von Julian Schmauch | 2,6 / 5,0 | Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten
Workshop: Mit Google Jukebox AI Songs fertigschreiben!

Workshop: Mit Google Jukebox AI Songs fertigschreiben!  ·  Quelle: Hal Gatewood, Unsplash

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Der YouTuber Underbelly zeigt in seinem neuen Video, wie man Songideen mit Google Jukebox weiterentwickelt. Und die künstliche Intelligenz schafft es tatsächlich Songideen weiterzuentwickeln. Bricht ein goldenes Zeitalter für den kreativen Stau an? Braucht es bald keine Songwriter mehr? Wir haben uns das Tool näher angeschaut. Und erklären euch, wie ihr es nutzen könnt. 

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OpenAI Jukebox: Testversion für AI-Songs bei Google Collab

Der YouTuber Underbelly ist bekannt in der Producer-Szene für seine durchgeknallten Tutorials. Auf seinem Kanal „You suck at producing“ erklärt er mit viel Sarkasmus und Augenzwinkern, wie man besser produziert. Und einem seiner neusten Videos zeigt Underbelly, wie man mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz und Machine Learning eigene Songideen weiterentwickelt.

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Die Idee: Auf der Plattform Google Collab testet der Hersteller seit einiger Zeit das Tool Jukebox von OpenAI. Und dieses kann durch neuronale Netze Songs aus dem Nichts oder basierend auf Ideen, die man ihr füttert, erzeugen. Collab funktioniert an sich wie eine Programmierumgebung. An verschiedenen Stellen führt man Code aus, der wird im Hintergrund auf den Google-Collab-Servern geladen. Wir erklären euch gleich Schritt für Schritt, wie ihr den Algorithmus mit euren eigenen Songideen füttern könnt.

Mit der Jukebox die AI zum Songwriting bringen: So geht’s

Als allererstes ist ein eigener Account bei Google zwingend. Denn die Jukebox greift auf Google Drive, Googles Cloud-Speicher zu. Sobald ihr einen Account erstellt habt und eingeloggt seid, kann es losgehen. Bevor es wir die KI zum Nachdenken bringen, solltet ihr euch einen 10-20 Sekunden langes Songschnipsel als Wav-Datei eines Songs erstellen, den Jukebox weiterschreiben soll. Diese Datei müsst ihr dann in euren Google Drive hochladen und zwar auf die oberste Ebene. Merkt euch auch, wie die Datei genau heißt.

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Geht nun auf die Seite von Jukebox. Klick als erstes oben auf den kleinen Play-Knopf neben „Check which GPU you were assigned by running this cell.“ Damit weist euch Google Collab eine der GPUs auf dem Server zu. Falls das AI-Schnipsel auch Gesang und Text beinhalten soll, könnt ihr nun direkt darunter im Kasten „Your lyrics“ einen eigenen Songtext einfügen, bisher allerdings nur auf Englisch. Drückt auch hier wieder links neben Lyrics den nächsten Play-Button. So weiß die Engine, dass es zum nächsten Schritt geht – den Einstellungen.

Jukebox richtig einstellen: Genre, Künstler und Modus

Die Einstellungen beeinflussen, was Jukebox aus eurem Snippet macht. Unter dem Kasten mit den Einstellungen ist jeder Punkt noch einmal einzeln und detailliert auf Englisch erklärt. Die wichtigsten Einstellungen hier in Kürze auf Deutsch:

  1. model, kann entweder aus zwei Engines mit Text wählen, 5b_lyrics und das schlechtere 1b_lyrics oder einer für Instrumentalmusik, 5b. Ich habe 5b gewählt, um 18 Sekunden des Intros der Mondscheinsonate von Beethoven weiterzuentwickeln.
  2. hps.name. Hier gebt ihr ein, wie der Ordner auf eurem Google Drive heißen wird, in den Jukebox alles abspeichert.
  3. Audiofile. Gebt hier bei „your_file.wav“ den Namen der WAV-Datei an, die ihr auf Google Drive hochgeladen habt.
  4. prompt_length_in_seconds: Wie viele Sekunden eures hochgeladenen Tracks wird Jukebox analysieren, um die Idee weiterzuentwickeln. Google empfiehlt, nicht mehr als 24 Sekunden zu wählen. Alles darüber wird in sehr langen, Stunden dauernden Analysen enden.
  5. sample_length_in_seconds: Wie lange wird das fertige Resultat sein. Auch hier können zu lange Zeiten in stundenlangen Berechnungen resultieren. Für erste Versuche reiche 20-30 Sekunden.
  6. select_artist and select_genre: Hier könnt ihr verschiedene Genres und Bands angeben. Auf Basis derer und eurer musikalischen Idee wird Jukebox seine Idee entwickeln.

Habt ihr alles eingegeben, drückt ihr noch einmal auf einen Play-Button und zwar den neben „Select your settings and run this cell to start generating“. Und dann heißt es Geduld zu haben. Solange statt des Play-Buttons ein Stopp-Button zu sehen ist und dieser sich dreht, ist Google Collab noch am Arbeiten. In der Mitte seht ihr, welcher Code gerade ausgeführt wird.

Da Google Collab von vielen gleichzeitig genutzt wird, kommt es nicht selten vor, dass die Code-Ausführung mit einer Fehlermeldung abstürzt. Dann müsst ihr die Seite neu laden und von vorne beginnen. Auch kann es vorkommen, dass eine Fehlermeldung erscheint, dass euer Laufwerk voll ist. Diese könnt ihr getrost mit einem Klick auf „Ignorieren“ ignorieren.

Mondscheinsonate 2.0 – Das Resultat

Gefüttert habe ich Jukebox mit den ersten 18 Sekunden von Beethovens Mondscheinsonate, die ihr hier bei Wikimedia nachhören könnt. Und die Analyse der WAV-Datei und das Erstellen der 40-sekündigen Gesamtkomposition hat ca. 70 Minuten gebraucht. Es dauert also.

Sobald Jukebox fertig ist, findet ihr in Google Drive einen Ordner (benannt so, wie ihr es in den Optionen festgelegt habt). Darin sind drei Unterordner: „level_0“, „level_1“ und „level_2“. In den ersten beiden Ordnern sind die Daten, die Jukebox zum Trainieren und Erzeugen gebraucht hat.

In „level_2“ sind unter anderem zwei WAV-Dateien zu finden: „item_0.wav“ und „item_1.wav“. Diese beiden sind zwei Variationen eures Inputs. In meinem Fall laufen die ersten 18 Sekunden immer das Original, dann kommt bei „item_1.wav“ eine leichte Variation, bei „item_0.wav“ ist Jukebox in eine komplett neue Richtung abgebogen. Aus urheberrechtlichen Gründen können wir euch die Resultate leider nicht präsentieren.

Und jetzt seid ihr dran! Was macht Jukebox aus euren Songs? Schreibt es uns in die Kommentare.

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12 Antworten zu “Workshop: Mit der AI von Google Jukebox Songs fertigschreiben!”

    Dave sagt:
    0

    Ich finde AI basierte Tools um Ideen zu generieren ganz gut aber man sollte nie komplette Sachen damit erstellen können. Irgendwo ist es einfach nicht mehr seine eigene Idee und kreativ ist es auch nicht mehr. Wer braucht dann noch Musiker? Das gleiche im Grafikdesign – Soviele Tools die AI basierte (text to image) Bilder erstellen… Wer braucht noch Grafikdesigner?

      Dirk Behrens sagt:
      0

      Ich glaube im Bereich Grafik können wir schon sehen, wie es sich entwickelt. Bei Musik wird das möglicherweise anders laufen. Meine Einschätzung: Je besser die Musik von solchen Algorithmen wird, desto mehr wollen die Leute Menschen sehen, die live singen und musizieren.

        donnie sagt:
        0

        hallo dirk, es braucht ganz einfach mehr kreativität einen song zu komponieren, als eine grafik zu erstellen. daher verzögert sich das ganze einfach nur. was heute ruDall-E für grafiken ist, wird es irgendwann auch für musik geben. ist nur bissl schwerer zu simulieren. ein ki-beethoven und mozart werden uns in zukunft mit neuer musik versorgen, da geb ich dir brief und siegel.

          Dirk Behrens sagt:
          0

          Einen C.P.U. Bach gab es ja schon 1994.
          https://en.wikipedia.org/wiki/C.P.U._Bach

          Ach und das möchte ich noch hinzufügen: Die Komposition ist aus meiner Sicht überhaupt nicht das Problem, sondern in den meisten Fällen eigentlich sehr banal. Aber was Musik am meisten ausmacht, ist der Sound. Und der besteht wie du als Leser unserer Website ja sicherlich weißt aus ganz vielen Komponenten. Das authentisch zu synthtestisieren ist im Augenblick noch die Herausforderung.

        donnie sagt:
        1

        eine maschine, die das millionenfache an rechenleistung hat, verglichen mit dem spatzengehirn eines menschen, wird uns in allem übertreffen.

    Schmollus sagt:
    0

    „Bricht ein goldenes Zeitalter für den kreativen Stau an?“
    Nee, aber dagegen vielleicht.

    Moulin sagt:
    1

    Toll! Ich freu mich schon auf die neuen Bot-Hits! Passt schön zum Weltuntergang.

    Marco 🤣👍🎶🎶 sagt:
    0

    Wo bleibt bitte der Spaß? So einen Unsinn zu entwickeln! Es ist so Dumm. Niemals würde ich auch nur 1 Minute mit dem Quatsch verschwenden!

      Moulin sagt:
      0

      Genau! Da hört für mich der Sinn der Musik auf. Musik ist von Menschen gemacht für Menschen. Und wenn ein Bot die Musik schreiben soll muss man sich doch ernsthaft fragen, warum man es überhaupt macht. Maschinen sind dazu da uns die Schwerarbeit abnehmen und Dinge zu erledigen, in denen sie besser sind als wir. Im stupiden Arbeitsalltag macht das alles Sinn aber doch nicht in der Kreativität. Musik komponieren, etwas Originales zu erschaffen ist doch genau der Spass daran und das was überhaupt die Kunst ausmacht. Für die Aufnahme benötigen wir die Maschinen aber doch nicht fürs Schreiben. Warum machen wir eigentlich Musik? Weil wir nichts besseres zu tun haben und eigentlich solls doch eine Maschine machen…?

    Felix sagt:
    0

    Am spannendsten fand ich ehrlich gesagt die Info, dass ein Teilen des generierten Stücks aus _urheberrechtlichen Gründen_ nicht möglich sei. Bin nur ich hellhörig geworden?

      Julian Schmauch sagt:
      0

      Das hat tatsächlich nichts mit Jukebox und nur mit der Originalaufnahme der Mondscheinsonate zu tun. Ich hätte die Aufnahme selbst einbinden können, die von Jukebox weiterentwickelte hätte u.U. eine rechtliche Abklärung gebraucht. Das war in der Kürze der Zeit nicht möglich.

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