von  Lasse Eilers  | |   Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen   |  Lesezeit: 5 Min
Alchemy Lab, SID-Controller und ein Oberheim-Editor: Synthesizer-Journal

Alchemy Lab, SID-Controller und ein Oberheim-Editor: Synthesizer-Journal  ·  Quelle: Hermetic Modular, MIDI_IN, jbboz

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Diese Woche im Synthesizer-Journal: Die neue offene DSP-Plattform Alchemy Lab von Hermetic Modular, ein Hardware-Controller für den legendären SID-Chip, ein moderner Software-Editor für den Oberheim Xpander und Matrix-12 und mehr!

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Hermetic Modular Alchemy Lab: Neue Eurorack-Module mit austausch- und hackbarer Firmware

Alchemy Lab
Alchemy Lab: Echoa und Spagyros · Quelle: Hermetic Modular

Wir kennen das Konzept bereits von Noise Engineering (Versio, Legio) und Bastl Instruments (Kastle 2 / Citadel): DSP-basierte Eurorack-Module, die sich durch Austauschen der Firmware in andere Module verwandeln. Ein Modul kaufen, mehrere besitzen – klingt nach einem guten Deal!

Jetzt hat der Hersteller Hermetic Modular mit Alchemy Lab eine weitere solche Plattform vorgestellt und die ersten beiden Firmwares veröffentlicht. Echoa ist ein Stereo-Delay mit je zwei Delay-Lines pro Stereokanal und flexiblem Routing. Durch spektrale Separation der Reflexionen entstehen auch Reverb-artige Sounds. Das Modul bietet Parameter Locks und ermöglicht die Aufzeichnung von Reglerbewegungen (bis 4 Sek.).

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Spagyros ist ein Performance-orientiertes Multieffektmodul mit neun Algorithmen, von denen sich bis zu drei gleichzeitig nutzen lassen. Block 1 enthält ein DJ-Filter, einen Bitcrusher/Saturator und einen Riser-Effekt. In Block 2 warten rhythmische Effekte (Beat Repeat, rhythmisches Gate) und ein Phaser. Block 3 bietet Delay, Reverb und einen Buffer-Effekt zum Aufzeichnen und „Durchfahren“ von Audiomaterial.

Schon für sich genommen sind die beiden Module ein toller Start für Alchemy Lab. Noch spannender wird aber sein, was in Zukunft auf der Plattform entstehen wird. Denn Alchemy Lab lädt ausdrücklich zum Hacken und Experimentieren ein. Dafür hat Hermetic Modular ein SDK bereitgestellt, das du nutzen kannst, um die Firmware der Module an deine Vorstellungen anzupassen oder komplett eigene Ideen umzusetzen.

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Als Daisy-basiertes System baut Alchemy Lab auf einer ARM Cortex-M7 CPU mit 480 MHz auf. Hardwareseitig bietet das 12 HP breite Modul sechs Potis mit LED-Kränzen, drei Buttons, sechs CV-Buchsen, Stereo-Audio-Ein- und Ausgänge sowie einen USB-C-Anschluss auf der Vorderseite. Rückseitig steht ein Header zur Verfügung, über den sich Erweiterungsmodule, Sensoren und Ähnliches einbinden lassen.

Das Hardware-Modul kostet zum Start 299,- US-Dollar. Im Bundle enthalten sind beide Frontplatten für Echoa und Spagyros.

MIDISID Physical Control Surface: Der Controller, den der SID schon immer verdient hatte

MIDISID Physical Control Surface
MIDISID Physical Control Surface · Quelle: MIDI_IN

Der SID-Chip des Commodore C64 ist einfach legendär und erfreut sich auch jenseits der Chiptune-Szene bis heute großer Beliebtheit. Eine Möglichkeit, den Soundchip in dein MIDI-Studio einzubinden, ist der kleine Synthesizer MIDISID, der zwei nachgebaute SIDs enthält. Leider ist sein Bedienfeld recht dürftig ausgestattet – mit den vier Knöpfen macht das Schrauben an Sounds wenig Spaß.

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Doch jetzt gibt es Abhilfe! Die MIDISID Physical Control Surface vom Entwickler MIDI_IN verhilft dem SID endlich zu dem Bedienfeld, das er verdient. Alle drei Stimmen des Chips lassen sich umfassend in Echtzeit editieren, mit Buttons für die verschiedenen Schwingungsformen, Schiebereglern für die ADSR-Hüllkurvengeneratoren sowie Reglern für PWM, Detune und mehr. Auch die charakteristischen Ring- und Sync-Verknüpfungen zwischen den einzelnen Stimmen, die für viele typische SID-Sounds verantwortlich sind, lassen sich einfach per Tastendruck vornehmen. Damit macht das Chiptune-Sounddesign umso mehr Spaß!

Die MIDISID Physical Control Surface kostet 243,50 € inkl. MwSt.

XpandrLink
XpandrLink · Quelle: jbboz

Du gehörst zu den Glücklichen, die einen Oberheim Xpander oder Matrix-12 ihr Eigen nennen? Dann wird dich diese Nachricht sicher aufhorchen lassen. XpandrLink ist ein neuer Software-Editor für die beiden polyphonen Synthesizer-Dinosaurier, der als Standalone-App und Plugin (VST3/AU) auf macOS und Windows läuft.

Der neue Editor baut auf den Grundlagen auf, die mit dem XplorerEditor geschaffen wurden. Dessen Entwickler hatte Weiterentwicklungen ausdrücklich angeregt und langfristig einen JUCE-Port vorgeschlagen, um den Editor auf eine moderne Cross-Plattform-Basis zu stellen.

Das Ergebnis ist XpandrLink. Der Editor bietet umfassenden Echtzeit-Zugriff auf alle Parameter der Synthesizer, inklusive der umfangreichen Modulationsmatrix mit 20 Slots. Die Software kommuniziert bidirektional mit den Hardware-Instrumenten, sodass Änderungen an der Hardware sofort im Editor sichtbar sind und andersherum.

Darüber hinaus ist ein Patch-Librarian mit umfassenden Import- und Exportfunktionen enthalten. Auch das Morphen zwischen zwei Patches ist möglich.

XpandrLink ist derzeit in der Beta-Phase. Du kannst den Editor kostenlos auf der Github-Seite des Entwicklers herunterladen.

Du hast gerade leider keinen der Oberheim-Klassiker zur Hand? Dann kannst du dir den Sound der Legenden mit dem Arturia Matrix-12 V ins Studio holen – noch bis zum 17. August 2026 im Angebot bei Thomann*.

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Arturia Matrix-12 V Download
Arturia Matrix-12 V Download Bisher keine Kundenbewertung verfügbar

SILT: Generatives Tape-Loop-Instrument mit Browser-Demo

SILT
SILT · Quelle: Tunary Instruments

Zum Schluss etwas Meditatives zum Wochenende: Mit SILT kannst du generative Musik mit Tape-Loops machen – direkt in deinem Browser. Das Instrument generiert vier unabhängige, sich überlagernde Loops. Da die virtuellen Bandschleifen nicht exakt gleich lang sind, entstehen immer wieder neue Rhythmen und Melodien. Du kannst die Tonart und Dichte einstellen und Field Recordings wie Vogelzwitschern dazu mischen, aber leider kein eigenes Material aufnehmen; der Fokus liegt hier also darauf, sich von den generativen Loops inspirieren zu lassen.

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Zusätzlich enthält SILT eine Tonbandemulation mit den typischen Geräuschen und Verzerrungen. Auf Wunsch synchronisiert sich die Software zu deiner DAW. Und weil die generierten Melodien immer pentatonisch sind, ist es nicht schwer, darum herum ein größeres Arrangement zu bauen.

Die kostenlose Demoversion im Browser läuft leider nur 3 Minuten lang; danach musst du deine E-Mail-Adresse eingeben, um weitermachen zu können. Die Plugin-Version (VST3/AU) ist für 29 US-Dollar erhältlich.

*Hinweis: Dieser Artikel enthält Werbelinks, die uns bei der Finanzierung unserer Seite helfen. Keine Sorge: Der Preis für euch bleibt immer gleich! Wenn ihr etwas über diese Links kauft, erhalten wir eine kleine Provision. Danke für eure Unterstützung!

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