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Flight of Harmony Infernal Noise Machine

Flight of Harmony Infernal Noise Machine  ·  Quelle: Flight of Harmony / Kickstarter

Die Infernal Noise Machine von Flight of Harmony ist eine Synthesizerstimme im Eurorack-Format, die ganz auf infernalischen Lärm, Drones und kaputte Klangwelten eingestellt ist. Wer in seinem Rack ein Höllenfeuer aus moduliertem Krach entfachen möchte, kann die Infernal Noise Machine jetzt auf Kickstarter vorbestellen.

Flight of Harmony Infernal Noise Machine

Der Hersteller Flight of Harmony meldet sich nach einer längeren Kreativpause mit der Infernal Noise Machine zurück. Wie man dem Text der Kickstarter-Kampagne entnehmen kann, ist die höllische Maschine aber keine Neuentwicklung, sondern wurde ursprünglich schon 2007 entwickelt und war in geringer Stückzahl als Desktop-Gerät erhältlich. Mittlerweile schreiben wir 2020 und alles dreht sich ums Eurorack. Da ist es nur konsequent, dass der Hersteller den Neustart wagt, indem er die Infernal Noise Machine als Modul neu auflegt.

Der Synthesizer ist ausdrücklich nicht zum Erzeugen herkömmlicher, weltlicher Klänge gedacht. Stattdessen entfacht die Noise Machine ein klangliches Fegefeuer aus moduliertem Lärm, das nicht so einfach zu beschreiben ist. Wer auf Noise, Drones und brachiale Percussion steht, wird sich in dieser Unterwelt gleich wie zu Hause fühlen. Den einen oder anderen „normalen“ Sound vermag die Kreatur auch hervorzubringen; dies steht aber ausdrücklich nicht im Vordergrund.

Ein Rauschgenerator als Basis

Der Signalweg ist völlig anders als bei den meisten Synthesizerstimmen. Statt eines oder mehrerer Oszillatoren bildet hier ein spannungsgesteuerter Rauschgenerator die Basis. Einen VCO gibt es auch – diesen bezeichnet Flight of Harmony aber als „Effekt“, der das Signal des Rauschgenerators färbt. Der Grundsound wird mit den Parametern Domain, Frequency und Range geformt. Frequency und Range lassen sich mit den beiden zentralen Joysticks grob und fein steuern. Dadurch kann man sehr viel leichtsinniger am Brandbeschleuniger spielen, als es mit Potis möglich wäre. Das Signal wird auf zwei Busse aufgeteilt, die jeweils eine der vom Rauschgenerator und verschiedenen anderen Quellen frequenzmodulierten VCO-Schwingungsformen oder das Noise-Signal tragen können. Über zwei Filter und zwei VCAs erreicht das Signal schließlich den Ausgang.

Infernal Noise Machine Signalweg

Signalweg der Infernal Noise Machine

Das alles funktioniert schon für sich allein genommen, lässt sich aber auch über diverse Ein- und Ausgänge für CV und Audio mit dem Rest des Modularsystems verknüpfen. Wie der Hersteller schreibt, dauert es eine Weile, bis man die Möglichkeiten der Noise Machine vollständig durchschaut (O-Ton: „This thing will piss you off!“) – und das wird durch die Vernetzung mit anderen Modulen natürlich nicht weniger komplex. Aber die vielen Inputs und Outputs bieten reichlich Gelegenheit, zusätzlich Öl ins Feuer zu gießen und einen infernalischen Flächenbrand zu entfachen.

Die Infernal Noise Machine ist in zwei Versionen erhältlich: als Limited Edition und in einer Standardausführung. Der Hintergrund: Die ursprünglich verwendeten Joysticks mit 90° Auslenkung entsprechen exakt denen, die auch beim Sequential Circuits Prophet-VS zum Einsatz kamen. Diese werden aber nicht mehr hergestellt. Flight of Harmony haben noch 100 Stück davon in der Schublade, die für die Limited Edition verwendet werden. Wenn die ausverkauft ist, bleibt die Standardversion mit etwas anderen Joysticks mit 60° Auslenkung, die laut Hersteller aber ebenso weich laufen sollen.

Preis und Verfügbarkeit

Die Kickstarter-Kampagne zur Finanzierung der Produktion ist jetzt angelaufen. Für 777 US-Dollar könnt ihr die Infernal Noise Machine auf der Plattform vorbestellen. Die Auslieferung soll im Februar 2021 starten.

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