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Neues Spotify Tool pusht eure Songs nach vorne - natürlich nicht ohne Einbußen!

Neues Spotify Tool pusht eure Songs nach vorne - natürlich nicht ohne Einbußen!  ·  Quelle: Spotify

Marketing-Aktionen rund um Spotify Playlists sind Gang und Gebe. Jeder Künstler, Musiker, jede Band, jedes Label und jeder Verlag möchte doch den neu veröffentlichten Song ganz vorne in den großen und bekannten Playlists sehen. Und das nicht ohne Grund: Denn nur so werden die Songs gesehen, gehört und am Ende sehr oft gestreamt. Ein weiterer interessanter Nebeneffekt: Eure Songs landen vielleicht in etlichen User-Playlists und ihr erhaltet neue Fans. Jetzt habt ihr die Möglichkeit, mit einem neuen Werkzeug des Streaming Giganten genau diesen Weg zu beeinflussen. Spotify platziert eure Tracks auf Knopfdruck priorisiert an den besten Stellen aller Radio und Autoplay Playlists. Aber das natürlich nicht umsonst!

Spotify lässt Künstler die „Regeln“ beeinflussen

Bald kann jeder Künstler und jede Plattenfirma die für jeden Endverbraucher „errechneten“ und auf ihn zugeschnittenen Playlists mitgestalten. Denn mit einem neuen Marketing-Tool in der Spotify Artist App (ich denke, dass es dort platziert wird) können neue Songs direkt in die großen Playlists gelangen. Natürlich entwickelt der Anbieter komplexe Strategien, wie, wo und wann der Song die größte und beste Möglichkeit erhält, perfekt in Szene gesetzt zu werden. Das klingt fast schon nach einer künstlichen Intelligenz. Und das kostet Spotify eben Zeit und Geld. Aus diesem Grund lässt sich die Firma das von den Musikern bezahlen, die sich darauf einlassen.

Ich selbst höre immer wieder sehr gern das Künstler-Radio oder lasse mir ab und zu die Vorschläge anhand einer für mich erzeugten Playlist vorspielen. Genau so habe ich tatsächlich schon etliche neue Songs und die damit verbundenen Musiker kennengelernt, die ich ohne sicherlich niemals auf die Ohren bekommen hätte.

Zahltag

Jeder, der diese neue Marketing-Aktion eingeht, stuft somit automatisch die Lizenzbeteiligung herunter und Spotify erhält mehr Anteile am Song. Das bedeutet, dass ihr am Ende bei (hoffentlich) mehr Streams weniger Einnahmen generiert. Ja, ihr habt richtig gelesen: noch weniger Lizenzeinnahmen. Lohnt sich das? Und für wen? Natürlich wird sich das neue Werkzeug für alle Songschreiber „ausbezahlen“. Denn es kann gute und erfolgsversprechende Tracks (vielleicht) zu einem Hit mutieren lassen. Und der Bekanntheitsgrad eines Künstlers kann immens steigen.

Wie lange die neue aktionsbedingte Lizenzverteilung zwischen Spotify und dem Musiker so bestehen bleibt, ist nicht beschrieben. Ob man dieses Tool jederzeit wieder stoppen kann, ist auch nicht bekannt. Und was passiert danach? Das steht in den Sternen. Dazu gibt es solche „Aktionen“ schon sehr lange – aber nicht von dem Anbieter selbst. Bekannte und Kuratoren großer Playlists verlangen viel Geld, um einen Song in ihren Reihen aufzunehmen. Ihr legt noch einen Schein obendrauf und schon sitzt euer Song sogar in der Top 5.

Der Haken an der Geschichte

Was passiert eigentlich wenn weltweit alle neuen Musiktitel mit diesem neuen Tool arbeiten sollen? Dann wird sich sicherlich an Spotify nicht viel ändern und alle Musiker verdienen am Ende weniger. Das wäre keine win-win Situation für beide Seiten. Zumindest nicht für die Gruppierung, ohne die Spotify garnicht funktionieren würde. Aber warum sollten gerade „kleine“ Künstler nicht auf diesen Button klicken? Denn die geringen Lizenzeinnahmen kann man doch getrost in eine solche Aktion investieren. Und die Großen sind sowieso mit von der Partie. Oder Spotify selbst wird einen Riegel vorschieben und nur einen Bruchteil von jedem Musiker zulassen. Das hauseigene Statement klingt zumindest sehr positiv:

We believe this new service will unlock more discoveries than ever before. Our recommendations rely on signals from you, so keep on listening to what you love!

Wann die neue Funktion aktiviert wird, ist noch nicht bekannt. Spotify wird, wie üblich, das Ganze von den Großen zuerst testen lassen und dann nach und nach bei den kleineren Artists freischalten. Wie seht ihr das neue Feature und die Entwicklung am Musikmarkt durch den mittlerweile sehr wichtigen Streaming-Markt? Eure Meinung würde uns sehr interessieren.

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3 Antworten zu “Neues Spotify Tool pusht eure Songs nach vorne – natürlich nicht ohne Einbußen!”

  1. Tonartor sagt:

    Wie man da noch guten Gewissens streamen kann und denen die Musik zur verfügung stellen, ist mir ein Rätsel.

  2. Frey Geist sagt:

    Wie wäre es mit besserer Auszahlung plus dem Feature…..?!!

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