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Behringer BRAINS

Behringer BRAINS  ·  Quelle: Behringer

Das Geheimnis ist gelüftet: Behringer präsentiert mit BRAINS ein digitales Multi-Engine-Oszillatormodul im Eurorack-Format mit 20 verschiedenen Syntheseformen. „Inspiration“ holte sich der Hersteller ganz klar bei Mutable Instruments Braids und Plaits. Das neue BRAINS ist aber kein direkter Klon, sondern bietet noch einige weitere Synthese-Engines und ein zusätzliches Oszilloskop-Display.

Behringer BRAINS

Einigen Tage lang durften wir rätseln, was das von Behringer mit einem mysteriösen Teaser-Video angekündigte BRAINS sein würde. Eine Groovebox? Die seit Langem erwartete kostenlose DAW? In den Foren wurde mal wieder wild spekuliert, was natürlich genau die Art von Hype ist, die der Hersteller mit solchen Aktionen anfachen möchte.

Jetzt wissen wir mehr: Behringer BRAINS ist weder Groovebox noch DAW. Stattdessen präsentiert der Hersteller ein 16 HP breites Multi-Engine-Oszillator-Modul im Eurorack-Format, dessen Regler und Patch-Buchsen sofort Assoziationen wecken. Man erkennt auf Anhieb: Nicht nur der Name klingt ähnlich wie Braids bzw. Plaits; auch das Konzept und die Struktur des Moduls orientieren sich eindeutig an den beliebten, vielseitigen Klangquellen von Mutable Instruments.

Behringer BRAINS

Behringer BRAINS

20 Syntheseformen

Eine direkte Kopie ist Behringer BRAINS aber nicht. Wie wir nun wissen, enthält das Modul insgesamt 20 verschiedene Synthese-Engines, was noch einige mehr sind als bei Plaits. Angefangen bei einem virtuell-analogen Oszillator reicht das Angebot über Waveshaper und FM bis hin zu Grains, Rain, Noise, Dust, Modal Strings, Bass und verschiedenen Drum-Algorithmen.

Umfassende CV-Steuerung

Zur Klangformung stehen wie bei Plaits die Regler Timbre, Morph, Harmonics und Frequency bereit, die je nach gewählter Engine unterschiedliche Auswirkungen haben. Auch die Möglichkeiten zur CV-Steuerung entsprechen jenen des Moduls von Mutable Instruments. Für Timbre, Morph und FM gibt es CV-Eingänge mit Abschwächern. Weitere CV-Inputs bietet das Modul für Harmonics und Level, wobei Letzterer das integrierte Lowpass-Gate steuert. Des Weiteren verfügt BRAINS über einen V/Okt- und einen Trigger-Eingang sowie einen Input, über den sich das Synthesemodell per CV wählen lässt. Über zwei Audioausgänge verlässt das Ausgangssignal das Modul.

Zusätzlich hat Behringer ein OLED-Display eingebaut, das die Schwingungsform nach Art eines Oszilloskops anzeigt. Bei einer so vielseitigen Klangquelle ist das eine schöne Zugabe – allein schon aus Interesse, welche Formen sich mit den verschiedenen Modellen realisieren lassen und wie sich das Ergebnis anhört. An prominenter Stelle auf dem Bedienfeld findet man außerdem eine USB-Buchse, die für Firmware-Updates gedacht ist. Das weckt Hoffnungen, dass die enthaltenen 20 Syntheseformen vielleicht noch nicht alles sind.

BRAINS ist das erste Eurorack-Modul von Behringer, das kein Nachbau eines Vintage-Moduls von Moog, Roland oder ARP ist. Zwar ließ sich der Hersteller auch in diesem Fall stark von einem anderen Modul inspirieren. Die Debatte, ob es sich um einen Plaits-Klon handelt und ob man das „darf“, erübrigt sich diesmal aber – schließlich veröffentlicht Mutable Instruments seine Module und deren Software unter einer Open-Source-Lizenz und BRAINS ist bei Weitem nicht das erste Modul eines anderen Herstellers, das sich den Klassiker zum Vorbild nimmt.

Preis und Verfügbarkeit

Behringer BRAINS kann ab heute hier bei Thomann.de (Affiliate) bestellt werden. Der Preis beträgt 159 Euro.

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23 Antworten zu “Behringer BRAINS: Multi-Engine-Oszillator-Modul nach Art von Plaits”

  1. carla sagt:

    auch wenn ich mir kein produkt mehr dieser firma kaufen werde, das hier ist zumindest mal ein schritt, den ich nachvollziehen kann, ein bekanntes produkt zu nehmen und es weiterzuentwickeln. hätten sie es mal mit den ganzen synths gemacht, dann wäre behringers klon kampagne nicht so maßlos gescheitert

  2. So so, die Debate über die legalität eines solchen Produktes erübrigt sich also? Man sollte vielleicht nicht vergessen, das Behringer hier Gewinne von entwickelnden Firmen wie MI abschöpft und damit diesen unter Umständen die Grundlage für neue Entwicklungen entzieht. Irgendwann sterben die kleinen inovativen Firmen aus und es gibt nur noch Behringer. Meine Konsequenz: ich kaufe die Originale, weil ich nämlich Respekt vor der excellenten Arbeit von Emillie Gilles habe und ich bestelle Module nur noch bei kleinen Händlern, die kein Behringer haben.

    • Larifari sagt:

      ..Emilie Gillet…sorry wegen dem Klugscheißen – aber Respekt und so…

    • Lasse sagt:

      Ja, die Debatte über die Legalität erübrigt sich. Eine einfache Suche auf Modulargrid ergibt über 20 Module verschiedenster Hersteller, die alle auf Plaits aufbauen, ganz offiziell. Sind die auch alle respektlos oder gar illegal? Das Modul ist Open-Source und Behringer darf sich hier ganz legal bedienen wie alle anderen auch. Ob es dem ursprünglichen Geist der Open-Source-Idee entspricht, dass ein Konzern mit Ideen unabhängiger Entwickler Geld verdient, steht natürlich auf einem anderen Blatt und über diesen moralischen Aspekt kann man diskutieren bzw. persönliche Konsequenzen daraus ziehen.

      • Manfred Knauthe sagt:

        Kommt schon drauf an, ob das eine kleine Klitsche mit Einzelfertigung ist, oder ein multinationaler Konzern mit einem riesigen Vertriebsnetz. Es geht Behringer darum Marktanteile abzuschöpfen und dieses Geld fehlt den kleinen Companys für eigene Entwicklungen.
        Und zu Mutable Instruments kannst Du Dein Plaits schicken, wenn es spackt. Probier das mal bei B.. Die haben nicht mal Schaltpläne oder Ersatzteile für Repairshops.

      • Schubidu sagt:

        das ist nur bei Behringer so, hat was mit den Hochbegabten zu tun, Anhänger der geraden Banane. Naja irgendwann wird es auch dem letzten Bananisten peinlich.

  3. Klaus sagt:

    Es bleibt zu hoffen, dass das Behringer-Produkt vor allem diejenigen Käuferschichten erreicht, die sich das Original eh nicht gekauft hätten. Ich bin durch die Behringer-Module neuerdings für das Eurorack angefixt worden, da die Anschaffungskosten dadurch etwas moderater wurden. Nach eingehender Beschäftigung mit der Materie bin ich dann aber doch bei Doepfer, Erica Synth und AJH gelandet und habe es nicht bereut :-p

  4. Gregor sagt:

    Gerade im Eurorack Bereich ist Behringer im Vergleich nicht einmal besonders günstig. Also jedenfalls nicht wesentlich günstiger als zb Doepfer oder Dreadbox. Ich sehe da kein dumping das den Markt für die kleinen Hersteller zerstören würde. MI produziert afaik außerdem ganz bewusst in Kleinserie obwohl sicher Investoren bereit stünden, um das Unternehmen größer zu machen. Emilie wird sich dabei etwas denken und die Neuerscheinungen gibt es idr auch erstmal nicht als Kopien.
    Ich finde es ja nur schade, dass aus den Open source sachen nicht Mal was ganz anderes gemacht wird, wie ein polyphones Elements oder so. Noch eine plaits Kopie braucht wirklich niemand.

    • Schubidu sagt:

      Behringer kostet ca. die Hälfte von Doepfer und den Rest erwähnt man besser nicht, die haben Preise die dich auf den Schippmann nehmen :D

      • Gregor sagt:

        Das stimmt nicht. Die meisten Doepfer Module kosten um oder weniger als 100 Euro. Das ist nicht teurer als Behringer. Ansonsten weiß ich was Eurorack kostet, meine bescheidenen zwei Reihen hab ich mir quasi vom Mund abgespart.

        Der Punkt ist doch, dass eine plaits Kopie etwas einfallslos ist. Die Vintage Kopien finde ich da noch wesentlich interessanter, aber der Markt ist doch schon mit MI Nachbauten überschwemmt. Dabei gibt es gerade da mit dem Open source Modell so viele Möglichkeiten. Wenn ich es könnte würde ich es ja einfach selber machen, aber beim coden hören meine Fähigkeiten dann doch Recht schnell auf

        • Schubidu sagt:

          also 100 Bananen = ein System 100M 2 ( Zwei ) VCO Modul, bei Dieter gibt es einen ( 1 ) Basic VCO, Filter ENV und VCA das selbe. System 55 kannst du gerne mit Ajon vergleichen… / Stell dir jetzt den Vater von Wickie vor wie er lacht.

          • Gregor sagt:

            Sorry das ist Quatsch. Es kommt doch darauf an welches modul man möchte. Der Basic vco (der übrigens gar nicht so Basic ist) hat völlig andere Features als der system 100. Auch die Filter finde ich da wenig sinnvoll, warum sollte ich denn zweimal den gleichen Filter und Rack bauen?
            Außerdemm sind die system 100 module sehr breit, das muss man in den Preis schon auch mit einbeziehen, da braucht man ja viel schneller ein zusätzliches case. Und die system 55 vcos kosten auch 100€.
            Bei Doepfer kosten 8 VCAs im Moment 87€, 4 hüllkurven 209€, ein Mixer 50 und so weiter. Ich hab nichts gegen Behringer, im Gegenteil, aber gerade im Modularbereich ist es eben nicht günstiger als andere auch sind. Und das ist bei der hochintegrierten Massenproduktion bei Behringer im Vergleich zu einer 5-personen Firma wie Doepfer schon bemerkenswert.

  5. Bernie sagt:

    Behringer verbietet sich und ein Importverbot wäre die einzige Neuerscheinung über die ich mich freuen würde.

  6. Gottlieb Gesetz sagt:

    Hast Du keine eigene Ideen, dann bediene dich woanders. Paragraph §1, Absatz §1, Firmenprinzipien Behringer.

    • Schubidu sagt:

      du wagst es Schriftzeichen zu verwenden, hast du dafür eine Erlaubnis von Gutenberg ?
      Ferengi Erwerbsregel nr.25, wenn du selber erfolglos bist, sei wenigstens neidisch.

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