Die persönlichen Perlen von 2016  ·  Quelle: gearnews

Anfangs klang die Idee leicht: Finde die besten News von 2016. Dann aber kommt man beim Überlegen doch ganz schön ins Grübeln … was ist denn nun wirklich das Beste? Gar nicht so einfach, aus der Masse von den ohnehin vielen interessanten Neuigkeiten auch wirklich die Perlen heraus zu picken. Aber mit meiner Wahl kann ich sicher zufrieden sein.

Catalinbread SFT v3

Catalinbread STF V3 Pedal FrontIch weiß nicht, warum es mir ausgerechnet dieses Pedal so angetan hat, aber seit ich einmal V1 gespielt hatte, komme ich nicht mehr davon weg. Auch wenn das dieses Jahr vorgestellte V3 nicht haargenau wie das V1 klingt, ist es doch für mich fester Bestandteil meines Effektboards geworden. In einem Anflug grober Fahrlässigkeit hatte ich das erste SFT verkauft und mir kurz danach das V3 geholt.

Mit den beiden Modi Stones und Stoner und dem Baxandall EQ mit 2 Bändern ist es zwar etwas fummelig, wenn man mal schnell was umstellen will, aber so richtig schlecht klingt es nie. Maximal speziell. Für Single Coils manchmal etwas klirrig, gerade in höheren Gain-Stufen, die Richtung Fuzz gehen – aber nie komplett „experimentell“. Für Bass und Gitarre mein To-Go-Verzerrer für cleane Amps. Eine Portion Schmutz hier, ein wenig Overdrive da, eine Prise Durchsetzungskraft im Mix, ein Schluck Dynamik rundet es ab – Ampeg Fliptop in a Box.

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Positive Grid BIAS Head

Positive Grid BIAS Head FrontDie Ankündigung ist schon lange raus und ist nun auch endlich im deutschen Handel angekommen. Es ist ein Modelling-Amp mit Schnittstelle zur DAW, genauer gesagt zum hauseigenem Plug-in BIAS Amp. Hier baut man seinen Wunsch-Amp bis ins Detail von den verwendeten Bauteilen wie Röhren, Preamp, Endstufe, Transformer, Box bis zu EQs an verschiedenen Positionen im Signal. Und das nicht nur am Computer, sondern auch beispielsweise auf dem iPad.

Am Ende schiebt man es einfach über ein USB-Kabel oder kabellos auf den Speicher des Amps und nimmt es mit auf die Bühne. Klanglich ist er den Vorbildern ziemlich ähnlich und verfügt auch über eine Matching-Funktion, bei Kemper heißt das Profiling, also den Originalamp mit einer intelligenten EQ-Kurve nahezu 1:1 emulieren.

Der große Vorteil vom BIAS Head ist für mich: Er sieht nicht nach einem Stück Raumschiff aus, sondern nach einem echten Topteil. Ich bin klanglich absolut für (gute) Modelling-Amps, ich mochte bisher nur die Optik nicht – beispielsweise Profiler oder Axe-FX. Einfach nur grausam in meinen Augen. Positive Grid ist der erste Hersteller, der die moderne Technik in „alte“ Optik verpackt. Für Gitarre und Bass.

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No Madd Solar Amps

No Madd Solar Amp PanelIch war dieses Jahr auf der Musikmesse und während einer Präsentation eines Herstellers wurde ich von der Menschenmenge abgedrängt. Es gab kostenlose Schlüsselbänder oder andere Goodies, die nur auf Messen freiwillig gesammelt werden. Im Nachhinein bin ich dankbar: Nur so wurde ich auf die Solar Amps von No Madd aus Frankreich aufmerksam.

Oben auf den Amps befindet sich ein Solar Panel, das mit der Sonnenkraft (Suprise!) einen eingebauten Akku mit Strom versorgt. Damit hat man ein komplett autarkes System und kann ohne Stromquelle einen oder mehrere Gigs fahren. Open Air: Stromausfall? Kein Problem. Generator Party: Benzin alle? Egal. Nur wolkig oder nachts darf es nicht so lange sein, eine Akkuladung soll bis zu 15 Stunden halten. Klar ein Nischenprodukt, gerade zu dem Preis und Design, dennoch für mich wegweisend im Sinne von wiederverwertbaren Energien. Es wird ohnehin zu viel verschwendet.

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Reaper für Linux

Reaper DAW Linux ARM GUI Sequencer MIxerAuch Linux ist eine Nische, in der Audiowelt noch mehr als ohnehin schon auf den Desktop-Systemen. Aber so manche Nische ist über die Jahre gewachsen, Apple war mehrmals weg vom Fenster und schaut es euch jetzt an. Ich wünsche Linux keinen derart radikalen Aufstieg, es soll ohne Druck wachsen – aber eben auch in die richtige Richtung.

Audio und Linux passt nicht so richtig zusammen – ich hatte den Selbsttest gemacht. Als kommerzielle DAWs gibt es bisher nur Bitwig und Tracktion, die neben Ardour und Mixbus auf Linux laufen. Aber Cockos, die Firma hinter Reaper, hat ebenfalls begonnen, regelmäßig Linux Versionen zu veröffentlichen. Es ist noch nicht offiziell, aber es wird stetig und stetig besser.

Reaper wird, wenn überhaupt, erst 2017 für Linux offiziell veröffentlicht. Aber es zeigt, dass auch andere Firmen an dem System Gefallen finden. Und je mehr Firmen anbeißen, umso interessanter wird es für andere. Henne und Ei. Wir brauchen mehr Eier!

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Nicht in die Liste haben es einige geschafft, ich habe auch echt lange über die Warm Audio Sachen nachgedacht, konkret die Klone WA-87 und WA-412. Auch einige Gitarren und Bässe sind echt interessant gewesen, aber richtig herausragend war es für meinen persönlichen Geschmack nicht. Und wenn doch, dann hat mich das etwas überzogene Preisschild für umgefärbte Altbekannte abgeschreckt. Der Test des Isolate Gehörschutzes steht noch aus – vielleicht hätten die ja hier gefehlt. Auf jeden Fall haben sie bewiesen, dass man mit einem guten Konzept für einen Gehörschutz auch über Kickstarter jede Menge Unterstützer bekommt.

So viel Gear und so wenig Zeit … :)