Die besten Desktop-Effekte für Synthesizer 2026
Desktop-Effekte für Produktion und Performance
Desktop-Effekte für Synthesizer, Grooveboxen und Drum-Machines sind die perfekte Ergänzung zu einem DAWless-Setup: Statt komplizierter Menüs bieten sie viele Regler zum spontanen Schrauben und machen die Effekte zu einem Teil der kreativen Performance. Wir stellen die besten Desktop-Effekte vor.
Desktop-Effekte für Synthesizer
Vor- und Nachteile von Effektpedalen für Synthesizer
Wer mit Synthesizern, Drum-Machines, Grooveboxen und anderen elektronischen Gerätschaften produziert oder performt, wünscht sich natürlich auch die passenden Effekte dazu. Gerade in einem DAWless-Setup sind Hardware-Effekte unerlässlich, um der Performance den letzten Schliff zu verleihen – am besten mit reichlich Reglern zum Schrauben.
Die naheliegende (und auch von vielen erfolgreich praktizierte) Lösung sind Effektpedale aus dem Gitarren-Kosmos. Der Vorteil: Hier hat man eine beinahe endlose Auswahl, von unzähligen Verzerrern über Modulationseffekte bis hin zu Delays und Reverbs für jeden Geschmack. Außerdem sind viele Effektpedale vergleichsweise günstig, sodass man das Setup bei Bedarf mal eben um einen zusätzlichen Effekt erweitern kann.

In einem Synthesizer-Setup haben typische Gitarren-Effektpedale aber auch einige Nachteile. Nicht nur sind viele von ihnen mono, was bei Synthesizern und Grooveboxen natürlich eine gewisse Einschränkung bedeutet. Auch sind ihre Eingänge zumeist für die geringen Ausgangspegel und hochohmigen Tonabnehmer passiver Gitarren und Bässe ausgelegt. Schließt man hier ohne entsprechende Vorkehrungen ein Line-Signal an, können allerhand Pegel- und Impedanzprobleme die Folge sein. Zwar kann das in der Praxis je nach Pedal durchaus funktionieren und wird auch häufig so gemacht, jedoch muss man das Gain-Staging stets sorgfältig im Blick behalten.
Und dann ist da natürlich noch die Bauform, die für den Einsatz auf dem Boden ausgelegt ist. Die meisten Effektpedale sind eher nicht dafür gemacht, live an ihnen zu „schrauben“ – klassischerweise werden Pedale einmal eingestellt, auf den Boden gelegt und dann mit dem Fuß ein- und ausgeschaltet. Die fummeligen Regler und klobigen Fußschalter vieler Pedale mit der Hand zu bedienen, macht mir persönlich nur wenig Spaß. Besser und eleganter geht es mit Desktop-Effekten, die speziell für elektronische Setups ausgelegt sind. Glücklicherweise haben das auch viele Hersteller erkannt und bieten zunehmend Geräte in diesem Format an.
Welche Vorteile bieten Desktop-Effekte für Synthesizer?
Desktop-Effekte für Synthesizer haben einige Gemeinsamkeiten mit Effektpedalen, sind aber von vornherein für die Bedürfnisse von elektronischen Live-Performern ausgelegt. Sie sind in der Regel stereo und arbeiten ein- und ausgangsseitig mit Line-Pegel. Statt der massiven Fußschalter gibt es fingerfreundliche Taster; auch die Drehregler sind zumeist größer und griffiger. Darüber hinaus bieten viele Desktop-Effekte zusätzliche Funktionen, die in der Gitarrenwelt keine große Rolle spielen, aber für Synthesizer umso wichtiger sind, wie zum Beispiel MIDI-Sync, CV-Eingänge oder Ähnliches. Auch Speicherplätze gibt es oft, was gerade im Kontext von Live-Performances natürlich sehr praktisch ist.
Die besten Desktop-Effekte für Synthesizer
Erica Synths: Performance-Effekte für Synthesizer
Einer der aktivsten Hersteller in diesem Bereich ist die lettische Firma Erica Synths. Mittlerweile hat der Hersteller vier Desktop-Effekte im Angebot. Allen gemeinsam ist, dass sie ganz auf die Bedürfnisse von elektronischen Live-Performern zugeschnitten sind und sich optimal in ein Setup aus Synthesizern, Drum-Machines und Grooveboxen integrieren lassen.
Erica Synths Zen Delay: Desktop-Delay mit Filter und Röhren-Overdrive

Den Anfang machte im Jahr 2019 das in Kooperation mit Ninja Tune entwickelte Zen Delay. Das Stereo-Delay glänzt mit viel Flexibilität und reichlich Möglichkeiten zum Schrauben in Echtzeit.
Das Erfolgsgeheimnis des Zen Delay: Neben einem flexiblen Delay mit fünf Modi, bis zu 5 Sekunden Delay-Zeit, Tap Tempo und MIDI Sync enthält das Effektgerät ein analoges Multimode-Filter und einen Röhren-Overdrive. Somit kann das Zen Delay dem Sound bei Bedarf eine ordentliche Portion Druck und Aggressivität verpassen. Das kam so gut an, dass es das Zen Delay mittlerweile sogar als Plugin gibt.
Die Hardware- und die Software-Version des Erica Synths Zen Delay bekommst du bei Thomann*.
Erica Synths Nightverb: Hall wird zum Performance-Instrument

Für die neuesten drei Effekte tat Erica Synths sich mit dem Software-Hersteller 112dB zusammen, der bereits die Effekte zum SYNTRX beigesteuert hatte und auch am Physical-Modeling-Synthesizer Steampipe beteiligt war. Erica Synths baut also die Hardware, während die Algorithmen von den niederländischen DSP-Entwicklern stammen. Eine erfolgreiche Kooperation!
Nightverb ist ein Stereo-Reverb im Desktop-Format, das einige Tricks im Ärmel hat. Mit 12 regelbaren Parametern erschaffst du einzigartige Hallräume. Alle Parameter sind über MIDI steuerbar, lassen sich also auch extern sequenzieren. Besonders interessant ist die Freeze-Funktion: Der Hall lässt sich „einfrieren“ und dann über MIDI chromatisch spielen, wodurch das Nightverb zu einem innovativen Performance-Instrument wird. Neben 30 Presets stehen 70 Speicherplätze für Eigenkreationen zur Verfügung.
Erica Synths Nightverb ist bei Thomann* erhältlich.
Erica Synths Echolocator: Performance-Delay mit Filter und Reverb

Mit dem Echolocator übertrugen Erica Synths und 112 dB das erfolgreiche Konzept auf ein Stereo-Delay. Auch hier steht die intuitive Echtzeit-Steuerung aller wichtigen Parameter im Vordergrund. Neben einem in vielen Parametern regelbaren Delay enthält Echolocator ein resonanzfähiges Filter, einen Pitch-Shifter und ein einfaches Reverb. Die Delay-Zeit ist modulierbar. Auch ein Shimmer-Effekt steht zur Verfügung.
Wie schon beim Nightverb sind sämtliche Parameter über MIDI steuerbar und es gibt insgesamt 100 Speicherplätze – 30 für Presets und 70 für eigene Einstellungen.
Erica Synths Echolocator ist bei Thomann* erhältlich.
Erica Synths Xenodrive: Drei Verzerrer in einem Desktop-Effekt

Die neueste Kooperation von Erica Synths und 112 dB ist Xenodrive. Mit gleich drei Distortion-Stufen zerstört der komplett in Stereo ausgelegte Verzerrer deine Sounds nach allen Regeln der Kunst, wobei du dank 12 regelbarer Parameter stets die Kontrolle behältst.
Neben einer analogen Gain-Stufe enthält der Effekt eine Emulation einer Germanium-Triode. Das eigentliche Herz bildet jedoch der einzigartige Waveshaper- und Wavefolder-Algorithmus, der mit den Parametern X-Wave, Y-Wave und X-Mod drastische Klangverbiegungen ermöglicht. Alle Parameter sind per MIDI steuerbar.
Erica Synths Xenodrive gibt es bei Thomann*.
Elektron Analog Heat +FX: 8 × analoge Verzerrung im Desktop-Format

Auch beim Elektron Analog Heat +FX dreht sich alles um das Thema Verzerrung – hier jedoch analog. Das Desktop-Effektgerät enthält nicht weniger als acht analoge Distortion-Schaltungen von „Clean Boost“ über „Mid Drive“ und „Rough Crunch“ bis “High Gain“. Zusätzlich steht ein ebenfalls analoges Multimode-Filter mit sieben Modi zur Verfügung. Zur Abrundung gibt es einen analogen 2-Band-Equalizer und eine digitale Effektsektion mit den Effekten Noise Gate, Reverb, Delay, Chorus, Warble, Bits, Compressor und Bass Focus, deren Reihenfolge sich frei konfigurieren lässt.
Auch beim Thema Modulation geizt der Analog Heat +FX nicht mit Funktionen. Neben einem Hüllkurvengenerator bzw. Hüllkurvenfolger, der sich zwei Zielen gleichzeitig zuweisen lässt, stehen drei ebenfalls flexibel zuweisbare LFOs zur Verfügung. Neben MIDI In/Out/Thru und DIN-Sync gibt es zwei Eingänge für Steuerspannungen und/oder Expression-Pedale. Damit ist der Analog Heat +FX ohne Zweifel einer der flexibelsten Desktop-Effekte für Synthesizer, die es derzeit gibt.
Den Elektron Analog Heat +FX bekommst du bei Thomann*.
SOMA Warp: 15 Effekte von traditionell bis unkonventionell

Noch ganz neu ist SOMA Warp, ein für Performances ausgelegtes, digitaler Multi-Effekt für Synthesizer und andere elektronische Gerätschaften. Und wie man es von SOMA gewohnt ist, überrascht Warp mit allerhand unkonventionellen Effekten, die wie gemacht dafür sind, deine Performances und Produktionen auf die nächste Stufe zu heben.
Insgesamt 15 Effekte sind enthalten, von denen sich jeweils einer über die aufgedruckte Matrix abrufen und mit den vier Reglern in Echtzeit beeinflussen lässt. Pro Regler gibt es einen CV-Eingang, sodass Warp sich auch mit modularen Systemen gut versteht. MIDI beherrscht das Gerät hingegen leider nicht.
Das Effektangebot reicht von verschiedenen Reverb-Algorithmen (u.a. Granular Shimmer, Reverse) und einem Lo-fi-Delay über Flanger, Tape-Simulation, Sample-Rate-Reduktion und Distortion bis hin zu Kompressor und Filter. Auch ein Micro-Looper ist enthalten – perfekt für kreative Sounddesign-Sessions.
SOMA Warp ist bei Thomann* erhältlich.
Bastl Instruments Thyme+: Tape-Loops mit Robotern

Achtung, jetzt wird’s experimentell! Bastl Instruments Thyme+ ist der ultimative Desktop-Effekt für alle Fans von Tape-Loops und kreativen Bandmaschinen-Experimenten. Mit mehreren virtuellen Wiedergabeköpfen und reichlich Modulation verwandelt Thyme+ beliebige Audiosignale in spannende Texturen voller ungewöhnlicher Delays und Loops.
Für jeden der neun Parameter gibt es einen eigenen „Roboter“ – eine komplexe Modulationsquelle mit LFO und Envelope Follower. Sowohl die Delay-Zeit als auch die einzelnen Roboter lassen sich rhythmisch quantisieren und synchronisieren, können auf Wunsch aber natürlich auch frei laufen. Ein Druck auf den Freeze-Taster genügt, und das Delay verwandelt sich in einen Tape-Loop.
Bis zu 64 Presets lassen sich speichern und über acht Taster spontan aufrufen. Besonders interessant: Bastl Instruments Thyme+ verfügt über einen 32-Step-Sequencer, mit dem man Presets pro Step wechseln kann. Kreative Experimente stehen hier also absolut im Vordergrund!
Bastl Instruments Thyme+ ist bei Thomann* erhältlich.
KORG NTS-3: KAOSS Pad zum Selberbauen

Als einer der ersten Desktop-Effekte für Synthesizer mit intuitiver Echtzeit-Steuerung war das KORG KAOSS Pad seiner Zeit weit voraus. Im Laufe der Jahre erschienen verschiedene Varianten des Touchpad-Effektgeräts. Seit 2024 gibt es das NTS-3 – ein KAOSS Pad als Bausatz!
Keine Angst: Zum Zusammenbau des Geräts sind keine Lötkenntnisse erforderlich. Du musst lediglich die fertig aufgebaute Platine in das Gehäuse einbauen. Dann erhältst du ein Desktop-Effektgerät im Taschenformat, das sich perfekt in ein kleines Groove-Setup einfügt.
Das NTS-3 bietet insgesamt 35 Effekte, von denen vier gleichzeitig nutzbar sind. Gesteuert werden sie wie bei allen KAOSS Pads über ein X/Y-Pad. Dank der offenen Architektur kannst du zudem weitere Effekte im logueSDK-Format laden oder sogar eigene erstellen!
Neben einem USB-C-Anschluss und Audio-Ein- und Ausgängen im Miniklinkenformat bietet das NTS-3 analoge Sync-Ein- und Ausgänge, versteht sich also bestens mit den Synthesizern und Grooveboxen der volca-Serie und ähnlichen Gerätschaften.
Das KORG NTS-3 bekommst du bei Thomann*.

FAQ: Desktop-Effekte für Synthesizer
Was unterscheidet Desktop-Effekte für Synthesizer von Effektpedalen?
Während Gitarren-Effektpedale für den Einsatz auf dem Boden oder einem Pedalboard vorgesehen sind und entsprechend mit den Füßen bedient werden, sind Desktop-Effekte für elektronische Setups aus Synthesizern, Grooveboxen und Drum-Machines optimiert.
Welche Vorteile bieten Desktop-Effekte für Synthesizer?
Effektpedale für Gitarre und Bass sind oft mono und für Instrumentenpegel ausgelegt. Wenn man ein Eingangssignal mit Line-Pegel anschließt, muss man daher gut darauf achten, den Effekt nicht zu übersteuern. Desktop-Effekte für Synthesizer sind hingegen in der Regel stereo und arbeiten mit Line-Pegel. Somit lassen sie sich problemlos direkt an Synthesizer, Drum-Machines, Grooveboxen und Mixer anschließen, ohne dass Pegel- und Impedanzprobleme auftreten.
Welche zusätzlichen Funktionen bieten Desktop-Effekte für Synthesizer?
Viele Desktop-Effekte für Synthesizer bieten die Möglichkeit, Parameter über MIDI zu steuern. So kann man zum Beispiel Effekteinstellungen in einem Hardware-Sequencer automatisieren. Auch das Synchronisieren von Parametern zu einer MIDI-Clock ist oft möglich. Einige Geräte ermöglichen darüber hinaus die Einbindung in modulare Systeme über CV. Und wer Effekte live umschalten möchte, freut sich natürlich über reichlich Speicherplätze, die bei Geräten dieser Gattung ebenfalls häufig vorhanden sind.
Fazit: Desktop-Effekte für Synthesizer
Desktop-Effekte für Synthesizer sind die perfekte Ergänzung zu einem DAWless-Setup für Produktion und Performance. Statt komplizierter Menüs bieten sie jede Menge Regler zum spontanen „Schrauben“ an Effektparametern – ideal für kreative Sounddesign-Sessions. Hinzu kommen je nach Gerät Funktionen wie MIDI-Sync, Speicherplätze und/oder CV-Anschlüsse, die eine nahtlose Einbindung in elektronische Setups ermöglichen.
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