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Plugin Alliance Gig Performer 3

Plugin Alliance Gig Performer 3  ·  Quelle: Plugin Alliance

Gig Performer 3 ist das erste Produkt von Plugin Alliance, das kein Plug-in ist. Vielmehr ist GP 3 ein Plug-in Host, der für Live-Situationen gedacht ist und komplett nativ arbeitet. Ihr braucht also keine zusätzlichen DSPs, die App will mit fast allen Rechnern und Interfaces zusammenarbeiten. Plug-ins, die ihr sonst vielleicht eher im Studio benutzt, sollen mit Gig Performer 3 bühnentauglich gemacht werden. Das Produkt gibt’s in zwei Ausführungen.

Plugin Alliance Gig Performer 3

Gig Performer 3 richtet sich an Musiker und FOH-Mixer gleichermaßen. Die Idee ist, eure Instrumente (Gitarren oder Synthesizer beispielsweise) auf der Bühne mit virtuellen Effekten „anzudicken“. Großer Sound mit kleinem Equipment sozusagen. Als Rechner soll euer Laptop herhalten, spezielle Interfaces oder gar zusätzliche DSPs sind nicht notwendig. Außerdem – und das ist auf der Bühne besonders wichtig – soll die Latenz nicht spürbar sein. Plugin Alliance verkündet stolz, dass diese fast bei Null liegt und spricht von 32 Samples.

Die Software ist modular aufgebaut, davon soll natürlich das Routing profitieren. Ihr könnt ohne Umwege parallele Effekt-Ketten zusammenstellen. Das Splitting von Signalen ist ebenfalls vorgesehen. Eine weitere Spezialität ist die nahtlose Integration von MIDI-Pedalen, die ihr in Echtzeit ohne Glitches bedienen könnt. Das ist jedenfalls das Versprechen des Herstellers.

Ihr könnt aber nicht nur eure Instrumente oder Stimmen mit Effekten veredeln, sondern auch virtuelle Synthesizer (und andere Klangerzeuger) über ein angeschlossenes Keyboard oder sonstige Controller spielen. Wichtige Parameter mappt ihr auf die Kontrolloberflächen, die Ausgänge lassen sich wieder mixen und weiter mit FX bearbeiten.

Plugin Alliance Gig Performer 3

Plugin Alliance Gig Performer 3

Macht Bands und FOH-Mixer glücklich

FOH Mischer schnappen sich die eingehenden Signale, jagen diese durch vorher festgelegte Processing Chains und schicken das Ergebnis wieder auf den Mischer. Vorher angelegte FX Panels könnt ihr übrigens nicht nur über MIDI steuern, sondern auch über OSC mit iOS- und Android-Tablets.

Bei Bands kann Gig Performer auf einem Rechner in mehreren Instanzen werkeln und so für jedes Instrument eine eigene FX-Kette anbieten. Mit Set Lists legt ihr für jeden Song oder sogar jeden Part eigene Einstellungen fest.

Das klingt alles schon sehr schön (stellt euch ein extrem gedehntes „sehr“ vor!). Aber das ist noch nicht alles! Mit einem entsprechenden Interface macht ihr sogar während des Gigs eine Mehrspuraufnahme, die ihr später dann noch mal in einer DAW neu mischen könnt. Die ChordPro-Unterstützung ermöglicht das Einbinden von Song-Dokumenten, die dann entsprechend der Set-List angezeigt werden.

Dank des modularen Aufbaus erstellt ihr recht schnell eigene Templates. Die können selbstverständlich gespeichert und jederzeit wieder neu verwendet werden.

Das hört sich wirklich sehr aufregend an – ich bin jetzt schon gespannt, wie die ersten Erfahrungsberichte ausfallen werden. Im Gegensatz zu Lösungen wie MainStage läuft Gig Performer 3 sowohl auf macOS (ab 10.9) als auch Windows (7 bis 10). 8 GB RAM sollten allerdings im Rechner sein, für eine optimale Performance empfiehlt der Hersteller 16 GB. Die unterstützten Plug-in-Formate sind AU, VST und VST3.

Zwei Versionen

Die Software gibt es in zwei Versionen. Die PA MEGA Edition ist im MEGA Bundle enthalten, das 24,99 US-Dollar monatlich oder (aktuell im Sale) 249,99 US-Dollar kostet. Da sind über 110 Plug-ins enthalten. Wer keine Lust auf das Bundle hat, kann die Unlocked Edition für 199 US-Dollar erwerben. Diese erlaubt das Laden von Plug-ins jedes Herstellers. Entweder drückt sich Plugin Alliance da nicht klar genug aus oder die Unlocked Edition ist tatsächlich die einzige Version, die auch Plug-ins von Drittherstellern erlaubt. Das wäre ja quasi eine Strafe für die Abonnenten und sollte schleunigst korrigiert werden!

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6 Antworten zu “Plugin Alliance Gig Performer 3: Modularer Plug-in Host für die Bühne”

  1. Johann sagt:

    Wieso sollte man nicht seine DAW nehmen, die doch jeder hat? Ich verstehe den Vorteil gerade nicht.

    • Schamass sagt:

      Vorweg: Es ist keine DAW, es ist eine Software, die rein auf Live-Performance speziallisiert ist, sowohl vom generellen Konzept, als auch von der Latenz und CPU-Last her!
      Bau dir doch mal in deiner DAW nur mal eine parallele Effektkette (Chorus, Tremolo, Delay), die du in ihren Anteilen zum trockenen Gesamtsignal nach belieben dazumischen kannst, dann meinetwegen nochmal das ganze durch einen Hall…
      Die benötigten Parameter für eine Live-Performance (auch Plugin-Bypass zum ein/ausschalten) legst du dir dann bitte noch auf externe Controller, mit denen Du dann, während du spielst, das ganze in Echtzeit steuerst.
      Dann mach dir daraus ein paar verschiedene Einstellungen, die du z.B. während eines Songs benutzen möchtest, und speicher diese als „Presets“ ab und schalte dazwischen in Echtzeit hin und her – möglichst mit einem MIDI-Fußpedal oder auch per OSC über dein Handy, oder Pad.
      Wird knifflig, ne?
      In Gig Performer ist sowas nicht nur kein Problem, sondern eher ein Klacks… Standardfunktionalität.

  2. Schamass sagt:

    Das MEGA-Bundle ist natürlich schon ein Schnapper! Die Plugins von Plugin Alliance sind schon ziemlich cool (und zahlreich)! Für die andere Option könnte man natürlich auch direkt zum „Ur-Vertreiber“ http://www.ilio.com gehen und sich seine Lizenz dort kaufen.
    Unter Umständen kommt man dabei billiger weg, weil man sich seine Lizenz auch gezielt für nur eine Platform (WIN oder MAC) kaufen kann – die kostet dann nämlich nur 149$.
    Ich vermute, bei Plugin Alliance wird es sich bei der „Unlocked“ Variante um das normale Cross-Platform Bundle (WIN & MAC zusammen) handeln… die gibt es bei Ilio auch und da ist der Preis auch dann der gleiche).
    Weiterhin bekommt man bei P.A. anscheinend noch etliche gebrauchsfertige Templates mitgeliefert, die es bei der Standard-Ilio Variante nicht gibt.
    Das ist dann zwar gerade am Anfang eine nette Dreingabe und Starthilfe, aber als eingefleischter GigPerformer User kann ich sagen, dass man nicht sehr lange braucht, bis man in der Lage ist, sich seine eigenen Wunsch-Oberflächen zusammen zu bauen.
    Und falls man mal Hilfe (oder Anregungen) braucht, ist das GP-Supportforum eines der besten, die ich bislang gesehen habe (man sollte allerdings des Englischen einigermaßen mächtig sein).
    Von mir, als Keyboarder, Gitarrenanfänger und Multimedia-Spielkind, gibt’s für Gig Performer zwei Daumen nach oben – ist schon sehr geil, was man damit alles machen kann (und wie gut das dann auch tatsächlich funktioniert).

  3. HardyO sagt:

    Der Text liest sich, als hätte der Autor vorher noch nie etwas von GigPerformer gehört. Dabei gibt’s das schon eine ganze Weile – immerhin ist das jetzt bereits Version 3…
    Die Software ist genial – und im Gegensatz zu Mainstage erzeugt GigPerformer deutlich(!) weniger CPU-Auslastung.

    • marcus sagt:

      Hi! Danke für deinen Kommentar. Leider ist es für uns sehr schwierig jede Software, jedes Plug-in, jedes Instrument (Hard- und Software) zu kennen und zu testen. Wir versuchen das Beste aus den Pressetexten auf die Schnelle herauszukitzeln. :)

    • Dirk B. sagt:

      Du hast Recht – hatte ich bisher nicht auf dem Schirm. Auch in meinem Musiker-Bekanntenkreis war das noch nie ein Gesprächsthema. Dass es bereits die dritte Version ist, habe ich mir aber schon gedacht ;) Im Übrigen versuche ich grundsätzlich so zu schreiben, dass möglichst alle verstehen, worum es geht.

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