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Die besten Synthesizer für Live-Keyboarder 2020

Die besten Synthesizer für Live-Keyboarder 2020  ·  Quelle: YouTube (Yamaha Synths Official) / Gearnews

Auf dem Synthesizer-Markt ist viel in Bewegung und Soundtüftler haben eine riesige Auswahl an analogen und digitalen Synthesizern. Egal ob monophon, polyphon, modular, semi-modular oder digital – das Angebot an interessanten Synthesizern war niemals größer. Doch welche davon eignen sich am besten, wenn man live mit einer Band auf der Bühne steht? Hier kommen die besten Synthesizer für Live-Keyboarder 2020.

Wodurch unterscheidet sich ein Synthesizer für den Liveeinsatz von einem, den man im Studio nutzt? “Liveeinsatz” soll in diesem Zusammenhang heißen: als Keyboarder in einer Band, nicht am Modularsystem als Teil eines Electro-Live-Acts. Ich habe selbst lange Zeit mit diversen Coverbands meine Brötchen verdient und dabei immer wieder festgestellt, dass längst nicht jeder Synthesizer, an dem ich im Studio Spaß hatte, auch auf der Bühne eine gute Figur machte. Sound ist nämlich nicht alles – das gilt vor allem bei einem stressigen Gig.

Was macht einen guten Synthesizer für Live-Keyboarder aus?

Damit man live nicht im Regen steht und nicht einen ganzen Kleinbus voller Keyboards mitschleppen muss, sollte ein Synthesizer für den Liveeinsatz in meinen Augen die folgenden Eigenschaften mitbringen:

  • Soundmäßig flexibel. Idealerweise kann ein Synthesizer für den Liveeinsatz eine große Bandbreite an Sounds erzeugen. Das bedeutet zugleich, dass polyphone Synthesizer klar im Vorteil sind, denn sie lassen sich neben Pads und Chords eben auch für viele monophone Sounds einsetzen und decken damit alles ab, was man braucht – andersherum funktioniert das nicht.
  • Tastatur. Natürlich kann man auch auf der Bühne mit Controllerkeyboards, MIDI und tastaturlosen Synthesizern hantieren, aber so richtig Spaß macht das nicht, dauert beim Auf- und Abbau länger und kann außerdem zur Fehlerquelle werden. Beim Liveeinsatz haben Synthesizer mit Tastatur eindeutig die Nase vorn.
  • Patch-Speicher. Das urtümliche Schrauben an analogen Synthesizern ohne Speicher hat natürlich seinen Reiz und wenn im Studio Zeit dafür vorhanden ist, ist überhaupt nichts dagegen einzuwenden. Live auf der Bühne muss man aber binnen Sekunden von einem Sound zum nächsten umschalten können und das am besten mit einer Hand.
  • Gut zu transportieren. Wer einen Kronos 88 mit Hammermechanik mitschleppen möchte, bitte sehr. Ich bevorzuge leichtgewichtige Instrumente und nehme dafür lieber eines mehr mit.
  • Bedienung ohne viele Menüs. Bei vielseitigen Workstations lässt sich das Menüjogging für komplexere Einstellungen natürlich nicht ganz vermeiden und man muss sich vor dem Gig gut vorbereiten. Wenn man dann auf der Bühne steht, sollten alle wichtigen Funktionen aber direkt auf dem Bedienfeld im Zugriff sein.

Mit diesen Kriterien im Kopf habe ich eine Liste der aktuell erhältlichen Synthesizer zusammengestellt, die sich in meinen Augen gut für Live-Keyboarder eignen. Es geht hier ausdrücklich nicht um Stagepianos und Orgeln (das ist noch einmal ein ganz anderes Thema), sondern um Synthesizer für Synthesizer-Sounds.

Nord Wave 2

Nord Wave 2

Nord Wave 2

Gerade erst auf der NAMM 2020 vorgestellt, ist der Nord Wave 2 ein Bühnensynth par excellence. Er deckt mit verschiedenen Syntheseverfahren eine riesige Bandbreite von Sounds ab, kann mehrere Sounds gleichzeitig erzeugen, verfügt über das bewährte Bedienkonzept und die Verarbeitungsqualität von Nord und klingt nebenbei hervorragend. Wenn es mal ein ganz spezieller Sound sein muss, kann er auch eigene Samples laden. Na gut, wie alles von Nord ist er nicht ganz billig, aber seinen Preis in meinen Augen definitiv wert. Zum Produkt bei Thomann.de*

Korg Minilogue xd

Korg Minilogue xd

Korg Minilogue XD

Der Minilogue XD ist ein Synthesizer, den man sich unter den Arm klemmen und mal eben neben/auf das Stagepiano stellen kann. Wer überwiegend Klavier und Orgel spielt und nur hier und da ein Pad oder einen Leadsound benötigt, für den lohnt es sich nicht, eine Über-Workstation wie einen Kronos oder Montage herumzuschleppen. Besser ist in diesem Fall die Kombination aus Stagepiano und kleinem Synthesizer und dafür ist der Minilogue XD perfekt. Ein würdiger Nachfolger der Microkorg-Serie, die diese Funktion für viele Keyboarder bisher übernahm. Wer mehr Möglichkeiten möchte, greift zum größeren Prologue. Zum Produkt bei Thomann.de*

DSI Prophet Rev 2 von Oben

Sequential Prophet REV2

Sequential Prophet REV2

Der Prophet REV2 ist ein toll klingender Analogsynthesizer, mit dem man auf der Bühne die ganze Bandbreite von satten Pads und Synthesizer-Strings zur Verfügung hat. Er erzeugt bei Bedarf zwei Sounds/Layers gleichzeitig, die sich sogar über getrennte Ausgänge ausspielen lassen. Auch die umfangreiche Effektsektion spricht für den Prophet. Ein super Allrounder für die Bühne (ebenso wie übrigens die Geschwister Prophet-6 und OB-6, bei denen die Klangauswahl aber leider nicht mit einer Hand funktioniert – live ein absolutes No-Go). Zum Produkt bei Thomann.de*

Behringer Deepmind 12

Behringer Deepmind 12

Behringer Deepmind

Angesichts der mit voller Kraft rollenden “Synth Wave” von Behringer scheint der Deepmind, mit dem alles begann, beinahe in Vergessenheit zu geraten. Wenn es um den Liveeinsatz geht, ist er jedoch der mit Abstand bühnentauglichste der B-Synthesizer. Mit seinen Roland Juno-Genen hat er tolle Pads, Strings und Brass-Sounds im Angebot, eignet sich aber auch für Bässe und Leads. 1024 Speicherplätze, das live-taugliche Bedienkonzept und die umfangreiche Effektsektion sprechen für den Deepmind als Bühnensynthesizer. Wahlweise mit 12 oder 6 Stimmen. Zum Produkt bei Thomann.de*

Korg Kronos LS Synthesizer Leak

Korg Kronos LS

Korg Kronos LS

Ohne einen Kronos kann diese Liste nicht vollständig sein, denn die Workstation aus dem Hause Korg ist seit vielen Jahren so ziemlich das vielseitigste Tasteninstrument, das es gibt. Der Kronos LS ist sozusagen die Leichtbauvariante des Kronos und ein Kuriosum: Während die 88-Tasten-Versionen aller anderen Workstations schwere Hammermechanik-Wuchtbrummen sind, ist die Tastatur des Kronos LS groß und dennoch leicht gewichtet. Das entspricht für den Einsatz als flexibler Bühnen-Synthesizer genau meinem Geschmack. Zum Produkt bei Thomann.de*

Yamaha MODX7

Yamaha MODX7

Yamaha MODX

Der MODX kombiniert wie der große Bruder Montage eine samplebasierte Klangerzeugung mit einer FM-Engine und ist deshalb soundmäßig sehr vielseitig. Viele Performance-Features des Montage haben es ebenfalls in den MODX geschafft, zum Beispiel die zuweisbaren Regler und der Super Knob. So bietet der MODX vieles, was den Montage auszeichnet, kostet jedoch weniger als die Hälfte. Erhältlich mit 61, 76 und 88 Tasten. Zum Produkt bei Thomann.de*

Moog Subsequent 37

Moog Subsequent 37

Moog Subsequent 37

Zum Schluss soll dann doch noch ein monophoner (bzw. zweistimmig paraphoner) Synthesizer in dieser Liste auftauchen. Der Moog Subsequent 37, den es neuerdings auch in einer Kompaktversion mit 25 Tasten gibt, ist sozusagen die Krönung der Phatty-Reihe und liefert beinahe jeden monophonen Sound, den man sich vorstellen kann, in erlesener Qualität. Dabei bietet er eine Menge Gelegenheit, publikumswirksam an den Reglern zu drehen und macht mit seiner Optik auf der Bühne ordentlich etwas her. Sounds sind speicherbar und über den Kopfhörerausgang auf dem Bedienfeld kann man Sounds bei Bedarf vorhören, ohne dass das Publikum mithört. Für monophone Bässe und Leads geht meiner Ansicht nach kaum etwas über den Subsequent. Allerdings könnte es sein, dass sich das ändert, wenn demnächst der Sequential Pro3 bei den Händlern aufschlägt. Zum Produkt bei Thomann.de*

Was meint ihr? Was zeichnet eurer Meinung nach einen idealen Synthesizer für Live-Keyboarder aus? Für welche(s) Modell(e) würdet ihr euch entscheiden? Schreibt es uns in den Kommentaren!

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Spencer
4 Monate her

Yamaha MX49, abespeckte Sounds der Motif-Serie. Spiele damit (+ gelegentlich ergänztem Hammermechanik-Controller) 80 Auftritte im Jahr. Klein, leicht, vielseitig. Habe zuvor Jahrelang Keys geschleppt.

Luka Djurasic
4 Monate her

Hahaha bin 19 und benutze für die live Auftritte und die tours nur Analoge monster synths wie zmb. Jupiter 4, oberheim OB 8, sequential VS und PPG wave mit waveterm. Wenn die zuschauer so sachen sehen werden sie immer begeistert. Heutzutage sind doch alles synths die gleichen. 0% geschmack nur eine bessere kopie vom bruder und einpaar mehr patches. Sonst nichts. Die alten synths haben ihr styl und gefühl. Lieber einen Oberheim OB8 für 3000€ holen als einen Korg Kronos.

Chris
Chris
4 Monate her
Reply to  Luka Djurasic

Boah. Mit 19 schon so ein Equipment. Respekt. Hast du dir sicher selbst erarbeitet. Und der Markt ist ja auch übervoll von den guten alten Teilen. Und dein Publikum weiß auch sofort, was für Goldstücke auf der Bühne stehen. Hahaha

Sandro
4 Monate her

Roland jd-xi