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Quo Vadis Musikmesse Kolume Teaserbild

Quo vadis Musikmesse  ·  Quelle: Messe Frankfurt Exhibition GmbH / Pietro Sutera

Oha, aus Sicht einer Newsseite war die Musikmesse dieses Jahr nicht spannend. Absehbar, denn es wurde die letzten Jahre immer weniger. Die Neuvorstellungen finden im Netz statt, Equipment wird beim Händler oder daheim angeschaut, getroffen wird sich online. Was bleibt ist B2B, also Business von Händler zu Vertrieb zu Hersteller. Und selbst da war es wohl etwas verhalten. Und nun?

Leere Hallen

Werfen wir mal einen Blick auf die großen Hersteller, die nicht mehr auf der Musikmesse 2018 waren, aber früher oder aktuell trotzdem auf anderen Messen (NAMM, Superbooth etc.):

Fender, Gibson, PRS, TC Electronic, Taylor, Ibanez, ESP, Epiphone, Squier, Marshall, Vox, Laney, Hartke, EVH, ENGL, Duesenberg, Boss, Roland, DSI, Behringer, Moog, Clavia, Arturia, Erica Synths, Novation, Roli, Teenage Engineering, Akai, Doepfer, Kurzweil, Mutable Instruments, Native Instruments, Tascam, Digitech Harman, Nektar, Mackie, AKG, Soundcraft, JBL, Bose, Universal Audio, Dynaudio, Fostex, KRK, Magnat, Olympus, Schoeps, Presonus, RME, Shure, Sennheiser, Neumann, Denon, Numark, Technics, Sonor, Tama, Sabian, Ludwig, Zildian, Vic-Firth, Pearl, Evans.

Und sicherlich noch mehr. Manche aus der Liste kommen von einem Mutterkonzern, aber der ist oft weniger bekannt, deswegen habe ich die aufgeschlüsselt. Und nicht verwechseln: Manche sind davon auf der Prolight and Sound Messe nebenan zu finden.

Da ist es nur logisch, dass die Hallen nicht mehr so gut gefüllt sind, wie sie es mal früher waren. Dafür hat die Messe aber Bereiche zum Ausruhen eingebaut. Wie sich herausstellt, wurden auch Teile der Hallen abgetrennt, damit sie nicht noch größer und leerer wirken.

In Sachen Lautstärke habe ich verschiedene Meinungen gehört. Vielen war es zu laut, vor allem bei den Klassikern und in Halle 4.1. So berichtet auch Markus von Bizkom (PR-Agentur) in einem Facebook-Video. Er bestätigt auch, dass auffällig viele ostasiatische Firmen dabei sind und wieder fachfremde Firmen, etwa für Licht.

Auch interessant fand ich die Diskussionsrunde von den YouTubern des Kanals Gitarrenschau. Das verlinke ich euch mal ganz unten. Lasst den Jungs ein Abo da, wenn es euch gefällt. Es ist ein angenehm anderer Kanal im Stile der „Pedal Show“ mit viel Talk.

Superbooth, Guitar Summit und Co.

Die Lösung für Gitarristen sind sicherlich auch nicht Messen wie die Guitar Summit oder Holy Grail. Denn da sind zumeist kleine Firmen mit „alten“ Produkten oder Boutique-Firmen zugange. Aus Gearnews-Sicht eher nicht so spannend. Das Konzept der Summit ist aber auch anders als das der Musikmesse in Frankfurt. Aber das Miteinander von Ausstellern und Besuchern ist viel intimer auf den kleinen Messen. Das kommt natürlich an. Aber für die Firmen ist das vielleicht weniger lukrativ? Ich kann es nicht sagen. Beim Besucher bleibt so sicher mehr hängen.

Hingegen für die Synthesizerfraktion die Superbooth hat anscheinend den Nerv der Zeit getroffen und zieht dieses Jahr zum dritten Mal Synthesizerfans im Mai nach Berlin. Da sind dann auch die großen Synth-Firmen anzutreffen. Und hoffentlich auch wieder mit neuen Produkten. Das Flair ist deutlich familiärer. Kleine Stände, enge Gänge, jeder kennt gefühlt jeden, Performances und Vorträge in separierten Bereichen.

Das kann die Musikmesse aufgrund der Lokalität und Ausrichtung gar nicht erreichen – will sie vermutlich auch nicht. Ein wichtiges Standbein ist AFAIK immer noch der B2B-Bereich, also Business to Business. Hier treffen sich Händler, Vertriebe und Hersteller auf einen Plausch und machen Business. Kaufen und verkaufen. Die Halle hat eigene Stände, einige Hersteller/Vertriebe sind nur da. Und es ist leise. Im Vergleich fast etwas gespenstisch, aber auf jeden Fall angenehmer, wenn dir nicht jeder Stand mit noch lauterer Musik die 10 Sekunden Aufmerksamkeit abringen will.

Wie weiter?

Ich finde die Entwicklung schade, vor allem war es absehbar. So wird es wohl auch irgendwann der NAMM gehen, die ironischerweise gerade ein gefühltes Hoch hat. Umfassende, große Messen für den Endkunden haben wohl keine Bewandtnis mehr. Sehr schade.

Nur im Netz austauschen ist aber öde. Ich will anfassen. Ich will mit den Erschaffern reden. Ich möchte, dass die Musikmesse weiter bestehen bleibt. Nicht nur aus Sicht eines Redakteurs, sondern auch aus Sicht eines Musikers und Besuchers einer Messe. Konzerte schau ich mir doch auch nicht nur auf YouTube an. Und ein Instrument ist noch mal viel persönlicher als ein Konzert. Der Ist-Stand ist aber nicht akzeptabel und die Messe sollte nicht wie die letzten Jahre alles schöner reden als es wirklich war. Es wird aber sicher passieren.

Vielleicht sollte die Messe 1-2 Jahre Luft holen und – auch wenn es wohl utopisch ist – sich aus den großen, unpersönlichen Hallen verziehen und woanders das Lager aufschlagen. Gesundschrumpfen und neu starten. Das ist sicher leichter gesagt als getan. Mit Schönreden wird es aufjeden Fall nix. An Superbooth und Guitar Summit sieht man aber, dass das Konzept „kleine Spezialmesse“ ankommt und angenommen wird. Vor allen von den Nicht-Fachbesuchern. B2B muss man nicht an eine große Messe knüpfen.

UPDATE: Mich haben Kommentare und Mails erreicht, die sich mehr „auf die Kacke hauen“ gewünscht hätten. Klar, hätte ich tun können. Das hat auch nix mit Bezahlung seitens der Messe zu tun (da fließt kein Geld). Ich finde nur, dass man lieber positiv kritisieren sollte, anstatt alles nur scheiße zu reden. Damit ist sonst keinem geholfen. Ich denke, die Messe weiß sehr gut um ihre Situation und wird hoffentlich etwas dran ändern. Sonst gibt es sie nicht mehr lange. Und da ich nicht noch den anderen Unkenrufen nachtreten will, gibt es eben mal keine harsche Sprache. :)

Video Gitarrenschau

7 Antworten zu “Quo Vadis Musikmesse – Gibt es noch ein nächstes Mal?”

  1. Mick7 sagt:

    Ach, es gibt so viele Faktoren! Die Leute, gerade die Jüngeren haben kein Geld mehr (junge Ingenieure verdienen nur noch einen Bruchteil von dem, was die Älteren bekommen), und selbst die älteren normalen Facharbeiter, bezahlen inzwischen den Spitzensteuersatz, dazu kommt die Sklaven-Leiharbeit. OT? …von wegen, das wird nur unter den Tisch gekehrt, ich höre es in vielen Foren: „Neukauf?…kann ich mir nicht leisten!“ Warum wohl Ebay Kleinanzeigen so boomt, nur ist das halt keine „Messe“. Dann der Faktor USD zu Euro, die Leute sind doch nicht doof, der Dollar ist seit letzem Jahr um 20% gefallen, nichts davon ist bei den Musikinstrumenten angekommen, im Gegenteil, teurer sind sie geworden, egal was! Leider ist das Internet auch eine bequeme Sache in dem Zusammenhang, das die Leute ihre Häuser nicht mehr verlassen (außer zur Arbeit), sie kommunizieren darüber, und shoppen darüber, viele werden dadurch zu Einsiedlern, Mucke geht auch ohne Band;-) Mein Vorschlag ist ja, das Internet soll als Verkaufsportal komplett verboten werden, dann würden die Musikindustrie, Bands, Schallplatten, CDs wieder aufleben, die Leute würden wieder auf die Strasse gehen, die Geschäfte würden wieder zurückkommen und die Stadt beleben, und alle Messen auf diesem Planeten wären wieder voll!…geht nicht?…doch, wenn man will!

    • peter sagt:

      Also wenn es eins gibt, dann genug Leute die den Kram kaufen. Auch neu. Der Gebrauchtmakrt boomt, rcihtig, aber die Dinger die da vertickt werden wurden ja auch mal neu gekauft. Ich denke damit hat es eher nichts zu tun.

  2. Mathias(?,links aussen) hat eigentlich den
    wesentlichen Beitrag gebracht: Die Musikmesse ist seit Anbeginn eigentlich eine Businessmesse für Hersteller und den Fachhandel – und zunächst überhaupt nicht konzipiert für das „gewöhnliche Fußvolk“.
    Ich geh jetzt regelmässig zur Musikmesse seit 1980. Die Anfänge der Entwicklung , die sich dieses Jahr eigentlich als Grabesstimmung darstellt , reicht nun schon über10 Jahre zurück:
    Die Firma Fender war der erste Hersteller, der vor ein paar Jahren plötzlich parallel zur Messe angefangen hat, ihre eigenen Businessveranstaltungen in einem der Messe benachbarten Hotels durchzuführen. Das war ungefähr zu dem Zeitpunkt, als man von Seite der Messe begann, die „Interessentenbesucher“ den Fachbesuchern gleichzuschalten.
    Ich habe während einiger Jahre von seiten der Anbieter immer wieder das Argument gehört, dass man eigentlich die „Laberer“ an den Ständen nicht haben will. (Ist auch irgendwie nachvollziehbar, dass sich jemand, der seinen Vertrieb im Auge hat, d.h. bei dem geschäftliche Interessen essentiell und existentiell im Vordergrund stehen, keine Lust hat , 200x /Tag 5 Tage lang irgendwelchen Leuten zu erzählen, was die Klampfe kostet, warum sie soviel kostet, welches Holz verwendet wird , wie es denn nun mit den CITES Problemen aussieht ,ob es das Teil auch in froschfotzengrün gibt, oder mit Tonabnehmern von Herrn Oberguru Wickelfreak – wenn hinterher dabei kein Umsatz zustande kommt – und das bei einer Dauerlautstärke eines startenden Düsenjets…)
    Diese Aussage mag einen Gitarrenliebhaber ernüchtern und die Romantik bleibt dabei sicherlich auf der Strecke – aber das sind die harten Fakten.
    Insofern verbanne ich die Aussagen Michaels , die Chinamänner hätten trotz Interesses über ihre Preise nichts gewußt -oder nichts sagen wollen, in die Laberer-Schublade!! Die haben Interesse an Verkaufszahlen und Vertrieben in Europa – nicht an einzelnen Hanseln, die mal so´n Klämpfli kaufen würden. Da spielen Dinge mit wie Kopienproblematik, CITES Bescheinigungsschwierigkeiten, Zoll, Patentrecht, Geschmacksmusterschutz etc. etc. , die dem Endverbraucher gar nicht in den Kopf kommen bei seinem verklärten Blick auf das hölzerne Objekt der Begierde.
    Um das Ganze in eine Schublade zu kriegen:
    -Das Konzept der Messe ist seit Jahren konfus, die Aussteller UND die Besucher werden abgezockt; für die großen Hersteller ist die Musikmesse als Verkaufsmesse nicht mehr interessant, weil sie einerseits andere Probleme haben ( Schuldenberge!) und das Messekonzept keine Verkaufsförderung garantiert.
    – Die Erwartungshaltung der Endverbraucher an die Messe ist fehlerhaft – weil die da eigentlich gar nicht erwünscht sind ( oder nur als Begleitwerbung für potentielle Vertriebsinteressenten: wo viele Leute sind , ist großes Interesse-und großes Interesse bedingt wahrscheinlich großen Umsatz…)

    Qintessenz: Das Musikmesse Frankfurt Thema ist ausgelutscht.
    Für Endverbraucher im Gitarrenbereich sind die HGGS in Berlin oder der Guitarsummit in Mannheim „the place to go..“

    • Ari sagt:

      Hallo Wilfried, also dass Endverbraucher bei der Musikmesse nicht erwünscht seien, möchte ich aus meiner Sicht einmal wie folgt darstellen: Ich bin vom PreSonus Studio One Team und habe vorab immer User der Software eingeladen, persönlich und vor Ort ihre Erfahrungen, Erwartungen und auch Wünsche und Befinden direkt mit uns auszutauschen und sich einfach einmal persönlich zu begegnen. Wer sind eigentlich die User? Wer sind eigentlich die Leute hinter der Software? Das ist für beide Seiten spannend.

      Auch fand ich es immer sehr angenehm, wenn Jugendliche oder gar Kinder zu uns kamen und für Schulprojekte Infos sammeln wollten. Ich finde also das Zielpublikum äußerst angenehmer, als die Presse, die bei allen Messevideos bei egal welchem Hersteller dieselbe Fragerunde abfeuern: „Was gibs neues? Was ist daran anders? Wann wirds das geben? Und zum Schluss noch der Preis?“ Jedesmal wenn ich so ein Video sehe…gähn.

      Der Erfolg von Spezialmessen ist eine logische Konsequenz. Aber man muss auch sehen, dass die Superbooth die Musikmesse zb nicht ablösen wird/kann/möchte. Das klingt in der Presse zwar immer so. Aber die Superbooth ist zb keine Ausstellungsmesse für professionelle Tonstudiotechnik. Da geht es im Kern nicht um Bandaufnahme und Musikproduktion. Sondern es ist eine Synthesizermesse. Ebenso sind da keine Vertreter vom Blas-Instrumentenbau Markneukirchen.

      Die NAMM im Gegensatz ist auch nicht als Mammutmesse zu bezeichnen. Sie ist im Vergleich zur Musikmesse wirklich ein familiärer Pilgerort mit extrem viel Musik in den Tagen. Damit meine ich wirklich musizierende Menschen. Das ist schon eher wie ein kleines Festivalgelände. Und nicht wie hier Pioneer-Stände, wo Bedroomproducer Playbacks abfeuern und mit Drum’nBass und Dubstep alle anderen Aussteller nerven. Genauso haben auch Radiostationen auf der Musikmesse nichts zu suchen, die in der Halle einfach nur für noch mehr Krach sorgen, ohne überhaupt irgendetwas auszustellen. Also so etwas sind alles Konzeptfehler der Musikmesse, und mit der Grund des Abwanderns. Natürlich neben den Preisen für Aussteller incl. 200% Hotelzuschlag und alles so etwas. Das ist einfach alles maximal unattraktiv geworden.

  3. Ich (Semi-Pro/Hobbyist) war vor zwei Jahren letztmals in Frankfurt. Eine besondere Erfahrung mit vielen netten Kontakten zu Musikern, DJs, Instrumentenbauern und einigen Besuchern, aber der Abwärtstrend war da schon sehr deutlich erkennbar, kein Vergleich zu den 90ern.
    Und dabei geht es meines Erachtens nicht primär um das „Fußvolk“ – mit Musikinstrumenten Geld zu verdienen, ist heutzutage schwierig. Musik zu machen, erfordert eine laaaange Lernphase, die von den Eltern (meist ist man ja Kind oder Jugendlicher, wenn man ein Instrument lernt) finanziert und ggf. auch toleriert werden muss. Gleichzeitig wächst (u.a. durch das Ungleichgewicht zwischen Mieten und Einkommen) der finanzielle Druck bei den Eltern und der zeitliche Druck (u.a. durch 12-Jahre-Abi, Ganztagsschulen) bei den Kindern/Jugendlichen.
    Auch ist heutzutage wohl nicht mehr der Gitarrist am Lagerfeuer der Mädchenschwarm, sondern der Typ mit den Bluetooth-Boxen und der coolsten Playlist.
    Also insgesamt weniger Musiker mit weniger Geld und weniger Interesse an Hardware. Damit für die Fachbesucher und Aussteller ein deutlich geringeres Geschäftsvolumen, aus dem so ein Messestand finanziert werden muss. Das rechnet sich oft einfach nicht.

    Die Musikmesse wird also vermutlich in den nächsten Jahren durch die genannten kleineren Spezialmessen wie Superbooth, Hausmessen von Vertrieben und Wanderausstellungen von Herstellern ersetzt werden.

  4. peter sagt:

    Für mich war die Musikmesse über viele Jahre ein absolutes Highlight. Ich fand es super, mich mit den Machern der Geräte zu unterhalten. Fragen stellen, Anregungen geben. Sich Dinge mal aus erster Hand erklären lassen. Und mitnichten hatten die keinen Bock. Im Gegenteil. Ich erinnere mich noch gerne an die Jungs von MFB, die mir den Tanzbär vorgeführt haben. Oder u-He mit Diva. Gar nicht genervt oder gelangweilt, sondern stolz und enthusiastisch. Nicht zu vergessen Akai Dan <3
    Ganz abgesehen davon, dass man alle Neuheiten mal anspielen kann. Dazu die netten Plauschs mit den Kollegen und auch das entdecken von Firmen, die man noch gar nicht auf dem Schirm hatte.
    Von all dem ist absolut nichts mehr übrig. Für mich als Synth-Mensch wäre die Superbooth natürlich die Alternative, aber da fehlt ja dann auch wieder vieles Andere. Ich bin zB auch gerne mal zu den Gitarren rüber und hab neue Effekte ausprobiert. Abgesehen davon, dass ich bei Frankfurt wohne und nicht bei Berlin.
    Ich finde es Schade.

  5. Chris sagt:

    Na ja, es gab ja schon die ersten Statements von Seiten der Messe, wie’s weitergeht … MuMe und PLS komplett parallel von Di bis Fr – allerdings noch keine Info, wie’s mit Fachbesucher vs. Publikum aussieht …
    Ich habe 2011 wieder mit dem Bassen angefangen und war in dem Jahr auch auf der MuMe. Da sah’s noch ganz proper im Bereich git/b aus; vor allem habe ich Hersteller kennengelernt, von denen ich noch nie gehört hatte. Dingwall mit diesen krummen Bünden? Hä?? Klar kann man sich online informieren, aber gerade was Handling / Bespielbarkeit angeht, geht doch nix darüber, die Klampfe einfach mal selbst in die Hand nehmen zu können.
    Mein Hauptbass wurde dann später auch ein Modell einer Firma, die ich 2011 dort gesehen hatte.
    Und weiter? 2015 ging’s noch, da waren noch eine ganze Reihe namhafter Firmen da. Z.B. bei EBS und Schecter ausführlich geplauscht. War klasse! Und – man (ich) hat sofort eine positive Annotation zu dieser Firma. Das ist nicht nur ein Name, nein, den verbinde ich mit coolen Leuten, netten Gesprächen und einfach einem positiven Kontext. Ach ja, und Tony Iommi gab Autogramme …
    Und danach? Ging’s steil bergab. Zusammenlegung von dr und git in eine Halle. Massenexodus der Aussteller. 2017 noch Spector / NS Design und Yamaha für mich interessant. Gibson dank MusicStore-Stand vertreten. Ach ja, Ibanez wieder da. Unheimlich viel China-Produzenten mit absoluten Dumping-Preisen (Strat-Kopie für 51 USD, P-Bass für 65 USD) und teilweise erbärmlicher Präsentation (Multieffekt für Bass vorgestellt, zum Anspielen stand eine E-Gitarre mit einem 15 W Übungs-git-Combo in der Ecke).
    Und 2018? War ich nicht mehr da. Halle 9 laut Hallenplan halb leer. Von namhaften / größeren Firmen eigentlich nur noch Hiwatt und Yamaha vertreten. Diese Seite scheint mausetot zu sein. Workshops und Camps nette Idee, aber die großen Namen fehlen komplett.
    2019? Konzentration auf klassiche (akustische) Instrumente, Musikerziehung und Eventtechnik? Nur noch Fachbesucher? Gibson pleite? Guitar Center am Ende? Oder ist der Niedergang der Musikmesse nur ein Puzzleteil im großen Ganzen, das sich „Entwicklung“ nennt und einher geht mit verändertem Musikkonsum, Clubsterben, in der Branche generell sinkenden Umsätzen und und und?
    Vielleicht siecht gerade der Rock ’n‘ Roll dahin, und wir merken es erst, wenn auch die letzten Rock-Heroen es nicht mehr auf die Bühne schaffen und die E-Gitarre nur noch etwas für die in Ehren ergrauten Blues-Liebhaber ist …

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