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Ernie Ball Evans Drum Fell Gesichtsschutzmaske Corona Virus Epidemie

So hilft die Musikindustrie in der Corona-Krise  ·  Quelle: Ernie Ball / Instagram

Stell dir vor, Menschen sterben weltweit und alles, was die Fabriken machen, sind mehr Musikinstrumente. Das wäre eine ziemlich beschissene Welt. Gut, dass einige Hersteller anders denken und zumindest teilweise in der aktuell schwierigen Zeit umschwenken und Masken produzieren.

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Corona

Es wird und wird nicht besser. Der Corona-Virus hält die Welt in der Schraubzwinge, Veranstaltungen sind ausnahmslos abgesagt und wir versuchen alle, das Beste daraus zu machen. Künstler_innen sollen staatliche Unterstützung bekommen. Ob es im Nachhinein geholfen hat, werden wir noch sehen.

Als Privatmensch sind die Handlungsmöglichkeiten begrenzt. Firmen haben ganz andere Grenzen und können großflächiger helfen, so auch die vier Firmen, die den Anfang machen und zumindest Teile ihrer Produktion auf die aktuellen Gegebenheiten der Pandemie umstellen.

Gut so, denn: Wem nützen all die schönen Instrumente, wenn wir tot sind oder um die Liebsten trauern müssen, weil es am Nötigsten gefehlt hat?

Ernie Ball, D’Addario, Apple, Leaf Audio

Den Anfang hatte Apple mit der Meldung gemacht, dass 20 Millionen Atemschutzmasken gespendet werden konnten, Masken fortan in Massen selbst für die USA produziert werden und ein Zubehörhersteller aus Berlin die Produktion auf Gesichtsmasken umgestellt hat.

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Großartig, wenn Global Player wie Apple mit einsteigen. Und auch wenn Kritiker sofort das als Greenwashing bezeichnen: Es ist dringend nötig! Und der Preis der Apple-Masken … naja.

Aber auch Hersteller aus dem Musikinstrumentenbereich haben angefangen, ihre Fabrikkapazitäten für die Maskenproduktion zu nutzen. Laut einem Bericht bei Guitarworld produziert Ernie Ball in Kalifornien 400 Masken täglich mit oberster Priorität mit 60 Mitarbeitenden.

So hilft die Musikindustrie in der Corona-Krise

So hilft die Musikindustrie in der Corona-Krise

Aber auch Gator bietet waschbare Masken zwischen 9 und 19 USD an. Bisschen viel, dafür aber mit musikrelevanten Aufdrucken und immerhin wiederverwendbar.

Auch D’Addario hat laut einem Post bei Instagram einen Weg gefunden, aus Evans Fellen für Drums Gesichtsmasken für New York City herzustellen. Und zwar bis zu 100000 pro Woche. Wahnsinn, was möglich ist!

Auch Manuel Richter von Leaf Audio aus Leipzig hat einen Aufruf gestartet und sucht Näher_innen und plant seinen 3D-Drucker für Teile von klinisch nutzbaren Masken zu nutzen. Im Shop gibt es einen Rabatt, von dem dann die Differenz in Materialen investiert wird.

Jetzt wir!

Wieso lese ich sowas nicht von deutschen Firmen, sondern nur von Privatpersonen auf Facebook und Twitter, dass sie aus Tischdecken und alten Kleidungsstücken wegen Corona Masken nähen und spenden. Bis zu 100 pro Woche pro Person. Und Firmen bauen weiter Autos, Computer und eben auch Instrumente, statt essentieller Dinge. Kudos an alle Helfenden, die uneigennützig Betroffenen helfen.

Unter der Voraussetzung, dass jede Maske potenziell Leben schützen kann, sollte doch jede einzelne produzierende Firma ein Interesse an der Produktion von Atemschutz- und Gesichtsmasken haben. Oder? Allein schon aus wirtschaftlicher Sicht, schließlich liegen alle immer noch dem Wachstumsgedanken des letzten Jahrhunderts auf. Was verkauft sich in einer Krise besser als möglicher Schutz für sich und andere? Gut, Klopapier. Aber mal im Ernst. Was kommt danach? Wer kauft die Effekte, die Amps, die Gitarren, die Synthesizer, die Kabel, die DJ-Mixer, wenn es an Künstlerinnen oder Publikum fehlt? (Mir ist klar, dass zum Glück nicht so viele sterben werden, dass es Grund zur Panik gäbe, dennoch sollten Firmen mindestens mal drüber nachdenken.)

Kennt ihr noch Firmen aus dem Musikbereich, die aktuell aushelfen und die Produktion umgestellt haben? Lasst es uns wissen! Wir nehmen diese hier dann gerne auf.

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8 Antworten zu “So hilft die Musikindustrie in der Coronakrise”

  1. wowowow… schalt mal nen Gang runter. Hier geht es nicht um medizinische Schutzmasken, sondern um „Mund-Nasen-Bedeckungen“, zu denen das RKI ausdrücklich darauf hinweist: „Eine solche Schutzwirkung ist bisher nicht wissenschaftlich belegt.“ (sieh auch https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste.html#FAQId13545204).

    Es sind inzwischen in Deutschland tausende von freiwilligen Helfern als Näher am Werk, die ihre Masken Einrichtungen, wie Altersheimen etc. kostenlos zur Verfügung stellen. Wir sehen eine riesige Welle von Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung, um soviele Menschen wie möglich zu unterstützen. Nicht jeder kleine Handwerksbetrieb, der Synthesizer herstellt kann auch automatisch Behelfsmasken order gar medizinischen Schutz produzieren, dazu sind neben einer medizinischen Qualifikation auch besondere Maschinen nötig.

    Es ist ja nett, wenn sich Menschen um andere Sorgen, aber man sollte dabei auch die Frage erlauben, ob die üblichen Verdächtigen wie Apple und andere nicht nur ein fettes Geschäft mit Aktionismus riechen, vor allem wenn man bedenkt, dass diese modischen Behelfsmasken zu horrenden Preisen verkauft werden, die normalerweise im Centpreis gehandelt werden. Dan kann man leicht auf das Marketing reinfallen.

    Und bitte bedenke auch die Wortwahl, denn es sind eben gerade keine Schutzmasken, wie auch richtigerweise in den genannten Shops beschrieben. Also runter vom Gas, mehr informieren und etwas entspannen, dann wird das auch wieder mit der Klarsicht. :)

    • claudius sagt:

      Traurig, dass das Privatmenschen machen „müssen“, oder? Den Rest habe ich etwas entschärft, mit ist bewusst, dass es nicht der Tod der Zivilisation ist, dennoch sollte man es nicht unterschätzen oder kleiner reden, als es ist. Bei Apple hatte ich ja bereits auf das Greenwashing hingewiesen.
      Danke für deinen Input! :)

  2. moogulator sagt:

    Leaf Audio machen gerade Schutzmasken – Suchen auch noch Näher*innen im Raum LE.

  3. Anyone sagt:

    Zitat:
    „Was verkauft sich in einer Krise besser als möglicher Schutz für sich und andere? Gut, Klopapier. Aber mal im Ernst. Was kommt danach? Wer kauft die Effekte, die Amps, die Gitarren, die Synthesizer, die Kabel, die DJ-Mixer, wenn es an Künstlerinnen oder Publikum fehlt?“

    Mit wieviel Millionen oder Milliarden Tote rechnet denn der Autor, wenn er zu solchen Fazits kommt.
    Der Artikel ist absolut übertrieben und heizt die unnötige Panikmache nur noch weiter an.

    • claudius sagt:

      Danke für deinen Input. Ich habe noch etwas ergänzt, damit es etwas Wind rausnimmt. Geschrieben fehlt manchmal doch die Mimik oder die Stimme, die man vielleicht beim Schreiben im Kopf hat, aber beim Lesen nicht immer so ankommt. :)

  4. Karl-Heinz sagt:

    Ich finde auch, dass claudius hier deutlich übertreibt:
    „Gut so, denn: Wem nützen all die schönen Instrumente, wenn wir tot sind oder um die Liebsten trauern müssen, weil es am Nötigsten gefehlt hat?“
    […]
    „Aber mal im Ernst. Was kommt danach? Wer kauft die Effekte, die Amps, die Gitarren, die Synthesizer, die Kabel, die DJ-Mixer, wenn es an Künstlerinnen oder Publikum fehlt?“

    Die Menschen sterben NICHT wie die Fliegen. Mindestens 90-95% der Menschheit wird Corona überleben, die meisten davon sogar ohne ernsthafte bleibenden Schäden.
    Also bleiben noch genug Menschen übrig, die Musiksachen kaufen und weiter Musik machen können. :-)

    Klar, wir sollten alle dabei mithelfen, dass möglichst wenig Menschen durch Corona infiziert werden. Und dass besonders die schwachen, alten und vorerkrankten Menschen geschützt werden. Aber wir sollten auch alle realistisch bleiben, einen kühlen Kopf bewahren und NICHT in Panik verfallen.

    Viele Firmen haben nicht die Produktionsmittel, um Schutzausrüstung herzustellen. Meine Firma auch nicht. Und wir haben uns wirklich viele Gedanken darum gemacht.

    Ich denke schon, dass alle Firmen, die das technisch und organisatorisch können, irgendwas zum Schutz vor Corona herstellen. Und sei es wenigstens, auf einem 3D-Drucker in der Entwicklungsabteilung Teile für Visiere herzustellen, so wie man das schon seit Tagen in den Medien sieht. Oder ihre Lagerbestände von FFP2-/FFP3-Atemschutzmasken an Pflegeeinrichtungen oder schutzbedürftige Menschen zu spenden.

    „Und Firmen bauen weiter Autos, […]“
    Welche Firmen denn? Nenne uns bitte konkrete Beispiele!
    Nach meinen Informationen bauen die deutschen Autohersteller derzeit keine Autos.
    Beim weltgrößten Autohersteller VW steht schon seit 2 Wochen die Produktion. Und VW hat seine Vorräte an Schutzausrüstung (Masken, Anzüge, …) gespendet.

    • claudius sagt:

      Das stimmt natürlich und ist mir auch bewusst. Ich habe es mal etwas entschärft, da es nicht nur bei dir so übertrieben ankam. Danke für deinen Input.

    • Anyone sagt:

      90-95% der Menscheit wird also mindestens überleben. Das würde bedeuten, dass du mit bis zu 400 Mio- 775 Millionen Toten rechnest, im schlimmsten Fall?
      Selbst das völlig unwahrscheinliche WorstCaseSzenario der Bundesregierung geht maximal von 1% Toten aus.
      Schön weiter Panik verbreiten…
      #Kopfschüttel

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