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Cubasis 3 Android Drum Machine

 ·  Quelle: Steinberg Youtube

Ich habe nicht schlecht gestaunt, als die neue Meldung von Steinberg reinflatterte: Es gibt nicht nur das Update auf Cubasis 3.1, sondern Cubasis 3 wird gleichzeitig auch für Android veröffentlicht. Ist es jetzt an der Zeit, Android als Audio-Plattform ernster zu nehmen?

Android Audio

In Deutschland streiten sich tatsächlich Android und iOS um die Spitze der meistgenutzten Smartphone-Betriebssyteme. International hat je nach Land immer eins die Nase vorn, in den USA vor allem iOS. Ich vermute, dass genau deswegen viele Apps im Audiobereich nur für iOS geschrieben werden. Außerdem ist die Audioschnittstelle gerade einmal ausreichend fürs Telefonieren, Musikhören und Surfen.

Aufwändige Audioanwendungen, Echtzeiteffekte oder virtuelle Klangerzeuger gibt es kaum, noch weniger ohne die Pflichtanbindung an Samsungs eigene Audioschnittstelle. Ich hatte mich ausgiebig in dem Artikel „Darum stinkt Android für Audio Apps“ ausgelassen.

Das alles könnte nun ein Ende haben, denn ein Big Player ist jetzt im Boot.

Cubasis 3-1 iOS iPhone iPad Tablet Smartphone

Steinberg Cubasis 3 Android

Grundlegend sind die Features mit Cubasis 3 iOS identisch – soweit es die Plattform zulässt. Es können aktuell mit der neuen Version wie bei Cubasis 3 LE zwei Spuren simultan aufgenommen werden, in 16 bzw. 24 Bit und 48 kHz. Der Rest kommt ohne LE-Begrenzung aus. Es können „unendlich“ Spuren bis zu 8 Inserts mit 21 integrierten Effekt-Plug-ins gefüllt werden, auch die virtuellen Instrumente und Loops sind identisch mit der iOS-Version.

Ein Problem sind externe Effekte und Synthesizer. Inter App Audio oder Audiobus gibt es nicht für Android, geschweige denn eine echte Auswahl an Effekten und Klangerzeugern. Auch die AU-Schnittstelle ist iOS-only. Dafür gibt es Cloud Sync, Audio Share, Export zu Cubase, Support von MIDI (auch Bluetooth), WAV und FLAC. Bei den In App Käufen sieht es durch das Fehlen der AU-Schnittstelle etwas enger aus, denn alle Waves-Plug-ins sind nicht verfürbar. Die hauseigenen Steinberg-Effekte hingegen schon.

Cubasis 3 Android

Bis auf die Eingangsbeschränkung und die der Samplerate gibt es eigentlich keine echten Unterschiede zur iOS-Version. Und damit hat Android ein starkes Zugpferd in Sachen Audio abbekommen, das FL Studio Mobile oder andere Audio-Apps aufgrund anderer Ansätze bisher nicht leisten konnten. Und Steinberg löst damit auch gleich das Henne-Ei-Problem, denn jetzt ist eine Plattform da. Interfaces gibt es ohnehin schon länger, neuerdings auch von TC Electronic im iRig Gewand.

Interessant wäre auch, wie groß der Sprung von Android zu Linux ist – ob Cubase auch für Linux geplant ist? Ich wäre definitiv im Boot beim Ausprobieren – ich bin ja kürzlich komplett auf Linux umgestiegen.

Cubasis 3 Vergleich Feature iOS Android

Da die Features nahezu gleich sind, ist auch der Preis bei 54,99 Euro in den Stores gleich.

Zu einer Samsung-Pflicht konnte ich nichts finden, der unten verlinkte Play Store verrät dir, ob dein Android Tablet oder Smartphone mit der App klarkommt.

Update: Steinberg setzt auf Google Oboe Schnittstelle, die Geräte- und Versionsübergreifend funktioniert.

Cubasis 3.1

Nebenbei und mit weitaus weniger Rummel drumherum gibt es auch ein Update auf Cubasis 3.1 für alle bisherigen Käufer – auch für die LE-Version. Es wurden hauptsächlich Bugs gefixt, kleine Sachen am Workflow verbessert und, das interessiert wohl die meisten, eine Master Strip Plug-in Suite eingeführt. Dabei sind Stereo Imager, Multiband Compressor und Loundness Maximizer. Das gilt übrigens auch für die brandneue Android-Version.

Ihr erhaltet das Update über euren Store kostenlos.

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6 Antworten zu “Cubasis 3 – wird Android jetzt eine iOS-Alternative?”

  1. KKL sagt:

    Das klingt doch ganz gut! Jetzt fehlt noch eine Echtzeitschnittstelle und ein IAA Ersatz (und Plugins von Drittanbietern) und Android kann endlich iOS bei Audio ein wenig das Wasser reichen. Ich bin zuversichtlich.

    • claudius sagt:

      Echtzeit soll über Googles Oboe-Schnittstelle garantiert werden. Schau dir mal den Link zu Github an – das Video dort erklärt ein paar technische Hintergründe.

  2. Zerwix sagt:

    Ich habe mir erst diesen Sommer zum Lockdown ein iPad geleistet weil es keine DAW für Android gab. :/ Den Rest mache ich eh extern und brauche keine Apps und Effekte, Spannend, hoffentlich wird Steinberg nicht eingeschüchtert, weil alle Musiker auf iOS hocken und sich C3A erst in 1-2 Jahren rentieren wird.

  3. ruebennase sagt:

    Warum gibts in o.g. Tabelle wie auch auf der Herstellerseite keine Angabe zur Anzahl Audio/Midi-Spuren? Wie funktioniert denn die DAW ohne Spuren? Hoffe das ist „nur“ ein Fehler in der Beschreibung.

    • claudius sagt:

      Jetzt sei doch nicht so vermessen. Wer braucht denn schon Spuren in einer DAW?

      :D

      Im Ernst: Die Tabelle ist so auf der offiziellen Seite. Ich hatte bei Steinberg nachgefragt und sie meinten „unendlich“. Also wie bei der großen iOS Version.

      ps: Danke für die Erinnerung durch deinen Nick an einen großartigen Film.

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