von Lasse Eilers | Geschätzte Lesezeit: 7 Minuten
Die besten Drum-Machines

Die besten Drum-Machines  ·  Quelle: Behringer, Roland, Thomann

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Drum-Machines sind in allen Stilrichtungen der elektronischen Musik beliebte Beat-Lieferanten und Inspirationsquellen. Egal ob analog, digital oder mit Samples – Hardware-Drumcomputer boomen und werden sowohl von Live-Acts als auch im Studio gern eingesetzt. Ein Grund für ihre Beliebtheit: Sie verheißen intuitives Beatmaking ohne die Verzettelungsgefahr einer DAW und bilden eine ideale Basis für ein DAWless-Setup. Hier kommt unsere Liste der besten Drum-Machines 2024.

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Roland TR-8S: Tradition trifft Moderne

Auch sechs Jahre nach ihrem Erscheinen bleibt die Roland TR-8S eine der besten Drum-Machines. Sie punktet vor allem mit Vielseitigkeit: Neben den Sounds der Klassiker Roland TR-808TR-909TR-606TR-707 und seit dem letzten Update auch CR-78, die mittels der ACB-Technologie (Analog Circuit Behavior) nachgebildet werden, kann die Maschine Samples abspielen und FM-Sounds erzeugen. 

Und dabei ist man sehr flexibel: Zwar sind die 11 Tracks mit den üblichen Bezeichnungen für Bassdrum, Snare usw. versehen, jedoch kann jedem Track ein beliebiger ACB- oder FM-Sound oder ein Sample zugewiesen werden. Über die zahlreichen Regler, die sich zum Teil ebenfalls verschiedenen Funktionen zuweisen lassen, hat man jederzeit Zugriff auf die wichtigsten Klangparameter.

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Der Sequencer funktioniert erwartungsgemäß im klassischen TR-Stil. Mit Sub-Steps, Flams und Motion Recording (Aufzeichnung von Reglerbewegungen) bietet er aber ausreichend Flexibilität für variantenreiche Patterns.

Ein weiterer Vorzug der TR-8S: Die Ausgangssignale der einzelnen Tracks lassen sich mehrkanalig über USB an die DAW schicken. So braucht man kein Audiointerface mit entsprechend vielen Eingängen, um alle Signale einzeln aufzunehmen, obwohl die Drum-Machine auch mit analogen Einzelausgängen ausgestattet ist. Schwachstellen sind hingegen die Menüführung auf dem kleinen Display, die an Synthesizer der 90er erinnert, und die mühsame Programmierung von Pitch-Sequenzen.

Unter dem Strich ergibt das alles dennoch ein stimmiges Gesamtpaket, das überdies auch noch deutlich günstiger zu haben ist als andere ähnlich leistungsfähige Maschinen. Nicht umsonst ist die Roland TR-8S (hier bei Thomann*) seit Jahren ein Bestseller.

Roland TR-8S
Roland TR-8S
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Roland TR-8S Update
Die TR-8S bietet nun auch die Sounds der CR-78 als ACB-Modelle

Behringer RD-8 und RD-9: Die günstigen Klone

Egal, wie man zu Behringer steht: Dass man nicht mehr Tausende Euro ausgeben oder gar selbst den Lötkolben schwingen muss, um an eine Drum-Machine mit den analogen Sounds der TR-808 bzw. TR-909 zu kommen, hat unbestreitbare Vorteile. Nicht umsonst gehören Behringers günstige Nachbauten der beiden wohl berühmtesten Drum-Machines aller Zeiten zu den beliebtesten Klonen des Herstellers.

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Wobei „Klon“ in diesem Fall nur teilweise zutrifft, denn die Behringer-Maschinen unterscheiden sich nicht unerheblich von den historischen Vorbildern. Vor allem beim Sequencer hat der Hersteller sich nur lose an die Vorlage gehalten – und das ist definitiv gut so. Patterns können aus bis zu 64 Steps bestehen und es gibt Track-Mute- sowie Note- und Step-Repeat-Funktionen. Durch Step-Overdubbing in Echtzeit entstehen Patterns spontan während einer Performance. Und mit 256 Patterns und 16 Songs, die sich unterbrechungsfrei miteinander verbinden lassen, bieten die RD-8 und RD-9 genug Platz für ausgedehnte Sets.

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Auch die klanglichen Möglichkeiten hat Behringer erweitert. Sowohl bei der RD-8 als auch bei der RD-9 wurden einzelne Sounds mit erweiterten Regelmöglichkeiten ausgestattet. Hinzu kommen der Wave Designer – eine Art Transient-Shaper – und ein analoges Filter. Mit EinzelausgängenMIDIUSBdrei Trigger-Outputs und analogen Sync-Buchsen lassen sich die RD-8 (hier bei Thomann*) und RD-9 (hier bei Thomann*) in jedes Setup integrieren.

Behringer RD-8 MKII
Behringer RD-8 MKII
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Behringer RD-9
Behringer RD-9
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Behringer RD-8
Behringer RD-8

Jomox Alpha Base: Druck, bis die Boxen brennen

Die Alpha Base ist das Flaggschiff von Jomox aus Berlin. Ihre insgesamt 11 Instrumente decken ein breites Spektrum ab, wobei der Fokus klar auf druckvollen Drums liegt, die eine Bewährungsprobe für jede Club-PA sind. Die analoge Bassdrum von Jomox genießt seit vielen Jahren vor allem in Techno-Kreisen einen hervorragenden Ruf. Die zweite analoge Stimme heißt MBrane und ist für Snares und diverse andere analoge Percussion-Sounds zuständig. 

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Die Instrumente Hi-Hat, Clap, Rim, Crash und Ride basieren auf Samples. Sie werden durch analoge Filter und VCAs geschickt und klingen somit ebenfalls sehr kraftvoll. Zusätzlich bietet die Alpha Base zwei Sampling-Instrumente, die mit eigenen Samples bestückt werden können, und kann sogar selbst sampeln. Außerdem hat der Hersteller hat einen sechsstimmigen FM-Synth mit vier Operatoren integriert, sodass die Maschine auch Synthesizer-Sounds hervorbringen kann. Digitale Delay- und Reverb-Effekte runden die Klänge ab.

Der Sequencer bietet bis zu 64 Steps pro Pattern. Die Anzahl der Steps kann pro Track eingestellt werden, was polyrhythmische Figuren ermöglicht. Auch Shuffle ist pro Track einstellbar. Darüber hinaus gibt es eine Roll-/Flam-Funktion, die bis zu 12-fache Retrigger pro Step erzeugen kann. Durch Parameter-Locks lassen sich auch Klangparameter sequenzieren.

Die Alpha Base verfügt über DIN- und USB-MIDI, wobei die DIN-Buchsen auch DIN Sync senden können. Darüber hinaus gibt es einen Stereo-Mix-Ausgang und zehn Einzelausgänge. So ausgestattet, bleibt die Jomox Alpha Base (hier bei Thomann*) auch sieben Jahre nach ihrem Erscheinen eine der besten Drum-Machines 2024 – leider auch eine der teuersten.

Jomox Alpha Base
Jomox Alpha Base
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Jomox Alpha Base
Jomox Alpha Base

Elektron Analog Rytm MkII: Analoge Sounds treffen Samples

Auch der Elektron Analog Rytm MkII ist schon eine ganze Weile auf dem Markt. Trotzdem ist er immer noch eine der vielseitigsten und besten Drum-Machines, zumal sein Funktionsumfang durch mehrere Updates deutlich erweitert wurde. Seine acht Drum-Stimmen erzeugen ihre Klänge entweder analog oder greifen auf Samples zurück.

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Die verschiedenen „Machines“ decken eine sehr große klangliche Bandbreite ab und lassen sich in vielen Parametern editieren – wer bei Drums gerne ausgiebiges Sounddesign betreibt, ist beim Analog Rytm bestens aufgehoben. Außerdem kann die Drum-Machine neben dem Audioeingang auch ihre eigenen Tracks und Ausgänge sampeln, was zusätzliche kreative Möglichkeiten schafft.

Dazu kommt der extrem umfangreiche Sequencer, für den alle Instrumente von Elektron bekannt sind. Mit Parameter-LocksMicro-Timing und vielen Performance-Funktionen ist hier fast alles möglich, bis hin zu komplett unterschiedlichen Sounds auf jedem Step. Das macht den Analog Rytm MkII zwar etwas komplexer in der Bedienung. Sobald man mit dem Workflow warm geworden ist, ist man aber so flexibel wie mit kaum einer anderen Drum-Machine. Auch die zwölf anschlagdynamischen Pads mit Aftertouch haben einen großen Anteil daran, dass der Analog Rytm eine der besten Drum-Machines für Live-Performances ist.

Neben Einzelausgängen für die acht Tracks, zwei Stereo-Eingängen (zum Sampeln und für ein externes Audiosignal) und MIDI (1x In, 2x Out mit DIN-Sync-Option) bietet der Analog Rytm (hier bei Thomann*) zwei CV/Expression-Eingänge. Die USB-Schnittstelle überträgt neben MIDI auch Audio; über Overbridge lässt sich die Drum-Machine direkt in die DAW integrieren.

Elektron Analog Rytm MKII Black
Elektron Analog Rytm MKII Black
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Elektron Analog Rytm MkII
Elektron Analog Rytm MkII

Elektron Digitakt: Der DAWless-Champion

Während die Samples beim Elektron Analog Rytm eher eine Zugabe sind, spielen sie beim kompakten Digitakt die Hauptrolle. Die Drum-Machine bietet acht Audiospuren mit Multimode-Filter und Overdrive. Auch der Digitakt kann über seinen Audioeingang selbst sampeln und bietet wie der Analog Rytm einen sehr umfangreichen Sequencer, der auf Live-Performances zugeschnitten ist. 

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Mit seinen acht dedizierten MIDI-Spuren zur Ansteuerung von externem Equipment bietet sich der Digitakt außerdem als Schaltzentrale eines Live-Setups an. Externe Instrumente, die über den Audioeingang eingeschleift werden, können mit Reverb und Delay versehen werden. Wer eine Drum-Machine sucht, die das ganze Live-Set sequenzieren kann, ist beim Digitakt richtig.

Einziges Manko: Einzelausgänge fehlen dem Digitakt. Wie der Analog Rytm, unterstützt er aber die direkte Einbindung in eine DAW über Overbridge, sodass das im Studio zu verschmerzen ist. Wer auf analoge Sounds verzichten kann und lieber mit Samples arbeitet, bekommt mit dem Digitakt (hier bei Thomann*) eine der vielseitigsten und besten Drum-Machines.

Elektron Digitakt
Elektron Digitakt
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Elektron Digitakt

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Bildquellen:
  • Die TR-8S bietet nun auch die Sounds der CR-78 als ACB-Modelle: Roland
  • Behringer RD-8: Behringer
  • Jomox Alpha Base: Jomox
  • Elektron Analog Rytm MkII: Elektron
  • Elektron Digitakt: Elektron
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9 Antworten zu “Die besten analogen und digitalen Drum-Machines 2024”

    Müller sagt:
    0

    Die Reihenfolge wurde von teuer nach billig sortiert. Für mich wäre der Behringer zuerst gekommen, dannach alle anderen
    , die dann natürlich alt ausgesehen hätten. Jedoch wenn man mehr als 808 will, klar dann braucht man was anderes. Ich denke das ist ja mal eine richtig gute Übersicht.

    Dreamdancer sagt:
    1

    Hallo zusammen,

    ich möchte mit meinen, leider stark begrenzten Möglichkeiten, aus der „virtuellen“ VST/VSTi Welt einen Schritt in die „reale haptische“ Welt eintreten.
    Ich kann mir gut vorstellen, dass dies die Kreativität erweitern könnte. (oder erst wirklich möglich macht?)

    Für meine persönlichen Spaß und ohne anmaßend zu sein, experimentiere ich in musikalischer Richtung Tangerine Dream, Kraftwerk, Schiller, Robert Schröder usw..
    Kurzum, Klangteppiche unterlegt mit Sequenzer und Drum.

    Ich tendiere zum Arturia DrumBrute, in der Hoffnung ein hohes Maß an Möglichkeiten und Flexibilität zu erwerben.
    Mein Budget für einen Drumcomputer tendiert in Richtung bis 400 €.

    Seid Ihr der Meinung, dass dies eine clevere Wahl ist? Mir ist klar, dass so etwas nur schwer von außen zu beurteilen ist. Aber eventuell könnte man mich doch vor einen totalen Fehlkauf abhalten.

    Besten dank an die vielen netten und hilfreichen Menschen!

    an GEARNEWS:

    Euch danke ich von Herzen, dass ihr die Möglichkeit biete auch als Gast Posten zu dürfen.
    Damit hebt ihr euch, im positiven, weit von der Konkurrenz ab!
    Ich verspreche euch, dies auch weiterhin nur mit den natürlichen Regeln der gesellschaftliche Kommunikation zu nutzen.

    Danke!

      Arne sagt:
      1

      Ich hab den Drumbrute Impact und kann Ihn an sich echt empfehlen. Er ist ein Anfang, und ich lechze gerade Richtung Analog Rytm, den will ich haben. Aber ich muss auch zugeben, dass ich analog und extern mit dem Impact recht gut gelernt hab. Zudem ist die Bedienung wirklich gut. Die Sounds lassen sich WYSIWYG bedienen. Alles was man braucht ist direkt in Sicht. Bevo man sich in etwas verschachteltes einläßt, ist ein Drumbrute (auch preislich) echt eine schöne Idee. Die Qualität ist sehr gut. Die Haptik auch. Für VÖs völlig ausreichend. Und der Preis bricht nicht gleich das Genick.

      Ich hab zum Spaß mal für 70€ einen Rhytm Wolf gekauft und wirklich sofort gemerkt, das der Impact wirklich eine ordentliche Qualität hat (ich wollte auch mal einen Vergleich haben :) ). Also ich find die Arturias echt gut (hab mittlerweile den Brute, Freak und den Impact). Saubere Firma. Zudem arbeite ich seit langem mit dem Virus TI2, und einigen anderen Synths.

      Achja, wenn hier jemand den Analog Rytm 1 oder 2 verkaufen mag, melden! :)

      THo65 sagt:
      0

      Hallo Dreamdancer,

      also bei der Art von Musik, die Dir vorschwebt, spielen Drums doch eine eher untergeordnete Rolle. Der Schwerpunkt liegt hier eindeutige bei den Flächen und Sounds, sowie den Sequenzen. Wenn Du dennoch nicht auf Drums verzichten willst, würde ich Dir eher zu einer gebrauchten Alesis SR18 raten. Ich nutze diese seit Jahren, hier kannst Du sowohl natürlich eigene Rhythmen definieren als auch das Gerät als reinen Expander bspw. über einen Beatstep Pro intuitiv bedienen.

      Larifari sagt:
      0

      ..tho65 bringt es auf den Punkt.
      Ich würde dir raten ein Gerät zu holen das Samples abspielen kann. Wie zb der Alesis. Wenn’s mehr Knöpfe sein sollen dann evtl Kong Volca sample und oder Kong Volca drum ( Synthese ).
      Oder du schaust dich auf dem Gebrauchtmarkt nach einem Digitakt um.

      Mit den Geräten ist dein Kriterium „Flexibilität“ auch erfüllt, anders als mit dem Drumbute.

      Larifari sagt:
      0

      ..oder ganz neu Elektrons Model Sample

      Dreamdancer sagt:
      0

      Vielen lieben Dank für eure Tipps und Hinweise, an alle!

      Ich fasse zusammen:

      – Alesis SR18 ca 220€ NP
      – Elektron Model:Samples ca. 300€ NP
      – Elektron Digitakt ca. 700€ NP
      – Korg Volca Sample ca. 140€ NP

      Ich habe mich zu allen Geräten und den technischen Daten umfangreich eingelesen.
      – Das Digitakt wäre natürlich der ultimative Hammer. Aber preislich leider nicht im Rahmen meines Budget. Leider!
      – Das Volca ist mir etwas zu winzig und somit fummelig.
      – Das Alesis scheint nicht so komfortabel befüllbar zu sein. Jedenfalls habe ich das so in den Thomann Bewertungen verstanden.
      Allerdings habe ich den gebraucht für 160€ gefunden. Das ist schon sehr sehr reizvoll.
      – Das Elektron Model:Samples scheint optimal in Komfort und Handling zu sein.

      Ich werde mir das Elektron Model:Samples bestellen, auch wenn ich lieber das Digitakt nehmen würde. Aber, das liebe Geld halt.

      Wäre das leben nicht viel schöner, wenn man immer seine Wünsche erfüllen könnte ohne aufs Geld schauen zu müssen?
      Naja, so ist es halt.

      Ihr habt mehr wirklich eine tolle Entscheidungsgrundlage geliefert!

      Vielen Dank, dass ihr mir eure kostbare Zeit geopfert habt!

    Dirk sagt:
    3

    Den Vermona DRM 1 MK III vermisse ich in der Liste.