von Julian Schmauch | 3,5 / 5,0 | Geschätzte Lesezeit: 6 Minuten
Software-Boutique: Vintage Kompressor, Microtuning-Tool und Visualizer

Software-Boutique: Vintage Kompressor, Microtuning-Tool und Visualizer  ·  Quelle: Martinic / Gearnews

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Neue Woche, neue Software-Boutique! Dieses Mal gibt es neben dem Wochenrückblick im Software-Bereich einige ganze besondere Plug-ins. Denn mit NEOLD U17 ist eine besonders edle Analogemulation dabei. Und mit dem Entonal Studio gibt es ein mächtiges Tool für alle Fans von Micro-Tuning. Dann haben wir mit Synesthesia einen Visualizer der Extraklasse in der Boutique. Und als Deal der Woche die Emulation des Klassikers Akai AX73, Martinic AX73. 

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Hier geht es zu allen Folgen der Software-Boutique.

Software-Boutique: Die Highlights der letzten Woche (KW 28)

Eine alte DAW-Legende hat ein großes Update bekommen. Magix Music Maker 2023 bringt neue Features bei bestehenden Devices und einen neuen Equalizer namens modernEQ. Dazu gibt es in der Premium-Version 11 neue Effekte der wizardFX-Reihe. Außerdem kann im Sequencer der Drum-Machine Beatbox Pro 2 nun dynamisch programmiert werden. Denn jede Note kann man in ihrer Lautstärke verändern.

Und dann gibt es eine weitere Legende mittlerweile umsonst! Novation hat die zwei Soft-Synth-Klassiker V-Station und B-Station kostenlos zur Verfügung gestellt. Hier sind zwei absolute Klassiker der ersten Plug-in-Welle der Nuller umsonst zu haben. Kleiner Wermutstropfen: Novation hat dazu die Entwicklung und Produktpflege der beiden Soft Synth eingestellt. Damit wird es keine nativ auf Apple Silicon laufende Version beider geben.

Plugin Alliance NEOLD U17 – Emulation eines Studioklassikers

Dirk Ulrich und sein Team kennen kein Durchatmen. Denn auch nach der Übernahme durch Soundwide bleibt Plugin Alliance bei seinem hohen Release-Tempo. Und wenn man sich anschaut, was noch so dieses Jahr von PA kommen soll, gibt es einiges, auf das sich Analogfreunde freuen können. Denn Anfang von Halbjahr 2 der PA-Releases macht ein weiteres Mixing-Tool der NEOLD-Reihe: NEOLD U17. Hier hatte es mit NEOLD Warble bereits eine Bandmaschinen-Emulation, mit NEOLD BIG AL Röhren-Wärme und dem V76U73 eine Emulation zweier alter Telefunken Module gegeben.

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NEOLD U17 emuliert den gleichnamigen, äußerst seltenen Kompressor von Telefunken. Getreu dem Motto der Serie (NEOLD = New/Old) verbindet auch dieser Teil der Serie alte Studiotechnik mit modernen Features. So ist unter anderem ein Clipping-Modul und ein Dry/Wet-Regler für Parallelkompression dabei.

Tipp: Durch das sehr musikalische Ansprechen des U17 eignet sich die Emulation besonders gut zum Sidechaining. Einfach auf die Instrumentengruppe legen, Kick in den Sidechain routen und butterweiches Pumpen erzeugen.

Plugin Alliance NEOLD U17 gibt es für Windows (ab 8, 64 Bit) in den Formaten AAX Native, AAX AudioSuite, VST2 und VST3auf macOS (ab 10.11) als AAX Native, AAX AudioSuite, AU, VST2 und VST3. Das Plug-in kostet 104,99 USD (als Einführungspreis, später 249 USD) und kann über die Produkt-Website gekauft werden. Dazu kann der Preis mit dem Code U17-7999 auf 79,99 USD bis zum 31. August 2022 gesenkt werden.

Node Audio Entonal Studio – Microtuning für alle

Wer einmal über den Tellerrand des wohltemperierten Klaviers geschaut hat, weiß, dass die Zahl der Intervalle, derer Abstände und Tonleitern überhaupt so vielfältig ist, wie es Musikkulturen auf der Welt gibt. Nur ist das gute alte MIDI hier prinzipiell etwas eingeschränkt. Den Notennummern sind ganz konkrete Klaviernoten zugewiesen.

Wer also beispielsweise eine Tonart mit Vierteltönen, wie es sie in arabischer oder ostasiatischer Musiktradition vielfach gibt, spielen möchte, braucht hier ein Hilfswerkzeug. Auch für eigene Intervalle, also Abstände zwischen zwei Noten, ist ohne Hilfsmittel kein Platz bei der Arbeit in heutigen DAWs. Lange war man auf Aufnahmen angwiesen, virtuelle Instrumente konnten kaum auf diese vielfarbigen Tonarten hin gespielt werden. Doch hier tut sich was

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Bereits vergangenes Jahr stellte Oddsound das mit Aphex Twin entwickelte Tool MTS-ESP alle Spielarten von Microtuning vor. Dazu  stellte man ein kostenloses Tool für Entwickler von Software-Instrumenten bereit. Mit dessen Integration konnte man nun beispielsweise die V-Collection von Arturia mikrotonal spielen.

Mit Entonal kommt hier eine einfacherere und günstigere Lösung. Denn das Plug-in kann andere Plug-ins hosten. So ist jedes Software-Instrument, das entsprechende Stimmmöglichkeiten mitbringt, auch ohne Unterstützung von MTS-ESP, mikrotonal spielbar.

Tipp: Nicht nur bringt Entonal hunderte an mikrotonalen Tonleitern mit, ihr könnt darin auch Tonleitern mit komplett eigenen Intervallen erzeugen!

Entonal Studio gibt es für Windows in den Formaten Standalone, VST2 und VST3auf macOS (ab 10.11) als Standalone, AU, VST2 und VST3. Auch für Linux ist das Tool verfügbar. Das Plug-in kostet 59 Britische Pfund (als Einführungspreis) und kann über die Produkt-Website gekauft werden.

Synesthesia – psychedelischer Visualizer für Live-Performances

Visuals, die direkt auf die Musik reagieren, heller leuchten, je lauter sie ist, blauer schimmern, je dumpfer sie spielt – meisten ist so etwas für Live-Shows mit hohem Programmier- und Technikaufwand verbunden. Doch die Zahl der Software-Anwendung, die hier viel automatisieren, wächst. Und Synesthesia ist genau so eine.

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Ihr könnt eigene Clips in die Software laden oder die mitgelieferten nutzen. Diese können dann mit einer Vielzahl an Effekten überblendet und verfremdet werden. Und genau diese Effekte und Animationen reagieren in Synesthesia auf Audiosignale. In der großen Pro-Version kann hier sogar noch detailliert eingestellt werden, auf welche Frequenzanteile in der Musik die App wie reagiert.

Tipp: Fast jeder Parameter in der App kann mit einem MIDI-Controller gesteuert werden. So werdet ihr zum VJ!

Node Audio Synesthesia gibt es für Windows (ab 8, 64 Bit) und für macOS (ab 10.11) als Standalone-App. Die Software kostet in der Standardversion 99 USD, in der Pro-Ausführung 299 USD und kann über die Produkt-Website gekauft werden.

Deal der Woche: Martinic AX73 – Emulation des Akai AX73

Da sage noch einer, Retro sei vorbei! Ganz im Gegenteil, in der Welt der VA-Synths (virtual analog) scheint der Trend zu alten Emulationen ungebrochen. Und nach dem xten virtuellen Nachbau eines Minimoog oder OB-X wenden sich Entwickler zunehmend vergessenen Kleinoden der Studiogeschichte zu. Genau das hat Martinic mit dem AX73 getan.

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Der AX73 von Akai war ein Features vollgestopfter Analog-Synth, der in den Achtzigern durch die Flutwelle an FM-Synths und dem Aufkommen der ersten Generation an Synthesizern mit digitaler Klangtechnik zu einem vollkommen unberechtigten Schattendasein verdammt war. Mit der Emulation wird der Synth entmottet, modernisiert und bringt eine Klangpalette an Sounds mit, die es durchaus mit der Konkurrenz von Roland und Moog aufnehmen können.

Martinic AX73 gibt es für Windows (Ab 7, 64 Bit) als VST2 und für macOS (ab 10.9) als VST2 und AU. Das Plug-in kostet noch bis 01. August 2022 im Sale 66 Euro, regulär 98 Euro, und kann bei Thomann* erworben werden.

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Eine Antwort zu “Software-Boutique: Vintage Kompressor, Microtuning-Tool und Visualizer”

    Die neue Langsamkeit sagt:
    0

    „…bleibt Plugin Alliance bei seinem hohen Release-Tempo.“
    Leider gilt das nicht für das Tempo des Supports. Ein technisches Support-Ticket wurde erst nach über zwei Wochen erstmalig beantwortet, und zwar mit Fragen, deren Antwort bereits im Ticket steht.

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