von  Lasse Eilers  | |   Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen   |  Lesezeit: 5 Min
DTronics DT-DPROG

DTronics DT-DPROG, Puremagnetik Etches Kit, Atmosynth: Synthesizer-Journal  ·  Quelle: DTronics, Puremagnetik, Atmosynth

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Diese Woche im Synthesizer-Journal: Mit DTronics DT-DPROG bringst du deine eigenen Samples in deine LinnDrum oder DMX, Etches ist ein Soundscape-Synthesizer zum Selbstbauen und Atmosynth ist eine neue Plattform für gemeinsames Sounddesign!

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DTronics DT-DPROG und DT-DROM: Das ultimative Upgrade für LinnDrum, DMX, Drumtraks und Co.!

DT-DPROG
DTronics DT-DPROG und DT-DROM · Quelle: DTronics

Die samplebasierten Drum-Machine-Klassiker der 80er sind einfach legendär und prägten den Sound einer ganzen Epoche. Aus heutiger Sicht haben sie jedoch einen gravierenden Nachteil: Die Samples sind nicht so einfach austauschbar – jedenfalls nicht ohne nerviges Programmieren von EPROM-Chips. Und deshalb klingen LinnDrum, DMX, Drumtraks und Co. eben auch immer nach dem, was sie sind: Klassiker aus den 80ern.

Mit dem Drum-Programmer-System von DTronics kannst du das jetzt ändern und deine Vintage-Drum-Machine mit beliebigen Samples bestücken. Sogar das Wechseln zwischen verschiedenen Sounds auf Knopfdruck ist möglich! Das klingt doch nach der ultimativen Modifikation für die Sample-Klassiker aus vergangenen Tagen.

Das System besteht aus einem kleinen Expansion-Board namens DT-DROM, das in die EPROM-Sockel der Drum-Machine passt, sowie aus der dazugehörigen Programmiereinheit DT-DPROG. Auf der kleinen Platine sitzt ein moderner Flash-Speicherchip, der laut DTronics beliebig oft wiederbeschreibbar ist. Das System ist mit EPROMs der Typen 2732 oder 2764 kompatibel, wie sie in vielen Klassikern zum Einsatz kamen. Die folgenden Drum-Machines lassen sich damit modifizieren:

  • LinnDrum
  • Linn LM-1
  • Linn 9000
  • Oberheim DMX
  • Oberheim DX
  • Sequential Circuits Drumtraks

Pro Sound bzw. Kanal der Drum-Machine brauchst du ein Exemplar des DT-DROM. Bevor du die Maschine aufschraubst und den EPROM-Chip durch das neue Expansion-Board ersetzt, kannst du mittels der Programmiereinheit DT-DPROG bis zu 16 verschiedene Sounds daraufladen – also auch deine eigenen Samples. Zur Programmierung hat DTronics eigens eine praktische Web-App entwickelt: Einfach Samples von maximal 32 kB per Drag&Drop hinzufügen und das Tool erzeugt das Image-File und schreibt es über USB und DT-DPROG in den Speicherchip auf dem DT-DROM.

DT-DPROG
Die kleine Platine mit dem Speicherchip passt in die EPROM-Sockel der Drum-Machines · Quelle: DTronics
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Wenn bis zu 16 Sounds auf einen Chip passen, wie schaltet man dann zwischen ihnen um? Dafür bietet das DT-DROM die Möglichkeit, einen externen Taster anzulöten, mit dem du dann bei wieder zugeschraubter Drum-Machine zwischen den Sounds umschalten kannst. Theoretisch könntest du so also für jedes Instrument deiner Drum-Machine einen Umschalttaster einbauen. Eine DMX oder Drumtraks mit je 16 verschiedenen Bassdrums und Snares – wie cool ist das denn!

Das Drum-Programmer-System von DTronics ist jetzt über die Website des Herstellers erhältlich. DT-DROM kostet pro Stück 57,- €; die Programmiereinheit DT-DPROG gibt es für 140,- €.

Puremagnetik Etches Kit: Soundscape-Synthesizer zum Selbstbauen

Puremagnetik Etches
Puremagnetik Etches · Quelle: Puremagnetik

Mit Hardware und Software, die oft weit abseits der ausgetretenen Pfade unterwegs ist, ist Puremagnetik sicher allen kreativen Sounddesignern ein Begriff. Im Frühjahr dieses Jahres erschien Etches, ein sogenannter „Layered Soundscape Synthesizer“, der ebenso unkonventionell aussieht wie er klingt.

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Etches verbindet Synthese mit Ideen aus der Tonbandmusik; so verfügt der Synthesizer neben einem komplexen Oszillator über einen Splice-Recorder. Damit kann man Sounds übereinanderschichten, wobei ein LFO die Start- und Endpunkte der Aufnahme moduliert. Wie fast alles von Puremagnetik ist Etches also wie gemacht für atmosphärische, sich ständig weiterentwickelnde Klangcollagen und Ambient-Klangwelten.

Puremagnetik Etches Kit
Puremagnetik Etches Kit · Quelle: Puremagnetik

Der fertig aufgebaute Synthesizer ist derzeit ausverkauft, aber mit dem neuen Etches Kit kannst du ihn jetzt selbst zusammenbauen! Löten muss man dabei nicht; wie zum Beispiel auch bei der KORG nu:tekt-Serie musst du lediglich die beiden fertig bestückten Platinen miteinander verbinden und die Potiknöpfe anbringen.

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Das Puremagnetik Etches Kit ist jetzt im Webshop des Herstellers für 295,- US-Dollar erhältlich.

Atmosynth: Neue Online-Plattform für kollaboratives Sounddesign

Atmosynth
Atmosynth · Quelle: Atmosynth

Wie arbeitet man im Jahr 2026 gemeinsam mit anderen an einem Sound oder Beat? Während man früher zusammen im Studio sitzen und an den Reglern schrauben musste, gibt es heute verschiedene Online-Plattformen, über die du über das Internet gemeinsam mit anderen Musik machen kannst (eine Auswahl findest du hier). Mit Atmosynth ist jetzt eine neue solche Plattform gestartet, die sich insbesondere an Synthesizer-Fans und Sounddesigner richtet.

Ein bisschen erinnert mich die Oberfläche an NI Reaktor: Du kannst verschiedene Module wie Oszillatoren, Mixer, Filter, Hüllkurven und Sequencer virtuell kombinieren und miteinander zu einem Patch verbinden. Aktuell sind 55 Module verfügbar.

Atmosynth
Aktuell enthält Atmosynth 55 verschiedene Module · Quelle: Atmosynth

Das Besondere: Über die dazugehörige Plattform kannst du live und in Echtzeit mit anderen zusammenarbeiten. Wenn ein User zum Beispiel die Einstellungen eines Oszillators bearbeitet, werden die Änderungen sofort auf allen beteiligten Rechnern widergespiegelt und sind auch sofort bei allen Beteiligten zu hören – und zwar synchron. Laut dem Entwickler Sebastian Wiese-Wagner funktioniert das so gut, dass Atmosynth sogar bühnentauglich ist:

„Es ist auch möglich, Live-Jam-Sessions mit anderen zusammen durchzuführen, entweder über das Internet, oder auf der Bühne. Denn das Audio wird synchron auf allen Computern abgespielt, und jede Änderung im Patch wird sofort auf allen teilnehmenden Geräten wiedergegeben.“

Atmosynth
Sequencer-Modul · Quelle: Atmosynth

Ein weiterer Aspekt, der mir sehr gut gefällt: Bei solchen Angeboten stellt sich ja immer die Frage, was mit den eigenen Inhalten passiert, sollte es die Plattform irgendwann einmal nicht mehr geben. Bei Atmosynth braucht man sich derartige Sorgen nicht zu machen. Denn der Entwickler hat vorgesorgt:

„Das Neue daran ist, dass der Content, der dort erstellt wird, nicht auf den Servern der Plattform liegt, sondern in der PDS (quasi ein Datenrucksack) des Benutzers. D. h., falls es die Plattform irgendwann nicht mehr geben sollte, hat man trotzdem weiter Zugriff auf seine Patches. Das Ganze funktioniert auf Basis des AT Protocol, des Protokolls hinter Social-Media-Angeboten wie Eurosky und Bluesky.“

Ein sehr spannender und vielversprechender Ansatz, wie ich finde! Aktuell ist das Projekt noch im Aufbau und das noch sehr technisch anmutende Interface überzeugt mich noch nicht so ganz; auch die Sounds, die ich bisher gehört habe, wirken noch etwas kraftlos. Aber das Konzept finde ich super. Wenn sich hier eine kreative Community bildet, könnte Atmosynth eine tolle Plattform zum gemeinsamen Patchen werden!

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