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VCV Rack 1.0 Browser

VCV Rack 1.0 Browser  ·  Quelle: VCV Rack

Falls ihr das virtuelle Eurorack noch nicht installiert habt – spätestens mit der aktuellen Veröffentlichung von VCV Rack 1.0 gibt es keine Entschuldigungen mehr! Die Software klingt gut, macht Spaß und ist sogar kostenlos. Außerdem wird hier Open Source groß geschrieben. Ständig kommen neue Module von diversen Entwicklern und oftmals sind die ebenfalls kostenlos oder sehr günstig im Angebot. Selbst diejenigen, die ein paar Eurorack-Module zu Hause stehen haben, sollten sich VCV Rack mal angucken, denn ihr könnt hier auch Soft- und Hardware miteinander verbinden. Mit Versionsnummer 1 gibt es neue Features, auf die sich bisherige Nutzer mit Sicherheit freuen. Acht Monate wurde an der neuen Version gearbeitet und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Un mit zwei neuen Modulen von Erica Synths gibt’s direkt auch noch einen schönen kostenlosen Leckerbissen für das VCV Rack!

VCV Rack 1.0 Highlights

Polyphonie: Bis zu 16 Stimmen sind jetzt möglich. Die Standard-Module haben bereits Tools für Polyphonie integriert. Die Kabelverbindungen unterstützen das jetzt und passen sich automatisch an. Ihr müsst also nicht wie die Verrückten „herumpatchen“, sondern erledigt das ganz intuitiv. Soll sollte das sein! Außerdem funktioniert jetzt auch MIDI Polyphonic Expression, kurz MPE mit MIDI-CV.

MIDI Output: Module können MIDI-Signale an andere Module schicken. Das geht jetzt auch mit externer Hardware. Für die MIDI-Anwendungen gibt es jetzt Tools wie CV-Gate, CV-MIDI und CV-CC.

MIDI Mapping: Yes! Mit dem MIDI-MAP-Modul mappt man jetzt alle möglichen Parameter auf externe MIDI-Controller. Das bringt noch mehr Spaß in die VCV-Welt!

Gamepads und Nummerntasten: Die Nummerntasten können jetzt als Trigger/Gates herhalten und bilden damit eine 4×4-Matrix. Gamepads dienen ebenfalls als Controller und das wurde noch mal verbessert.

Modul-Browser: Auch sehr schön, denn damit könnt ihr eure Library von Modulen auch grafisch anzeigen und mit Drag-and-Drop direkt in das Rack ziehen. Mit einem Klick auf die rechte Maustaste öffnet sich ein Kontextmenü und präsentiert Links auf die Website des Entwicklers oder eine Anleitung.

Multi-Core-Support: Das verbessert die Performance. Unter dem Menüpunkt Engine stellt ihr nicht nur die Sample-Rate ein, sondern auch, wie die Kerne sich die Arbeit aufteilen. CPU Timer zeigt an, wie viel Rechenleistung die einzelnen Module verbrauchen.

Weiterhin wurden so einige Sachen verbessert, die das Arbeiten mit dem VCV Rack 1.0 bequemer machen. Tooltips, Undo, Redo, verschiedene Templates, automatisches Speichern und Updaten von Plug-ins gehört beispielsweise dazu.

Ein richtiges Zusammenspiel mit der DAW lässt aktuell noch auf sich warten. Es gibt die VCV Bridge, die das noch nicht so richtig zufriedenstellend macht. Für Versionsnummer 2 ist ein kostenpflichtiges VST-Plug-in geplant, dass diese Lücke schließen soll. Mal schauen, das dürfte ja noch eine Weile dauern.

Trotz dieses kleinen Mankos ist VCV Rack 1.0 ein wahnsinniges Stück Software – unglaublich, dass das kostenlos ist! Nachdem ich das Update installiert hatte, ließen sich alte Patches nicht mehr öffnen, weil die verwendeten Module von Drittherstellern teilweise noch nicht aktualisiert sind. Ich hoffe, dass es da keine Schwierigkeiten geben wird. Wenn ihr also komplexe Patches gemacht habt, solltet ihr vielleicht für die nächste Zeit zwei Versionen parallel betreiben.

 

Neue Erica Synths Module für das VCV Rack

Neue Erica Synths Module für das VCV Rack – Quelle: Erica Synths

Erica Synths Black Wavetable VCO und Black Octasource

Herrlich! Von Erica Synths gibt es direkt zwei Neuzugänge für das bereits jetzt schon sehr breite Angebot an Modulen. Raphaël Hoffman von Hora Music hat sich um die Portierung gekümmert.

Der Black Wavetable VCO ist ein digitaler Oszillator mit 16 Wavetables, die Morphing über CV erlauben. Drei Schwingungsformen für den Suboszillator gibt es obendrauf. Der spielt eine oder sogar zwei Oktaven tiefer. Wer es ein bisschen harscher und „chiptuniger“ mag, benutzt den eingebauten Crusher.

Black Octasource ist ein schräger LFO. Acht Ausgänge, die in einem Kreis angeordnet sind, sorgen hier für ganz interessante Möglichkeiten. An jedem dieser acht Ausgänge kann zum Beispiel eine eigene Schwingungsform herauskommen oder die gleiche Schwingungsform mit verschiedenen Offsets der Phase. Es ist auch möglich, zwischen Schwingungsformen zu morphen oder die Rate und Phase dieser zu modulieren. Klingt abgefahren? Richtig!

Unglaublich, die Module kosten nichts – also bitte ganz schnell downloaden.

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Mick
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Sehr interessant, leider ist die Integration in einer DAW nur unter Umständen möglich (fehlende VST Liezens?)
Somit ist es für mich nicht von Nutzen, aber irgendwann soll es gehen, dann bin ich wohl dabei!