für Stereo-Betrieb realisiert das Rack über Jumper, die (leider) in der Innenseite untergebracht sind. Das Routing von Modulen müsst ihr hier über Kabel vornehmen. R6 bietet ausreichend Strom und sollte problemlos jedes Modul versorgen, eine frontseitige LED-Anzeige zeigt euch immer den Stromverbrauch.

Rupert Neve Designs R6 bei Thomann*

Black Lion Audio Auteur MKII 500

Black Lion Audio Auteur MKII 500

Black Lion Audio Auteur MKII 500

Kommen wir jetzt zu ein paar System-500-Modulen. Und da fangen wir direkt mal mit einem Preamp an. Der kommt von Black Lion Audio und stellt sich als preiswerter Allrounder für verschiedene Instrumente dar. Das Modul überzeugt mit einem Gain bis zu +67 dB. Dabei arbeitet der Preamp sehr rauscharm und überzeugt durch zusätzliche Features wie ein 13 dB Pad, schaltbare Phasenumkehr, +48 V Phantomspeisung und einen hochohmigen Instrumenteneingang. Der eingebaute Edcor Ausgangsübertrager sorgt für eine Prise Sättigung.

Black Lion Audio Auteur MKII 500 bei Thomann*

Midas Compressor Limiter 522 V2

Midas Compressor Limiter 522 V2

Midas Compressor Limiter 522 V2

Die Marke Midas besticht durch günstige Preise, wie wir gerade schon bei dem weiter oben erwähnten Legend L6 Case gesehen haben. Und auch bei den Kassetten bietet der Hersteller preiswerte Produkte. Neben dem Preamp 502 V2* und dem parametrischen EQ 512 V2* sticht da besonders der Compressor Limiter 522 V2* hervor. Der bietet die wichtigsten Regler, die ihr von einem Kompressor erwartet zuzüglich eines Hochpass-Sidechain-Filters (bei 200 Hz). Der Sound bleibt eher neutral, ein großer Klangfärber steckt in diesem Modul also nicht drin. Unterm Strich erwartet euch eine solide Leistung zu einem sehr ansprechenden Preis.

Midas Compressor Limiter 522 V2 bei Thomann*

SSL 500-Series SiX Channel

SSL 500-Series SiX Channel

SSL 500-Series SiX Channel

Hierbei handelt es sich gleich um einen ganzen Channelstrip, bestehend aus Preamp, EQ und SSL-typischen Single-Knob-Kompressor. Die SuperAnalogue Mikrofonvorverstärker bieten bis zu 72 dB Gain, bei Line-Signalen kommt ihr auf 63 dB. Schöne Extras sind Phasen- und HPF-Schalter, außerdem gibt es Phantomspeisung. Der Klinkeneingang an der Vorderseite eignet sich für Instrumenten- und Line-Signale. Der 2-Band EQ verfügt über Bell- und Shelving Charakteristik pro Band. Der ebenfalls zuschaltbare Kompressor bietet euch einen Regler für Threshold. SiX Channel bietet viel SSL-Qualität auf kleinem Platz. Wenn ihr auf den Hersteller steht, solltet ihr mal die anderen System-500-Komponenten des Herstellers* checken.

SSL 500-Series SiX Channel bei Thomann*

Heritage Audio 73 EQ Jr.

Heritage Audio 73 EQ Jr.

Heritage Audio 73 EQ Jr.

Wie gesagt ist es äußerst schwierig, sich bei der breiten Auswahl für eine Handvoll Module zu entscheiden. Kurz vor dem Finale muss aber einfach der Heritage Audio 73 EQ Jr. In diese Liste. Dieser 3-Band-EQ auf Basis des Neve 1073 überzeugt durch einen klasse Sound und bietet erweiterte Shelving-Frequenzen. Die Kassette kostet allerdings „ein paar“ Euro, liefert aber Neve-Sound und kommt dabei im Vergleich doch noch etwas günstiger weg als die Originalvorlagen.

Heritage Audio 73 EQ Jr bei Thomann*

AMS Neve AMS RMX16

AMS Neve AMS RMX16

AMS Neve AMS RMX16

Es muss nicht unbedingt ein Preamp, EQ oder Kompressor sein. Ein paar Hersteller verkaufen auch Effekte für die 500er Serie. AMS Neve hat beispielsweise den AMS RMX16 am Start, ein kultiges Reverb aus den 80er-Jahren. Die Lunchbox-Neuauflage verfügt nicht nur über alle Algorithmen des Originals, sondern auch dessen Schaltungen und Konverter. 100 Presets sind enthalten, die Bedienung erfolgt über das an einen Safe erinnernde Interface samt OLED-Display. Drei Slots und knapp 1370 Euro müsst ihr allerdings investieren.

AMS Neve AMS RMX16 bei Thomann*

Jetzt seid ihr gefragt

Wie immer freuen wir uns über konstruktive Kommentare. Habt ihr Erfahrungen mit dem System-500 oder denkt ihr darüber nach, mal in diese Welt einzusteigen? Was interessiert euch daran am meisten? Welche Module könnt ihr empfehlen?

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