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ARP 2600 Synthesizer Forever Alone

Synthesizer geht besser alleine?  ·  Quelle: Sequencer.de / KnowYourMeme

„Manchmal werden Klischees so bedient, dass ich sie gar nicht wahrhaben will“ – so hat mir ein Musikerkollege einen Link zu einer Facebook-Umfrage geschickt. Es wurde gefragt, wie die Musiker ihre Synthesizer einsetzen. Die meisten spielen nur für sich allein damit und etwas weniger als die Hälfte nur für sich.

Facebook Umfrage

Ist das wirklich so schlimm?

Die meisten spielen allein, veröffentlichen aber. Danach kommt die Fraktion: „nur für mich“, gefolgt von „in einer Live-Band“ und das Schlusslicht „in einer Band ohne Live“. Zumindest laut der nicht wirklich repräsentativen, aber richtungsweisenden Umfrage bei Facebook in einer Gruppe. Der Link schickende Kollege meinte dann noch, dass er nichts anderes erwartet hätte.

Ich muss mich aber fragen: Woher kommt das Klischee? Und was ist daran schlimm? Allein schon das Austauschen übers Netz über (beispielsweise) Modul- oder Tastensynthesizer ist doch schon sozial. Auch wenn es „nur“ über das Netz passiert.

Und überhaupt: Ist es schlimm, wenn man nur für sich Musik macht?

Ich finde, es ist absolut legitim und hat seine Daseinsberechtigung. Musizieren aus Sicht eines Saiten-Musikers (Gitarre etc.) ist sicherlich etwas anderes. Das geht allein, wird aber in der Regel eher in der Gruppe gemacht. Die Vielfalt an Klängen kann mit entsprechenden Synthesizern auch allein bewerkstelligt werden, Gitarre und Drums zugleich ist deutlich schwieriger. Außerdem: Für einige zählt auch der Weg bzw. das Prozedere bis zum Endklang. Frickler eben.

Was meint ihr? Darf man kritikfrei alleine im (nicht so) stillen Kämmerlein musizieren?

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4 Antworten zu “Synthesizer-Musiker – forever alone?”

  1. Wellenstrom sagt:

    Also, ich finde mich da bei der Mehrheit in der Umfrage gut aufgehoben.
    Jut, in meinem Fall kommen noch ein Paar andere Instrumente zu den Synths dazu, und nein – auch für sich alleinstehend würden die nicht unbedingt ’ne Band (vor allem dann nicht, wenn man ’ne DAW und VST(I)s zu nutzen weiß) zwingend nötig machen. Musik in der Gruppe kann ggf. kompositorische, kreative Prozesse hemmen und erfordert oftmals Kompromisse, die du als Solist nicht eingehen musst. Von Divenverhalten, persönlichen Spannungen etc. ganz zu schweigen….
    Dazu kommt noch, das synthesizersozialisierte Musiker häufig aufgrund ihrer präferierten Stile selten in den klassischen Bandkontext passen. Die Vorlieben potentieller Mitmusiker an Gitarre, Drums oder Bass liegen mit sehr großer Wahrscheinlichkeit in anderen musikalischen Gefilden.

    • WOK sagt:

      „Musik in der Gruppe kann ggf. kompositorische, kreative Prozesse hemmen und erfordert oftmals Kompromisse“
      Es kann auch kreative Prozesse in Gang setzen. Mehrere Personen = mehrere Ideen. Und ein Gitarrist spielt eine Linie viel lebendiger als man es mit einer Sample Library oder auf dem Keyboard hingemurkst bekommt.
      Und Kompromisse – tja, das ganze Leben besteht aus Kompromissen. Aber dazu sind in unserer heutigen egomanen Welt leider viele nicht mehr fähig. Schade….

  2. Northern Decay sagt:

    Ich hasse Katzendarm-Gitarre, brauche keinen Kuhfell-Drummer und einen Manager der Deals einfädelt, braucht heute sowieso keiner mehr. Von der Idee bis zur CD, kann man heute alles solo machen, ohne das einer sagt: „Du bist dran mit Kaffee kochen, und Spülen!“ ,oder Zigarettenpausen, einer nicht „mit zieht“, Streit oder „ich kann heute nicht Proben, meine „Alte“ will nach IKEA!:-(

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