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Musikmesse Prolight Sound Superbooth Messe Absage Coronavirus

Musikmesse Prolight Sound Superbooth Messe Absage Coronavirus  ·  Quelle: Shutterstock / Von: Sosnovskiy Al / Gearnews

Es scheint kaum ein anderes Thema als den sog. Coronavirus, genauer gesagt den speziellen Coronavirus Covid-19, zu geben. Neuinfektionen hier, Schutzmaßnahmen da, Hiobsbotschaften dort. Und nun werden Großveranstaltungen abgesagt. Wie wir jetzt wissen: Auch Musikmesse und Prolight + Sound wurden alternativlos abgesagt.

Covid-19

Wir möchten hier auf keinen Fall mehr Angst schüren, als es schon durch manch Tagespresse geschieht. Deswegen in aller Kürze: Wie ihr euch schützt, erfahrt ihr bei seriösen Quellen wie BBK oder dem RKI. Wir möchten an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen.

Was uns allerdings beschäftigt, sind die Meldungen drumherum. Und eine ganz besonders, da sie uns als Musiker direkt tangiert:

Messen werden abgesagt

Es hat bereits mehrere Meldungen gegeben, dass verschiedene, wirklich große und international wichtige Messen nicht stattfinden werden. Jüngstes Beispiel ist die Leipziger Buchmesse, die mit über 250000 Besuchern aufwarten kann. Dazu kommen die Internationale Handwerksmesse in München, die Pro Wein in Düsseldorf und die Internationale Toursismusbörse in Berlin. Alles wichtige Messen für Deutschland.

Musikmesse 2016 Tag 1 Mittag Crowd

Volle Messen = Ansteckungsgefahr?

Musikmesse + Superbooth in Gefahr?

Nun drängt sich uns die Frage auf: Wie sieht es bei der kommenden Musikmesse und Superbooth aus?

Die Superbooth hat bereits ein Statement (hier offiziell) veröffentlicht, in dem sie zur Entspannung rät und aller Voraussicht stattfindet, sich aber vorbehält, es bei amtlicher Warnung abzusagen. Die gleichzeitig stattfindende Ableton Loop ist jetzt offiziell verschoben worden. Wir vermuten, dass die Superbooth nach der aktuellen Entwicklung in Berlin von den Veranstaltern trotzdem bald abgesagt wird.

Auch die Messe Frankfurt hat schon die Seite bezüglich der Pandemie aktualisiert. Die Light + Building wird auf Ende September verschoben, die Prolight + Sound wird vom 26. bis 29. Mai 2020 stattfinden und für die Musikmesse gibt es derartige Pläne wohl nicht und sie finden wie gehabt statt (Achtung Update!). Es wird als Prävention mehr bei stark besuchten Bereichen und Gegenständen (Türklinken, Fahrstuhlknöpfe etc.) gesäubert.

UPDATE: Heute Morgen erreichte uns die Nachricht, dass die Prolight + Sound auf den 26. – 29. Mai verschoben wird. Über die Musikmesse wurde noch nichts gesagt, sie wird wohl aber als Anhängsel mitgehen.

UPDATE: Die Musikmesse wird ebenfalls verschoben. (Quelle: Musikinstrument, FAZ)

Aufgrund der zunehmenden Verbreitung von Covid-19 in Europa hat sich die Messe Frankfurt für die Verschiebung der Musikmesse 2020 entschieden. Die Gesundheit der Aussteller, Besucher, Partner und Mitarbeiter hat für die Messe Frankfurt oberste Priorität. Der neue Termin wird in Kürze bekannt gegeben

Die weiterhin verstärkte Verbreitung von Covid-19 in Europa erforderte eine neue Bewertung der Situation in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt. Es soll vermieden werden, dass Teilnehmer der Messe aus Risikogebieten kommen und erkrankt die Messe besuchen. Da diese Messeteilnehmer möglicherweise auch an Covid-19 erkrankt sein können, ist eine gesundheitliche Überprüfung notwendig, um einer weiteren Infektionsausbreitung entgegen zu wirken. Dies ist ein wesentlicher Bestandteil der infektiologischen Risikobewertung.

Die notwendige Umsetzung kann durch die Messe Frankfurt nicht realisiert werden kann. Hinzu kommen vermehrt Reiserestriktionen, die es potenziellen Besuchern wie Ausstellern erschweren, an der Messe teilzunehmen.

Der Flohmarkt soll am 3. und 4. April dennoch stattfinden und eher regionalen Charakter bekommen.

UPDATE 13.03.: Musikmesse und Prolight + Sound sind inklusive aller Veranstaltungen abgesagt. Einen neuen Termin für das Jahr 2021 gibt der Veranstalter bald bekannt.

Schweiz untersagt Großveranstaltungen

In Frankreich hat das Louvre geschlossen. In der Schweiz werden gleich per „Gesetz“ Großveranstaltungen mit über 1000 Besuchern abgesagt. Das ist ärgerlich für alle, die nur wirtschaftlich denken. Für alle mit geschwächtem Immunsystem ein Hoffnungsschimmer.

Ich finde, wenn es in Deutschland weiter so geht, dann wäre diese Entscheidung auch von staatlicher Seite angebracht, bisher wird dem Markt immer noch alle Freiheit gelassen. Zwar gibt es mit den Öffis (die für eine funktionierende Versorgung unabdingbar sind) noch genug Ansteckungsmöglichkeiten, aber ein großer Risikofaktor ist raus aus der Rechnung. Und am Ende zählt doch die Gesundheit mehr als das Geld, oder? Konzerte und Messen abzusagen, ist extrem ärgerlich, aber davon geht vermutlich keine Welt unter.

Sind Messen zu Zeiten von Covid-19 überhaupt gut?

Superbooth 2018

Preise für „Made in China“ steigen

Ein User hat uns von Preissteigerungen bei Produkten von Behringer berichtet und verantwortet direkt den Produktionsstandort China und die aktuellen Lieferschwierigkeiten.

Ich wäre vorsichtig mit derartigen Äußerungen. Geräte werden immer mal preiswerter, mal teurer. Zwar korreliert es, ich verneine aber eine direkte Kausalität und gehe bis zur Äußerung der betreffenden Händler nicht damit hausieren.

Meinung gefragt!

Was denkst du zu all den Themen? Sollten Veranstalter alle Messen absagen? Oder ist es für dich nur Hysterie? Steigen die Preise bald überall für „Made in China“, weil der Nachschub fehlt? Besucht ihr Konzerte?

21 Antworten zu “Musikmesse und Prolight + Sound für 2020 abgesagt”

  1. Zwerg Nase sagt:

    Ich meide aktuell Großveranstaltungen. Bin grad Dauerkrank und habe das Gefühl, dass ich ein Keimmagnet bin….

  2. VirusTI82 sagt:

    Ich fände es einen totalen Quatsch die Superbooth abzusagen. Ich und meine Frau haben uns dafür extra 1 Woche Urlaub genommen und Flug und Hotel gebucht.
    In meiner Firma muss ich auch mit vielen Menschen arbeiten und das sagt auch keiner ab.

    Wer einen Virus hat soll von der Superbooth zu Hause bleiben.
    Anstatt abzusagen kann man doch einfach von jedem Besucher ein ärztliches Atest verlangen, dass er kein Virus hat.
    Fertig.

    Was da immer ein Geschiss gemacht wird.
    Wer kein Atest hat darf nicht rein.
    Wo ist da das Problem ?

    Immer diese künstliche und komplizierte Panik mache.
    Wie wärs mal mit logisch denken.

    • Mark sagt:

      Das ist eine wirklich schlaue und leicht umzusetzende Idee mit einem Atest. Vielleicht auch für die L. Buchmesse… schnell mal 300.000 Leute vom Arzt testen lassen. Ist doch kein Ding und ruckzuck erledigt… 🤣🤣🤣

    • Karl-Heinz sagt:

      Du kommst uns mit „logisch denken“?

      Verlangst Du wirklich im Ernst, dass mehrere tausend Menschen extra zum Arzt gehen sollen, nur um sich „einfach mal so“ auf Corona testen zu lassen? Ohne begründeten Verdacht?
      Die Ärzte und Labore haben derzeit ja alle Langeweile und freuen sich sofort, dass jemand ihren neuen Test nutzen will.

      Erzähle Deinen Plan doch einfach mal Deinem Hausarzt. Mal sehen, was der von dieser Idee hält.

      Ach ja, kennst Du übrigens das Sprichwort mit dem Esel? :-)

      • heinrich sagt:

        Laboruntersuchungen werden ohnehin nur bei Verdacht und auf ärztliche Anordnung gemacht.Man kann das auch auf eigenen Wunsch durchführen lassen,dann allerdings auf eigene Kosten,sofern man ein Labor findet,das diesen Quatsch mitmacht.Ein entsprechendes Attest (sic!) ist in den meisten Fällen übrigens auch nicht kostenlos.
        Es wäre auch eine trügerische Sicherheit.Just nach Ausstellen des Attests kann man sich auf dem Heimweg anstecken .

    • Philipp sagt:

      Super Idee!! Ich finde auch alle sollten einfach ABC Anzüge tragen, der Aussenbereich wird als Dekonarea umgebaut mit Arztbereich. Dann jeder vor Ort der noch kein Attest hat, sich schnell testen lassen.

    • MaLu sagt:

      Ich selbst bin auch kein Freund von künstlicher Panikmache.
      Aber: Zum Einen ist meine Branche (Veranstaltungstechnik) innerhalb kürzester Zeit dermaßen betroffen, dass bereits jetzt Kurzarbeit in Betracht gezogen werden muss, und zum Anderen: wie sollen „mal eben“ die empfohlenen Testmaßnahmen realistisch umgesetzt werden?
      „Waren Sie in den letzten 3 Wochen in China o. Norditalien?“
      „Nö“
      „O.K., weitergehen“

      Als kleine Randnotiz: ein Kollege mit Verdacht selber betroffen sein zu können, sollte 150€ für einen entsprechenden Test zahlen – Resultat (finanziell verständlich): ungeprüft!

    • Skeptiker sagt:

      Selbst wenn es Ateste für Alle geben könnte, wie aktuell müsste so ein Atest sein? Bedenkt man die Inkubationszeit von 14 Tagen und, dass das Ganze relativ schnell ansteckend zu sein scheint, könnte ein Atest nach ein oder zwei Tagen, vielleicht sogar kürzer, wertlos sein.

  3. Markusbln sagt:

    Steigende Preise dürften uns in nächster Zeit bei aller Art von Produkten (insbesondere Elektronikprodukten) treffen. Wir haben selber eine Produktion in Taiwan und kommen an wichtige Teile für unsere Produkte nicht mehr ran und müssen teilweise auf Alternativprodukte ausweichen die teurer oder qualitativ schlechter sind. Nicht nur Preise explodieren sondern auch die Lieferzeiten gehen in die Höhe, gerade auch weil die vom Coronavirus betroffene Region Wuhan z.B. eine wichtige Region für Smartphone und Tabletdisplays ist.

  4. VirusTI82 sagt:

    Ich habe gesehen, dass es jetzt einen Corona Schnelltester gibt.
    Also einfacher gehts wohl wirklich nicht mehr. Jeder der die Superbooth besucht bekommt einen Schnelltest gemacht. Fertig.

    Ich zahl den auch.
    Kein Ding.

    Bis zur Superbooth ist es eh wieder wärmer und die Viren überleben schlechter.

    Also entspannt euch und macht euch nicht ins Höschen. Wir sind hier nicht bei the Walking Dead.

  5. Radium sagt:

    Also ich finde es auch etwas übertrieben gleich alles abzusagen.
    Gerade auf einer Messe wo an den Produkten auch mal Hand angelegt wird, würde es ganz einfach reichen an jedem Stand eine Flasche Desinfektionsmittel bereit zu stellen und das man nach jeder Session sich die Hände halt desinfiziert.
    Das ist ja schließlich keine Single Börse wo wildes rumknutschen mit fremden Menschen angestrebt wird.

    Also in meinen Augen absolut schwachsinnig! Zumal (Stand 04.03.) 200 infizierte bei 80.000.000 Millionen Einwohnern. Da muss man auchmal die Kirche im Dorf lassen.

    Wenn wir in D in den 5 stelligen Bereich an Infizierten gehen sollten, kann man eventuell über solche Maßnahmen nachdenken.

    Cheers…

  6. Klaus sagt:

    Ich frage mich, was es bringt, die Messen um einen Monat zu verschieben, wenn sie eh erst in 1-2 Monaten stattfinden. Ich meine, ändert ein Monat alles?

  7. Klaus sagt:

    Finde ich gut, wenn die Messen abgesagt werden.

    Das Argument mit „wer krank ist soll zu Hause bleiben“ ist mega egoistisch.. 1. kann man das ja erst nach 14 Tage Inkubationszeit sagen und bis dahin auch „gesund“ jemanden anstecken, 2. bringt man damit unnötig immunschwache Menschen in Lebensgefahr und 3. sorgt man dafür, dass das Gesundheitssystem zusammenbricht, wofür man sich danach wahrscheinlich sogar noch beim Staat beschweren würde.

    Also: Absagen und alle haben weniger Probleme.

    PS: Abgesehen von Herstellern, Veranstaltern usw.. ich denke, eine Woche Urlaub „umsonst“ kann jeder verkraften, aber wenn Firmen daran pleite gehen, ist das natürlich weitaus schlimmer. Trotz alledem gehen Menschenleben vor!

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