Gurke Hack Apfel Hackintosh Update 2017

Wie ist der Stand der Dinge?  ·  Quelle: Gearnews

Aus Frust über die Hardware-Situation und die anfallenden Kosten gegenüber der „Windows-Hardware“ habe ich mich vor ein paar Jahren mit dem Thema Hacktintosh auseinander gesetzt. Am Ende habe ich mir einen damals recht potenten Otto-Normalo-DIY-Computer mit OSX bzw. macOS bespielt und meine Erfahrungen hier niedergeschrieben. Hier noch mal zum Nachlesen. Nun fragen mich immer wieder Leser, ob ich eigentlich dabei geblieben bin oder ob ich vielleicht schon lange wieder anders arbeite. Vielleicht ist es Zeit für ein kleines Update?!

TL;DR: Ja, ich bin immer noch dabei.

Das Thema ist immer noch interessant, weil Apple bisher keine echte Alternative im Angebot hat. Obwohl: Sie haben ja iMac Pro (bis zu 18 Kerne) und einen neuen Mac Pro mit Modularsystem angekündigt. Vermutlich, um der Hackintosh-Community das Wasser abzudrehen. Da ist dann aber noch der Punkt, den Apple nicht beachtet: Mein Rechner von 2014 ist immer noch so potent, dass ich (fast) keine Gedanken ans Aufrüsten verschwende (ja, das ist möglich) und ich habe damals was bei 700 – 800 Euro gezahlt. Das ist doch mal sehr fair. Mein MacBook Air ist von 2013 und hat mehr gekostet – gut, der Vergleich Desktop/Laptop ist nicht ganz fair.

Ein paar Mankos gibt es aber dennoch: Mein Mainboard unterstützt kein Thunderbolt, Sleep funktioniert deswegen auch nicht nicht, sondern schaltet den Rechner aus. Meine Grafikkarte hat zwar einen HDMI-Ausgang, aber der funktioniert mit macOS einfach nicht mit dieser speziellen Karte. Linux und Windows können ihn bequem ansteuern. Deswegen geht nur DVI und damit auch nicht mehr als HD-Auflösung. Das sind eben Sachen, die man einkalkulieren muss, wenn man die Hardware nicht korrekt aussucht, sondern “irgendwelche” nutzt – es ist eben immer noch eine experimentelle Umgebung. Aber: Wenn diese einmal funktioniert, dann hat man in aller Regel keine Scherereien mehr. Und auch nicht mehr als mit einem Computer mit „Apple Hardware“. Braucht man Thunderbolt, dann muss man sich für den richtigen Chipsatz entscheiden. Das ist dann wiederum etwas teurer, aber wohl immer noch unter den Preisen, die Apple für gleichwertige Hardware aufruft.

Ich habe seit der Zusammenstellung in meinem System folgende Hardware: 16 GB RAM, einen Intel i5 4690, 5 SSD Festplatten (128 bis 512 GB) und eine 2 TB HDD – und eine halbwegs potente Grafikkarte GTX750 von nVidia. Sicher nicht der neuste Schrei, aber reicht. Das soll mir Apple zu einem attraktiven Preis erst mal vorsetzen. Außerdem kann ich alles ohne Probleme tauschen, wenn ich das will und muss nicht spezielle Varianten kaufen, die mit dem Mac Pro kompatibel sind. FB-DIMM RAM hat sicher einige Vorteile, aber der rentiert sich für mich einfach nicht. Allerdings möchte ich neben der Musik auch mehr mit meinem Rechner machen, auch mal was zocken und ich bin seit Jahren der Meinung, dass man keine getrennten Systeme (mehr) braucht. Deswegen steht demnächst eine bessere Grafikkarte an, wohl wieder von nVidia, weil die einfach die besseren Treiber bereitstellen. Leider ist mein Gehäuse innen durch die kompakte Bauweise recht kurz, dass ich eine kurze GraKa brauche. Das sind eben Probleme, die man mit Apple Hardware nicht hat. Vor allem aber, weil quasi alles mittlerweile verklebt ist und man es nicht tauschen können soll. Wo kommen wir denn da hin, wenn der Nutzer seinen Rechner länger als zwei, drei Jahre nutzt, weil er dann irgendwo nicht reicht? Solche Probleme habe ich doch gern.

Und im A/B/C-Vergleich mit Windows und Linux auf der gleichen Hardware steht macOS in nichts hinten an. Ich kann die sich gleich anfühlenden DAWs mit der fast gleichen Anzahl an Effekten füllen, ich kann eigentlich alles installieren. Der Direktvergleich ist schwer, da WinVST, MacVST und AU nicht die identische Performance haben. So muss ich auf native Effekte zurückgreifen und da ist es meiner Erfahrung nach wirklich identisch. Aber so viele Crossplattform DAWs gibt es ja nicht – zumindest nicht für macOS, Windows und Linux.

So oder so muss ich immer noch sagen: Die beste Entscheidung, die ich in den letzten Jahren in Sachen Computer gemacht habe. Ich möchte genau das! Apple Betriebssystem und freie Hardwarewahl. Aber dann würde jemand wohl nicht mehr so viel verdienen. Schade, lieber würde ich jährlich das OS kaufen als zu teure Hardware verpflichtend dazu.

Jetzt will ich aber noch wissen: Nutzt ihr auch einen Hackintosh? Oder habt ihr euch (noch) nicht getraut? Auch wenn das Portal unter den Hack-Fricklern wegen proprietärer Software im Verruf ist, empfehle ich Einsteigern in das Thema tonymacx86 – hier gibt es alles zum Thema. Software, Anleitung und ein Forum für erste Hilfe. Es ist so einfach wie nie, einen Hackintosh aufzubauen. Wer also wie ich mit Apples Hardware-Preis-Verhältnis nicht so klar kommt, trotzdem auf OSX bzw. macOS nicht verzichten will (weil es eben sehr gut statt nur gut wie Windows oder Linux ist), der sollte sich mal ein paar Stunden Zeit nehmen und sich einlesen. Vielleicht lohnt es sich ja.

  • Tommy Bassalot

    Wozu?

    • gearnews

      Wer oder wie oder was oder wieso oder weshalb?
      Was meinst du? ;)

      • Tommy Bassalot

        Warum tut man sich das an? Windows läuft doch super, Bluescreens gibt´s so gut wie nicht mehr, alles läuft schnell und flüssig, Asio Leistung ist auch reichlich vorhanden. Sehe wie gesagt den Sinn darin nicht.

        • gearnews

          “Kaum” noch Bluescreens – da geht’s doch schon los. Ich nutze ja auch Win10, sehe aber keine Vorteile gegenüber OSX. Da stimmt es einfach von Anfang bis Ende mehr und mich lässt das OS in Ruhe arbeiten und bringt fast alles mit, was ich benötige. Vor allem systemweite Shortcuts und den Automator möchte ich nicht missen. Ist doch Wurst, was man nutzt, hauptsache man ist damit glücklich. Andere vom Gegenteil überzeugen wollen klingt für mich immer, als würde man nicht wissen, worüber man redet.

          • Tommy Bassalot

            Kaum noch heißt: 1x in 2 Jahren. Und das lag dann auch an etwas anderes. Dagegen sind mir schon etliche proprietäre Hardware abgestürzt (Elektron). Überzeugen will ich sicher niemanden, sehe nur den Sinn des wechselns nicht.

          • gearnews

            Ich hatte mit Win10 schon einige Bluescreens wegen einem mangelhaften Avid-Treiber. Klar ist das nicht Windows, aber für macOS flutscht der Treiber. Und da hatte ich seit 10.5 keinen Bluescreen/Kernel Panic mehr. (2005)

  • Vor einigen Jahren habe ich auch einmal damit beschäftigt. Ich bin nach wie vor ein Windows-Mann, der aber (damals) einen Mac Mini zusätzlich auf dem Tisch hatte (mit dem sich übrigens sehr gut eine DAW mit vielen Spuren betreiben ließ).

    Ich habe weitere Anstrengungen aber verworfen, weil sich der Sinn nicht ergeben wollte. Einzig für Logic X und vielleicht das damalige Final Cut wäre das interessant gewesen.

    Heute habe ich, neben meinen beiden Win 10 Hauptrechnern und einem Lenovo Miix 720, noch immer mein Macbook von 2012. Allerdings wird das auch mein letzter Apple Rechner bleiben.

    Ich hoffe, dass nicht wieder das reflexartige “der Mac ist besser” in den Kommentaren kommt, aber die Zeiten, in denen der Mac handfeste Vorteile hatte, sind schon lange vorbei. Das waren mal Farbprofile für die Druckvorstufe, bessere Echtzeitfähigkeiten (darum im Audio- und Videobereich damals so verbreitet) etc. Und ja, OS X war früher stabiler und optisch schöner. Einfacher zu bedienen war er aber nicht. Die Erwartungshaltung an den eigenen Mac war aber immer so hoch, dass der Perception Bias ihn zu etwas machte, was er in Wirklichkeit gar nicht war.

    Agenturen, Filmemacher etc. haben sich schon länger vom Mac gelöst, weil PC-Hardware potenter und günstiger ist und Apple kein Interesse mehr am Desktop hat. Manche schwören noch auf den Mac, weil er schicker ist und das Ego hebt – und der Wiederverkaufspreis ist darum auch erfreulich hoch.

    Was DAWs angeht: Nur wer Logic will/braucht, braucht auch einen Mac. Reaper und Cubase liefen auf dem Mac immer etwas schlechter als auf dem PC. Videoschnitt ist mangels aktueller Hardware praktisch kein Mac-Thema mehr. Daher bringt es auch nicht viel, ein MacOS auf PC-Hardware zu zwingen, wenn man mit Windows das gleiche erreichen kann, das spätestens seit Window 7 auch keine Stabilitätsprobleme mehr hat und seit Window 10 sogar recht ordentlich aussieht (sofern das eine Rolle spielen sollte).

    • don_Looney

      Ich bin auch total zufrieden mit meinen Windows Systemen. Besitze auch noch ein MacBookPro Mitte 2010 und das wird auch mein letztes Apple Produkt sein, außer da kommt irgendwann etwas absolut Neues für einen akzeptablen Preis.
      Hackintosh hat mich immer schon interessiert jedoch habe ich ein AMD System und AMD Grafikkarte und damit will ich mich nicht rumärgern.
      Windows 10 ist für mich von der Leistung her mindestens genau so schnell und ich habe auch keine Lust auf iPhoto, iTunes, iIrgendwas. Bei Windows habe ich auch das meiste von MS runtergeschmissen. Apple ist auch einfach viel zu teuer und die Hardware ist meistens schon in veraltet wenn sie auf den Markt kommt.
      Der neue iMacPro sieht gut aus aber der Preis….dafür würde ich mir ein Auto kaufen.
      Man munkelt er soll ca. 15000$ -17000$ in der maximalen Ausbaustufe kosten.
      Ganz ehrlich die haben nen Schaden.
      Wenn ich etwas vergleichbares mit einem AMD Threadripper aufbaue komme ich mit 1500€ hin.

  • A.F.

    Danke für das Update!
    Was ich mich in dem Zusammenhang schon lange frage, wie bzw. wo bekommt man das OS her? Das gibt es doch nur im AppleStore? Vielleicht kann mir jemand das beantworten. Merci

    • gearnews

      Ja, das gibt es laut Apple AGB nur im App Store, den man nur betreten / nutzen darf, wenn man Apple Hardware besitzt. Ein deifnitiver Haken an der Sache. Andere Wege gibt es sicherlich, aber die würde ich offiziell nicht raten – wer weiß, was man sich damit alles einfängt und außerdem ist das dann illegal. Raubkopieren und so.

      • A.F.

        Dh. wenn man einen Mac besitzt kann man sich eigentlich ein Image machen und am Hackintosh drauf spielen, oder? Mal abgesehen davon, daß man dann vielleicht Probleme mit der Apple ID und so bekommt…

        • gearnews

          Könnte klappen, da habe ich keine Erfahrung. Probleme mit der AppleID habe ich nicht. Da geht alles, auch die komplette iCloud (sofern man die nutzen möchte).

  • Benny Lava

    Allein die miese Performance wenn man mit Netzwerkfreigaben arbeitet, hat mich wieder zu Windows gebracht. Apple wird da auch nichts dran ändern, weil man lieber die eigene Cloud hypt.

    Einzig die Finderansicht mit den Ordnern als Spalten fehlt mir. Ansonsten gibt es für alles mindestens 10 Programme unter Windows, die das gleiche können.

  • Tom Wies

    Nutze seit 2 Monaten ein Hackintosh mit i7 6700K, 16GB und 1050 TI, 256 GB SSD und 2TB.
    Alles schallgedämmt ;)