von Moogulator | 5,0 / 5,0 | Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten
Behringer Polykobol

Behringer Polykobol  ·  Quelle: Behringer

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Der Polykobol stammt von der nicht mehr existierenden französischen Firma RSF. Sie sind die Urheber des recht beliebten Kobol Expanders und des seltenen Keyboards. Noch spezieller sind die wenigen Exemplare des RSF Polykobol 1 und 2. Diese beiden waren im Original nicht erfolgreich, aber begehrt.

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Behringer Polykobol und die Anderen

Wir als Schreiber mit Chronistenpflicht zeigen nach dem OB-X Clone (den Vorgänger des OB-Xa in diskreter Bauweise) nun das letzte nicht kommentarlose Bild von Behringers Facebook-Account. Einen Polykobol II wollen sie nachbauen und haben offenbar auch schon: ein erstes Mockup oder sogar einen Prototypen oder einfach nur ein Rendering für uns Leser. Wir als Menschenmenge können nun überlegen, ob wir Feedback leisten. Behringer meldet recht detailiert darin, dass sie aktuell die Voice-Boards erfolgreich nachbauen konnten. Der Rest ist bisher Rendering. Sie geben zudem zu, dass sie von einem Release noch entfernt sind.

Der Polykobol ist heute fast bekannter als Software von Xils-Lab, denn dort hat man ihn bereits als Emulation umgesetzt, die ganz sicher mehr im Umlauf ist. Der echte Polykobol liegt etwa bei 50 Exemplaren. Dieser Synthesizer ist damit also einer, den die wenigsten kennen, außer ein paar Supernerds und alte Männer, wie ich. Aber genau das hat Behringer sich als Aufgabe gestellt: weit über 150 verschiedene Synthesizer anzubieten, die vergriffen oder teuer sind. Allerdings spielen sie teilweise gegen andere Firmen, inkl. den Firmen, die heute noch ihre Geräte so bauen, wie den K-2 (MS20). Aber auch ein Wasp oder Cat sind dabei, die eher in die erste Kategorie fallen.

Der Polykobol war ein damals sehr leistungsfähiger Synthesizer. Behringer hat ihn etwas verändert. So findet man eine Schaltmatrix für die Modulationsverbindungen, die potentiell eine Abkehr von der festeren Hardware-Vermittlung und damit für spätere Synthesizer eine interessante Technik ist. Auch die Black Corporation bietet unter dem Namen Kijimi bereits einige Zeit eine Rack-Variante dieses Synthesizers an.

Die Details

Andere liefern 2 LFOs, eine kleine Verschaltungsmechanik und ein Multimode-Filter mit Drive-Schaltung und bis zu drei VCOs. Das Original war freilich etwas sparsamer. In Hardware bringt Behringer aber tatsächlich 2 LFOs mit Matrix und eine große Tastenmatrix und bleibt bei zwei VCOs mit stufenlosen Wellenformenwählern und Sync-Schaltung. die beiden ADSR-Hüllkurven sind loopfähig und es gibt sogar eine Panoramasteuerung. Die Rauschgeneratormischungen sind interessant und auch in ihrer Farbe regelbar.  Auch die Anschlagdynamik spielt hier eine Rolle. Der Synth wäre als Vintager sehr attraktiv, wie sehr er das im Jahre 2022 oder 2023 ist, wollen wir eher von euch wissen. Das Filter ist hier ein reiner Tiefpass. Da wäre ein Multimode-Filter schön.

Aber die Patch-Matrix ist offensichtlich ebenso ein Sequencer, da dort das Wort Ratchet zu lesen ist. Das etwas altschulische Display wirkt etwas klein für heutige Zeit – aber für diese Hardware würde es reichen. Sehr gut ist auch die stufenlose Wellenformwahl bei den LFOs. Da die Matrix den VCO2 enthält, ist hier klar auch eine FM zwischen den Oszillatoren oder VCO2 mit sich selbst möglich. Eine Ringmodulation hätte allerdings nicht geschadet, selbst wenn man sie nur als Rechteck-XOR ausführen würde. Das Panel ist allerdings reichlich belegt.

Chancen, Behringers Status und Einordung

Der polyphone Synthesizer ist bei Behringer bisher noch etwas, was unter Beweis gestellt werden muss. Nach dem DeepMind kam bisher nichts in die Läden – allerdings ist kein Zweifel an der Leistung so vieler Leute sondern eher die Geduld der Vater des Gedankens vieler Leser. Ankündigungen stehen viele an, die wegen der Bauteilekrise allerdings auch vor Behringer nicht Halt machte. Es gibt übrigens weitere Fortschrittsmeldungen zum CS-80 Clone DS-80, der auch noch nicht „so weit“ sei und einem etwa gleich weit entwickelten Oberheim OB-X Klon UB-X.

Behringer OB-X

Behringer OB-X

Einsortiert würde der Polykobol schon noch in heutige Studios passen, jedoch eher als Alternative zu Klassikern, wie dem Prophet 5 oder einem Oberheim OB-X. Nicht so reichlich gibt es so etwas, wie einen modernen Oberheim Xpander mit schnellen LFOs und Hüllkurven in Audiotempo. Das würde die Welt durchaus noch einmal erfreuen, selbst im Bereich analog. Besonders wenn man es schaffen kann, die Matrix durch Audiosignale zu erweitern (VCOs) und ggf. auch einen digitalen Oszillator hinzuzufügen. Vielleicht auch zwei Oszillatoren mit Granular, Wavetables und FM. Das ist vielleicht aber nur meine unwichtige Einzelmeinung. Wie ist deine?

Weitere Information über Behringer

Video über den Polykobol II

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Bildquellen:
  • Behringer OB-X: Behringer
Behringer Polykobol

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16 Antworten zu “Behringer zeigt einen großen Polykobol II”

    Tomkern sagt:
    0

    Das gemeine bei Behringer ist ja, dass sie manchmal wirklich echte Highlights ankündigen. Beim PolyKobol mit ausreichend Stimmen (16+?)würde ich schwach werden, da hier keine existierende Firma geschädigt wird.
    Meinen Deepmind mag ich ja auch.
    Aber, wie leider immer in letzter Zeit, nur ein Märchen. Die haben ja noch nicht mal die Chips und Kondensatoren für eine kleine Auflage ihrer DAW. ;)
    -schönes Video!

    Marco sagt:
    0

    So ein Kobold ist ne tolle Sache! Ich hoffe dass die ganzen Unruhen auf der Erde bald ein Ende nehmen und wir dann wieder uns auf die ganzen Synthesizer von Behringer freuen können. Im Video klingt es Teil sehr lecker. Mein DM12 hat mir gezeigt was Behringer kann. Ein Kobold wäre mir gerade recht. Aber wie gesagt, erst einmal müssen alle Krisen auf der Erde weg, dann wäre das toll!

    Thomas Martin sagt:
    0

    Hat Behringer eigentlich vor, irgendwann auch einen der Wunschträume zu realisieren? Die haben ja nichtmal genug Chips für den eigenen Kühlschrank.

    Marco sagt:
    0

    Jetzt mal echt genug, immer höre ich von Ungeduldigen Menschen, daß Behringer nur ankündigt aber nix geliefert werden kann. Bitte, die Entwickler dürfen momentan zeigen was sie alles für ihre Kundschaft entwickeln. Eigentlich würde man Neuentwicklungen erst zeigen wenn sie fertig sind und zuvor ein riesen Geheimnis draus machen, Behringer ist da anders. Sie entwickeln diese Instrumente für euch und zeigen sie, damit ihr wisst worauf ihr euch freuen könnt, nicht umgekehrt, ihr sollt euch nicht ärgern, so wars nun nicht gemeint…. ach muss man denn alles dazu sagen….. Und JA es ist Krieg und die Welt steht Kopf, da wird nicht nur Klopapier knapp…..!

    Edgar Marton sagt:
    0

    Willkommen in der Märchenwelt. So langsam sollte mal Schluss sein mit diesem ganzen Behringerzeugs. Einige vereinzelte Ankündigungen mögen als Merketingtrick ja noch ok sein aber, so langsam ist eine Flasche Sprudel interessanter für mich als ein Bobol der sowieso nie gebaut wird.

      Mick sagt:
      0

      Was haben sie denn bisher von ihrer Roadmap gestrichen, was definitiv nicht mehr verwirklicht wird?
      Nach meinen Infos, ist jede Ankündigung realisiert worden, oder ist halt noch in der Machen;-)
      Und ohne Krieg und Corona wäre Behringer bestimmt schon weiter, wie die ganze Wirtschaft, nein, wie die ganze Welt!

        Sonja Abriss sagt:
        0

        das begreifen halt viele nicht, nennt sich auch Realität. Aber Hauptsache was zum Lästern. Lustig ist auch der Irrglaube damit etwas bewirken zu können, lächerlich.

    ringmodulator sagt:
    0

    „Der polyphone Synthesizer ist bei Behringer bisher noch etwas, was unter Beweis gestellt werden muss. Nach dem DeepMind kam bisher nichts in die Läden.“ ist ja nur der meistverkaufe analoge Poly ever, also chill :)

    Marco sagt:
    0

    Dank Corona und Krieg, hat nun Behringer etwas mehr Zeit eine mehr oder weniger universale Steuersoftware für ihre ganzen angekündigten polyphonen Synthesizer zu entwickeln. Ist diese nämlich erstmal am Start, so kann der Entwickler seine neuste Polyphone Kiste mit wenigen Mausklicks an die Steuersoftware anpassen und zack Funktioniert! Da muss nicht jedesmal ein neuer Software Entwickler Konvoi in Bewegung gesetzt werden um jetzt schon wieder ein neues Betriebssystem für den x-ten Polysynth von vorne stricken. Dieses Vorgehen hat am Ende auch Auswirkungen auf DICH, nämlich der Preis bleibt heiß 👍🌞👍

    Schubidu sagt:
    0

    Auf GS hat gerade jemand einen neuen 2600M zurück geschickt. Schlechtere Haptik als der von B und kein besserer Sound. Da merk man doch echt den Mehrwert von über 1K. All diese Topbrands wecken einfach zu viele falsche Hoffnungen

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