Musiksuche 2026: Wie ihr interessante und neue elektronische Musik findet
Das Synthesizer-Wochenende
Es ist Wochenende. Ein ganz besonderes. Musiker überlegen derzeit, ob sie ihre Tourkonzepte anpassen müssen, weil viele Menschen bei großer Hitze lieber an den See oder ins Freibad gehen als auf ein Konzert. Trotzdem gibt es immer etwas zu entdecken. Doch wie funktioniert deine persönliche Musiksuche nach neuer Musik? Hier findest du einige eher musikalische als gearbezogene Links und Videos für die warmen Nächte. Passendes Gear zu den vorgestellten Artists gibt es natürlich ebenfalls.
Musiksuche 2026: Neue Musik über Videos entdecken
Musiksuche 2026 – über Videos
Am Synthesizer-Wochenende beginnt für viele die Musiksuche nach neuer Musik. Doch wie funktioniert die Musiksuche heute eigentlich? Über Spotify oder Apple Music? Auf YouTube? Oder doch über Empfehlungen von Freunden? Gerade an heißen Tagen verlagert sich vieles nach draußen. Am See, im Freibad oder beim Grillen entdeckt man oft ganz nebenbei neue Künstler und spannende Musik.
Einige kleinere Streaming-Projekte zeichnen regelmäßig Live-Konzerte auf oder bieten Künstlern eine Bühne, die bereits eine gewisse Reputation besitzen, aber noch nicht besonders bekannt sind. Genau das haben wir über viele Jahre mit LSB Cologne gemacht. Neue Künstler entdecken, Konzerte dokumentieren und Menschen bei ihrer Musiksuche unterstützen. Du glaubst, so etwas könne man allein nicht umsetzen? Warum nicht gemeinsam etwas aufbauen, das zwischen Konzert, Session und Visual-Art liegt?
Wie sieht ein solches Vorbild aus? International hat sich KEXP längst einen Namen gemacht. Viele Künstler träumen davon, dort aufzutreten. Für alle, die auf der Musiksuche nach neuen Bands und ungewöhnlichen Ideen sind, gehört der Kanal fast schon zum Pflichtprogramm. Die inzwischen rund vier Millionen Abonnenten sprechen für sich. Manche Trends nahmen dort ihren Anfang. Ein aktuelles Beispiel ist Angine de Poitrine, deren Popularität inzwischen beinahe explosionsartig gewachsen ist.
Auch das Moog Sound Lab präsentierte über viele Jahre außergewöhnliche Künstler. Schade, dass dieses Format heute nur noch selten erscheint. Die eingeladenen Musiker mussten ihre Songs mit Instrumenten von Moog umsetzen. Das führte häufig zu überraschenden Interpretationen und half dabei, Bands zu entdecken, die man vorher kaum auf dem Schirm hatte. Einer dieser spannenden Acts ist …
Wer sich bei der Musiksuche nicht nur inspirieren lassen, sondern auch ähnliche Sounds nachbauen möchte, sollte einen Blick auf das verwendete Equipment werfen. Gerade Formate wie das Moog Sound Lab zeigen, wie charakterstark Instrumente wie der Moog Subsequent 37, der Moog Matriarch oder der Moog Muse klingen. Ergänzt um eine klassische Drum Machine wie die Roland TR-8S oder einen flexiblen Hardware-Sequencer wie den OXI One MkII entsteht schnell ein Setup, das zum Experimentieren und Jammen einlädt.
Hrdwre und Funkwerke aus Berlin: DAWless-Musik entdecken
Die Berliner schreiben sich DAWless-Acts auf die Fahne und laden regelmäßig Künstler ein, bei denen es nicht nur musikalisch, sondern auch in Sachen Hardware viel zu entdecken gibt. Viele der Acts stammen aus Deutschland oder machen auf ihren Touren Station in Berlin. Das Motto lautet schlicht: „Komm vorbei!„. Genau so findet man es auch auf der Hrdwre-Website.
Neben kostenpflichtigen Masterclasses gibt es komplette Konzerte kostenlos auf YouTube und Twitch. Von Italo Brutalo über Fabian Laute und Tommy Countach bis zu Matze Sampler findest du dort zahlreiche Künstler, die vielen vielleicht schon einmal in den sozialen Medien begegnet sind, denen man bisher aber nie bewusst zugehört hat. Genau dafür eignet sich die eigene Musiksuche hervorragend.
Oft gehören auch Interviews zum Programm. Die Atmosphäre wirkt familiär und erinnert eher an einen Abend unter Freunden als an die großen Zeiten von MTV. Gleichzeitig gibt es reichlich Grooveboxen, Modularsysteme und Synthesizer zu entdecken. Wer Inspiration für die eigene Musiksuche oder das nächste Live-Setup sucht, sollte hier unbedingt einmal vorbeischauen.
Es gibt noch deutlich mehr zu entdecken. Viel Spaß bei deiner Musiksuche. Manche dieser Videos erreichen nur ein paar hundert Aufrufe, andere einige Tausend. Aber wen interessiert schon die reine Klickzahl? Gerade auf Instagram erhalten viele dieser Künstler deutlich mehr Aufmerksamkeit. Hier geht es weiter …
Ein zusätzlicher Blick auf das Equipment lohnt sich ebenfalls. Viele der DAWless-Acts setzen auf eine Mischung aus kompakten Grooveboxen, Drum Machines, Sequencern und modularen Synthesizern. Besonders häufig sieht man Instrumente wie die Elektron Digitakt II, den Elektron Digitone II, den Arturia MiniFreak oder Sequencer wie den Squarp Hapax. Genau diese Kombinationen machen den Reiz vieler Live-Performances aus und liefern vielleicht auch Inspiration für dein eigenes Setup.
Ryoichi Kurokawa: Wenn Musik und Visuals verschmelzen
Immer wieder führt mich meine Musiksuche zu Glitch-Artists. Viele von ihnen legen heute mindestens genauso viel Wert auf die visuelle Umsetzung wie auf die Musik selbst. Ryoichi Kurokawa dürfte von Autechre beeinflusst worden sein, noch stärker aber von Ryoji Ikeda. Die beiden Namen werden häufig verwechselt, tatsächlich handelt es sich jedoch um zwei unterschiedliche Künstler. Kurokawa kombiniert seine Live-Performances mit aufwendig gestalteten Visuals und bewegt sich dabei klanglich oft in einer Ästhetik, die an Veröffentlichungen des Labels Noton erinnert.
Noton gehört seit vielen Jahren zu den wichtigsten Adressen für IDM und Glitch. Das Label verbindet technische Präzision, minimalistische Klangwelten und Microsounds zu einer ganz eigenen Ästhetik. Was um die Jahrtausendwende noch experimentell wirkte, ist heute längst ein etabliertes Musikgenre.
Vielleicht erinnern dich diese Klänge an das Laden alter Heimcomputer, wenn Daten als pfeifende und knisternde Geräusche über den Lautsprecher ausgegeben wurden. Nur wirkt hier alles deutlich rhythmischer und musikalischer. Genau das macht den besonderen Reiz dieser Form elektronischer Musik aus.
Hier siehst du eine ganz aktuelle audiovisuelle Arbeit von Ryoichi Kurokawa.
Und wer ist eigentlich Ryoji Ikeda? Hier siehst du eine ältere Installation, die seinen minimalistischen Stil hervorragend zeigt und Kurokawas Arbeit sicher mit geprägt hat. Falls du Ikeda noch nicht kennst, lohnt sich ein Blick unbedingt. Seine Installationen basieren häufig auf monochromen Mustern, Datenstrukturen und radikal reduzierten Noise-Texturen. Diese Arbeit trägt den Titel Pattern 100m und war begehbar. Der Landschaftspark Duisburg, besser bekannt als LaPaDu, bot dafür eine beeindruckende Kulisse. Übrigens entstand auch das Titelbild dieses Artikels bei einer Ausstellung mit Musik aus dem Umfeld von Raster-Noton am selben Ort.
Machen die besten Instrumente dich schlechter?
Zum Schluss noch ein etwas philosophischerer Gedanke. In der Synthesizer-YouTube-Szene tauchte vor einiger Zeit die These auf, dass Synthesizer inzwischen einfach zu teuer seien und man deshalb lieber zu günstigeren Instrumenten greifen sollte. Ganz so einfach ist es aber nicht. Gleichzeitig werden Menschen in manchen Nerd-Foren schnell als „alte Säcke“ abgestempelt, die angeblich an einer vergangenen Zeit festhalten. Stimmt das? Natürlich nicht. Jeder sollte die Instrumente nutzen, mit denen er am liebsten Musik macht.
Vielleicht wird man sogar kreativer, wenn man mit eher unperfekten Synthesizern oder ungewöhnlichen Effekten arbeitet. Früher war das oft gar keine bewusste Entscheidung. Viele Musiker nutzten eine Preset-Drummachine, weil programmierbare Modelle schlicht unbezahlbar waren. Heute sieht die Situation völlig anders aus. Noch nie gab es so viele hervorragend klingende Instrumente mit durchdachter Bedienung und kreativen Konzepten. Die spannende Frage lautet deshalb nicht, ob sie besser sind – sondern ob sie uns tatsächlich kreativer machen.
Vielleicht liegt die Antwort auch im richtigen Werkzeug für die eigene Arbeitsweise. Manche Musiker blühen mit einem einzigen inspirierenden Synthesizer auf, andere erst mit einer Kombination aus Drum Machine, Sequencer und Sampler. Instrumente wie der der Sequential Take 5, der Synthstrom Deluge oder der Squarp Hapax zeigen, dass ein durchdachtes Setup kreative Ideen fördern kann. Entscheidend ist am Ende aber nicht der Preis oder die Ausstattung, sondern ob dich ein Instrument dazu bringt, häufiger Musik zu machen.
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