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Top 10 Preamps für Bass  ·  Quelle: Tech 21, Orange, Aguilar. TC Electronic

Gründe, die für die Anschaffung eines Basspreamps sprechen, gibt es viele. Der wichtigste ist aus meiner Sicht: Ihr habt immer den eigenen Lieblings-Sound dabei. Dadurch fühlt ihr euch nicht nur beim Spielen wohl, sondern seid auch unabhängig. Beispielsweise bei einer gestellten Backline (an den FX Return anschließen), wenn ihr mal direkt in ein Mischpult spielen müsst oder in einem Studio etwas einspielen dürft. Das Gerät kann auch als weiterer Kanal am Amp genutzt werden. Zudem steigen immer mehr Bands auf In Ear Monitoring um und verzichten auf das Geschleppe schwerer Monitore und Verstärker. Für mich persönlich ist es da umso wichtiger, meinen Sound nicht in die Hände eines anderen zu legen. Hier kommen meine subjektiven Top 10 Preamps für Bass.

Top 10 Preamps für Bass: Die Qual der Wahl

Glücklicherweise gibt es inzwischen eine sehr große Auswahl wirklich guter Basspreamps im praktischen Bodentreterformat. So könnt ihr das Pedal einfach am Ende eurer Signalkette auf eurem Pedalbord platzieren. Einige Geräte gehören zu den Klassikern und müssen unbedingt genannt werden, andere habe ich als alte Gearnase lieben gelernt und muss sie euch einfach unter die Nase reiben. Hier kommt eine Auswahl 10 wirklich guter Preamps für Bass. Die Reihenfolge ist keine Wertung, sondern schlichtweg dem Preis nach sortiert. Bis auf eine Ausnahme haben alle Geräte einen praktischen XLR-Ausgang integriert.

Electro Harmonix Battalion

Für einen fairen Preis bietet das Battalion von Electro Harmonix ein Rundum-Sorglos-Paket. So befinden sich in dem kompakten Gehäuse neben einem 4-Band EQ auch noch ein Verzerrer mit Clean-Blend, Noise Gate und ein Compressor. Die Overdrive-Sektion kann sogar flexibel geroutet werden: wahlweise vor oder hinter den EQ oder im Dry Modus direkt hinter den Compressor ohne EQ. Abgerundet wird der umfangreiche Funktionsumfang durch einen XLR-Ausgang.

TC Electronic SpectraDrive Bass Preamp

Auch der SpectraDrive Bass Preamp von TC Electronic liefert mehrere Funktionen in einem stabilen Metallgehäuse. Der 4-Band EQ entspringt der renommierten RH-Serie und wird mit den Effekten TubeDrive und SpectraComp gepaart. Diese können dank der TonePrint-Technologie mit hunderten Presets auf den eigenen Geschmack angepasst werden. Vor dem XLR-Ausgang sitzt sogar ein hochwertiger Transformer.

Ampeg SCR DI

Keine Bassrelevante Liste darf ohne den legendären Hersteller für Tieftonwiedergabe auskommen. Die SCR DI mag im Direktvergleich zu anderen Pedalen klobig und altmodisch erscheinen, liefert dafür aber ziemlich überzeugend DEN Sound. Die Scrambler-Zerre ist Geschmacksache, ich persönlich würde sie eher zum Anknuspern dauerhaft aktiviert lassen. Dafür liefert die SCR DI einen praktischen AUX-Eingang und Kopfhörerausgang! Fairerweise sei erwähnt, dass es auch den günstigeren Classic Preamp im kleinen Gehäuse gibt. Dieser verfügt jedoch nicht über einen XLR-Ausgang und seine Übersteuerung klingt leider absolut nicht musikalisch.

Tech 21 SansAmp Character VT Bass DI

Tech 21 ist ein ganz großer Name, wenn es um das Thema Preamps geht und wird deshalb gleich mehrfach in dieser Liste zu finden sein. Die Bass Driver DI prägte in den 90er Jahren eine ganze Generation von Bassisten und ist bis heute ein Standard in vielen Studios. Inzwischen scheint jedoch das Brüderchen Character VT Bass DI mit seinen Fliptop und SVT-Klängen bei den Spielern beliebter zu sein. Zu Recht, wie ich finde!

Tech 21 SansAmp Geddy Lee YYZ Preamp

Eins steht fest: Wenn ihr einen Jazz Bass mit Roundwounds und Fingern spielt, gibt es keinen besseren Weg, um euch im Mix nach vorn zu bringen als mit dem Geddy Lee YYZ Preamp! Die kanadische Bassisten-Legende der Band Rush hat über Jahrzehnte einen unverkennbaren Sound kreiert, für den früher ganze Racks notwendig waren. Weil der Hersteller es geschafft hat diesen Klang auf ein kleines Pedal einzukochen, darf der Preamp auch ohne XLR-Ausgang in dieser Liste genannt werden.

 

Aguilar Tone Hammer

Der Tone Hammer des New Yorker Herstellers Aguilar ist ein moderner Klassiker. Der schlichte Funktionsumfang liefert in kürzester Zeit einen amtlichen amerikanischen Basston und klingt in keiner Einstellung wirklich schlecht. Das ist eine große Hilfe, denn so kann man sich schnell wieder auf sein Spiel fokussieren. Gespannt bin ich auch auf den neuen kleinen DB 925 Bass Preamp, der bald verfügbar sein sollte.

Tech 21 SH1

Da ist es, das neue und kostspielige Pferd im Tech 21-Stall. Für Fans von Iron Maiden und Steve Harris ist das SH1 natürlich ein absoluter Pflichtkauf! Dabei ist das Pedal allerdings kein One-Trick-Pony, sondern liefert einen ganz wunderbaren Rocksound mit zwei getrennten Gain-Einstellungen und einer geschmackvollen Cabsimulation auf dem XLR-Out. Sogar ein Stimmgerät ist dabei. Falls ihr die Fly-Pedals des Herstellers noch nie in Echt gesehen haben solltet: Sie sind unfassbar kompakt!

Orange Bass Butler

Weiter geht’s mit einem ganz frischen Spezial-Preamp. Der Orange Bass Butler wurde in 2020 auf der NAMM veröffentlicht und liefert ein überzeugendes Bi-Amping ab, wodurch brutal fette Rocksounds mit sauberem Lo-End möglich sind. Als Besonderheit verfügt das Gerät gleich über zwei getrennte XLR-Ausgänge, die jeweils eine eigene Cab-Sim haben. Wenn ihr mehr über den Preamp erfahren wollt und wie er sich im Vergleich mit der Konkurrenz von Tech 21 schlägt, empfehle ich euch unseren Angecheckt-Artikel.

Darkglass Microtubes B7K Ultra v2

Darkglass ist eine der führenden Firmen für Basseffekte, darunter Verzerrer und Preamps im Besonderen. Auch wenn der Hersteller den Ruf hat nur für brachiale Metalsounds gut zu sein, so habe ich im Netz immer wieder von der Flexibilität und Musikalität des B7K-Pedals gelesen. Selbst amerikanische Country-Bassisten schwören auf dessen Klang. Die neue Ultra v2-Version verfügt endlich auch über einen AUX-Eingang, Kopfhörerausgang, abschaltbare IR-basierte CabSim und eine wahnsinnig vielseitige Mittenregelung. Allerdings hat dieser umfangreiche Funktionsumfang einen gehobenen Preis.

Mesa Boogie Subway Bass DI-Preamp

Mit diesem Preamp verbindet mich eine Hassliebe. Es kann im Vergleich zu anderen Geräten in dieser Preisklasse nicht wirklich viel und ist dafür wirklich teuer. Mesa produziert seine Produkte in Amerika, leider werden die Dollar-Preis beim Import eher 1:1 umgerechnet. Hebt man das Gerät an, ist man von der Leichtigkeit überrascht und fragt sich, ob da überhaupt was drin ist. Und doch muss der Subway Bass DI-Preamp in diese aufgenommen werden, denn er klingt einfach unfassbar gut! Wer so viel Geld in die Hand nehmen möchte, sollte gegebenenfalls auch die größere und noch teurere Version anschauen.

Eure Meinung ist gefragt!

Das waren meine subjektiven Top 10 Preamps für Bass. Welche sind eure Lieblings-Preamps? Welches Pedal habe ich nicht gelistet, sollte aber eurer Meinung nach unbedingt erwähnt werden?

Benötige ich unbedingt einen Preamp?

Die Chancen stehen gut, dass ihr bereits einen Preamp zur Klangformung besitzt. Denn in so ziemlich jedem Bassverstärker befinden sich eine Einheit zum Verstärken des Eingangssignals, eine EQ-Sektion zur Klangformung sowie ein DI-Ausgang. Da Topteile in Zeiten von Class D immer kleiner wurden und nicht zwingend an eine Box angeschlossen sein müssen, ist es durchaus möglich, einfach mit einem Verstärker statt einem separaten Preamp unterwegs zu sein.