von claudius | 3,9 / 5,0 | Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten
Teures Equipment Teaser

Teures Gear? Oder doch eher preiswert?  ·  Quelle: Kanchanara + Luana Azeved, Unsplash

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Was sagst du eigentlich zum Preis von Equipment? Das Billigste ist gerade gut genug? Oder lässt du dich deine Gitarren und Amps richtig was kosten, denn gutes Gear kostet eben Geld?! Wir wollen deine Meinung über teures Equipment in den Kommentaren lesen!

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Erinnerungen vs. Gegenwart

Wenn ich mich in meiner vergleichsweise noch gar nicht so lang andauernden Musikkarriere zurück erinnere, dann war immer der Tenor: Gutes Gear kostet Geld. Gerade im Studiobereich habe ich immer wieder gehört, dass preiswertes Equipment nichts taugt.

Dann irgendwann sah ich einen sehr berühmten Musiker, der als Hauptgitarre mit einer Squier CV Stratocaster auf die Bühne gegangen ist. Es fehlte sogar die hohe E-Saite. An einem Amp, dessen Potis vermutlich schon mehr als die Gitarre gekostet haben (Madamp). Es klang wahnsinnig gut.

Später sah ich dann einen nicht minder berühmten Gitarristen, dessen Effektboard zur Hälfte aus Boss, zur anderen Hälfte aus DIY-Kisten bestand. Und der Amp ein Orange Crush. Damn, das klang super. Ohne wirklich teures Equipment.

Und ich habe mehrere Alben als Gitarrist und Bassist aufgenommen. Einmal in einem top ausgestatteten Studio mit hochpreisigen Preamps, EQs, Compressoren und Pro Tools System. Und als Gegenstück in einer noch aktiven Autowerkstatt, dessen obere Etage ein Studio war. Mit einem preiswerten Mischpult, Budget- und Mittelklasse Mikros, kein Outboard und einem ollen Laptop mit Reaper (Version 3). Und viel DIY – etwa einem alten Subwoofer-Speaker als Kick-Mikro umfunktioniert. Beides klang erstklassig.

Mein damaliger Basslehrer, der ausschließlich auf US und CS Fender Jazz Bässe spielte, hatte bei einem Soundcheck einen 300€-Semi-Akustik-Fernost-Billo-Schülerbass umgehängt: Es klang astrein. Und kaum anders – abgesehen natürlich von den Unterschieden durch die reine Bauweise.

Das alles gab mir immer mehr zu denken.

Auch ich konnte dann später viel Equipment vergleichen. Beruflich und privat. Ich hatte zudem etliche Precis und Jazzmaster-Modelle gleichzeitig. Von 300€ bis mehrere tausend Euro. Und bei manchen konnte ich blind nicht sagen, welcher Preis dran stand. Daher habe ich auch eine Menge abgegeben.

Überhaupt: Warst du mal im Laden und hast Epiphones und Squier VM oder CV Modelle in der Hand gehabt? Dieser Fender Master Builder schon. Oder mal ein Scarlett Audiointerface Preamp angehört? Ein paar Boss-Pedale ausprobiert? Ein paar neuere bzw. höherpreisige Harley Benton Modelle in der Hand gehabt? Das schreibe ich nicht, weil Thomann das von mir verlangt oder für die Aussage Geld gibt: Die Gitarren sind echt top gewesen.

Gitarren, Amps, Effekte – aktuell gibt es so viel Equipment für’s Geld wie vermutlich nie zuvor.

The-1.2-Million-Guitar-Strap

1,2 Millionen US-Dollar – wow! Macht es das besser?

Kostentreiber Qualität oder Markenname – selten beides.

Es stimmt aber auch: Preiswertes Equipment hat eine große Qualitätsschwankung. Das Geld wird dann in der Qualitätskontrolle gespart. Einige Fertigungsschritte werden etwas „meh“ ausgeführt (Stichwort Bundseiten) oder die Gitarren sind mies eingestellt. Daher sind einige Modelle astrein, andere wünscht man niemandem. Das passiert auch bei den namhaften Firmen und vierstelligen Preisbereichen – sollte es aber nicht.

Große Firmen lassen sich ohnehin gerne für ihren Namen bezahlen. Ich nenne absichtlich keine konkreten Namen – ich denke, wir wissen alle, welche hier gemeint sind. Nicht nur Gitarrenfirmen, auch im Studiobereich gibt es Namen, die kennen „realistische Preise für das Produkt“ gar nicht.

Auf der anderen Seite habe ich beim Film so viele Mikrofon-Geheimtipps kennen gelernt, dass ich seit dem nie wieder Geld für bestimmte Produkte ausgegeben habe.

Gutes Equipment kostet heute weniger denn je. Wenn ich überlege, was ich vor 20 Jahren für 200€ bekommen habe – und verglichen mit jetzt?! Und noch weiter gedacht: In den 70s waren 200€ ein Witz, vor allem im Studiobereich. Jetzt bekommt man dafür klasse Interfaces, Preamps und Software.

Während in der „goldenen Zeit“ Geld noch eher an Anzeiger für Qualität war, ist es heute durch all die Entwicklungen und Verbesserungen in der Fertigung vieles vom „Billo-Equipment“ genau so gut wie Zeug für mehrere tausend Euro von damals.

Allerdings sollten wir nie vergessen, dass der niedrige Preis nicht von irgendwoher kommt. Meistens wird dann zusätzlich an anderer Stelle gespart: Umwelt und/oder Arbeitslohn bzw. Arbeitsbedingungen. Auch die Verlagerung der Produktion einer „Billignmarke“ in ein „Billiglohnland“ ist auch nicht immer die beste Idee. Teure Modelle sind davor auch nicht sicher, tendenziell beruht aber nicht das gesamte Sortiment (oder überhaupt ein Modell) auf Ausbeutung, einer eher unsichtbaren Ressource. Eine Patentlösung? Habe ich nicht. Vielleicht vorm Kaufen nachdenken. Das ist zumindest ein Anfang.

Deine Meinung

Was denkst du? Muss gutes Gear mehr kosten? Lohnt sich teures Equipment für dich?

Ich bin auf deine Erfahrungen gespannt.

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  • 1,2 Millionen US-Dollar - wow! Macht es das besser?: Colin
Teures Equipment Teaser

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31 Antworten zu “Lohnt sich teures Equipment (noch)?”

    Erik sagt:
    0

    Hallo Claudius,
    die Frage, ob billiges Equipment etwas taugt, ist leicht mit einem JA zu beantworten, wenn der Nutzer damit zufrieden ist. Eine weitere Frage ist eher ethischer Natur: darf ich als Musiker Billiglohnproduktion unterstützen, wenn ich mich auf der anderen Seite über niedrige Gagen beschwere? Ich persönlich denke nein und würde deshalb bei den Produkten auf die Ursprungsländer achten, wobei mir natürlich auch hier klar ist, dass dort Komponenten aus Billiglohnländern verbaut sind. VG, Erik

      Klaus sagt:
      0

      Da bin ich ganz bei Dir! Ein Ausweg aus der Problematik „Billiglohnländer“ und Containertransport kann gebrauchtes Equipment sein. Das schont Ressourcen, ist schon da und für den weniger betuchten Musiker eher erschwinglich. Und wenn es mir doch nicht gefällt, kann ich es meist ohne großen Verlust wieder verkaufen.

      Dazu ist es lediglich nötig, dass man sich „mit der Technik auskennt“, um keine Gurken zu kaufen oder auch mal was reparieren zu können. Sich richtig zu informieren, oder auch echte Skills zu lernen (bei Gitarren sicher einfacher als bei Elektronik) ist heute aber ja viel einfacher als früher

    Stefan sagt:
    0

    Ein paar Gedanken dazu: Ja, ich würde auch sagen, die Standards sind heute echt hoch. Leider lässt sich aber auch nicht leugnen, dass meistens gute und doch günstige Artikel nicht automatisch auch mit guten und fairen Arbeitsbedingungen einhergehen. Dazu kommt noch die Umweltbelastung, die das massenhafte Herstellen von niedrigpreisigen Equiptement mit sich bringt. Das ist und bleibt einfach die Kehrseite der Medaille.
    Bevor jetzt gleich wieder jemand schreibt: Musikmachen also nur für reiche? Nein, sicher nicht. Aber die Problematiken, die billiges Equipment mit sich bringen, kann man trotzdem nicht ausblenden.

      Ted sagt:
      2

      „Dazu kommt noch die Umweltbelastung, die das massenhafte Herstellen von niedrigpreisigen Equiptement mit sich bringt.“
      Und die massenhafte Herstellung teuren Equipments schadet der Umwelt weniger? Unwahrscheinlich.

        Thomas sagt:
        1

        Es wird aber nicht massenhaft teures Equipment hergestellt, weil der Markt dafür kleiner ist. Aber massenhaft billiges ist nun mal der normale Vorgang.

          Ted sagt:
          1

          Diese Aussage geht an der Realität vorbei. Die größten Hersteller sind nicht die Billigproduzenten. Bei den Gitarren sind Gibson und Fender die Firmen mit den größten Marktanteilen, im Synth-Bereich sind es Firmen wie Yamaha, Roland, Korg. VW ist der größte Autohersteller der Welt usw.

          Zudem sind es gerade die teuren Hersteller, die sich eine Überproduktion leisten und eher ganze Chargen vernichten. Im Billigbereich ist dafür die Marge zu gering.

    Philipp sagt:
    2

    Also in Sachen Outboard kann ich für mich feststellen, dass die VSTs noch immer kein Raumgefühl erzeugen können.

    Aber beim Gitarren oder Bassklang kann ich mir gut vorstellen, dass man mit mehr Soundgetüfftel und weniger Geld ebenfalls zu einem guten Ergebnis kommen kann. Vermutlich kann man sogar einen guten Signature Klang erzeugen.

    Bei Tasteninstrumenten merkt man m. E. aber noch deutlich den Unterschied bei jedem investierten Euro.

    Rob sagt:
    -2

    Vielen Dank für diesen inspirierenden Kommentar, der wohl den meisten von uns einen Spiegel vorhalten kann. Dazu ein paar vollkommen subjektive Anmerkungen meinerseits:

    1. „Gutes“ Tonholz ist einer der größten Kostentreiber – und dabei vollkommen überbewertet. Hätte ich selbst niemals geglaubt, bis ich zum ersten Mal eine James Trussard Steelcaster gespielt habe. Die hat ALLE meine Edelholzklampfen sehr, sehr alt aussehen lassen – und das mit einem Body, der zu 100% aus Metall ist. It’s the pickups, stupid.

    2. Spielerische Mängel durch besseres Gear kaschieren zu wollen klappt niemals.

    3. It’s the PICKUPS, stupid.

    4. Heutige DAWs haben mit der Vielzahl an Amp-Emulationen, Cab-Sims, IRs, etc. derartigen Einfluss auf die Klangformung, dass sie unter den Händen eines/einer KönnerIn selbst günstiges Equipment unglaublich toll klingen lassen können. Die AAAA-Decke Deiner Ernie Ball Music Man Family Reserve hört keine Sau.

    5. Ja, hochwertiges Equipment fühlt sich für den/die SpielerIn zumeist besser an. Aber wie so oft im Leben gilt auch hier das 80/20 Prinzip, nach oben hin mit massiven Diminishing Returns.

    6. Wieviele von uns spielen demnächst in der O2 Arena oder sind Teil der Wrecking Crew? Eben.

    7. It’s the pickups, stupid.

    Ted sagt:
    2

    Es gibt Billigschrott. Es gibt auch Hersteller, deren Produkte man aus meiner Erfahrung guten Gewissens pauschal als Billigschrott bezeichnen darf.

    Es gibt auch Hersteller, die Billigschrott für vollkommen überzogene Preise anbieten und Kunden, die nur wegen des hohen Preises auf die Geräte schwören, ohne zu merken, dass sie Billigschrott unter den Fingern oder in der Hand haben.

    Ebenso gibt es nach wie vor die schrumpfende Gruppe derer, die niedrige Preise grundsätzlich mit Billigschrott gleichsetzen.

    Nicht zu vergessen die winzige aber laute Gruppe derer, für die preiswertes Gear verboten gehört, damit nur ein pseudoelitärer Kreis die Möglichkeit hat Musik zu machen um damit die eigenen Komplexe zu befriedigen.

    Zu unser aller Glück, gibt es Firmen, die für vernünftiges oder auch scheinbar unvernünftig wenig Geld hochwertige Produkte anbieten. Manchmal muss man wegen der eventuellen Qualitätsstreuung Glück haben, manchmal kann man blind kaufen.

    Im Studio habe ich vier Behringer DI800, zwei Behringer RX1602 als Submixer, einen Epiphone Thunderbird, eine Epiphone Les Paul und noch ein paar Sachen, von sogenannten Billigmarken.

    Auch sind z. B. große Synthhersteller auf den Trichter gekommen, dass gute Preise zu hohen Verkaufszahlen und letztendlich zu höheren Gesamtgewinnen führen. Korg mit seinem Wavestate-Opsix-Modwave-Trio möchte ich als Beispiel anführen. Sogar kleine Firmen, bei denen man von relational hohen Entwicklungskosten ausgehen kann, bieten sehr hochwertige, interessante Instrumente zu günstigen Preisen an (z. B. Modal Electronics Argon8 und Cobalt8).

    bernd hagemann sagt:
    -1

    „Lohnt sich teures Equipment?“

    nein, denn die allermeisten user da draußen haben auch mit teurem equipment keinen erfolg. sie glauben, wenn etwas teuer ist, erhöht sich die chance, erfolg zu haben. dem ist aber nicht so. wenn die komposition scheiße ist, nützt das teuerste equipment nichts. man sollte erst mal lernen, gute hooklines zu komponieren, ehe man bei thomann oder sonstwo irgendwas einkauft imo.

    dr-w sagt:
    1

    ich kann nur fuer mich sprechen. ich bevorzuge profi gear dass ich dann noch fuer mich modden lasse.
    so wird aus einem „tool von der stange“ ein persoenliches instrument dass man nicht mehr hergibt.
    ich hab lieber eine grosse mpc als viele kleine volcas. ich persoenlich finde es sinnvoller zu sparen und sich was richtiges zu holen als viele kleine trashboxen die dann zum anfang zwar vielleicht spass machen aber bei denen man dann schnell an die grenzen stoesst.
    ich finde gutes equipment kann und soll was kosten. man spuert halt auch den unterschied zwischen nem guten poti (oder tastatur usw) und billigem trash.

    Eric sagt:
    1

    Natürlich taugt auch billiges Equipment , es kommt aber doch ganz auf die eigenen Ansprüche an . Nachdem ich eine ganze Reihe von preiswerten Synthesizern bei mir stehen hatte , habe ich alle verkauft und mir einen Hydrasynth und einen Polybrute gekauft . Jetzt bin ich zufrieden . Jetzt entspricht der Sound meinen Klangvorstellungen . Das hab ich mit den billigen Instrumenten nicht so empfunden . Da würde ich sagen , hat sich jeder mehr ausgegebene Euro gelohnt. Dann hatte ich eine ca.300 € Harley Benton Gitarre in der Hand , und war begeistert . Gute Verarbeitung , toller Klang , und das für ca 300 € . Und ganz ehrlich , einen Unterschied zu einer 1000€ Gitarre hätte ich wohl nicht bemerkt .
    Man/frau muß genau hinschauen , dann lassen sich für wenig Geld tolle Instrumente kaufen .

    FNO sagt:
    -1

    Stimmt, in den 70ern wären 200 Euro ein Witz gewesen. ;) Braucht´s teures Equipment für erfolgreiche Musik? Hätte EN bei der Produktion von „Kollaps“ eher nicht geholfen. Andererseits klänge ELPs Musik auf dem von Trio verwendeten Casio Keyboard gespielt mutmasslich anders. Heute geht beides mit demselben Instrumentarium: in-the-box. Basslines spiele ich als MIDIfiles ein, mit einem Steinberger Spirit, der lässt sich auf dem Sofa rumlümmelnd einfacher handhaben als ein Marleaux. Wie die Dinger klingen ist mir schnurz, reicht in beiden Fällen für den beabsichtigten Zweck.

    Thorsten Sonnemann sagt:
    2

    Ich spiele seit 30 Jahren E-Gitarre. Für Anfänger sind das heute paradiesische Zustände.
    Aber ich finde immer noch: du musst einen gewissen Betrag investieren um Equipment zu bekommen, mit dem du auch in paar Jahren noch glücklich bist.
    Bei mir ist viel Equipment durchgelaufen, die edlen Teile sind alle geblieben, meine älteste Gitarre ist von 1992.
    Und wer als erfahrener Gitarrist nicht den Unterschied zwischen einer Squier und American Original Strat erkennt/erfühlt/hört der – sorry für die harten Worte – dem ist einfach nicht zu helfen. Ich sage nicht, das Squier schlechte Gitarren baut, auch nicht dass man damit nicht jede Bühne rocken kann! Aber es gibt einen sehr deutlichen Unterschied, und für mich ist das der Spaßfaktor, die letzten 20% an Qualität.

      RegRes sagt:
      1

      So ist es, Qualität kostet, „teuer“ muss es deswegen nicht sein, aber das gesamte akustische Verhalten z.b. zwischen Pappel und Erle ist gewaltig.
      Aus Pappel macht man Papier, Pappe, Mundstäbchen, Streichhölzer oder Zahnstocher – aus Erle, Esche, Mahagoni baut man Instrumente, seit Jahrhunderten und aus gutem Grund!
      Wer keinen Unterschied bei Pickup’s raushört, Knochesättel oder Kunststoffsättel, Druckguss oder Stahl oder Messing, keine Unterschied zwischen Esche oder Pappel fühlt und hört, naja…

        Sascha sagt:
        -3

        na ja, kommt wohl auch noch darauf an, ob und wie man bauen kann.

        Gibson, Pappel:
        https://www.thomann.de/de/gibson_1961_es_335_reissue_60s_ch_ha.htm

        Double Bass, Pappel:
        https://www.thomann.de/de/meister_rubner_double_bass_no.66_4_4.htm

        Aber stimmt schon, die günstigen Hersteller nehmen es am liebsten, wie Maybach.
        https://www.thomann.de/de/maybach_jazpole_63_3_tone_sunburst_age.htm

        Mit „richtigem“ Holz würde das alles auch viel teurer sein. Schon klar …

          The Rob sagt:
          1

          Dazu kann ich nur sagen das Pappel so ziemlich das weichste Holz ist, es ist „fluffy“, es hat wenig Dichte und ist deshalb auch so leicht, das Problem dabei ist das es deswegen viel Resonanz verschluckt womit auch Details untergehen, es hat mit Abstand das kürzeste „Sustain“.
          Das es inzwischen so häufig verwendet wird hat ausschließlich mit Kostengründen zu tun, es ist äußerst günstig (ein10tel von Erle) und leicht zu bearbeiten und große Namen haben schon lange nichts mehr mit Garantie von Qualität zu tun.
          Ibanez z.b lässt bei min. zwei anderen Firmen bauen (wie viele), daher gibt es oft deutliche Qualitätsunterschiede innerhalb der gleichen Preisklasse.
          Gibson verbaut überwiegend G&B Pickup’s, ESP u.v.a. ebenfalls, das ist ein koreanischer Massenproduzent von Billig-Pickups (40.-Euro-Klasse), von wegen Stock-Pickup’s, einer der wenigen Hersteller die noch selber wickeln ist Cort.
          In den USA werden fast ausschließlich nur noch Custom-Gitarren gebaut, kaum eine liegt davon unter 2500.-Dollar…

          RegRes sagt:
          0

          @Sascha
          Was willst du damit eigentlich klarstellen, wenn Gibson oder Maybach draufsteht kann es ja nur gut sein!?
          Pappel ist Brennholz und fängt bei etwa 6.-Euro/m an, Erle liegt derzeit bei 120.-Euro/m!, Esche etwa 150.-Euro/m, Sumpfesche 200.-Euro/m und mehr!
          Alles klar Sascha kauf dir ruhig Brennholz für über 2000.-Euro, Pappel ist vor allem viel besser weil ne Strat aus Esche wiegt ja über 4kg, wer will den sowas!?
          Findest du auch Links über die billigsten Billig-Gitarren, so unter 200.-Euro, was ist das mit Abstand das häufigste Holz!?
          Findest du es nicht etwas merkwürdig dafür auch über das 10-Fache auszugeben?
          Nein? Dann weißt du jetzt auch warum man heute jemanden „problemlos“ auch ne Pappelgitarre für über 2000.-Euro verkaufen kann!

    Gerhard sagt:
    2

    Es ist wohl meist so: die letzten 20% von Qualität/Optik/Handling/Spielgefühl schlagen sich in den oberen 80% des Kaufpreises nieder.

    Wenn hochpreisiges Equipment dazu führt, dass ich vor lauter Begeisterung mir einen Traum erfüllt zu haben, die Gitarre häufiger und länger in die Hand nehme, mehr Freude daran habe, dann ist doch alles gut. Ich nütze auch nicht die volle Leistung, die mein Motorrad auf die Straße bringen könnte.

    Den reinen Zweck (kann sein, Stadionpublikum zu begeistern, oder den Kirchenchor zu untermalen, oder einfach eine gut klingende Spur aufzunehmen) kann preisgünstiges Equipment auch erfüllen – macht aber vielleicht nicht so viel Spaß, und schaut vermutlich auch nicht so geil aus ;) was aber im Auge der Betrachtenden liegt.

    Ich halte es mit dem Mittelfeld – meine (Haupt)gitarre ist preislich dort, wo ich sie auch noch bedenkenlos jemand anders spielen lasse, sie überhaupt überallhin mitnehmen würde, und auch keine Angst habe sie zu optimieren (ohne gleich ihrem Sammlerwert zu schaden), in dem Fall eine mexikanische Fender. Für Dinge, die mich sehr selten reizen (Bariton zB oder Single-Pickup, etc) schau ich mich im preisgünstigeren Bereich um (Danelectro, Squier, Epiphone – es ist unglaublich, was es dort schon zu kriegen gibt für relativ kleines Geld.

    Ich versuche (ja, ich weiß … schwer) zumindest, nicht in die dann-eben-mehr-kaufen-weils-eh-billig-ist Falle zu tappen, ganz einfach wegen der Problematik Billiglöhne/Ressourcen/Transportwege/etc.

    Und natürlich gibt es schon noch ein paar Träume, die (wenn sie mir über den Weg laufen sollten) mich die Geschichte sinnlose-Käufe-vermeiden überdenken lassen werden ;) Und das rechnet sich bei mir als Hobbyist ja auch ganz anders (oder muss es einfach gar nicht) als bei einem Profi, der jedes Equipment in Einnahmen umrechnen muss. Und hochpreisig/preisgünstig bedeutet ja auch noch für jeden etwas anderes.

      The Rob sagt:
      1

      Das sehe ich genauso, ein Instrument ist schließlich keine Pizza oder ein neues PC-Game, manche „verknallen“ sich in ihr Auto, ich eben in meine Gitarren…

    Marco 🤣👍🎶🎶 sagt:
    1

    Wer sich gut auskennt kann auch viel Geld sparen indem man die Gitarre veredelt bzw zur mancher kann auch einfach bestimmte Teile die nicht so gut sind von der Qualität her ersetzen und dadurch eine sehr gute Gitarre erhalten. So habe ich das z.B gemacht ich habe einige mittelpreisige Gitarren in hochpreisige verwandelt indem ich verschiedene Dinge an ihr verändert habe, das fängt z.B bei besseren Pickups an aber insgesamt muss man eben sagen dass ein Gitarrenkurs die beste Investition ist um einen besseren Gitarrenklang zu erhalten hilft nur eines üben üben üben denn gutes Gitarrenspiel kann man nicht kaufen man muss üben und mit etwas Talent kommt man dann auch mehr oder weniger schneller voran.

      The Rob sagt:
      1

      Ganz genau Marco, ich mache das (fast) nur so, ich sehe mir eigentlich nur die Basis einer Gitarre an, der „Rest“ ist mir nicht so wichtig.
      Sind die Voraussetzungen vielversprechend baue ich sie „im Kopf“ zigmal neu auf und überlege mir dann ob es sich lohnt oder überhaupt machbar ist.
      Allerdings wird das echt zur Sucht und du bist furchtbar frustriert wenn Bauteile, Material, Komponenten nicht lieferbar sind oder eben alles selbst versaust…

        Marco 🤣👍🎶🎶 sagt:
        1

        Hi Rob
        Es ist ein Glücksspiel mit den Gitarren. Manchmal sind es Große Sachen die sich als Luftnummer entpuppen und manchmal sind kleine Sachen die sich als genial erwiesen möglich. Manches Mal wirds total genial und manchmal einfach schlechter. Aber mit etwas Erfahrung kann man dem Lotteriespiel auch etwas auf die Sprünge helfen und besser werden. Eine Reise ist es in jedem Fall wert. Man sollte selbst entscheiden was man will. Für mich ist die Sache momentan abgeschlossen und mit dem Prädikat GELUNGEN NOTE SEHR GUT zu beurteilen. Jetzt spiele ich wieder Gitarre und sonst nix.
        Grüße aus dem schönen Odenwald

    Lui sagt:
    1

    Sowohl als auch
    Bei Gitarren ist die Fertigung heutzutage günstig egal wo man bauen lässt.
    Das ist mit ein Grund das ein squier Hals präziser gefertigt ist als ein fender Hals vor 40 Jahren
    Doch ist das Holz sigut das die gitte auch in 40 jahren spielbar bleibt?
    Ist von Hand gelötet bei einem amp wirklich besser als ein Roboter?
    Da kann man lange philosophieren

    Ich pers sage, kaufe was du dir leisten kannst und lebe auch denn Alltag in diesem Sinne
    soul prestige oder Budget
    Das ist doch alles pippifax
    Schlussendlich es geht nur um eines den persönliche Geschmack und dem Ton
    Ok und Haltbarkeit

    Don sagt:
    0

    Hmmm
    Ich frage mich gerade ob diese Frage heutzutage berechtigt ist, wo so vieles in Asien produziert wird
    Am liebsten würde ich alles lokal kaufen wollen
    Und dann kostet es mich eben auch mehr

    Was mich gerade mehr belastet ist due Frage was ist ein übungsraum Wert?
    Wenn überhaupt vorhanden

      The Rob sagt:
      0

      Mit meiner letzen Band (ewig her) mussten wir zu viert 200.-Euro hinlegen, war für jeden ein Fufi, kein Wasseranschluß, keine Heizung, aber ständiges Gemeckere (zu laut !?) obwohl wir alles ins Pult gespeist haben und über Headphones gespielt haben.
      War auf dem Betriebsgelände einer ehemaligen Firma, wurde alles aufgekauft, (teurer) Proberaum wahr damit erledigt.
      Ach wie schade… 😏

    Patrik Krispler sagt:
    1

    JA, AUF JEDEN FALL!!!
    Mein erster Synth war ein 270€ Arturia, made in china, 3 Jahre Freude, dann begannen die Probleme, er hat sich auf eimal nicht mehr wie gewohnt ein- und ausschalten lassen, und zum Schluss gar nicht mehr. Ich habe mir dann einen 1000€ Moog zugelegt, bis heute kein einziges Problem, vielleicht, weil er Made in USA ist und nicht Made in China, für den 3-fachen Preis liegen da dann qualitativ doch Welten dazwischen…

      Specktorpedo sagt:
      0

      Du meinst eher assembled in USA, sicher nicht made. Aber es wissen die wenigsten über Moogs Fertigungsaufstellung Bescheid.

      Btw: Dieses „270 vs 1k €“ und die damit hier durch Deine Annekdata implizierte Wertigkeits- / Zuverlässigkeitsdifferenz – die hat absolut nichts miteinander zu tun; merke „correlation does not imply causation“. Wirst Du noch lernen ;)

    Robert sagt:
    0

    Die modernen Fertigungstechniken haben dem Instrumentenbau sehr gut getan, weil die Fertigung reproduzierbarer und Massenfertigung einfacher geworden ist. Teure manuelle Arbeiten sind weniger geworden, daher können heute sehr gute Instrumente für wenig Geld angeboten werden.

    Aber es gilt auch im unteren Preissegment, dass man für mehr Geld ein besseres Instrument bekommt. Eine Squier Bullet ist nicht mit einer Classic Vibe zu vergleichen, wobei letztere heut so viel kostet, wie vor zwei drei Jahren eine Fender MiM gekostet hat!

    Ich habe ca. 2017/8 mal einen Satz Strats von CV über MiM und Roadworn bis AmPro parallel getestet. Ich konnte nicht sagen, dass eine Gitarre besser als die andere gewesen wäre. Die Bespielbarkeit war gleich, nur der Ton war anders, aber nicht schlechter. – Gut bei der CV hat mir der lackierte Hals nicht gefallen, aber das ist Geschmackssache.
    Stärker tritt das wohl bei Gibson/Epiphone Les Pauls auf. Da klangen die Epis immer sehr enttäuschend.

    Bei Effekten stehe ich eh voll auf Boss und MXR. Der Boutiquewahnsinn hat für mich etwas von diesem Voodoo, den es auch im HiFi Bereich gibt.

    Andi sagt:
    0

    Will mal eine Lanze brechen für Ästhetik, Jugendträume und Authenzität. Ich hab ’n bisschen was bezahlt für ne Paula und nen Marshall Combo. Bereue ich keine Sekunde und hab Spaß.

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