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Minimoog Model D

Minimoog Model D  ·  Quelle: Moogulator

Der legendäre Minimoog ist unbestritten einer der durchsetzungsfähigsten Synthesizer und mit einem sehr charakteristischen Klang gesegnet. Aber leider kann man ihn schon lange nicht mehr neu kaufen. Der Klassiker ARP Odyssey wurde gerade wieder eingeführt, es gibt jetzt den Sequential Prophet 6. Warum also nicht auch wieder einen Moog Minimoog Model „D“?

Es gibt einige gute Gründe, weshalb ein ganz klassischer Minimoog Model D auch heute noch ein gutes Produkt ist: Der Minimoog ist DER Prototyp aller heute bekannten kompakten Synthesizer. Modulationsräder und Tasten mit der klassischen Oszillator-Filter-Verstärker-Struktur sind noch heute nicht veraltet. Er hat außerdem eine ungebrochen große Fangemeinde, die sich mit keinem anderen aktuellen Synthesizer zufrieden gibt. Außerdem wäre das Instrument für Moog sehr wirtschaftlich. Denn anders als ein erst neu zu entwickelnder polyphoner Moog, würde der Minimoog keinerlei Entwicklungskosten bereiten.

Er funktioniert wie er ist – und Moog als Firma könnten zusätzlich sehr stark mit dem Ruf des Gründers arbeiten. 2013 wurde Bob Moog in die Hall of Fame der Erfinder aufgenommen. Auch der verglichen mit anderen analogen Synthesizern eher hohe Preis sollte kein Problem darstellen: Moog brachten zur NAMM die klassischen modularen Synthesizer wieder auf den Markt. Die Modul-Konfigurationen System 15, 25 und 55 sind in einem sehr hochpreisigen Segment angesiedelt, dennoch sind die Auftragsbücher gut gefüllt.

Der schlagendste Hinweis auf eine Wiedereinführung ist der Eintrag im US Warenzeichen-Register von 2014. Im April 2015 findet man erneut einen Hinweis: Offenbar wollte man hier wohl sichergehen, den Namensschutz zugesprochen zu bekommen. Das ist auch sinnvoll, um sich gegen mögliche Nachahmungen wehren zu können. Registriert ist der Name „Minimoog Model D“ für den Bereich Software sowie als elektronisches Musikinstrument mit Tastatur – auf den Zusatz „Model“ wird explizit eingegangen.

Die Bezeichnung Model D ist übrigens eigentlich gar nicht notwendig, da die Modelle A bis C nur Prototypen waren. Und der von Bob Moog noch selbst mit entwickelte Minimoog Voyager hebt sich sowieso namentlich ausreichend ab. Vor allem in Foren wird „Model D“ aber als Kürzel für den klassischen Minimoog extrem gern verwendet.

Der eben erwähnte Voyager war auch schon in der Modellvariante „Old School“ ohne Speicher und Touchpad erhältlich und ging so in die Richtung des großen Vorbildes. Allerdings ist er klanglich nicht identisch mit seinem Vorfahren, weshalb sich viele Musiker noch immer das Original wollen – und für ein altes Gebrauchtgerät locker 3500 Euro bezahlen müssen. Somit besteht ein Anreiz, die klassischen Moogs entweder komplett unverändert oder aber mit MIDI oder USB-MIDI ausgerüstet anzubieten. Das Produkt wäre vermutlich sogar noch interessant genug, wenn man selbst die vollkommen exotische Jones-Buchse für das Trigger-Signal weglassen würde und den Austausch dem Käufer überließe.

Ein Preis für einen neuen Minimoog wäre zwischen 2500 und 2999 Euro sicherlich als angemessen anzusehen – und würde wohl von vielen Musikern bezahlt werden. Der Neue hätte Garantie und würde womöglich so lange halten wie der Klassiker. Eine Minitasten-Version ist eher nicht zu erwarten, genau so wenig wie ein Preis von 999 Euro – dennoch wäre das durchaus machbar. Die zur Miniversion passende Klientel schielt dabei auf den Bühneneinsatz und einfacheren Transport. Das ist jedoch nicht typisch für die Firma Moog, daher rechne ich eher mit einer ganz einfachen Neuauflage. Genau so wie er war. Ich tippe sogar auf fehlendes MIDI. Das ist was für den Spieler – und ein MIDI Interface gibt es dann demnächst als Zubehör.

Moogulator

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