von Julian Schmauch | Geschätzte Lesezeit: 8 Minuten
Aufnahme klingt schlecht - So findest du den Fehler und die Lösung!

Aufnahme klingt schlecht - So findest du den Fehler und die Lösung!  ·  Quelle: Aaron Amat / Alamy Stock Foto

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Der Super-GAU: Deine Aufnahme klingt schlecht. Der Sound ist zu dumpf, zu blechern, zu leise oder zu verzerrt. Was kann man tun? Manchmal ist die Aufnahme noch zu retten. Aber viel wichtiger ist doch zu wissen, wie man den Fehler beim nächsten Mal vermeidet! Wir haben die häufigsten Fehler und Lösungen für dich parat!

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Aufnahme klingt dumpf: Woran liegt das?

Problem: Gerade bei Sprach- und Gesangsaufnahmen kann es vorkommen, dass Aufnahmen zu dumpf klingen. Die Stimme klingt wie hinter einem Vorhang versteckt oder unter einer Decke. Auch bei Aufnahme von E-Gitarre oder Akustikgitarre mit Mikrofonen (also nicht direkt ins Interface) kommt es immer wieder vor, dass deine Aufnahme sehr dumpf klingt.

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Lösung (1) – Raumakustik: Gerade beim Thema dumpfer Sound gibt es vor und am Mikrofon und in der DAW eine Vielzahl von Schritte, die die Aufnahme verbessern können. Angefangen bei der Raumakustik, wo man, falls es keine Akustikelemente für die Recording-Ecke gibt, so viel wie möglich mit um das Mikrofon herum mit Decken und Teppichen abhängen sollte.

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Lösung (2) – Mikrofonposition: Geht es um Stimmaufnahmen, kann es sein, dass der Abstand beim Sprechen und Singen zu nah am Mikrofon war und es zum sogenannten Nahbesprechungseffekt, einer akustisch bedingten „Anhäufung“ im Bassbereich durch zu große Nähe am Mikrofon kommt. Experimentiert hier mit größeren Abständen! Bei Gitarrenaufnahmen kann es auch der Abstand zum Schallloch der akustischen Gitarre oder die Position des Mikrofons am Lautsprecher sein, mit der man schon durch kleine Veränderungen große Erfolge erzielen kann.

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Lösung (3) – EQ gegen dumpf: Aufnahme klingt schlecht, also hilft EQ – klingt etwas stumpf, ist deswegen aber nicht weniger war. Hier um Bereich 250 Hz bis 400 Hz schmalbandig abzusenken und dann zwischen 2 kHz und 4 kHz mit einem Plugin wie der Freeware „Fresh Air“ von Slate Digital anzuheben, kann einen Riesenunterschied machen! Auch durch Analogkompressoren und Bandsättigungseffekte kannst du der Stimmaufnahme oder der Gitarre im Mix mehr Präsenz verleihen.

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Aufnahme klingt schlecht: Der Sound rauscht

Problem: Du hast eine Stimm- oder Gitarrenaufnahme gemacht und hörst danach ein deutlich wahrnehmbares Rauschen in der Aufnahme, das auch im Mix zu sehr stört.

Lösung (1) – Mehr Gain und Spieltechnik: Einer der Hauptursachen von verrauschten Aufnahmen sind Mikrofon und Audiointerface. Bei beiden kann der Signal-Rausch-Abstand, gerade bei günstigeren Modellen, so gering sein, dass wenn es dynamischer wird in der Aufnahme, das Eigenrauschen zu laut hörbar ist. Jetzt hat man aber nicht immer das Kleingeld für ein besseres Interface oder Mikrofon parat. Bei diesem Tipp geht es vor allem um die aufnehmende, also singende, sprechende oder spielende Person selbst. Dann schafft man es, etwas gleichmäßiger zu performen, die dynamischen Sprünge besser zu kontrollieren, kann man vielleicht beim Interface etwas mehr Gain dazu drehen, ohne das die Aufnahme übersteuert.

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Lösung (2) – EQ und Entrauscher: Schon im genialen Freeware-Editor Audacity ist ein ganz passabler De-Noiser enthalten. Auch DAWs wie FL Studio bringen mittlerweile dedizierte Tools zum Entrauschen von Aufnahmen mit. Dazu gibt es die Königsklasse mit teuren Postproductionssuites wie iZotope RX. Alle diese Tools eint, dass sie mehr oder weniger gut Rauschen entfernen können. Die Aufnahme wird aber IMMER qualitativ verschlechtert, mal mehr, mal weniger. Manchmal tut es schon ein sanft ab 5 kHz dämpfender EQ, um das Rauschen zumindest soweit zu dämpfen, dass es im Mix nicht stört.

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Lösung (3) – Check deine Analog-Plugins: Manchmal kann das Rauschen in einer Aufnahme aber auch aus einer vollkommen digitalen Quelle kommen. Denn viele von uns produzieren und mischen mit Plugins, die analoges Studioequipment emulieren. Und nicht wenige Hersteller halten es für besonders wichtig, auch das Eigenrauschen diese Studiolegenden in ihre Plugins zu integrieren. Nutzt man mehrere Pultecs, Tape-Machines und mehr und komprimiert dann auch noch, kann sich Rauschen kumulieren – deaktiviert als versuchshalber einige dieser Plugins auf der Spur!

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Aufnahme klingt verzerrt: So findest du den Fehler

Problem: Bei einer Vocal-Aufnahme sind einzelne Stellen schon in der Rohfassung so stark verzerrt, dass man die Stimme kaum versteht. Die Aufnahme klingt schlecht und lässt sich auch durch Nachbearbeitung kaum retten.

Lösung (1) – Schütze dein Mic: Im Gegensatz zu dumpfen oder verrauschten Aufnahmen ist es bei starker Verzerrung viel schwerer möglich, diese zu retten. Daher geht es hier eher darum herauszufinden, welches Glied der Signalkette die Verzerrung verursacht: Mikrofon, PreAmp oder Audiointerface. Hat das Mikrofon verzerrt, sprich, du hast den Grenzschallpegel der Membran überschritten durch zu lautes Singen oder zu hohe Pegel am Amp, hilft hier, bei nächsten Aufnahmen entweder auf größere Abstände oder geringere Pegel zu achten.

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Lösung (2) – PreAmp und Interface: Für viele von uns sind Vorverstärker und Audiointerface ein- und dasselbe, denn quasi alle Interfaces im unteren und mittleren Preissegment kommen mit integrierten Vorverstärkern. Verzerrt es in der Aufnahme trotz eingehaltenem Grenzschallpegel am Mikrofon, ist der Eingangspegel am Interface oder Vorverstärker eventuell zu hoch – runter damit!

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iZotope RX 11 · Quelle: iZotope

Lösung (3) De-Clipping: Auch hier gibt es eine wachsende Zahl an Tools, die versehentlich verzerrte Aufnahme reparieren können. Anfangen bei Edison, dem mächtigen Audio-Editor in FL Studio, über De-Clipping-Module in iZotope RX, Sonnox Restore, dem Waves Restoration Bundle hin zur Freeware Audacity. Aber gerade hier gibt es nur einen schmalen Grad, wo sich der Aufwand, eine längere Aufnahme zu „entzerren“ gegenüber einer neuen, gut eingepegelten Aufnahme lohnt!

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Aufnahme klingt schlecht: Es brummt

Problem: Deine Aufnahme klingt schlecht, denn ist ein deutliches Brummen in den Spuren zu hören. Das passiert vor allem bei deinen Gitarrenaufnahmen.

Lösung (1) Netzbrummen vermeiden: Bei diesem Brummen spricht man in der Audiowelt meistens von Netzbrummen oder Brummschleife. Eine ganz einfache Lösung kann sein, dass du darauf achtest, dass alle Geräte, also Amp, Netzteil von Rechner, Interface und Effekten und weiteres Equipment an derselben Steckdose hängen.

Dazu kann es auch helfen, nacheinander jedes stromversorgte Gerät vom Netz zu ziehen, um überhaupt die Fehlerquelle zu finden. Vielleicht brauchst du es ja gar nicht für die Aufnahme? Schau dazu, ob dein Amp oder Vorverstärker einen Groundlift-Schalter hat. Hilfst das alles nicht, kann eine DI-Box dich vor Netzbrummen bewahren.

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Lösung (2) EQ und De Hum: Aufmerksame werden es schon bemerkt haben, EQ und Restaurations-Tools sind bei fast allen Problemen in Aufnahmen bei der Nachbearbeitung die Lösung. Eventuell kann es schon reichen, mit dem EQ deiner DAW einen Low-Cut zu setzen, unter 100 bis 150 Hz. Je nachdem wie voll dein Arrangement ist, ist das Brummen damit schon weit genug gedämpft. Dazu gibt es auch für diesen Fall in vielen Restaurationssuites Werkzeuge zum Entbrummen, „De-Hum“ nennt man diesen Prozess. Damit es hier auch nie wieder heißt: „Die Aufnahme klingt schlecht!“

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Die Aufnahme klingt zu räumlich und blechern

Problem: Schon wieder ist es passiert: Die Aufnahme klingt schlecht. Ein nerviges, blechernes Echo ist im Recording zu hören, sobald du mit Kompressor oder per Automation die Vocals oder Gitarrenaufnahme in der DAW lauter machst, ist ein sehr räumliches Signal zu hören.

Lösung (1) Raumakustik: Je toter, desto besser – das gilt sonst für wenig im Leben so sehr, wie für die Raumakustik. Jetzt können die meisten von uns aber kaum einen Raum und Raum mit schief stehenden Wänden und aufwendigen Akustikelementen bereitstellen. Hier kann es schon reichen, ein paar Decken und Teppiche um das Mikrofon zu verteilen, vielleicht eine Matratze in die Ecke zu stellen oder sich in die Kleiderkammer zu verziehen. Ruck zuck, heißt es nicht mehr „die Aufnahme klingt schlecht!“

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Lösung (2) Richtcharakteristik: Bringt dein Mikrofon die Möglichkeit mit, seine Richtcharakteristik schmaler in Richtung Niere oder Superniere zu stellen, kann das schon helfen, Denn so fängt das Mic noch weniger um dich herum ein. Wegen seiner schmalen Ausrichtung ist das Shure SM7b auch so beliebt bei vielen Home-Recordern – neben seinem professionellen Sound. Vielleicht ist es also an der Zeit, ein neues Mikrofon ins Auge zu fassen?

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Infos über Aufnahme klingt schlecht

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