Geschätzte Lesezeit: 7 Minuten

Angecheckt: iZotope Neutron, Nectar und Ozone  ·  Quelle: iZotope

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Mixing für Dummies. Ich habe wenig Ahnung vom Mischen und möchte in kurzer Zeit bessere Ergebnisse erzielen. Ob iZotope Neutron, Nectar und Ozone mit künstlicher Intelligenz die richtige Lösung sind?

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Hinweis: Die Plug-ins wurden uns kostenlos und ohne Anspruch an den Text oder eine Aussage von iZotope zu Verfügung gestellt.

Stand der Dinge

Damit ihr die folgenden Eindrücke besser einordnen könnt, muss ich euch zunächst die Ausgangssituation erläutern. Ich bin professioneller Bassist, der in seinem Alltag zwar viele Berührungspunkte mit dem Thema Mixing hat, sich jedoch bislang bewusst davor gedrückt hat, so richtig darin einzutauchen. Grund dafür ist, dass dies ein hochkomplexes Gebiet ist und ich weiß, dass ich sehr viel Zeit investieren müsste, um merklich besser darin zu werden. Das passte nicht in meinen gefüllten Terminkalender.

Klar habe ich durch Studioaufnahmen, im Austausch mit FoH- und Monitor-Technikern, durch YouTube-Videos und beim Beschäftigen mit meinem Instrument ein solides Halbwissen über Frequenzen, Gain-Staging etc. angesammelt. Dabei ist mir jedoch auch aufgefallen, dass jeder etwas anderes meint, wenn er von Bässen, Mitten und Höhen spricht. Sehr verwirrend.

Hilfsmittel gesucht

Mehr und mehr wird mir klar, dass ich nicht umhin komme, besser werden zu müssen. Zum einen schneide ich fast alle meine Live-Konzerte mit und versorge meine Bands und mich mit Übungsmaterial / Social-Media-Inhalten. Andererseits schreibe ich auch eigene Songideen. Um diese überzeugend zu präsentieren, ist ein guter Mix nicht unwichtig. Für diese Situationen kann ich nicht jedes Mal jemand anderes engagieren. Und mit Presets aus Logic und Co. kommt man eben nur in kleinen Schritten begrenzt voran.

iZotope Neutron, Nectar und Ozone – mit KI zum Erfolg?

Ich bin treuer Hörer des Sonicstate-Podcasts. Dort lief lange Zeit Werbung für die iZotope-Plug-ins Neutron, Nectar und Ozone, die mit Hilfe künstlicher Intelligenz beachtliche Resultate liefern sollen. Können mir sogenannte Mix-Assistenten wirklich zu schnelleren und besseren Mixen verhelfen, als meine Kombination aus Presets und gefährlichem Halbwissen?

Das klingt verlockend, ich will es probieren! Da jede Software eine gewisse Lernkurve erfordert, gab ich mir für den Versuch ungefähr drei Tage YouTube-Studium und nutzte einen unfertigen Song meines Rocktrios mit ca. 25 Spuren.

 

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Neutron 3 – Mix Assistant

Als ungeübtem Amateurmischer fällt mir das Gain Staging noch immer schwer. Ich werde langsam besser, der gute alte Mono-Trick hilft. Trotzdem klingt es zu oft nach einem „Bassisten-Mix“ bzw. ist das Instrument, das ich zuletzt unter die Lupe nahm, in der Regel zu präsent. Das Thema erfordert viel Geduld und Übung. Und hier muss ich sagen, hat sich der Mix Assistant aus Neutron 3 Advanced ganz stark gezeigt!

Der Misch-Assistent gibt mir einen Ausgangspunkt, indem er alle Spuren anhört und automatisch Lautstärken für die gesamte Session vorschlägt. Hierbei kann man gezielt den Fokus auf bestimmte Spuren setzen, etwa den Gesang. Ich muss zugeben, die Vorschläge der künstlichen Intelligenz haben mich echt überzeugt!

 

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Track Enhance – automatische EQs, Compressoren und mehr

Ein weiterer nützlicher Helfer ist die sogenannte Track Enhance-Funktion. Neutron hört sich ca. 15 Sekunden einer Audiospur an und setzt von Geisterhand Einstellungen für EQ, Kompression, Exciter und mehr. Ich als Nutzer muss mich vorab lediglich entscheiden, ob das Ergebnis „Warm, Balanced oder Upront“ klingen und in welcher Intensität das geschehen soll.

An dieser Stelle bleibe ich skeptisch, wie intelligent speziell der EQ angepasst wird. Denn mir ist aufgefallen, dass sich gelegentlich vorgefertigte EQ-Punkte wie bei einem gewöhnlichen Preset wiederholt haben. Die Kompressoren werden jedoch sehr gut auf die Dynamik der Ausgangssignale abgestimmt, was ein Preset wiederum nicht bieten kann. Insgesamt geht der Prozess flott vonstatten und erspart mir viel Arbeit, weil alle Komponenten (EQ, Compressor, Reverb, etc.) in einem einzigen Plug-in versammelt sind. In den mitgelieferten Presets findet man auch mutigere Klangvorgaben oder spezielle Background-Settings, etc.

Einen umfangreichen Testbericht zu iZotope Neutron 3 findet ihr hier: Klick.

 

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Nectar 3

Hier kommt der Vocal-Mixing-Zauberkasten Nectar 3 Plus. Natürlich habe ich vor der Anwendung dieses Tools auch versuchtm die Vocals durch die Track Enhance-Funktion von Neutron 3 zu jagen. Doch kein Ergebnis konnte für mich auf die Schnelle mit dem Vocal-Assist-Algorithmus von Nectar 3 mithalten. Die Gesangsspuren aus dem Mix rauszuarbeiten und dabei trotzdem voll klingen zu lassen, ist mit diesem Plug-in wirklich toll möglich. Auch das Unmask-Feature, das gezielt nach Frequenzüberlagerungen in anderen Spuren sucht, ist sehr hilfreich. Möchte man nach Bearbeitung aller Spuren noch mal den Mix Assistant nutzen, kommunizieren Nectar und Neutron sogar untereinander. Sehr gut!

 

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Ozone 9

Am Ende meiner drei Tage wollte ich den erstellten Mix mastern. Das hauseigene Plug-in der Wahl ist Ozone 9 und ich war überrascht, hier ebenfalls einen intelligenten Assistenten vorzufinden. Man muss lediglich auswählen, ob das Ergebnis modern oder vintage, für Streaming oder CD und wie „laut“ es am Ende sein soll und schon geht’s los. Ich bin ehrlich: Vom Mastering habe ich absolut keine Ahnung und war daher um so glücklicher, dass auch Presets zur Auswahl standen. Soweit ich das beurteilen kann, wurde mein erstellter Mix auf elegante Weise zusammengepresst, ohne ihn zu zerstören. Das reicht mir.

Fazit: Für wen und welche Situation ist AI-Mixing geeignet?

So, jetzt mal Butter bei die Fische: Muss man heutzutage noch Mixing studieren oder kann diese schwer zu erlernende Aufgabe von nun an getrost der künstlichen Intelligenz von iZotope Neutron, Nectar und Ozone überlassen werden?

Ich sehe das so: Ganz ohne Vorkenntnisse zum Thema EQ, Compression, Gain Staging etc. geht nichts. Dafür sind die Plug-ins trotz aller Hilfestellungen und Abkürzungen zu komplex. Positiv ist, dass ich schnell in der Lage war, in kürzester Zeit einen Mix hinzulegen, der auf verschiedenen Lautsprechern homogen klingt. Das fiel mir in der Vergangenheit schwer.

Nach aktuellem Wissensstand würde ich behaupten, dass Mixe auf die von mir getestete Art immer irgendwie ähnlich klingen werden. Ein guter Mischer ist in der Lage, einen Song larger than life oder herrlich vintage 60s-mäßig klingen zu lassen und den Hörer auf eine besondere Reise zu schicken. Ich dagegen kann ihn jetzt lediglich aufblasen und homogen klingen lassen, sodass er in den verschiedensten Hör-Situationen nicht weh tut.

Ich bin mir sicher, dass mit mehr Einarbeitung viel bessere Ergebnisse möglich sind. Allerdings frage ich mich, ob ich nicht doch erst mal mein Wissen zu Mixing-Grundlagen erweitern sollte. Denn dazugelernt habe ich durch die Nutzung der Software nichts. (Dafür ist sie aber auch nicht gemacht worden.)

Wer sein Handwerk versteht, bekommt hier einen erstklassigen Helfer in Form weniger Plug-ins, um super schnell ein Gain Staging und ersten Mix zu schrauben und so schnell präsentationsfähig zu sein.

Habt ihr Erfahrungen mit den Plug-ins von iZotope oder anderen Mixhelfern wie Ayaic Mix Monolith gemacht? Oder habt ihr wertvolle Tipps für mich, welche Websites oder Videos euch am meisten beim Mixing weitergeholfen haben? Schreibt mir gern in den Kommentaren! Ich wünsche euch einen guten Start in die Woche!

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Weitere Informationen

Weitere interessante Produkte unserer „Angecheckt“-Reihe findet ihr hier. Ihr habt Vorschläge? Dann her damit!

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3 Antworten zu “Angecheckt: iZotope Neutron, Nectar und Ozone”

  1. Stefan Hahn sagt:

    Ich nutze die Algorithmen nur sehr wenig, die ja auch eher als Startpunkt gedacht sind. Oft verzerren mir die Ergebnisse zu viel. Die einzelnen Teile von den Izotope Programmen nutze ich wiederum sehr viel. Bei Nectar gefällt mir vor allem die „Harmonie-Funktion“ und der Equalizer, bei Neutron die Kompressoren und die Equalizer und bei Ozone die Limiter und ein paar andere Tools. Wenn es sehr schnell gehen muss, sind die Algorithmen vielleicht auch interessant. Und Tonal-Balance ist auch eine nette Idee! Liebe Grüße

  2. Chris sagt:

    Moin,

    sehr zu empfehlen ist Gullfoss EQ. Der macht das Signal fit bevor ich ein den kreativen Part des Mixing einsteige.

    z.B.

    1. Gullfoss
    2. Sonible smart:comp
    3. Ableton Channel EQ für schnelles, kreatives Gestalten und Positionieren im Mix

    Damit komme ich sehr schnell zum Ziel.

    Grüße aus Berlin

  3. Chris sagt:

    Dann habe ich im Master auch Tonal Balance und davor einen weiteren Gullfoss EQ.

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