von Jan Rotring | Geschätzte Lesezeit: 10 Minuten
E-Gitarre: Störgeräusche finden und beheben

E-Gitarre: Störgeräusche finden und beheben  ·  Quelle: Shutterstock / guys_who_shoot

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Rückkopplungen, Knacken und das gefürchtete Brummen – Störgeräusche sind jedem Gitarristen bekannt. Und sie sind geeignet, uns allen den Spaß am Musizieren zu nehmen. In diesem Artikel möchten wir mit euch daher über Störgeräusche in der Signalkette beim E-Gitarrespielen sprechen. Wir betrachten mögliche Störquellen und wie wir sie finden. Und wie wir die Störgeräusche beim E-Gitarrespielen beheben können.

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Nachdem dieser Autor selbst unzählige Stunden (Tage, Wochen) damit verbracht hat, nach dem perfekten Sound zu suchen, nur um dann ein nerviges Brummen im Kanal zu hören, sind ihm auch dabei zahlreiche „Herausforderungen“ begegnet.

Zur Fehlersuche und -behebung gehört die ganzheitliche Betrachtung der Signalkette. Wir werden auch die verschiedenen Arten von Störgeräuschen erkunden, von lästigem Brummen bis hin zu diesem einen, unerklärlichen Klicken, das euch schon lange nervt. Und wir werden Lösungen finden, die unseren Sound wieder zum Leben erwecken.

Bereit? Dann lasst uns loslegen und den Kampf gegen die Störgeräusche angehen!

Überblick über die Signalkette der E-Gitarre

Als Musiker sollten wir um die Komplexität des Weges, den das Gitarrensignal von den Saiten bis hin zum endgültigen Klang durchläuft, wissen. Die Signalkette der E-Gitarre besteht dabei je nach Setup aus verschiedenen essenziellen Komponenten. Jede übernimmt dabei eine wichtige Rolle bei der Übertragung und Formung des Klangs. Und kann am Ende des Tages auch für Störgeräusche beim Gitarrespielen sorgen.

Der Signalfluss beginnen mit der E-Gitarre selbst, deren Tonabnehmer die Schwingungen der Saiten in elektrische Signale umwandeln. Diese Signale werden dann über möglichst hochwertige Gitarrenkabel zu den Effektgeräten geleitet. Dort erfolgt die klangliche Bearbeitung und Modifikation, um den gewünschten Sound zu erzielen.

Von den Effektgeräten gelangt das Signal weiter zum Verstärker, der die dezenten elektrische Signale anhebt und mit dem notwendigen Pegel ausstattet. So kann das Signal dann in Schall umgewandelt werden. Schließlich erreicht der Klang unsere Ohren über den Lautsprecher, der eine möglichst treue Wiedergabe des erzeugten Tons gewährleisten soll.

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Signalkette als Hilfe bei der Suche nach Störgeräuschen

Die Signalkette ist unsere Leitschnur, um die Fehlersuche möglichst schnell zu beenden. Bei der Suche nach Störgeräuschen muss schließlich jedes einzelne Element dieser Kette (inklusive Stromversorgung der einzelnen Geräte und der verwendeten Kabel) als mögliche Quelle der Einstreuungen in Betracht gezogen werden. Ja, auch die 17 Jahre alten Patchk-Kabel zwischen den drei unbedingt notwendigen Overdrive-Pedalen. Doch durch schlaues Kombinieren lassen sich die Fehler schnell aufspüren.

Bevor wir jedoch in die Fehlersuche einsteigen, schauen wir im nächsten Teil auf die unterschiedlichen Arten von Störgeräuschen. Denn um herauszufinden, wo der Fehler liegt, ist das Wissen um die unterschiedlichen Störgeräusche beim E-Gitarrespielen unumgänglich. Außerdem ist „Störgeräusche“ so ein sperriges Wort.

Arten von Störgeräuschen und ihre Ursachen

Störgeräusche und ihre Ursachen

Störgeräusche und ihre Ursachen

Jede Gitarristin, jeder Gitarrist hat sicherlich schon einmal mit verschiedenen Arten von Störgeräuschen zu kämpfen gehabt. Es ist wichtig, die verschiedenen Arten von Störungen zu erkennen, um die Ursachen effektiv zu identifizieren und die entsprechenden Lösungsansätze anwenden zu können.

Eine häufige Art von Störgeräusch ist das Brummen, das oft mit Netzbrummen in Verbindung gebracht wird. Es tritt meist als konstantes, tieffrequentes Geräusch auf und kann durch unsaubere Stromquellen oder eine schlechte Erdung verursacht werden.

Rauschen und Hintergrundgeräusche hingegen manifestieren sich als statische oder rauschende Klänge und können aufgrund von Kabelproblemen, unsauberer Verstärkung oder elektromagnetischer Interferenz auftreten – dann meist verbunden mit rhythmischen Veränderungen im Rauschen selbst.

Klicken, Knacken und Stottern sind weitere unerwünschte Geräusche, die oft beim Umschalten von Effekten oder während des Spielens auftreten. Sie können auf defekte Schalter, lose Verbindungen oder sogar Störungen durch externe Quellen zurückzuführen sein.

Übersteuerung und Verzerrung sind ebenfalls Probleme, die auftreten können, wenn das Gitarrensignal zu stark verstärkt wird, was zu einem unangenehmen Klang führt. Auch defekte Lautsprecher können zu einer Übersteuerung führen.

Übrigens: Zum Thema Signalkette und Einsatz von Effekten hat der Branchen-Riese Boss einen guten Workshop aufgesetzt: Guitar Signal Chain – Boss

Störgeräusche identifizieren und lokalisieren – Vorbereitung

Störgeräusche finden - kurze Signalketten als Beginn

Störgeräusche finden – kurze Signalketten als Beginn

Die Identifikation und Lokalisierung von Störgeräuschen entlang der Signalkette ist entscheidend, um effektive Lösungen zu finden. Es gibt einen systematischen Ansatz, der uns dabei unterstützt, das Problem Schritt für Schritt zu diagnostizieren.

Im Grunde kann der Fehler an jeder beliebigen Stelle der Signalkette liegen – von der falschen Saitenerdung in der Gitarre bis zu fehlerhaften Lautsprechersicken ist alles möglich.

Bevor nun also jedes einzelne Teilchen untersucht werden muss, ergibt es Sinn, in Clustern vorzugehen. Schritt 1 dazu ist, die Signalkette möglichst kurz zu halten. Also: GitarreAmpLautsprecher. Weist das Signal bereits hier den bekannten Fehler auf, kann die Suche intensiviert werden. Gerade bei der Fehlerbehebung im Amp kommt es auf Sachverstand an. Multimeter, die optimalen Messwerte und ein Schaltplan sollten vorhanden sein. Ansonsten hilft der Gang zum Profi.

Wer in die technischen Tiefen der Störgeräusche einsteigen möchte, dem sei ein Blick auf diesen Artikel der Kollegen von Killer Rig empfohlen: Killer Rig – Noise Troubleshooting

Austauschen und testen – Fehlersuche entlang der Kette

Nachdem eine möglichst kurze Signalkette erstellt ist, geht die eigentliche Fehlersuche los. Nach und nach werden die einzelnen Komponenten wieder in die Kette aufgenommen. Taucht das Störgeräusch an einer bestimmten Stelle wieder auf, ist die Quelle schnell gefunden – betreffende Effektgeräte oder Bauteile müssen näher untersucht und dann ausgetauscht, repariert oder optimiert werden.

Was jedoch, wenn schon in der kürzesten Signalkette bereits Fehler auftauchen? Dann liegt der Fehler irgendwo zwischen Gitarre und Lautsprecher. Und dann ist derjenige im Vorteil, der mehr als nur eine Gitarre sein Eigen nennt. Aber das dürfte bei unseren Lesern eher eine Grundsätzlichkeit sein.

Von der E-Gitarre zum Amp – Störgeräusche finden

Auch die Abschirmung der PUs kann für Störgeräusche sorgen

Auch die Abschirmung der PUs kann für Störgeräusche sorgen

Zunächst sollten wir die Gitarre selbst überprüfen. Ein ungewöhnliches Brummen oder Rauschen kann auf einen fehlerhaften Tonabnehmer oder einen schlecht abgeschirmten Hohlraum hinweisen. Ein schneller Instrumentenwechsel behebt das Problem? Prima, der Fehler liegt in der Elektronik der ersten Klampfe.

Besteht das Problem fort, müssen wir verschiedene Gitarrenkabel testen, um festzustellen, ob eines davon die Störgeräusche verursacht.

Ist auch hier keine Veränderung hörbar, sollte der Amp getestet werden – am schnellsten geht das per Austausch. Verursacht tatsächlich der Amp die Störgeräusche beim E-Gitarrespielen, ist die Fehlersuche hier etwas aufwändiger, aber ebenfalls möglich. Bleibt der Fehler auch nach einem Tausch des Amps bestehen, sollten die Lautsprecher näher betrachtet werden.

Manche besonders hartnäckige Fehler bestehen auch nach dieser Austausch-Aktion weiter fort. Dann geht’s ans Eingemachte: Stromversorgung checken, unterschiedliche Steckdosen nutzen, Verlängerungskabel und Mehrfachstecker austauschen und auf das Beste hoffen.

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Störgeräusche beheben und vermeiden – praktische Tipps

Das Beheben und Vermeiden von Störgeräuschen ist ein wichtiges Anliegen für jeden Musiker. Hier sind einige Tipps und Tricks, die dir dabei helfen können:

  • Saubere Stromversorgung: Verwende hochwertige Netzkabel und sorge für eine stabile Stromversorgung, um Brummen und Netzstörungen zu minimieren.
  • Erdung überprüfen: Stelle sicher, dass deine Gitarre und die Geräte ordnungsgemäß geerdet sind, um Brummschleifen zu vermeiden.
  • Richtiges Routing: Achte auf eine sinnvolle Anordnung der Effektgeräte, um Interferenzen und unerwünschte Klangbeeinträchtigungen zu vermeiden.
  • Qualitätskabel verwenden: Investiere in hochwertige Gitarrenkabel und Verbindungskabel, um Signalverluste und Störungen zu minimieren.
  • Entferne Störfaktoren: Halte Handys, drahtlose Geräte und andere elektromagnetische Quellen fern von deiner Gitarre und dem Signalweg, um Interferenzen zu reduzieren.
  • Sorgfältige Wartung: Pflege und reinige deine Instrumente und Geräte regelmäßig, um potenzielle Probleme frühzeitig zu erkennen und zu beheben.
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Pflege und Wartung der Ausrüstung

Regelmäßige Wartung und Pflege gegen Störgeräusche

Regelmäßige Wartung und Pflege gegen Störgeräusche

Natürlich kann auch der Pflegezustand deines Equipments einen Einfluss auf die Klangqualität haben. Elektronische Bauteile wie Potentiometer oder Stecker können durch Korrosion oder Verschmutzung in ihrer Funktion eingeschränkt sein. Gerade Potis neigen dazu, bei Korrosion zu den verrücktesten Störern zu führen. Besonders klassisch ist dabei das Kratzen der Potis beim Einstellen von Sounds. Was ihr dafür alles brauchen könnt: Das ultimative Zubehör für Einsteiger (und Profis)

Besonders anfällige und alternde Bauteile wie Röhren, Steckverbindungen oder Lautsprechersicken sollten regelmäßig gewartet und zur Not ausgetauscht werden.

Bei der Gitarre selbst ist der regelmäßige Saitenwechsel ein guter Anlass, sich auch mit den aktiven Komponenten der Elektronik auseinanderzusetzen. Während passive Pickups vor allem an den Lötstellen zu Problemen neigen, liefert die aktive Elektronik à la EMG oder Fishman eher weniger Nebengeräusch – solange die Stromversorgung intakt ist.

Verbesserung der allgemeinen Klangqualität

Neben technischen Defekten können auch andere Faktoren für Störgeräusche beim E-Gitarrespielen verantwortlich sein. Allen voran steht dabei die Spieltechnik selbst – falsch abgedämpfte Saiten und unsauber gespielte Noten dürften die häufigsten Ursachen für „Störgeräusche“ sein. Auch ein vernünftiges Setup kann deinen Sound von Störgeräuschen befreien: E-Gitarre richtig einstellen – Setup für Eilige

Jedoch haben auch Noise Gates und Rauschunterdrücker ihre Daseinsberechtigung und sind besonders bei hohen Lautstärken und harten Verzerrungen unumgänglich, um E-Gitarren Störgeräusche zu vermeiden. Dazu kommt die notwendige Qualität der Bauteile, insbesondere der verwendeten Kabel. Es müssen zwar keine dreifach goldummantelten Vibraniumkabel aus dem Schicksalsberg sein – die kleinen Klingeldrähte aus dem Baumarkt sollten jedoch auch vermieden werden. Ihr wisst, was ich meine.

Besonders die Verwendung von unterschiedlichen Pickups kann die Geräuschentwicklung beeinflussen – Fenders Noiseless Singlecoils oder die von Gibson verwendeten Humbucker heißen nicht umsonst, wie sie heißen.

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Fazit und abschließende Gedanken

Störgeräusche begleiten uns Gitarristen, wohin wir auch gehen. Der routinierte Umgang mit diesen kleinen Störenfrieden gehört dabei ebenso ins Portfolio des erfahrenen Gitarreros, wie die Pentatonik.

Durch das Clustern der Signalkette können Störgeräusche beim E-Gitarre spielen schnell lokalisiert und behoben werden. Gerade tiefersitzende Probleme sind meist durch Stromversorgung oder externe Einstreuungen bedingt.

Mit der richtigen Spieltechnik, hochwertigem Equipment und der notwendigen Pflege von Equipment und Instrumenten steht einem rausch-, knack- und brummfreien Gig nichts mehr im Wege. Und zum Schluss gibts ja auch noch das gute, alte Noise Gate.

Feedback von Lesern

„Also, in meinen Keller hatte ich auch ein Brummproblem mit Singe-Coil-Abnehmern und meiner Hammond A-100. Um die Quelle aufzuspüren, habe ich mein Tascam DR-40  mit einem Spezialmikrofon ausgerüstet: Papprolle mit ca. 20 Windungen Draht mit einem XLR Stecker. Kopfhörer dran und los ging’s. Absolut spannend, was man da aller so hört. Zuerst dachte ich, es wären Trinkwasser-Leitungen, die irgendwas aussenden, da in deren sich das Brummen verstärkte. Die sind ja aus Metall und wirken ja eh als Antennen. Letztlich endete ich im Garten auf dem Rasen. An den Kanten wurde es extrem laut im Kopfhörer, womit dann auch klar war, was da abgeht: Das Schleifensignal des Mähroboters! Da werden Impulse im 100kHz-Bereich alle 20 ms ausgesendet. Also, Robi ausgestellt, Brummen weg!“ [von Steffan D.]

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